{"id":36202,"date":"2026-03-09T13:10:23","date_gmt":"2026-03-09T13:10:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/36202\/"},"modified":"2026-03-09T13:10:23","modified_gmt":"2026-03-09T13:10:23","slug":"internationale-bauausstellung-andreas-hofer-ueber-totgesagte-iba-sie-ist-ein-wahnsinniger-erfolg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/36202\/","title":{"rendered":"Internationale Bauausstellung: Andreas Hofer \u00fcber totgesagte IBA \u2013 \u201eSie ist ein wahnsinniger Erfolg\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die IBA\u201927 steht auch ein Jahr vor der Ausstellungser\u00f6ffnung in der Kritik, insbesondere aufgrund mangelnder Fortschritte bei Schl\u00fcsselprojekten \u2013 ein Scheitern der hochgesteckten Ziele wird bef\u00fcrchtet. Andreas Hofer (63), Intendant der IBA\u201927, zeichnet ein anderes Bild der Lage.<\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Herr Hofer, ich falle gleich mit der T\u00fcr ins Haus: Die IBA\u201927 wird immer wieder totgesagt . . .<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Ich w\u00fcrde die Geschichte umdrehen: Die IBA ist ein wahnsinniger Erfolg, mit so vielen vision\u00e4ren, progressiven Projekten, von denen wir einige in einem ersten Schritt auch tats\u00e4chlich als gebaute H\u00e4user zeigen k\u00f6nnen. Und in einem zweiten Schritt liefern wir die Blaupause f\u00fcr die Region der n\u00e4chsten 20 Jahre. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Bei fr\u00fcheren IBAs wollte man abgeschlossene Ergebnisse pr\u00e4sentieren. Hat sich der Anspruch gewandelt? <\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">IBAs sind die letzten Jahrzehnte von Ausstellungen auf begrenztem Gel\u00e4nde zu komplexen Stadt- und Regionalentwicklungsprojekten geworden. Wir haben aber wahrscheinlich mehr gebaute Geb\u00e4ude als viele IBAs der letzten zwanzig, drei\u00dfig Jahre. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Warum ist die Wahrnehmung in der \u00d6ffentlichkeit eine andere? <\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\"> Weil viele Menschen das Format nicht kennen und sich verst\u00e4ndlicherweise unter Ausstellung etwas sehr viel Einfacheres vorstellen. Wenn Sie aber auf die letzte sehr einflussreiche IBA 84\/87 in Berlin schauen: Die wurde um drei Jahre verschoben \u2013 und noch 1987 war die Presse voll mit: \u201aWas haben die hingekriegt? Nicht mal die H\u00e4lfte!\u2018. Es war genau die gleiche Rhetorik. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Dabei war die Aufgabenstellung an die IBA in Berlin sehr viel konkreter . . .<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Ja, bei vielen IBAs gab es ein sehr konkretes Problem und kommunale oder Landesmittel f\u00fcr die Umsetzung. Ich denke da etwa an den Weissenhof vor 100 Jahren, da sollten im Auftrag der Stadt 63 Wohnungen gebaut werden. Die konnten dann dieses Programm abarbeiten \u2013 und am Schluss war alles da, was mal versprochen war. Die IBA\u201927 wurde in einer Zeit des Immobilienbooms als Think-Tank f\u00fcr die regionale Entwicklung gegr\u00fcndet. Wir hatten kein Portfolio, sondern sammelten in einem offenen Prozess Projekte. Dabei ist dann nat\u00fcrlich auch vieles bei uns gelandet, was man bis dato nicht auf die Reihe gekriegt hat, die schwierigen F\u00e4lle. Aber genau das zeigt doch den Bedarf f\u00fcr au\u00dfergew\u00f6hnliche Formate. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Eine Bauausstellung arbeitet unter realen rechtlichen, finanziellen und politischen Bedingungen in ihrer Zeit. Experimente finden nicht im Schutzraum, sondern im laufenden Betrieb und in der \u00d6ffentlichkeit statt. Dazu geh\u00f6ren auch Verz\u00f6gerungen und das Projekte nicht realisiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">In der Pharma-Forschung siehst du nat\u00fcrlich diese 9999 Experimente nicht, die sie aus Reagenzgl\u00e4sern \u00fcber der Sp\u00fcle aussch\u00fctten. Da siehst du am Ende nur das fertige Medikament. Der Forschungsaspekt ist ein grunds\u00e4tzliches Problem beim Bauen. Denn im Bau scheitern sollte man lieber nicht, wenn man 100 Millionen investiert. Aber so richtig gescheitert oder gecancelt worden ist bei der IBA\u201927 bis jetzt eigentlich noch kein einziges Projekt. Corona, der Ukrainekrieg und die Kostenexplosionen haben einige Projekte aber verz\u00f6gert oder daf\u00fcr gesorgt, dass manche momentan auf Eis liegen.