{"id":34911,"date":"2026-03-08T15:50:12","date_gmt":"2026-03-08T15:50:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/34911\/"},"modified":"2026-03-08T15:50:12","modified_gmt":"2026-03-08T15:50:12","slug":"eidgenoessische-abstimmung-vom-8-3-2026-individualbesteuerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/34911\/","title":{"rendered":"Eidgen\u00f6ssische Abstimmung vom 8.3.2026: Individualbesteuerung"},"content":{"rendered":"<p>        &#171;Heiratsstrafe Adieu&#187;: Die Stimmberechtigten im In- und Ausland haben sich heute gem\u00e4ss Hochrechnungen f\u00fcr das Bundesgesetz \u00fcber die Individualbesteuerung entschieden. Somit werden Ehepaare k\u00fcnftig steuerlich gleich behandelt wie unverheiratete Paare. Gegen das Gesetz waren ein Volksreferendum und ein Kantonsreferendum eingereicht worden.\n<\/p>\n<p>        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht    <\/p>\n<p>        08. M\u00e4rz 2026 &#8211; 16:00\n<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/christian-raaflaub-profileImage-42389993.png\" width=\"998\" height=\"998\" alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>\n                Themen rund um Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, Schweizer Besonderheiten, t\u00e4gliches Briefing f\u00fcr die F\u00fcnfte Schweiz.<br \/>\nStudium der Kommunikationswissenschaften, anschliessend angestellt als Reporter und VJ bei Privatradio und -fernsehen. Seit 2002 bei SWI swissinfo.ch in verschiedenen Funktionen t\u00e4tig.            <\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/author\/christian-raaflaub\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                Mehr von dieser Autorin \/ diesem Autoren            <\/a><\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/department\/deutschsprachige-redaktion\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                Deutschsprachige Redaktion            <\/a><\/p>\n<p>Die Hochrechnung des Forschungsinstituts gfs.bern geht von einem Ja-Stimmenanteil von 54% f\u00fcr die Vorlage aus. Lukas Golder, Politologe bei gfs.bern, sagte gegen\u00fcber SRF, das Resultat sei deutlich und eindeutig.<\/p>\n<p>Das Abstimmungsverhalten wurde wohl durch individuelle \u00dcberlegungen und Berechnungen gepr\u00e4gt. Zahlreich publizierte Steuerrechner halfen Stimmb\u00fcrgerinnen und -b\u00fcrgern, die Auswirkungen der Vorlage auf ihre eigene Steuerrechnung zu simulieren.<\/p>\n<p>Ein urspr\u00fcnglich gesellschaftliches Anliegen sei damit weitgehend zu einer Portemonnaie-Vorlage geworden, hatte die Schweizer Presse bereits vor dem Entscheid kommentiert.<\/p>\n<p>Bei der Individualbesteuerung geht es kurz gesagt darum, Ehepaare und Personen, die in eingetragener Partnerschaft leben, nicht mehr gemeinsam, sondern wie unverheiratete Paare als zwei Personen individuell zu besteuern.<\/p>\n<p>Da ihre Sal\u00e4re mit dem bisherigen System zusammengez\u00e4hlt werden, geraten viele von ihnen durch die Progression in eine h\u00f6here Berechnungsstufe und bezahlen entsprechend mehr Steuern.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.efd.admin.ch\/de\/abstimmung-individualbesteurung\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Bundesgesetz \u00fcber die IndividualbesteuerungExterner Link<\/a> wurde vom Parlament als indirekter Gegenvorschlag zur <a href=\"https:\/\/www.estv.admin.ch\/de\/eidgenoessische-volksinitiative-steuergerechtigkeits-initiative\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Volksinitiative \u00abF\u00fcr eine zivilstandsunabh\u00e4ngige Individualbesteuerung (Steuergerechtigkeits-Initiative)\u00bbExterner Link<\/a> ausgearbeitet und soll diese Ungleichheiten, die so genannte Heiratsstrafe, beheben.<\/p>\n<p>Der Vorschlag kam bereits im Parlament nur knapp durch: Im Nationalrat stimmten 101 daf\u00fcr und 93 dagegen, im St\u00e4nderat 22 daf\u00fcr und 21 dagegen.<\/p>\n<p>Gegen die Vorlage hatte die Schweizerische Volkspartei (SVP) anschliessend das Referendum ergriffen und mit \u00fcber 65\u2019000 Unterschriften erfolgreich eingereicht. Zudem hatten <a href=\"https:\/\/www.efd.admin.ch\/de\/newnsb\/vIvzSchyk49u0W290sshV\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zehn Kantone das so genannte Kantonsreferendum dagegen ergriffenExterner Link<\/a> \u2013 erst zum zweiten Mal seit 1874. Deshalb hat die Schweiz nun dar\u00fcber abgestimmt.