{"id":35913,"date":"2026-03-09T09:15:08","date_gmt":"2026-03-09T09:15:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/35913\/"},"modified":"2026-03-09T09:15:08","modified_gmt":"2026-03-09T09:15:08","slug":"erhoehtes-gastroparese-risiko-bei-fortgeschrittener-chronischer-nierenerkrankung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/35913\/","title":{"rendered":"Erh\u00f6htes Gastroparese-Risiko bei fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/darmerkrankung.webp.webp\" alt=\"Darmerkrankung\" title=\"Darmerkrankung\"\/> <\/p>\n<p>Patienten mit <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/chronische-niereninsuffizienz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">chronischer Nierenerkrankung (chronic kidney disease, CKD)<\/a> berichten h\u00e4ufig \u00fcber obere gastrointestinale Beschwerden wie epigastrische Schmerzen, \u00dcbelkeit, Erbrechen oder fr\u00fche S\u00e4ttigung. Diese Symptome werden im klinischen Alltag oft Elektrolytst\u00f6rungen, Volumen\u00fcberlastung oder medikament\u00f6sen Effekten zugeschrieben. Funktionelle Motilit\u00e4tsst\u00f6rungen des oberen Gastrointestinaltrakts, insbesondere eine Gastroparese, werden dagegen vergleichsweise selten systematisch abgekl\u00e4rt. Dabei k\u00f6nnen anhaltende gastrointestinale Symptome zu Mangelern\u00e4hrung, intermittierender Dehydratation und damit zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion beitragen.<\/p>\n<p>Neue populationsbasierte Daten zum Zusammenhang zwischen CKD und Gastroparese lieferte eine retrospektive Analyse, die im &#8218;<a href=\"https:\/\/www.mdpi.com\/2075-4426\/15\/12\/600\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Journal of Personalized Medicine<\/a>&#8218; ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>Retrospektive Analyse gro\u00dfer station\u00e4rer und ambulanter Patientenkohorten<\/p>\n<p>Die US-amerikanische Studie war als duale, retrospektive Registeranalyse konzipiert und umfasste sowohl station\u00e4re als auch ambulante Patientenkollektive. F\u00fcr den station\u00e4ren Bereich wurden Daten aus dem National Inpatient Sample (NIS) ausgewertet. In diese Analyse gingen insgesamt 3.579.372 Patienten mit einer Gastroparese ein, mit und ohne begleitende CKD.<\/p>\n<p>F\u00fcr den ambulanten Versorgungsbereich kam erg\u00e4nzend die TriNetX-Datenbank zum Einsatz. Darin wurden 6.263.251 Patienten erfasst, die sich mit dem Leitsymptom \u00dcbelkeit und Erbrechen in ambulanten Einrichtungen vorstellten. In beiden Datenbanken erfolgte die Definition von CKD und Gastroparese anhand von ICD-10-CM-Codes.<\/p>\n<p>Zur Kontrolle potenzieller St\u00f6rfaktoren, darunter <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/diabetes-typ-2\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Diabetes mellitus Typ 2<\/a> oder der Einsatz bestimmter Arzneimittel, wurde eine Propensity-Score-Matching-Analyse durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Zunahme der Gastroparese-Pr\u00e4valenz mit steigendem CKD-Schweregrad im station\u00e4ren Setting<\/p>\n<p>In der station\u00e4ren Kohorte zeigte sich mit steigendem CKD-Schweregrad eine klare Zunahme der Gastroparese-Pr\u00e4valenz. So wiesen Patienten mit fortgeschrittener CKD eine deutlich h\u00f6here Wahrscheinlichkeit f\u00fcr eine Gastroparese auf als Patienten ohne CKD. Die h\u00f6chste Pr\u00e4valenz wurde bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz beobachtet.<\/p>\n<p>Diese Schweregradabh\u00e4ngigkeit blieb auch nach Adjustierung f\u00fcr relevante Begleiterkrankungen und nach Propensity Score Matching bestehen.<\/p>\n<p>Ambulante Daten best\u00e4tigen Zusammenhang zwischen CKD und Gastroparese<\/p>\n<p>Auch in der ambulanten Kohorte war CKD mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Gastroparese assoziiert. Im Gegensatz zum station\u00e4ren Datensatz zeigte sich hier jedoch kein durchgehend konsistenter, stufenweiser Zusammenhang zwischen CKD-Stadium und Gastroparesepr\u00e4valenz.<\/p>\n<p>Nach Propensity Score Matching best\u00e4tigte sich dennoch auch im ambulanten Setting eine erh\u00f6hte Odds Ratio f\u00fcr Gastroparese bei Patienten mit fortgeschrittener CKD. Der st\u00e4rkste Zusammenhang wurde wiederum bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz beschrieben.<\/p>\n<p>Einordnung der Ergebnisse in die bisherige Evidenzlage<\/p>\n<p>Die Ergebnisse f\u00fcgen sich in eine bestehende, jedoch bislang begrenzte Evidenzlage ein. Fr\u00fchere Arbeiten, darunter Metaanalysen und kleinere klinische Studien, hatten bereits auf eine verz\u00f6gerte Magenentleerung bei Patienten mit CKD hingewiesen. Die nun vorgelegte Analyse erweitert diese Erkenntnisse durch die Auswertung sehr gro\u00dfer Patientenkollektive und die gleichzeitige Betrachtung von station\u00e4ren und ambulanten Versorgungsrealit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Die Autoren diskutieren mehrere pathophysiologische Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze, darunter ur\u00e4miebedingte autonome Dysfunktionen, Ver\u00e4nderungen der gastrointestinalen Motilit\u00e4t sowie neurohumorale Mechanismen. Diese Aspekte wurden jedoch nicht prim\u00e4r untersucht, sondern dienen der Einordnung der beobachteten epidemiologischen Zusammenh\u00e4nge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (chronic kidney disease, CKD) berichten h\u00e4ufig \u00fcber obere gastrointestinale Beschwerden wie epigastrische Schmerzen, \u00dcbelkeit,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":35914,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[46,11844,11848,11845,67,66,11846,45,44,11847],"class_list":["post-35913","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-ch","tag-chronische-nierenerkrankung","tag-ckd","tag-gastroparese","tag-gesundheit","tag-health","tag-magenentleerung","tag-schweiz","tag-switzerland","tag-terminale-niereninsuffizienz"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116198454674139304","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35913"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35913\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/35914"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35913"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}