{"id":42019,"date":"2026-03-13T16:14:07","date_gmt":"2026-03-13T16:14:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/42019\/"},"modified":"2026-03-13T16:14:07","modified_gmt":"2026-03-13T16:14:07","slug":"dystopische-hollywood-filme-tech-bros-wuenschen-sich-positives-geschichtenerzaehlen-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/42019\/","title":{"rendered":"Dystopische Hollywood-Filme: Tech-Bros w\u00fcnschen sich positives Geschichtenerz\u00e4hlen &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es ist schon zum Verzweifeln. Was sie auch tun, die aufopferungsvolle Mutter, ihr aus der Zukunft zur\u00fcckgereister Sohn und ein zum Helfer umprogrammierter T\u00f6tungsroboter, am Ende geht es schlecht aus, und die Menschheit wird in einer globalen Atomkatastrophe von der Erde getilgt. Auch was die Liebe anlangt: pure Verzweiflung. Ein Mann entwickelt Gef\u00fchle f\u00fcr eine gefangengehaltene KI in Menschengestalt. Zum Dank sperrt die ihn am Ende in ihr Gef\u00e4ngnis ein, wo er j\u00e4mmerlich krepieren wird. Oder der Programmierer, der pl\u00f6tzlich feststellen muss, dass sein ganzes Leben blo\u00df das ist, was ihm eine alles kontrollierende Maschinenwelt vorgaukelt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die \u201eTerminator\u201c-Reihe, \u201eEx Machina\u201c und die \u201eMatrix\u201c-Filme sind nur drei prominente Beispiele von vielen, in denen <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Hollywood\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hollywood<\/a>-Filme die Zukunft alles andere als rosig darstellen. Und schuld daran ist nur die b\u00f6se Technik. Dabei erm\u00f6gliche die doch \u201eDinge, \u00fcber die die Menschheit nie zuvor verf\u00fcgte: KI, die denkt, Roboter, die arbeiten, Biotechnologie, die das Leben verl\u00e4ngert, Energie im \u00dcberfluss\u201c. So sieht das eine Reihe sehr verm\u00f6gender, sehr einflussreicher Tech-Unternehmer und Investoren in den USA.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Marc Benioff, Chef von Salesforce, die Investoren Ben Horowitz (Andreessen Horowitz) und Cathie Wood (Ark Invest) sowie der Google-Konzern sind einem Aufruf von Peter Diamandis gefolgt, dem Mitgr\u00fcnder der Singularity University und Gr\u00fcnder der X-Prize-Stiftung. Das ist eine Non-Profit-Organisation, die mit Wettbewerben die Entwicklung der Technik vorantreiben will. Ihr neuester Coup: ein Wettbewerb f\u00fcr Trailer zu Science-Fiction-Filmen. Die sollen \u201eKreative weltweit dazu herausfordern, uns zu zeigen, was wir mit diesen Kr\u00e4ften tun, wenn wir sie richtig einsetzen. Keine utopische Fantasie. Keine dystopische Angst.<br \/>Sondern echte, fesselnde Geschichten dar\u00fcber, wie die Menschheit den entscheidenden Moment nutzt und \u00fcber sich hinausw\u00e4chst\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das Vertrauen darin, dass die F\u00f6rderer dieses Filmpreises und ihre Geistesverwandten die Kr\u00e4fte der Technik richtig einsetzen, h\u00e4lt sich allerdings zumindest auf der anderen Seite des Atlantiks in Grenzen. Hier, wo man die Segnungen der sozialen Netzwerke sp\u00fcrt, Spaltung, Falschinformationen, Hetze und Hass. Hier, wo man sich auch wegen eigenen Unverm\u00f6gens abh\u00e4ngig gemacht hat von Software, von Clouds und Chips. Hier, wo man st\u00e4ndig darum k\u00e4mpft, den allzu gro\u00dfen Freiheiten, die andere Staaten der Technik einr\u00e4umen, Grenzen zu setzen, allerdings ohne durchschlagenden Erfolg.<\/p>\n<p>Wenn die Milliarden locken<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Am Ende stellt man immer wieder fest: Wenn die Milliardengewinne locken, treten all die vollmundigen Versprechungen, die es einmal gegeben hat\u00a0\u2013 das Wissen der Welt zug\u00e4nglich zu machen (Google), die Menschheit zu vernetzen (Meta)\u00a0\u2013, in den Hintergrund. Die Tech-Bros und -Sisters werden unterdessen nicht m\u00fcde, m\u00f6glichst viel Freiheit f\u00fcr die Weiterentwicklung von Technik einzufordern. Die Freiheit, die sie meinen, ist allerdings oft eine, die vor allem dazu dient, sie noch reicher zu machen, als sie ohnehin sind.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Und nun also sind \u201edie Menschen, die unsere Zukunft bauen, es leid, wie sie dargestellt wird\u201c, wie es in einer Pressemitteilung zur Preisausschreibung hei\u00dft. Sie wollen offenbar keine Terminatoren mehr sehen, die ballernd durch die Gegend stapfen, keine mordenden Androiden, keine dystopischen Visionen totaler Kontrolle. \u201eIndem wir die kl\u00fcgsten K\u00f6pfe zusammenbringen, Hindernisse f\u00fcr Innovation beseitigen und Kreativit\u00e4t f\u00f6rdern, haben wir die Kraft, die n\u00e4chste gro\u00dfe Idee zu entfachen, die die Zukunft ver\u00e4ndern k\u00f6nnte\u201c, sagt X-Prize-Chefin Anousheh Ansari.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eOptimistic Storytelling\u201c nennen die K\u00f6pfe hinter der Initiative ihr Vorhaben, f\u00fcr das 3,5 Millionen Dollar zur Verf\u00fcgung stehen. Bis zum 15. August ist Zeit, Beitr\u00e4ge einzureichen. Die Hoffnungen sind, wie sollte es anders sein, gewaltig: \u201eDer Wettbewerb\u201c, sagt Investorin Cathy Wood, \u201ek\u00f6nnte die Blaupause f\u00fcr Technologien zutage f\u00f6rdern, die Billionen Dollar wert sind.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist schon zum Verzweifeln. 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