<\/p>\n<p>W\u00e4re die Vorlage abgelehnt worden, w\u00e4re in einem nachfolgenden Schritt m\u00f6glicherwiese die Steuergerechtigkeits-Initiative zur Abstimmung gekommen, je nach Entscheid des Initiativkomitees.<\/p>\n<p>Das Parlament hatte diese ebenfalls zur Annahme empfohlen. Es war das erste Mal seit 25 Jahren, dass ein Vorschlag zur individuellen Besteuerung vom Parlament angenommen wurde, alle fr\u00fcheren Vorschl\u00e4ge waren gescheitert.<\/p>\n<p>Die Reaktionen<\/p>\n<p>\u00abWir konnten sicher sehr gut mobilisieren in den letzten zwei Wochen. Dass wir heute, am internationalen Tag der Frau, Geschichte schreiben k\u00f6nnen, ist wunderbar\u00bb, sagte Susanne Vincenz-Stauffacher, Co-Pr\u00e4sidentin der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP), gegen\u00fcber SRF. Viele h\u00e4tten bemerkt: \u00abEs ist ein Schritt f\u00fcr die Gleichstellung.\u00bb<\/p>\n<p>\u00abDie Individualbesteuerung schafft neue Ungerechtigkeiten. Einverdiener-Familien und solche mit ungleichen Einkommen sind die Verlierer von heute, die werden in Zukunft mehr Steuern bezahlen\u00bb, sagte Yvonne B\u00fcrgin, Nationalr\u00e4tin der Partei Die Mitte, gegen\u00fcber SRF.<\/p>\n<p>\u00abWir werden das anwenden, es wird aber eine Herausforderung\u00bb, sagte Markus Dieth, Pr\u00e4sident der Konferenz der Kantonsregierungen, gegen\u00fcber SRF zur Umsetzung der Individualbesteuerung.<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/629587740_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"\u00c4ltere Menschen tanzen\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Schweizer Politik\n        <\/p>\n<p>        Abstimmung zur Individualbesteuerung: Sollen Ehepaare und Konkubinatspaare gleich behandelt werden?    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        05. Jan. 2026                    <\/p>\n<p>                Um was geht es bei der Abstimmung zur Individualbesteuerung? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen sowie Argumente von Bef\u00fcrwortern und Gegnerinnen.            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/schweizer-politik\/abstimmung-zur-individualbesteuerung-sollen-ehepaare-und-konkubinatspaare-gleich-behandelt-werden\/90708319\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Abstimmung zur Individualbesteuerung: Sollen Ehepaare und Konkubinatspaare gleich behandelt werden?<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Die Vorlage im Detail<\/p>\n<p>Je nach Aufteilung des Einkommens zwischen zwei Eheleuten kann die Steuerbelastung gegenw\u00e4rtig h\u00f6her oder niedriger ausfallen, als wenn sie einzeln besteuert w\u00fcrden. Viele sprachen beim jetzigen System deshalb von der \u00abHeiratsstrafe\u00bb, und oft blieben Paare unverheiratet, um h\u00f6here Steuern zu vermeiden.<\/p>\n<p>Die Gesetzesreform soll nun finanzielle Anreize f\u00fcr Zweitverdienende \u2013 oft sind dies Frauen \u2013 erh\u00f6hen, um ihre Erwerbst\u00e4tigkeit auszuweiten, da ihr Einkommen nicht mehr zum h\u00f6heren Satz des Partners oder der Partnerin addiert wird. Niemand muss mehr Einkommen vermeiden, um nicht steuerlich abgestraft zu werden.<\/p>\n<p>Die Individualbesteuerung soll nachfolgend auch f\u00fcr die Kantons- und Gemeindesteuern gelten und mittelfristig das aktuelle System mit Steuerabz\u00fcgen f\u00fcr verheiratete Paare ersetzen.<\/p>\n<p>Dies hat finanzielle Konsequenzen f\u00fcr den Bund: Da viele Personen k\u00fcnftig weniger Bundessteuern bezahlen werden, rechnet er bei der direkten Bundessteuer mit einem Ausfall von rund 630 Millionen Franken.<\/p>\n<p>Die Argumente<\/p>\n<p>Gegen die Vorlage hatte sich eine \u00fcberparteiliche konservative Allianz geformt, bestehend aus der Mittepartei, der Schweizerischen Volkspartei (SVP), der Evangelischen Volkspartei (EVP) und der Eidgen\u00f6ssisch-Demokratischen Union (EDU).