{"id":3280,"date":"2026-02-13T18:05:10","date_gmt":"2026-02-13T18:05:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/3280\/"},"modified":"2026-02-13T18:05:10","modified_gmt":"2026-02-13T18:05:10","slug":"homey-pro-mini-im-test-smartes-zuhause-ohne-bastelei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/3280\/","title":{"rendered":"Homey Pro Mini im Test: Smartes Zuhause ohne Bastelei"},"content":{"rendered":"<p>Das smarte Zuhause ist grunds\u00e4tzlich eine spannende Sache und bringt unz\u00e4hlige Anwendungsm\u00f6glichkeiten mit sich. Wer aber sein smartes Zuhause \u00fcber eine App oder ein einheitliches Interface steuern m\u00f6chte, muss einiges an Bastlerqualit\u00e4ten mitbringen. Die meist empfohlene Anwendung hierbei ist Home Assistant, eine Open-Source-L\u00f6sung, die alles Erdenkliche vernetzt und auf einer Vielzahl von Ger\u00e4ten installiert werden kann \u2013 etwa als virtuelle Maschine auf dem Heim-NAS oder auf einem Raspberry Pi. Zudem gibt es Home Assistant inzwischen auch vorinstalliert auf Mini-Rechnern. Open Source, virtuelle Maschinen, Raspberry Pi: Das Gros der Durchschnitts-Endanwender hat man an diesem Punkt bereits verloren. F\u00fcr unser Szenario sind wir jedoch am Ball geblieben \u2013 schliesslich wollten wir bloss ein paar Shelly-Steuerger\u00e4te, einen Spotify-Player und ein paar Philips-Hue-Lampen \u00fcber ein Dashboard steuern, und das gerne auch remote. Unz\u00e4hlige Stunden des Probierens, Tutorial-Lesens und ChatGPT-um-Hilfe-Fragens sp\u00e4ter haben wir irgendwann aufgegeben und sind zum Schluss gekommen: Mit unserem IT-Halbwissen wird das \u2013 allem Enthusiasmus zum Trotz \u2013 nichts.<\/p>\n<p>Aber: Bei der Suche nach L\u00f6sungen sind wir in irgendeinem Forum \u00fcber Homey gestossen, die L\u00f6sung der Firma <a href=\"https:\/\/www.itmagazine.ch\/unternehmen\/6320\/Athom.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Athom<\/a> (inzwischen im Mehrheitsbesitz von LG) aus den Niederlanden, die alles das verspricht, was auch Home Assistant k\u00f6nnen soll \u2013 nur in einfach. Und: Seit Kurzem ist Homey in Form des Homey Pro Mini auch als Einstiegsl\u00f6sung f\u00fcr rund 250 Franken erh\u00e4ltlich. Homey gibt es daneben auch noch als Homey Pro mit erweiterter Funktionalit\u00e4t f\u00fcr rund 400 Franken, als Cloud-L\u00f6sung im Monatsabo f\u00fcr 3 Franken pro Monat (f\u00fcr gewisse Funktionen braucht es hierbei noch die Homey Bridge) oder als Self-Hosted-Server-L\u00f6sung f\u00fcr die unterschiedlichsten Plattformen. Letztere kostet 5 Franken pro Monat oder rund 150 Franken als einmalige Lizenz.\n<\/p>\n<p>Plug and Play statt Raspberry-Frust<br \/>\nNach all dem Gebastel mit Home Assistant auf dem Raspberry hat uns aber die Plug-and-Play-L\u00f6sung in Form des Homey Pro Mini interessiert. Diese kommt in Form einer schwarzen Box, die verd\u00e4chtig an ein Apple TV erinnert, mit einem 1,5-GHz-Quad-Core-Chip, 1 GB RAM und 8 GB eMMC-Speicher sowie Support f\u00fcr die Funkstandards Matter, Thread und Zigbee, womit man so ziemlich alles abdeckt, was im durchschnittlichen smarten Zuhause herumsteht. Im Lieferumfang enthalten sind noch ein Netzwerkkabel, ein superkompaktes USB-C-Netzteil und eine Schablone, um das Ger\u00e4t an einer Wand zu montieren \u2013 praktisch.<\/p>\n<p>Das Setup ist denkbar einfach \u2013 Strom und Netzwerkkabel einstecken, kurz warten, bis die LED blau leuchtet, und das Ger\u00e4t ist bereit. Auf dem Smartphone (iOS oder Android) installiert man w\u00e4hrenddessen die Homey App und erstellt ein Konto, das sehr intuitiv in Form einer Art Chat eingerichtet wird. Danach sucht man aus einer Liste sein Ger\u00e4t (Homey Pro Mini) aus, erlaubt den Zugriff auf lokale Ger\u00e4te und wartet, bis die neueste Software installiert ist. Anschliessend hilft ein Assistent beim Einrichten des eigenen Zuhauses \u2013 oder des Orts, an dem Homey seine Arbeit verrichten soll.