<\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Auch der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.bauvorhaben-der-enbw-im-stuttgarter-osten-ein-jahr-stillstand-am-stoeckach-wie-geht-es-weiter.493e1f6a-5597-4347-8bb3-b1aeb7ad6a17.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Neue St\u00f6ckach <\/a>ist wegen der Kostensteigerung gestoppt worden. Die EnBW ist noch immer in Gespr\u00e4chen mit der Stadt. Viel hat sich aber noch nicht getan, oder? <\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\"> Die haben sich ein bisschen verhakt, und es geht nat\u00fcrlich auch um Werte und Kosten. Ich meine, der Gemeinderat kann schon fordern: \u201aWir kaufen das.\u2018 Aber wir reden da von einer Investitionssumme von mehreren Hundert Millionen Euro. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Auch ein Bauvorhaben der Stadt, die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.projekt-leonhardsvorstadt-zukunft-des-zueblin-areals-voellig-offen.3fc03f0e-8955-423e-87de-46b2775136df.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Neue Mitte Leonhardsvorstadt<\/a>, ist im Moment noch offen. Wie war die Zusammenarbeit mit der Stadt? War die mutig genug, war die offen genug, hat die vielleicht auch eine Chance verspielt? <\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Das hat zwei Seiten. Gerade bei der Leonhardsvorstadt gab es wahnsinnig engagierte Leute bei der Stadt, und sie hat mit uns einen aufwendigen partizipativen Prozess durchgef\u00fchrt. F\u00fcr die IBA\u201927 hat die Stadt Stellen geschaffen, interne Workshops f\u00fcr Projektideen gemacht. Und es gibt tolle st\u00e4dtische Projekte wie das Weissenhof.Forum. Es ist aber andererseits schon auch so, dass sich die ganz gro\u00dfe Begeisterung f\u00fcr die IBA nicht durchs gesamte Rathaus zieht und wir an gewissen Stellen vermutlich als St\u00f6rung und Stress empfunden werden. Das offene Format hie\u00df auch f\u00fcr die Stadt <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a>, dass es nicht diese f\u00fcnf konkreten Probleme gab, die mit der IBA gel\u00f6st werden sollten. Wir diskutieren im Moment viel dar\u00fcber, ob IBAs nicht doch so etwas wie ein Portfolio mit einem gesicherten Budget und baurechtlichen Freir\u00e4umen daf\u00fcr br\u00e4uchten. Dies schien beim Start nicht n\u00f6tig, aber \u00fcber die zehnj\u00e4hrige Laufzeit k\u00f6nnen sich die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen ver\u00e4ndern. Vermutlich hat das bisher keine IBA in dem Ma\u00dfe erfahren wie wir. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">2027 ist das Ausstellungsjahr. In Stuttgart selbst werden acht von 15 Projekten fertiggestellt sein. Werden die unfertigen in der Ausstellung im ehemaligen Galeria-Geb\u00e4ude gezeigt?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Das ist genau unser Ausstellungskonzept: Wo etwas gebaut ist, zeigen wir es vor Ort. Und in der zentralen Ausstellung im Kaufhaus f\u00fchren wir die Erkenntnisse des zehnj\u00e4hrigen Prozesses zusammen \u2014 mitsamt aller Projekte. Es macht ja keinen Sinn, die Leute auf den leeren Acker zu schicken. Das verlangt aber insgesamt mehr Vermittlungsarbeit , als ich vor vier, f\u00fcnf Jahren noch gedacht habe.<\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Werden auch Baustellen zu besichtigen sein? Ich erinnere mich an ein Gespr\u00e4ch mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der IBA\u201927, Gabriele K\u00f6nig, die sagte, Baustellen haben durchaus auch ihren Reiz. <\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Ja, etwa die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.einfach-bauen-in-stuttgart-einfach-schoen-kann-schoen-einfach-sein.29234e84-a134-42c4-8041-297507c56e42.