<\/p>\n<p>Die Gegnerinnen und Gegner der Vorlage hatten argumentiert, dass die Steuerbelastung bei Haushalten mit nur einer erwerbst\u00e4tigen Person zunehmen werde, wie die folgende Grafik zeigt.<\/p>\n<p>Zehn Kantone hatten auch deshalb das Kantonsreferendum ergriffen, weil sie bef\u00fcrchteten, die Verwaltung m\u00fcsste bei einer Annahme 1,7 Millionen Steuererkl\u00e4rungen mehr verarbeiten, was zu einem h\u00f6heren administrativen Aufwand und Zusatzkosten f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Sie warnten auch vor massiven Einnahmeausf\u00e4llen und den hohen Kosten f\u00fcr die Umstellung der IT-Systeme und den zus\u00e4tzlichen Personalbedarf in den Steuer\u00e4mtern.<\/p>\n<p>Zu den Gewinnerinnen und Gewinnern der Reform geh\u00f6ren nun die Freisinnig-Demokratische Partei (FDP), die Gr\u00fcnliberale Partei (GLP), die Sozialdemokratische Partei (SP) und die Gr\u00fcne Partei sowie die Landesregierung.<\/p>\n<p>Sie argumentierten, indem steuerliche H\u00fcrden f\u00fcr die Erwerbst\u00e4tigkeit abgebaut w\u00fcrden, st\u00e4rke die Gesetzes\u00e4nderung die finanzielle Unabh\u00e4ngigkeit von Frau und Mann.<\/p>\n<p>Wirtschaftsverb\u00e4nde betonen, dass die Individualbesteuerung das inl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4ftepotenzial besser aussch\u00f6pfe und den Fachkr\u00e4ftemangel lindere, unter dem die Schweiz gegenw\u00e4rtig leidet.<\/p>\n<p>Wie geht es weiter?<\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung der Individualbesteuerung ist eine zentrale und priorit\u00e4re Massnahme der <a href=\"https:\/\/www.gleichstellung2030.ch\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Gleichstellungsstrategie 2030Externer Link<\/a> des Bundes. Sie hat unter anderem zum Ziel, das Erwerbsvolumen zwischen Frauen und M\u00e4nnern ausgewogener zu gestalten und die Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Die erw\u00e4hnten Online-Steuerrechner haben es gezeigt: W\u00e4hrend Ehepaare mit gleichm\u00e4ssiger Einkommensverteilung sowie Alleinstehende mit geringem Einkommen tendenziell entlastet werden, m\u00fcssen Haushalte mit nur einer erwerbst\u00e4tigen Person und einkommensstarke Unverheiratete mit einer h\u00f6heren Steuerlast rechnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Kantone wird der Aufwand durch die h\u00f6here Anzahl an zu bearbeitenden Steuerdossiers gr\u00f6sser, w\u00e4hrend gleichzeitig finanzielle Einbussen bei der Bundessteuerbeteiligung zu erwarten sind.<\/p>\n<p>Wann genau die Individualbesteuerung eingef\u00fchrt wird, ist angesichts des Aufwands f\u00fcr die n\u00f6tigen \u00c4nderungen in den Systemen noch nicht abzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Editiert von Balz Rigendinger<\/p>\n<p>        Artikel in dieser Story    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#171;Heiratsstrafe Adieu&#187;: Die Stimmberechtigten im In- und Ausland haben sich heute gem\u00e4ss Hochrechnungen f\u00fcr das Bundesgesetz \u00fcber die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":34912,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[122,9634,46,11649,3807,1212,41,42,43,11650,4386,40,45,11651,44,38,36,37,39],"class_list":{"0":"post-34911","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-article","9":"tag-beat-swiss-politics","10":"tag-ch","11":"tag-election","12":"tag-explain-it-to-me","13":"tag-family","14":"tag-headlines","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-politics-general","18":"tag-production-type-original","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-schweiz","21":"tag-state-budget-and-tax","22":"tag-switzerland","23":"tag-top-news","24":"tag-top-meldungen","25":"tag-topmeldungen","26":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116194345778377569","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34911","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34911"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34911\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34912"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34911"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34911"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34911"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}