<\/p>\n<p>Danach kann man via App seine Smart-Home-Ger\u00e4te hinzuf\u00fcgen, wobei Homey selbstst\u00e4ndig nach Ger\u00e4ten sucht. Im Falle von Philips Hue muss man beispielsweise einmal den Knopf auf der Bridge dr\u00fccken, um anschliessend s\u00e4mtliche Hue-Ger\u00e4te zu finden. Die gefundenen Ger\u00e4te k\u00f6nnen dann ganz einfach auf die R\u00e4ume verteilt werden, in denen sie sich befinden. Unmittelbar danach werden Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Automatisierungen gemacht \u2013 darum k\u00fcmmern wir uns aber sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Beim Verkn\u00fcpfen des Sonos-Kontos haben wir dann den Fehler gemacht, ein Testkonto angegeben zu haben, unter dem keine Ger\u00e4te aktiv sind. Diese Verkn\u00fcpfung zu l\u00f6sen, schafften wir innert n\u00fctzlicher Frist nicht \u2013 darum der pragmatische Entscheid, den Homey Pro Mini einfach nochmals zur\u00fcckzusetzen; schliesslich ist die Einrichtung ein Kinderspiel. Mit den richtigen Login-Daten liessen sich die Sonos-Speaker dann anstandslos verbinden.<\/p>\n<p>Als N\u00e4chstes verkn\u00fcpfen wir die Spotify-App, was bei Home Assistant nicht ganz trivial ist, weil man zuerst eine Spotify-App erstellen muss, was Zugang zur Spotify-Developer-Seite verlangt. Folgt man einer Schritt-f\u00fcr-Schritt-Anleitung, ist das Ganze zwar durchaus machbar, aber m\u00fchsam. Ganz trivial ist die Spotify-Integration allerdings auch bei Homey nicht. Man w\u00fcnschte sich ein vereinfachtes Spotify-Interface, das man auf ein Homey-Dashboard ziehen kann. Stattdessen funktioniert die Spotify-Steuerung nur \u00fcber Flows (dazu gleich mehr) respektive \u00fcber einen Sonos-Speaker oder ein Spotify-Connect-Ger\u00e4t \u2013 wir haben einen Amazon Echo Dot 3rd Gen verwendet. Doch selbst dann ist die Steuerung via Homey eingeschr\u00e4nkt \u2013 eine Playlist oder einen K\u00fcnstler auszuw\u00e4hlen, haben wir nicht geschafft, sondern konnten nur jeweils die zuletzt in der Spotify-App ge\u00f6ffnete Playlist abspielen. Alternativ kann man auch den Umweg \u00fcber Spotify Connect machen \u2013 eine App, die von der Homey-Community entwickelt wurde und ebenfalls Developer-Zugang verlangt.<\/p>\n<p>Ebenfalls nicht geschafft haben wir, unsere Solaranlage in Homey einzuf\u00fcgen. Diese verwalten wir in unserem Zuhause \u00fcber die ziemlich tolle Schweizer L\u00f6sung Solarmanager, die Homey aber (noch) nicht unterst\u00fctzt. Was wiederum funktionierte, war die Integration von MyStrom-Steckern \u2013 WLAN-gesteuerte smarte Steckdosen, ebenfalls eine Schweizer L\u00f6sung.\n<\/p>\n<p>Flows als Superkraft des Smart Homes<br \/>\nGenug des Einrichtens, das wir ja nicht nur um des Einrichtens willen machen. Vielmehr interessiert uns, was wir mit unserem Smart Home via Homey anstellen k\u00f6nnen. Eine zentrale Funktion sind dabei die sogenannten Flows. &#171;Flow ist deine Superkraft&#187;, heisst es dazu in der App. Flows sind eigentlich nichts anderes als IFTTT-Anweisungen (if this, then that) respektive Automatisierungen. Dabei lassen sich s\u00e4mtliche Ger\u00e4te des Smart Home miteinander verbinden. Ein ganz einfaches Beispiel: Ich kann mittels Homey steuern, dass meine Sonos-Speaker Musik abspielen, sobald der Philips-Hue-Bewegungsmelder Bewegung registriert \u2013 ich also beispielsweise einen Raum betrete. Dabei kann ich zus\u00e4tzlich etwa die Zeit einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Die Definition dieser Abl\u00e4ufe ist mit Homey ein Kinderspiel, und auch komplexere Anweisungen und Verkn\u00fcpfungen lassen sich relativ rasch umsetzen \u2013 nicht zuletzt dank vieler vordefinierter Anweisungen, Logiken und sogenannter Flow-Karten. F\u00fcr Automatisierungen lassen sich auch externe Faktoren ber\u00fccksichtigen, etwa das Wetter, das Homey kennt, wenn man seinen Standort freigibt. Damit lassen sich beispielsweise smarte Rolll\u00e4den oder die Heizung steuern. Genauso einfach wie Automatisierungen kann man Dashboards bauen. Dazu findet sich ein eigenes Men\u00fc in der App, wo sich ganz unkompliziert Widgets hinzuf\u00fcgen lassen \u2013 mit vorhandenen Ger\u00e4ten, installierten Apps, definierten Flows, sogenannten Moods, Logiken und vielem mehr. Einfacher geht\u2019s kaum.