{"id":36988,"date":"2026-03-10T03:10:08","date_gmt":"2026-03-10T03:10:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/36988\/"},"modified":"2026-03-10T03:10:08","modified_gmt":"2026-03-10T03:10:08","slug":"weltwoche-chefredaktor-vergaloppiert-sich-mit-seinen-amoralischen-ausschweifungen-zum-voelkerrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/36988\/","title":{"rendered":"Weltwoche-Chefredaktor vergaloppiert sich mit seinen amoralischen Ausschweifungen zum V\u00f6lkerrecht"},"content":{"rendered":"<p>\u00abV\u00f6lkerrecht und Moralismus gehen Hand in Hand. Es sind Techniken der Realit\u00e4tsverdr\u00e4ngung, ja regelrechten Realit\u00e4tsverleugnung, Irrt\u00fcmer, ein falscher, selbstgerechter, mitunter lebensgef\u00e4hrlicher Zugang zur Wirklichkeit.\u00bb<\/p>\n<p>Wer solchen amoralischen Unsinn schwatzt, sollte sich selbst zur Richtschnur nehmen: \u00abDumm handelt, wer die M\u00f6glichkeiten seines Verstandes \u00fcbersch\u00e4tzt.\u00bb Denn es ist so: Der m\u00fchsam erk\u00e4mpfte minimale Konsens des einigermassen zivilisierten Zusammenlebens besteht darin, dass jeder Mensch unver\u00e4usserliche Rechte hat.<\/p>\n<p>                <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/703238685_highres-1024x683.jpg\" alt=\"ABEDIN TAHERKENAREH \/ KEYSTONE\" itemprop=\"contentUrl\" class=\"story-img story-img--landscape\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>                                                    Strassenszene in Teheran am 9. M\u00e4rz 2026.<br \/>\n                                                                            <\/p>\n<p>                                        ABEDIN TAHERKENAREH \/ KEYSTONE<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Ethnie oder Weltgegend. Das Recht auf Streben nach Gl\u00fcck geh\u00f6rt dazu, solange es den anderen nicht einschr\u00e4nkt. Nur das Recht sch\u00fctzt den Schwachen vor dem Starken. Eine Stimme ausgerechnet aus der schwachen Schweiz sollte das beherzigen und nicht als Moralismus denunzieren.<\/p>\n<p>Dass Rechte gebrochen werden oder manchmal der ruchlosen Macht unterliegen, ist noch lange kein Grund, sie f\u00fcr obsolet zu erkl\u00e4ren. R\u00fcckf\u00e4lle sind kein Grund, auf die Forderung nach Fortschritt zu verzichten.<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Im zivilisierten Zusammenleben sollte der Staat mit seinen Ordnungsorganen daf\u00fcr sorgen, dass die Regeln f\u00fcr ein gedeihliches Zusammenleben eingehalten werden. Das nennt man Rechtsstaat. Supranational gibt es seit dem Briand-Kellogg-Pakt von 1928 den Versuch, auch unter Staaten gewisse Regeln bei Konflikten zu implantieren. Daraus entstand das V\u00f6lkerrecht.<\/p>\n<p>In den letzten knapp hundert Jahren wurden diese Regeln unz\u00e4hlige Male gebrochen, mit F\u00fcssen getreten, als lachhaft, moralinsauer, realit\u00e4tsfern, als \u00abPhilosophengespinst\u00bb (K\u00f6ppel) abgetan. Ihnen wurde unz\u00e4hlige Male \u00abdie harte Realit\u00e4t der Geopolitik\u00bb (auch K\u00f6ppel), die brutale Macht des St\u00e4rkeren, dessen naturgegebene Dominanz des Schw\u00e4cheren gegen\u00fcbergestellt. Es wurde immer wieder behauptet, es g\u00e4be keine universellen Verbindlichkeiten, das sei schon immer so gewesen.<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Vor der Franz\u00f6sischen Revolution, vor der Erkl\u00e4rung der Menschenrechte behaupteten Dummk\u00f6pfe, dass der absolutistisch und von Gottes Gnaden herrschende K\u00f6nig oder Kaiser ewiglich die einzig denkbare Aus\u00fcbung der Macht verk\u00f6rpere. Dass es ebenso faktische Realit\u00e4t sei, Menschen wie Vieh als Sklaven zu handeln, auch den eigenen B\u00fcrgern jede Mitbestimmung \u00fcber ihr Schicksal abzusprechen. Wer das nicht anerkenne, sei ein Traumt\u00e4nzer, huldige abstrakten Idealen, sch\u00f6n, aber unverwirklichbar.<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Der Weg zu mehr Erkenntnis, zur Bef\u00f6rderung der Vernunft, zur Einsicht, dass nur regelbasiertes Zusammenleben Wohlstand und Streben nach Gl\u00fcck bef\u00f6rdert, ist steinig. Immer wieder gibt es Apologeten wie K\u00f6ppel, die mehr oder minder offen die Akzeptanz brutaler Machtaus\u00fcbung durch moralfreie St\u00e4rke fordern, nur das sei die Anerkennung der Realit\u00e4t, nur das sei \u00abvern\u00fcnftig\u00bb.<\/p>\n<p>Dass die Menschheit immer wieder in Barbarei zur\u00fcckf\u00e4llt, aus der sie sich immer wieder und m\u00fchsam herausarbeitet, ist tragisch genug. Dass es immer wieder verantwortungslose Schreiber gibt, die den Zustand der Barbarei als den einzig vern\u00fcnftig denkbaren bezeichnen, ist beelendend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00abV\u00f6lkerrecht und Moralismus gehen Hand in Hand. 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