{"id":35247,"date":"2026-03-08T20:43:14","date_gmt":"2026-03-08T20:43:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/35247\/"},"modified":"2026-03-08T20:43:14","modified_gmt":"2026-03-08T20:43:14","slug":"e-voting-debakel-in-basel-peinliche-panne-oder-ernstes-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/35247\/","title":{"rendered":"E-Voting-Debakel in Basel: Peinliche Panne oder ernstes Problem?"},"content":{"rendered":"<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/eb69a0512eac84ed66b8371cef50f53b-image_20220504phd9224-data.webp.jpeg\" width=\"880\" height=\"586\" alt=\"Bildschirm mit Anmeldeseite f\u00fcr E-Voting\" loading=\"eager\" decoding=\"sync\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>                W\u00e4hrend die Kantone viel Spielraum haben, verl\u00e4uft der E-Voting-Testbetrieb f\u00fcr den Bund in engeren Grenzen: 30% des kantonalen und 10% des schweizweiten Elektorats d\u00fcrfen E-Voting nutzen.             <\/p>\n<p>            Keystone        <\/p>\n<p>        Beim E-Voting im Kanton Basel-Stadt kam es zu einer Panne: 2048 elektronisch eingegangene Stimmen konnten nicht gez\u00e4hlt werden. Alle Schl\u00fcssel zur elektronischen Urne versagten. Wie gravierend ist dieser Vorfall?\n<\/p>\n<p>        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht    <\/p>\n<p>        08. M\u00e4rz 2026 &#8211; 15:16\n<\/p>\n<p>Im Kanton Basel-Stadt k\u00f6nnen die rund 10\u2019300 im Stimmregister eingetragenen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer elektronisch abstimmen. Doch f\u00fcr die Abstimmungen vom 8. M\u00e4rz blieben ihre Stimmen unzug\u00e4nglich \u2013 wie auch derjenige von 30 Stimmberechtigten mit Behinderungen, die ebenfalls so teilnehmen konnten. Sie trafen zwar in der elektronischen Urne ein. Die Staatskanzlei Basel konnte diese jedoch mit dem vorgesehenen Entschl\u00fcsselungs-Code nicht \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Wie die <a href=\"https:\/\/www.bs.ch\/medienmitteilungen\/staatskanzlei\/2026-elektronisch-abgegebene-stimmen-basel-stadt-werden-zur-ermittlung-des-abstimmungsergebnisses-nicht-gezaehlt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Beh\u00f6rde am Samstagabend mitteilteExterner Link<\/a>, sind alle Versuche gescheitert, die Urne zu \u00f6ffnen. \u00abMan verwendet drei USB-Sticks, auf allen ist der richtige Code, aber keiner funktioniert\u00bb, erkl\u00e4rt der Basler Regierungssprecher Marco Greiner gegen\u00fcber Swissinfo. Es seien Personen am Werk gewesen, bei denen es schon unz\u00e4hlige Male funktioniert habe. \u00abAber jetzt funktioniert es nicht mehr. Es ist wirklich sehr seltsam\u00bb, so Greiner.<\/p>\n<p>\u00c4rger in der Diaspora<\/p>\n<p>Die Basler Beh\u00f6rde betont, dass der Fehler nicht im E-Voting-System der Schweizerischen Post liege, sondern einzig am Basler Zugang dazu. Der Vorfall hat dennoch Gewicht. Bereits am Freitag nach der <a href=\"https:\/\/www.bs.ch\/medienmitteilungen\/staatskanzlei\/2026-e-voting-elektronisch-abgegebene-stimmen-im-kanton-basel-stadt-fuer-den-urnengang-vom-8-maerz-2026-wahrscheinlich-nicht-zaehlbar\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ersten Mitteilung aus BaselExterner Link<\/a>, f\u00fchlte sich auch die Schweizer Bundeskanzlei zu einer <a href=\"https:\/\/www.news.admin.ch\/de\/newnsb\/WmLe9EsJSftoH8ThugIt6\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">InformationExterner Link<\/a> veranlasst. Auch sie betonte: \u00abDas E-Voting-System und insbesondere die verschl\u00fcsselten Stimmen sind davon unber\u00fchrt.\u00bb<\/p>\n<p>F\u00fcr Auslandschweizer:innen aus Basel ist der Frust gross. Die E-Voting-Ambition der Schweiz war bisher getrieben vom Problem, dass Stimmen aus dem Ausland nicht rechtzeitig oder gar nicht in die Schweizer Urnen gelangten. E-Voting sollte daf\u00fcr die L\u00f6sung bieten. Dass nun ausgerechnet damit wieder dasselbe Problem auftaucht, irritiert.<\/p>\n<p>So berichtet <a href=\"https:\/\/www.20min.ch\/story\/problem-mit-e-voting-auslandschweizerin-wegen-panne-haessig-volkswille-missachtet-103520844\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">20 MinutenExterner Link<\/a> \u00fcber eine Auslandschweizerin, die sich unmittelbar nach der Information aus Basel um alternative Abstimmungsm\u00f6glichkeit bem\u00fchte. Doch der Kanton habe ihr mitgeteilt, dass dies nicht mehr gehe. \u00abSie verwehren einem das Recht auf Ersatzunterlagen. Der Volkswille wird missachtet\u00bb \u2013 so habe sich die Auslandschweizerin beim Kanton beschwert, berichtet das Portal.