{"id":35155,"date":"2026-03-08T19:28:12","date_gmt":"2026-03-08T19:28:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/35155\/"},"modified":"2026-03-08T19:28:12","modified_gmt":"2026-03-08T19:28:12","slug":"schweiz-verankert-bargeld-in-der-verfassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/35155\/","title":{"rendered":"Schweiz verankert Bargeld in der Verfassung"},"content":{"rendered":"<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/601510181_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"866\" alt=\"Bargeld im Portemonnaie\" loading=\"eager\" decoding=\"sync\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>                Es ist entschieden: Die Bargeld-Initiative wurde abgelehnt, w\u00e4hrend der Gegenvorschlag klar angenommen wurde.             <\/p>\n<p>            Gaetan Bally \/ Keystone        <\/p>\n<p>        Auch wenn sie es immer seltener benutzen, h\u00e4ngen die Schweizerinnen und Schweizer an ihrem Bargeld. Am Sonntag stimmten Volk und St\u00e4nde daf\u00fcr, den Erhalt des Bargelds in der Verfassung zu verankern. Dabei zogen sie jedoch den Gegenvorschlag der Volksinitiative vor.\n<\/p>\n<p>        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht    <\/p>\n<p>        08. M\u00e4rz 2026 &#8211; 18:00\n<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/upload-temp-file-f0cf42dc-9ba2-428f-84b8-86c53fdd1d8c-89198823.jpg\" width=\"2520\" height=\"2679\" alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>\n                In meiner Arbeit befasse ich mich mit Themen, die f\u00fcr die Schweizerinnen und Schweizer im Ausland relevant sind \u2013 von politischen Entwicklungen in der Schweiz und deren Auswirkungen auf die Diaspora bis hin zu sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragestellungen.<br \/>\nVor SWI swissinfo.ch habe ich als Lokaljournalistin f\u00fcr die Aargauer Zeitung geschrieben. Ich habe einen Bachelor in mehrsprachiger Kommunikation und &#8211; klassisch schweizerisch &#8211; eine Lehre als Kauffrau abgeschlossen.            <\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/author\/melanie-eichenberger\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                Mehr von dieser Autorin \/ diesem Autoren            <\/a><\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/department\/deutschsprachige-redaktion\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                Deutschsprachige Redaktion            <\/a><\/p>\n<p>                Weitere Sprache: 1            <\/p>\n<p>                    DE Original                <\/p>\n<p>\n        Fran\u00e7ais    <\/p>\n<p>\n        fr    <\/p>\n<p>            En Suisse, l\u2019argent liquide entre dans la Constitution\n            <\/p>\n<p>    <a class=\"article-translations-item__link\" lang=\"fr\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/fre\/politique-suisse\/en-suisse-largent-liquide-entre-dans-la-constitution\/91058972\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>            Mehr En Suisse, l\u2019argent liquide entre dans la Constitution<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Die Stimmbev\u00f6lkerung war aufgerufen, \u00fcber die Sicherung des Bargelds abzustimmen, und konnte dazu aus zwei Varianten w\u00e4hlen \u2013 entweder \u00fcber eine Volksinitiative oder \u00fcber deren Gegenvorschlag.<\/p>\n<p>Die Entscheidung fiel deutlich aus: Der vom Bundesrat und Parlament ausgearbeiteten Gegenvorschlag lag klar vorne. Er wurde von allen Kantonen und von fast drei Vierteln der Stimmenden (74% Ja-Stimmen) angenommen.<\/p>\n<p>Die Volksinitiative stiess hingegen nicht auf dieselbe Zustimmung. Sie wird von mehr als der H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung (55% Nein-Stimmen) und von einer Mehrheit der Kantone abgelehnt.<\/p>\n<p>Mit der Ablehnung der Initiative wurde auch die Stichfrage obsolet. Dieses selten angewandte Verfahren \u2013 zuletzt vor 15 Jahren eingesetzt \u2013 h\u00e4tte festgelegt, welche L\u00f6sung gelten soll, falls sowohl die Initiative als auch der Gegenvorschlag angenommen worden w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Ein gemeinsames Ziel, aber technische Unterschiede<\/p>\n<p>Inhaltlich waren sich die Initiative und ihr Gegenvorschlag einig: Beide wollten die Verf\u00fcgbarkeit von Bargeld in der Verfassung verankern. Die beiden Vorlagen unterschieden sich jedoch in technischen Punkten.