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Weimarstra\u00dfe<\/a>, das wird eine spektakul\u00e4re Holzbaustelle sein, w\u00e4hrend der ganzen Ausstellungsdauer. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Was ist bei diesem Wohngeb\u00e4ude des Architekten Florian Nagler gerade der Stand? <\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Verm\u00f6gen und Bau haben vor drei Monaten die Baubewilligung bekommen und k\u00fcrzlich auch die interne Freigabe der Mittel. Irgendwann im Sommer wird man wohl zu bauen beginnen. Das Zero in Stuttgart-M\u00f6hringen, das mehrgeschossige B\u00fcrogeb\u00e4ude aus vorproduzierten Holzmodulen, war auch so eine sehr spektakul\u00e4re Holzbaustelle.<\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Aber das Zero ist doch schon fertig und geh\u00f6rte anfangs gar nicht zu den IBA-Projekten . . .<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Ja. Ich war am Anfang zur\u00fcckhaltend mit Projekten, die nicht von Beginn an mit uns entwickelt wurden. Aber wir sind ja auch Teil einer historischen und technischen Entwicklung. Beim Zero konnten wir dann auch bei einigen baurechtlichen Problemen unterst\u00fctzen. Das Geb\u00e4ude und seine Entstehungsgeschichte sind wirklich wegweisend \u2013 das wollen wir nat\u00fcrlich zeigen, und die Bauherrschaft freut sich mit uns, wenn das Projekt breite Aufmerksamkeit erf\u00e4hrt. Und es sind ja noch mehr solcher spektakul\u00e4ren Dinge dazugekommen. Auch das <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.architektur-rekord-in-wendlingen-das-groesste-holzparkhaus-deutschlands.1a5bfc53-3858-4fa6-8c69-8bcb56203196.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Holzparkhaus in Wendlingen<\/a>, das ist Spitzentechnologie , das hat es so noch nie gegeben. Wir haben gerade erst mit dem Wendlinger B\u00fcrgermeister Steffen Weigel gesprochen, die werden \u00fcberrannt von Besuchern aus der ganzen Welt. Das ist jetzt der Prototyp. So werden vielleicht die n\u00e4chsten 30 Jahre Parkh\u00e4user gebaut. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/media.media.0ad34d09-7ea5-4ae2-9d53-24b88025f4f0.original1024.media.jpeg\"\/>     Das Holzparkhaus in Wendlingen    Foto: Ines Rudel    <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Da kommen Besucher, nur um das Holzparkhaus zu besichtigen?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\"> Ja, aus S\u00fcdkorea, aus der ganzen Welt. Bei der Entwicklung waren wir nicht intensiv dabei, aber ich glaube, man kann schon behaupten, dass das in Wendlingen m\u00f6glicherweise nicht so zustande gekommen w\u00e4re, wenn nicht im Rathaus ein bisschen ein IBA-Fieber ausgebrochen w\u00e4re. Zuerst gab es das <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.sorgen-wegen-eines-insolvenzverfahrens-wie-geht-es-mit-dem-wendlinger-otto-quartier-weiter.44e7f7cd-9f7b-4367-9b66-5d9b292d3201.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Otto-Areal<\/a>, das ja dann eine ungl\u00fcckliche Wendung nahm. Dann die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.arbeiten-und-wohnen-auf-unterboihinger-industrieareal-die-alte-spinnerei-erwacht-zu-neuem-leben.fe89d8c9-4a33-43c4-83d9-30f890418105.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Neckarspinnerei<\/a>,die sich gro\u00dfartig entwickelt, dann das Parkhaus. Das hat, glaube ich, mit Wendlingen wirklich etwas gemacht, auch mit dem Selbstbewusstsein.<\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\"> Liefen die IBA-Projekte in der Region anders als in Stuttgart? <\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">In der Region gab es eine positive Selektion. Von diesen 179 Kommunen sind vielleicht 30 oder 40 auf uns zugekommen, die in der Zusammenarbeit mit der IBA konkrete Vorteile sahen. Und die, die die IBA bl\u00f6d finden, nicht. Die Stadt Stuttgart musste ja irgendwie, oder? Von daher kann man es nicht vergleichen.<\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Und die, die auf Sie zukamen, was erhofften die sich von der IBA?