{"id":37354,"date":"2026-03-10T10:03:08","date_gmt":"2026-03-10T10:03:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/37354\/"},"modified":"2026-03-10T10:03:08","modified_gmt":"2026-03-10T10:03:08","slug":"identitaetsmissbrauch-im-streaming-immer-mehr-ki-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/37354\/","title":{"rendered":"Identit\u00e4tsmissbrauch im Streaming: Immer mehr KI-Musik"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/ki-186.webp.webp\" alt=\"Ein Handybildschirm auf dem das Logo Spotify zu sehen ist, daneben liegen Kopfh\u00f6rer.\" title=\"Es gibt immer mehr KI-generierte Songs auf der Musik-Streaming-Plattform Spotify. | IMAGO \/ NurPhoto\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Gespr\u00e4ch: Identit\u00e4tsmissbrauch durch KI-Musik im Streaming  (6 Min)<\/p>\n<p>\n                Stand: 10.03.2026 10:34 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Immer h\u00e4ufiger melden Musikschaffende, dass unbefugte Dritte \u00fcber ihre offiziellen Streaming-Kan\u00e4le KI-generierte Musik ver\u00f6ffentlichen. Damit machen sie ihnen Tantiemen streitig. Das Problem ist bekannt, eine L\u00f6sung aber nicht in Sicht.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Kristoffer Patrick Cornils<\/p>\n<p class=\"\">Am 11. Februar wandte sich die Indie-Pop-K\u00fcnstlerin Tara Nome Doyle \u00fcber Instagram an Musikschaffende: &#171;Werft einen Blick auf eure K\u00fcnstlerprofile bei Spotify!&#187; Sie hatte am Morgen festgestellt, dass ein halbes Dutzend KI-generierter Songs ohne ihr Wissen und Mitwirken \u00fcber ihren Account auf der Streaming-Plattform ver\u00f6ffentlicht wurden. Selbst beim Artwork der Musik handelte es sich um eine mittels K\u00fcnstlicher Intelligenz vorgenommene Abwandlung vom Cover von Doyles Album &#171;Ekko&#187;. Auch auf anderen Plattformen wie bei YouTube wurde die Musik hochgeladen.<\/p>\n<p class=\"\">Doyle k\u00f6nne sich selbst nicht erkl\u00e4ren, wie die Songs auf ihrem offiziellen K\u00fcnstlerprofil bei Spotify und anderswo landen konnten, sagt sie in dem Video.<\/p>\n<p>    Auch andere Musikerinnen und Musiker betroffen<\/p>\n<p class=\"\">Dabei ist sie bei Weitem nicht die einzige, der ein solches KI-Kuckucksei in das offizielle Streamingprofil geschmuggelt wurde. Schon im Sommer vergangenen Jahres widerfuhr dies der Band Toto, dem Indie-Rock-K\u00fcnstler Jeff Tweedy und sogar dem bereits im Jahr 1989 verstorbenen Country-S\u00e4nger Blaze Foley. Seitdem wurden Dutzende \u00e4hnliche F\u00e4lle bekannt, und es werden immer mehr.<\/p>\n<p>    Eine Masche mit Methode und wenig H\u00fcrden<\/p>\n<p class=\"\">Die auf Streamingplattformen angebotene Musik wird in der Regel nicht von Musikschaffenden oder ihren Labels direkt hochgeladen. Dies erledigen Vertriebe in deren Auftrag. L\u00e4dt dort jemand Musik, Artwork und Metadaten f\u00fcr die Auslieferung an die Streamingplattformen hoch, muss dabei auch angegeben werden, auf welchem K\u00fcnstlerprofil die einzelnen Songs auf den Streamingdiensten ver\u00f6ffentlicht werden sollen.<\/p>\n<p class=\"\">Das er\u00f6ffnet Unbefugten ein Schlupfloch. Der Musiker und YouTuber Venus Theory bewies in einem Selbstversuch, wie einfach es geht. Er erstellte einen Scherzsong, der nach nur wenigen Klicks auf seinem offiziellen Spotify-K\u00fcnstlerprofil ver\u00f6ffentlicht wurde. &#171;Ich h\u00e4tte dort buchst\u00e4blich jeden anderen Namen eingeben k\u00f6nnen&#187;, sagt er in einem Video dazu. Ein Name wie zum Beispiel Tara Nome Doyle.<\/p>\n<p>    Menge an Musik erschwert Kontrolle<\/p>\n<p class=\"\">Musikrechte sind kompliziert. Beteiligte Musikschaffende, Labels oder andere Rechteinhaber k\u00f6nnen befugt sein, Songs ins Netz zu laden und Tantiemen daf\u00fcr zu erhalten. F\u00fcr Vertriebe ist allerdings kaum m\u00f6glich, im Einzelfall zu pr\u00fcfen, ob jemand einen Song befugterweise hochl\u00e4dt. Auch wegen der schieren Menge an Musik, die mittlerweile ver\u00f6ffentlicht wird, w\u00e4re der b\u00fcrokratische Aufwand enorm. Laut Zahlen der Streamingplattform Deezer werden derzeit pro Tag 150.000 neue Songs hochgeladen.<\/p>\n<p class=\"\">Die Vertriebe greifen deshalb so gut wie gar nicht ein. Dank K\u00fcnstlicher Intelligenz l\u00e4sst sich das einfacher denn je ausnutzen. Die Verantwortlichen versprechen sich davon einen schnellen Taler. Wird ein Song unter dem K\u00fcnstlerprofil einer Musikerin wie Tara Nome Doyle ver\u00f6ffentlicht, erreicht dieser schnell ihre Fans und landet wom\u00f6glich in automatisch erstellten Playlists. Perfiderweise macht die Kuckucks-KI den Musikschaffenden also die Tantiemen streitig, bis die Sache auffliegt &#8211; oder noch l\u00e4nger. Denn bis Streamingplattformen die KI-Musik wieder l\u00f6schen, vergeht in der Regel viel Zeit.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/suno-100.webp.webp\" alt=\"Ein iPad auf dem die Suno-AI-App zu sehen ist.