<\/p>\n<p>Dem stimmt die Bundeskanzlei zu: Die politischen Rechte der Stimmb\u00fcrgerinnen und -b\u00fcrger, deren Stimmen nicht gez\u00e4hlt werden k\u00f6nnen, w\u00fcrden verletzt, sagte ein Sprecher der Bundeskanzlei <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/nzz-am-sonntag\/schweiz\/nach-e-voting-panne-in-basel-fordern-kritiker-uebungsabbruch-ld.1928196\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">der NZZExterner Link<\/a>.<\/p>\n<p>Ein anderer betroffener Auslandschweizer <a href=\"https:\/\/x.com\/urshafner1\/status\/2030600397350457474\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">fragt auf \u00abX\u00bbExterner Link<\/a>: \u00abWas passiert, wenn Ja und Nein Tausend Stimmen auseinanderliegen?\u00bb<\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>            \u00dcber welche Auslandschweizer-Themen soll Swissinfo berichten? Was lesen Sie am liebsten?        <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-debate-card__text\">\n<p>                Schreiben Sie uns.\n        <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-debate-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/auslandschweizer-gemeinschaft\/%c3%bcber-welche-auslandschweizer-themen-soll-swissinfo-berichten-was-lesen-sie-am-liebsten\/89948504\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>             Diskussion anzeigen<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Keine Auswirkungen auf Resultate<\/p>\n<p>F\u00fcr die meisten Abstimmenden z\u00e4hlt jede Stimme. Doch eine Verf\u00e4lschung des Resultats bef\u00fcrchteten die Beh\u00f6rden nicht: Die am Freitag gez\u00e4hlten 1800 elektronisch abgegebenen Stimmen machten zu diesem Zeitpunkt 3,4% der Stimmbeteiligung aus.<\/p>\n<p>Der Kanton l\u00e4sst noch eine M\u00f6glichkeit offen. Die Staatskanzlei von Basel Stadt schrieb am Sonntag in einer <a href=\"https:\/\/www.bs.ch\/medienmitteilungen\/staatskanzlei\/2026-schlussresultat-der-eidgenoessischen-abstimmung-vom-8-maerz-2026\" id=\"https:\/\/www.bs.ch\/medienmitteilungen\/staatskanzlei\/2026-schlussresultat-der-eidgenoessischen-abstimmung-vom-8-maerz-2026\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">PressemitteilungExterner Link<\/a>: \u00abEs ist vorl\u00e4ufig und bis zur Erwahrung des Ergebnisses durch den Bundesrat noch m\u00f6glich, im Falle einer L\u00f6sung des Problems die Stimmen zu ber\u00fccksichtigen. Aus diesem Grund wird die Frist von 13 Tagen nach dem Abstimmungssonntag ausgereizt und mit der Publikation des Ergebnisses im Kantonsblatt bis zum letztm\u00f6glichen Termin, dem 21. M\u00e4rz 2026, zugewartet.\u00bb<\/p>\n<p>Dennoch sorgte das Debakel bereits am Sonntag f\u00fcr eine Wiederbelebung der Grundsatzdebatte um das E-Voting. Gr\u00fcnen-Nationalrat Balthasar Gl\u00e4ttli sagte der NZZ am Sonntag: \u00abWenn es bei einer der vier Abstimmungen extrem knapp w\u00fcrde, m\u00fcsste diese wiederholt werden.\u00bb Damit die Bev\u00f6lkerung ein Resultat akzeptiere, m\u00fcsse alles einwandfrei ablaufen.<\/p>\n<p>SVP-Nationalrat Franz Gr\u00fcter, der schon lange gegen E-Voting ank\u00e4mpft, fordert, dass die Bundeskanzlei das Projekt beerdige. Es gehe um das Vertrauen in die Demokratie, auch kleinere Pannen w\u00fcrden dieses besch\u00e4digen.<\/p>\n<p>Aktuell werden in vier Kantonen Versuche mit der elektronischen Stimmabgabe durchgef\u00fchrt \u2013 mit limitiertem Elektrorat. \u00a0Nebst Basel sind Thurgau, Graub\u00fcnden und St. Gallen an Bord.\u00a0Es ist der zweite Versuch, in der Schweiz ein E-Voting System zu etablieren. Er l\u00e4uft seit 2023. Ein erster Versuch war 2019 gescheitert, nachdem am betreffenden gravierende Sicherheitsm\u00e4ngel entdeckt wurden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Auslandschweizer-Organisation geh\u00f6rt eine breitere Einf\u00fchrung von E-Voting in der Schweiz zu den politischen Priorit\u00e4ten. Sie k\u00e4mpft schon seit Jahren f\u00fcr eine bessere Partizipation der Schweizer Diaspora.<\/p>\n<p>Gel\u00f6st wird die Sache auch beim jetzigen System nicht, selbst wenn es funktioniert. Denn E-Voting k\u00fcrzt f\u00fcr die Auslandschweizer:innen bisher nur den Weg ihrer Stimmabgabe ab. Der Versand der Berechtigungscodes und der Abstimmungsunterlagen aus der Schweiz an die Auslandb\u00fcrger erfolgt noch immer auf dem Postweg \u2013 oft viel zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p>Editiert von Samuel Jaberg<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/newsletter_teaser_vote.jpg\" width=\"880\" height=\"587\" alt=\"teaser votation\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Swiss Abroad\n        <\/p>\n<p>        Eidgen\u00f6ssische Abstimmungen: Die wichtigsten Infos \u2013 speziell f\u00fcr Sie zusammengestellt    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                Schneller und bequemer zu relevanten Abstimmungs- Informationen. 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