<\/p>\n<p>Die Initiative verlangte, dass \u00abder Bund daf\u00fcr sorgt, dass M\u00fcnzen und Banknoten jederzeit in ausreichender Menge verf\u00fcgbar sind\u00bb. Der Gegenvorschlag des Parlaments passte diese Forderung leicht an: Erstens liegt die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr das Geldwesen im Gegenvorschlag bei der Schweizerischen Nationalbank und nicht beim Bund, wie es die Initiative vorsah.<\/p>\n<p>Zweitens wurden die in der Initiative erw\u00e4hnten \u00abM\u00fcnzen und Banknoten\u00bb im Gegenvorschlag durch den Begriff \u00abBargeld\u00bb ersetzt. Der Unterschied mag gering erscheinen, war f\u00fcr die Bef\u00fcrworter:innen der Initiative jedoch zentral. Ihrer Ansicht nach k\u00f6nnten so \u00abfindige Juristen\u00bb eines Tages argumentieren, dass eine staatliche Digitalw\u00e4hrung mit bestimmten Eigenschaften von Bargeld \u2013 jedoch ohne physische Form \u2013 ebenfalls als gesetzliches Bargeld gelten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Schliesslich sieht der Gegenvorschlag vor, die Bargeldversorgung zu gew\u00e4hrleisten, ohne sie als \u00abausreichende Menge\u00bb zu definieren \u2013 ein Begriff, der von den Bef\u00fcrworter:innen der Initiative als zu vage kritisiert wurde.<\/p>\n<p>Darum ging es bei der Bargeld-Initiative und deren Gegenvorschlag:<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/273891550_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"865\" alt=\"Obwohl die Verwendung von Bargeld bei allt\u00e4glichen Transaktionen stetig abnimmt, ist es bei der Schweizer Bev\u00f6lkerung nach wie vor beliebt.\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Schweizer Politik\n        <\/p>\n<p>        Volksabstimmung vom 8. M\u00e4rz: Soll Bargeld in der Verfassung verankert werden?    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        07. Jan. 2026                    <\/p>\n<p>                Am 8. M\u00e4rz 2026 stimmt die Schweiz dar\u00fcber ab, ob Bargeld in der Verfassung verankert und so dauerhaft gesch\u00fctzt werden soll.            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/schweizer-politik\/volksabstimmung-vom-8-m%c3%a4rz-2026-soll-bargeld-in-der-verfassung-verankert-werden\/90726803\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Volksabstimmung vom 8. M\u00e4rz: Soll Bargeld in der Verfassung verankert werden?<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Ein unerwartetes Ergebnis<\/p>\n<p>Die Resultate dieses Sonntags sind sehr deutlich, enthalten aber auch eine \u00dcberraschung: Die Initiative schnitt deutlich schlechter ab als erwartet. Die letzte SRG-Umfrage des Instituts gfs.bern hatte eine Zustimmung von 61% zur Initiative und von 70% zum Gegenvorschlag prognostiziert.<\/p>\n<p>Beim Gegenvorschlag lag die Umfrage damit richtig, weniger jedoch bei der Initiative selbst. Schon im Vorfeld wurde darauf hingewiesen, dass der Erfolg einer Volksinitiative statistisch selten ist.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich verf\u00fcgte die Initiative \u00fcber deutlich weniger politische Unterst\u00fctzung als der Gegenvorschlag. Auf politischer Ebene unterst\u00fctzte sie offiziell nur die Schweizerische Volkspartei (SVP). Die \u00fcbrigen Parteien sowie grosse Wirtschaftsverb\u00e4nde stellten sich hinter den Gegenvorschlag.<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/275682470_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"865\" alt=\"F\u00fcnfr\u00e4ppler\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Schweizer Demokratie\n        <\/p>\n<p>        Bargeld in der Verfassung: Ein Schweizer Entscheid zu einem Thema, das international bewegt    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        08. M\u00e4rz 2026                    <\/p>\n<p>                Der Bargeld-Bef\u00fcrworter Brett Scott erkl\u00e4rt die Schweizer Abstimmung zum internationalen Signal. Eine Analyse mit Perspektiven aus der Soziologie.            