<\/p>\n<p>Daneben liefert Homey noch einige weitere spannende Gimmicks, etwa die Anzeige des Batteriezustands verbundener Ger\u00e4te (in unserem Fall eines Hue-Schalters und eines Sonos-Roam-2-Speakers), den man sonst weder in der Hue- noch in der Sonos-App sieht. Erw\u00e4hnen m\u00f6chten wir zudem den Remote-Zugriff, den es bei Homey standardm\u00e4ssig gibt \u2013 im Gegensatz zu Home Assistant, wo f\u00fcr den Remote-Zugriff einige H\u00fcrden zu bew\u00e4ltigen sind (etwa via VPN) oder ein kostenpflichtiger Dienst (Nabu Casa) ben\u00f6tigt wird. Bei Homey funktioniert der Remote-Zugriff standardm\u00e4ssig, ohne dass dazu etwas eingerichtet oder freigeschaltet werden muss.\n<\/p>\n<p>Niederschwellige Smart-Home-Zentrale mit viel Potenzial<br \/>\nNachdem wir einige Stunden damit verbracht hatten, das smarte Zuhause via Home Assistant auf einem Raspberry Pi zu vernetzen und zu automatisieren, und damit bestenfalls m\u00e4ssig erfolgreich, aber ziemlich frustriert waren, hat uns der Homey Pro Mini durchs Band \u00fcberzeugt. Nat\u00fcrlich braucht es auch f\u00fcr die Verwendung von Homey eine gewisse Technologie- respektive Gadget-Begeisterung, doch wer sein Zuhause smart gemacht hat und es vernetzen und automatisieren m\u00f6chte, ist wohl per se schon ein wenig ein Nerd. Und das reicht, um mit Homey bestens klarzukommen.<\/p>\n<p>Es ist sicher so, dass Home Assistant am Ende des Tages noch m\u00e4chtiger ist, doch die M\u00f6glichkeiten, die Homey bietet, sind bereits gewaltig und d\u00fcrften ausreichen, um das Gros der Smart-Home-Automatisierungs- und Steuerungsw\u00fcnsche zu erf\u00fcllen \u2013 und das absolut niederschwellig. Zudem: F\u00fcr Bastler und Programmierer finden sich Funktionen wie HomeyScript und Experimente, die ein tieferes Abtauchen in die Materie erlauben.<\/p>\n<p>Angesichts dessen d\u00fcnkt uns der Preis von rund 230 Franken (Stand Mitte Februar auf Schweizer Online-Shops) f\u00fcr den Homey Pro Mini absolut fair \u2013 vor allem wenn man bedenkt, dass ein Raspberry-Pi-Starterkit auch rasch 100 Franken oder mehr kostet. Gew\u00fcnscht h\u00e4tten wir uns beim Homey Pro Mini einzig noch WLAN-Konnektivit\u00e4t \u2013 das Ger\u00e4t muss per Netzwerkkabel an den Router. Und da wir noch klassische, kabelgebundene Speaker ins System integrieren wollten, h\u00e4tten wir uns einen Audio-Ausgang (und eine bessere Spotify-Integration) gew\u00fcnscht \u2013 der fehlt. So mussten wir halt den Umweg via Amazon Echo Dot 3rd Gen gehen, der noch einen Klinkenausgang vorweisen kann. <\/p>\n<p>Ein Aspekt, den wir noch nicht erw\u00e4hnt haben: Dadurch, dass Homey im eigenen Netzwerk eingebunden ist, werden die Daten lokal verarbeitet.\n<\/p>\n<p>Quicktest<\/p>\n<p>Wer sein smartes Heim plattform- und ger\u00e4te\u00fcbergreifend vernetzen und automatisieren m\u00f6chte, d\u00fcrfte mit einer L\u00f6sung von Homey gl\u00fccklich werden. F\u00fcr das Gros der Bed\u00fcrfnisse d\u00fcrfte der Homey Pro Mini f\u00fcr rund 230 Franken, der seit einigen Wochen erh\u00e4ltlich ist, die passende Wahl sein. Die Einrichtung ist ein Kinderspiel, die Bedienung logisch und komfortabel, und die M\u00f6glichkeiten scheinen schier grenzenlos. Wir sind ziemlich begeistert.<\/p>\n<p>Wertung: 6 von 6 m\u00f6glichen Sternen<\/p>\n<p>Info: <a href=\"https:\/\/www.itmagazine.ch\/unternehmen\/6320\/Athom.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Athom<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.homey.app\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.homey.app<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das smarte Zuhause ist grunds\u00e4tzlich eine spannende Sache und bringt unz\u00e4hlige Anwendungsm\u00f6glichkeiten mit sich. 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