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">In der Region gab es diesen Effekt, dass sich viele an uns gewandt haben, die an etwas ganz Schwierigem dran waren, das sie mit Bordmitteln und mit ihrem Planungsamt nicht bew\u00e4ltigen konnten. Da gab es etwa solche, die sagten: \u201aWir haben noch nie einen Architekturwettbewerb durchgef\u00fchrt. Und jetzt gibt es da eine Organisation, die uns auf diesem Weg hilft.\u2018 Das hat teilweise zu einer Euphorie gef\u00fchrt, und manche haben Sachen gemacht, die ohne die IBA undenkbar gewesen w\u00e4ren. Das kleine St\u00e4dtchen Uhingen etwa hat einen offenen internationalen Architekturwettbewerb gemacht. Das muss man sich mal geben. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Konnte die IBA in jedem Fall weiterhelfen?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\"> Einige dieser Projekte sind in der Weiterbearbeitung gestrandet, teilweise an den strukturellen Problemen in diesen Kommunen. Es fehlen manchmal einfach die Erfahrung und die Leute, um den Plan dann auch durchziehen k\u00f6nnen. Der Supertanker Stuttgart f\u00e4hrt zwar auch nicht immer genau an den richtigen Ort, aber da gibt es in der Verwaltung und bei Bautr\u00e4gern Strukturen, die anspruchsvolle Projekte wie die Quartiere der SWSG und der Baugenossenschaften Neues Heim in Zuffenhausen und Rot durchziehen k\u00f6nnen. Bei kleineren Kommunen ist es teilweise auf der Strecke verhungert. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\"> Sie werden die Projekte auch \u00fcber das Ausstellungsjahr hinaus begleiten. Wie wird das konkret aussehen?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Unsere Gesellschafter haben beschlossen, dass die IBA GmbH drei Jahre weiterlaufen wird. Mit schrumpfenden Beitr\u00e4gen, aber doch so, dass wir operativ arbeiten k\u00f6nnen. Das ist klug, auch weil es das Ausstellungsjahr extrem entspannt. Das ist gerade unser Fokus. Und dann sind auch nicht alle Mitarbeiter schon dieses Jahr am Stellenbewerbungenschreiben, weil sie keine Perspektive nach 2027 haben. An dem Problem ist ja die Remstal Gartenschau fast gestorben. Die hatten im Ausstellungsjahr fast kein Personal mehr. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Das ist ein sehr profaner Grund weiterzumachen . . .<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Ja, aber es gibt nat\u00fcrlich auch inhaltliche. Wir k\u00f6nnen zusammen mit den Partnern weiterentwickeln, wie sich das, was wir \u00fcber zehn Jahre aufgebaut haben, langfristig in der Region entfalten kann. Die Projekte, die noch unterwegs sind, erhalten weiter Support von uns. Und die Phase ein, zwei Jahre nach dem Einzug ist ja auch wichtig: Wie nehmen die Leute ein neues Quartier an, was entwickelt sich da an Prozessen, was funktioniert, was nicht? <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Werden Sie gegebenenfalls auch noch mal an bestimmten Stellschrauben nachdrehen?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Wir werden weiterhin da sein, beobachten und mitdiskutieren. F\u00fcr die dauerhafte Wirkung ist es aber wichtig, dass man auch evaluiert. Auch technisch \u00fcbrigens und energetisch \u2013 wir haben ein riesiges Wissensproblem beim Bauen. Meistens ist es ja so: Kaum steht die H\u00fctte, rennen alle weg. Und kein Mensch wei\u00df, ob das Heizungssystem auch wirklich so funktioniert, wie gedacht. Da m\u00f6chten wir einen Beitrag leisten: Projekte weiter begleiten, reflektieren, dokumentieren. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Die zehn vorgesehenen Jahre reichen also nicht . . .<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Beim Bauen von gro\u00dfen, komplexen Projekten sind zehn Jahre pl\u00f6tzlich doch eine relativ kurze Zeitspanne. Was man mit Blick auf diese IBA sicher diskutieren und kritisieren muss und wird \u2013 nicht zuletzt ich \u2013 ist die Frage nach der architektonischen Exzellenz.