\" title=\"Ein iPad auf dem die Suno-AI-App zu sehen ist. | picture alliance \/ imageBROKER\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz<\/p>\n<p>L\u00e4ngst kann KI neben Hintergrundmusik auch ernstzunehmende Pop-Songs herstellen. Musiker sind in Aufruhr. Die GEMA versucht, Anspr\u00fcche der K\u00fcnstler gegen KI-Unternehmen durchzusetzen. Von Tobias Dirr.<\/p>\n<p>    Rechtliches Vorgehen nahezu aussichtslos<\/p>\n<p class=\"\">Doyle reagierte sofort und nahm Kontakt mit Spotify auf. Der Marktf\u00fchrer im Streaminggesch\u00e4ft hatte bereits im Herbst angek\u00fcndigt, st\u00e4rker gegen Identit\u00e4tsmissbrauch vorgehen zu wollen und sein System zur Erkennung von &#171;content mismatch&#187;, also f\u00e4lschlicherweise \u00fcber K\u00fcnstlerprofile hochgeladene Songs, zu verbessern. Der Fall Doyle zeigt allerdings, dass es alles andere als perfekt ist. Und auch die Vertriebe unternehmen wenig, um die Masche mit der Kuckucks-KI einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p class=\"\">Es \u00fcbernimmt schlussendlich kaum jemand Verantwortung, und die Musikschaffenden k\u00f6nnen sich kaum wehren. Ein rechtliches Vorgehen ist nahezu aussichtslos, weil die Identit\u00e4t der Betr\u00fcger nur unter gro\u00dfen Anstrengungen zu ermitteln w\u00e4re. Aktuell sieht es nicht so aus, als ob sich das von ihnen ausgenutzte Schlupfloch so schnell schlie\u00dfen lie\u00dfe. Es bleibt also weiter an K\u00fcnstlerinnen wie Tara Nome Doyle, regelm\u00e4\u00dfig einen Blick auf ihre K\u00fcnstlerprofile zu werfen und die Entfernung von Kuckucks-KI-Musik selbst zu veranlassen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/spotify-132.webp.webp\" alt=\"Spotify-Logo auf einem Smartphonedisplay.\" title=\"Spotify-Logo auf einem Smartphonedisplay. | picture alliance \/ ZUMAPRESS.com\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Musikstreaming-Dienst<\/p>\n<p>Das Streaming hat die Musikwelt revolutioniert &#8211; und eine halbe Milliarde Menschen weltweit nutzt Spotify. Trotzdem macht die Plattform notorisch Verluste. Was bedeutet das f\u00fcr ihre Nutzer?<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/musik-apps-101.webp.webp\" alt=\"Symbole verschiedener Musik-Apps sind auf einem iPad zu sehen\" title=\"Im Mai 2017 beschloss das Europaparlament, den B\u00fcrgern den Zugriff auf ihre abonnierten Online-Inhalte auch bei Aufenthalten in anderen EU-L\u00e4ndern zu erm\u00f6glichen. Wer im Urlaub oder dienstlich im Ausland unterwegs war, konnte dort oft nicht Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon oder Spotify nutzen - trotz eines zu Hauses bezahlten Abos. Das \u00e4ndert sich durch die Portabilit\u00e4tsverordnung, die mit 586 Ja-Stimmen angenommen wurde - 34 Volksvertreter waren dagegen, acht enthielten sich. Die Anbieter der Streaming-Dienste d\u00fcrfen im Gegenzug Ma\u00dfnahmen ergreifen, um sicherzugehen, dass der betreffende Kunde nicht dauerhaft in ein anderes EU-Land umgezogen ist. Dieser Schritt wurde als notwendig angesehen, weil sich die Lizenzbedingungen f\u00fcr die Nutzung der Inhalte je nach Land unterscheiden k\u00f6nnen, in dem der Vertrag mit dem Kunden besteht. Die Reform trat im April 2018 in Kraft und gilt nur f\u00fcr kostenpflichtige Inhalte. | dpa\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Pl\u00e4ne des EU-Parlaments<\/p>\n<p>Das EU-Parlament will das Musikstreaming reformieren. Ziel einer neuen Resolution ist es, die Verteilung der Einnahmen, die die Dienste generieren und an die Urheber aussch\u00fctten, zu ver\u00e4ndern. Von Andreas Meyer-Feist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Gespr\u00e4ch: Identit\u00e4tsmissbrauch durch KI-Musik im Streaming (6 Min) Stand: 10.03.2026 10:34 Uhr Immer h\u00e4ufiger melden Musikschaffende, dass&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":37355,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[46,12209,376,623,12208,86,8218,429,45,60,59,357,44,64,61,63,62],"class_list":{"0":"post-37354","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-ch","9":"tag-identitaetsmissbrauch","10":"tag-ki","11":"tag-kuenstliche-intelligenz","12":"tag-kuenstliche-intelligenz-ki","13":"tag-musik","14":"tag-ndr-kultur","15":"tag-pop","16":"tag-schweiz","17":"tag-science","18":"tag-science-technology","19":"tag-streaming","20":"tag-switzerland","21":"tag-technik","22":"tag-technology","23":"tag-wissenschaft","24":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116204305763958615","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37354","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37354"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37354\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/37355"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37354"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37354"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37354"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}