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/schweizer-demokratie\/bargeld-in-der-verfassung-ein-schweizer-entscheid-zu-einem-thema-das-international-bewegt\/91046370\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Bargeld in der Verfassung: Ein Schweizer Entscheid zu einem Thema, das international bewegt<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Der bekannte R\u00f6stigraben zeigt sich<\/p>\n<p>Die Resultate zeigen zudem unterschiedliche Pr\u00e4ferenzen je nach Sprachregion. W\u00e4hrend der Gegenvorschlag landesweit breite Zustimmung fand, gilt dies f\u00fcr die Initiative nicht.<\/p>\n<p>Diese wurde in der Deutschschweiz deutlich abgelehnt, w\u00e4hrend sie in der lateinischen Schweiz tendenziell angenommen wurde. Damit zeigt sich an diesem Abstimmungssonntag erneut der bekannte \u00abR\u00f6stigraben\u00bb.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist allerdings, dass es sich fast um einen \u00abumgekehrten R\u00f6stigraben\u00bb handelt. Die Initiative stammt n\u00e4mlich von der <a href=\"https:\/\/fbschweiz.ch\/index.php\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Freiheitlichen Bewegung Schweiz (FBS)Externer Link<\/a>, einer B\u00fcrger:innenbewegung, die vor allem in der Deutschschweiz aktiv ist und bereits eine Volksinitiative gegen eine Impfpflicht lanciert hatte. Am Ende wurde die Initiative jedoch gerade in der Deutschschweiz klar abgelehnt, w\u00e4hrend sie in der lateinischen Schweiz breite Zustimmung erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Das sind die Reaktionen<\/p>\n<p>Richard Koller, Initiant der Bargeld-Initiative, wertete das Abstimmungsresultat als Erfolg. \u00abF\u00fcr uns ist es ein Sieg. Das Volk hat gesagt: Wir wollen das Bargeld in der Verfassung\u00bb, sagte Koller gegen\u00fcber SRF. Die Ziele der Initiative seien die gleichen wie die des Parlaments und des Bundesrats, weshalb es \u00abwunderbar\u00bb sei, dass das Volk so entschieden habe.<\/p>\n<p>Nationalrat Beat Flach (GLP\/AG) erkl\u00e4rte, es sei zu erwarten gewesen, dass der Gegenvorschlag angenommen wird. Er sei froh \u00fcber die Ablehnung der Initiative: \u00abMit einer Annahme w\u00e4re die Schweiz in eine apokalyptische Inflation gerast.\u00bb<\/p>\n<p>SVP-Nationalr\u00e4tin Vroni Thalmann-Bieri (LU) hatte sich f\u00fcr die Initiative stark gemacht. \u00abEs ist wichtig, dass das Bargeld bleibt. Nun haben wir einen Anhaltspunkt, wie wir weitergehen k\u00f6nnen\u00bb, sagte sie. F\u00fcr Thalmann-Bieri sei \u00abBargeld wahres Geld\u00bb, zudem d\u00fcrfe man es nicht riskieren, bei einem Ausfall von Apps nicht mehr zahlen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Niemand positionierte sich grunds\u00e4tzlich gegen Bargeld. Auch Nationalrat Ueli Schmezer (SP\/BE), der den Gegenvorschlag unterst\u00fctzt hatte, betont die emotionale Bedeutung des Bargelds: \u00abWenn Bargeld verschwindet, verschwindet etwas Vertrautes. Wir m\u00fcssen aber darauf achten, den Menschen keine falschen Hoffnungen zu machen. Es heisst ja nicht, dass wir in 15 Jahren immer noch \u00fcberall mit Bargeld bezahlen k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/382335926_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"Eidgen\u00f6ssische Abstimmungen am 8. M\u00e4rz in der Schweiz\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Schweizer Politik\n        <\/p>\n<p>        Super-Abstimmungssonntag: Individualbesteuerung bleibt eine Zitterpartie    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        06. M\u00e4rz 2026                    <\/p>\n<p>                Die Spannung vor den Abstimmungen vom 8. M\u00e4rz steigt: K\u00f6nnen sich die Bef\u00fcrworter:innen der individuellen Besteuerung durchsetzen?            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/schweizer-politik\/super-abstimmungssonntag-individualbesteuerung-bleibt-eine-zitterpartie\/91028245\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Super-Abstimmungssonntag: Individualbesteuerung bleibt eine Zitterpartie<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>        Artikel in dieser Story    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist entschieden: Die Bargeld-Initiative wurde abgelehnt, w\u00e4hrend der Gegenvorschlag klar angenommen wurde. 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