<\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\"> Was meinen Sie damit konkret? <\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\"> Wir stellen in der Realisierung immer wieder fest, dass ambitionierte Projekte in der Ausf\u00fchrung teilweise zwei, drei Schritte zur\u00fcckgehen. Im internationalen Vergleich gibt es bei der Wohnbaukultur in diesem Land noch ziemlich viel Entwicklungsbedarf. Wir haben uns zusammen auf einen guten Weg gemacht und mit den Partnern tolle Sachen f\u00fcr die Region entwickelt. Aber eine auf jeder Ebene und in jedem Detail grandiose Architektur, die auch international Beachtung finden k\u00f6nnte, die gibt es vielleicht bei <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.neues-iba-projekt-in-stuttgart-das-klett-areal-steht-ganz-im-zeichen-des-sanften-wandels.1b6168d0-574c-4f53-a51b-5cdcb97a33ae.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Klett<\/a>, bei der Weimarstra\u00dfe, beim <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.architektur-in-stuttgart-grosse-auszeichnung-fuer-geplanten-bau-in-stuttgarts-weissenhofsiedlung.6d8414a2-5381-49f8-b101-c749fc1bd20e.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Weissenhof.Forum<\/a>, das ist nat\u00fcrlich absolut top. Und bei der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.iba-projekt-in-stuttgart-gottes-haus-wird-wieder-schoen-stuttgarter-brenzkirche-wird-repariert.6d507649-72b3-4048-b7e0-7f199b1dcf45.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Brenzkirche<\/a> und beim Holzparkhausen. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Und wo mangelt es an architektonischer Exzellenz?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\"> Gerade im Wohnungsbau ist es eine besonders gro\u00dfe Aufholjagd. Da hat sich mit der IBA in der Region einiges entwickelt, an der einen oder anderen Stelle k\u00e4mpfen wir unter dem aktuellen Kostendruck aber schon sehr darum, die Qualit\u00e4ten aufrechtzuerhalten. Das sehen am Ende vielleicht manche Laien nicht, aber ich sehe es schon. Dennoch: F\u00fcr die Region hat die IBA, glaube ich, viel bewegt. Wie hie\u00df es auf dem Mond: \u201aEin gro\u00dfer Schritt f\u00fcr die Region, ein kleiner f\u00fcr die Menschheit.\u2018<\/p>\n<p> Info <\/p>\n<p class=\"infobox\"> IBA <br \/>Die Internationale Bauausstellung ist ein Sonderformat der Stadt- und Regionalentwicklung, das sich seit mehr als 100 Jahren mit aktuellen Fragen des Bauens und Planens besch\u00e4ftigt. Ziele sind die Entwicklung zukunftsweisender L\u00f6sungen f\u00fcr den St\u00e4dtebau, die auch \u00e4sthetische, technologische sowie soziale, wirtschaftliche und \u00f6kologische Aspekte einbeziehen. Die n\u00e4chste Ausstellung ist 2027 in Stuttgart. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> Andreas Hofer <br \/>ist seit 2018 Intendant der Internationalen Bauausstellung 2027 in Stuttgart. Geboren wurde er 1962 in Luzern (Schweiz), er studierte Architektur an der ETH Z\u00fcrich und war dort Partner im Planungs- und Architekturb\u00fcro Archipel. Er engagierte sich f\u00fcr den genossenschaftlichen Wohnungsbau bei der Verbandsarbeit und als Berater. Hofer publiziert regelm\u00e4\u00dfig in verschiedenen Medien zu Architektur-, St\u00e4dtebau- und Wohnungsfragen, begleitet Wohnbauprojekte als Jurymitglied in Wettbewerben und engagiert sich in der Lehre an Hochschulen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die IBA\u201927 steht auch ein Jahr vor der Ausstellungser\u00f6ffnung in der Kritik, insbesondere aufgrund mangelnder Fortschritte bei Schl\u00fcsselprojekten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":36203,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[23],"tags":[97,96,46,98,68,11925,100,99,45,609,44,69],"class_list":{"0":"post-36202","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art","9":"tag-art-and-design","10":"tag-ch","11":"tag-design","12":"tag-entertainment","13":"tag-iba","14":"tag-kunst","15":"tag-kunst-und-design","16":"tag-schweiz","17":"tag-stuttgart","18":"tag-switzerland","19":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116199379673843032","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36202"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36202\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36203"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36202"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36202"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}