{"id":42180,"date":"2026-03-13T19:11:09","date_gmt":"2026-03-13T19:11:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/42180\/"},"modified":"2026-03-13T19:11:09","modified_gmt":"2026-03-13T19:11:09","slug":"barockreigen-am-opernhaus-zuerich-seniorweb-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/42180\/","title":{"rendered":"Barockreigen am Opernhaus Z\u00fcrich &#8211; Seniorweb Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Es ist ein Kraftakt sondergleichen. Das Opernhaus Z\u00fcrich lanciert mit \u00abZ\u00fcrich Barock\u00bb im M\u00e4rz ein internationales Festival der historisch authentischen Musizierpraxis. Hier treffen sich hochkar\u00e4tige Interpreten der Alten Musik. Den Auftakt machte am Mittwoch Cecilia Bartoli als Cleopatra in H\u00e4ndels \u00abGiulio Cesare in Egitto\u00bb.<\/p>\n<p>Der neue Intendant des Opernhauses, Matthias Schulz, kennt keine Gnade. Drei Tage nach der b\u00fchnentechnisch aufw\u00e4ndigen Premiere von Olga Neuwirths \u00abMonster\u2018s Paradise\u00bb steht die Premiere von H\u00e4ndels \u00abGiulio Cesare in Egitto\u00bb an \u2013 und damit die Er\u00f6ffnung des Festivals \u00abZ\u00fcrich Barock\u00bb.<\/p>\n<p>Opern, Konzerte und Bach-Passionen<\/p>\n<p>Auf dem Programm stehen zudem H\u00e4ndels Oper \u00abScylla et Glaucus\u00bb, und die wiederentdeckte Musik des franz\u00f6sischen Barockkomponisten Jean-Marie Leclair (1697-1764). Dazu kommen diverse Konzerte, und die hochkar\u00e4tig besetzten Auff\u00fchrungen von Bachs Matth\u00e4us- und Johannes-Passion.<\/p>\n<p>Z\u00fcrich als Barock-Hochburg, das ist nicht neu. Nikolaus Harnoncourt, der grosse Pionier der historischen Musizierpraxis, hatte am hiesigen Opernhaus seinen legend\u00e4ren Monteverdi-Zyklus dirigiert \u2013 das Ereignis machte weltweit Furore. Harnoncourt war es dann auch, der mit dem \u00abOrchestra la Scintilla\u00bb am Z\u00fcrcher Opernhaus ein auf Alte Musik spezialisiertes Ensemble aufbaute.<\/p>\n<p>Ein Orchester nur f\u00fcr Alte Musik<\/p>\n<p>Dieses \u00abOrchestra la Scintilla\u00bb ist zu einem Spitzenorchester geworden, es pr\u00e4gt nun auch das neue Barock-Festival. Der Klang historischer Instrumente ist anders: die Darmsaiten sind etwas tiefer gestimmt, werden mit leichten B\u00f6gen gestrichen, kein Vibrato verst\u00e4rkt den Ton, und die Artikulation ist sehr differenziert. So gespielt wirkt die Barockmusik agil und entspannt.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-136225 lazyload\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"542\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Barock2-300x163.jpg\"  data- data-eio-rwidth=\"300\" data-eio-rheight=\"163\"\/><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-136225\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Barock2-300x163.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"542\"   data-eio=\"l\"\/>Cecilia Bartoli in einer ihrer Paraderollen, der Cleopatra in H\u00e4ndels \u00abGiulio Cesare in Egitto\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>Auch Cecilia Bartoli forscht unentwegt nach vergessenen barocken Perlen. Und das Opernhaus Z\u00fcrich gibt ihr daf\u00fcr seit jeher eine B\u00fchne. Die Cleopatra in H\u00e4ndels \u00abGiulio Cesare in Egitto\u00bb ist eine ihrer Paraderolle. Die Figur hat viele Facetten des Weiblichen: kecke Neckereien, heftige Racheschw\u00fcre, zwitschernder Charme und verkl\u00e4rter Liebesschmerz.<\/p>\n<p>Keine kann diese Facetten so subtil zur Geltung bringen wie Bartoli. M\u00f6gen ihre Koloraturen noch so virtuos sein, sie singt sie scheinbar m\u00fchelos und mit farbenreich differenziertem Ausdruck. Ob in der spektakul\u00e4ren Arie \u00abAl lampo dell\u2019armi\u00bb, im traumhaften \u00abV\u2019adoro pupille\u00bb oder dem tieftraurigen \u00abPianger\u00f2\u00bb, \u00fcber Bartolis Musikalit\u00e4t und Stimme kann man nur staunen.<\/p>\n<p>Eine Star-Besetzung durch und durch<\/p>\n<p>Doch die Diva ist nicht allein. Die Besetzung dieser H\u00e4ndel-Oper ist vom Feinsten. Die 70j\u00e4hrige Anne Sofie von Otter singt die Partie der Cornelia, der ewig trauernden Witwe des ermordeten Pompeo. Von Otter ist wie Bartoli ein Mezzosopran, doch diese beiden einzigen Frauenrollen zeichnet H\u00e4ndel sehr unterschiedlich: hier die irrwitzigen Koloraturen der koketten Cleopatra, da die dunkel timbrierte Melancholie Cornelias.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-136232 lazyload\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"604\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Barock-4-1-300x181.jpg\"  data- data-eio-rwidth=\"300\" data-eio-rheight=\"181\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-136232\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Barock-4-1-300x181.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"604\"   data-eio=\"l\"\/>Szenenbild \u00abauf hoher See\u00bb \u2026.<\/p>\n<p>Umgebe sind die beiden Damen von drei Counterten\u00f6ren. Carlo Vistoli brilliert als heroischer Cesare. Unglaublich, wie agil und kraftvoll er die vielen wahnwitzigen Koloraturen gleich zu Beginn hinschmettert. Dass sich Cleopatra sofort in ihn verliebt, wundert einen nicht. Cesares hinterlistiger Widerpart ist Achilla. Diese doppelb\u00f6dige Partie singt Renato Dolcini mit herrlich schmierigem Charme<\/p>\n<p>Cornelias Sohn Tolomeo will den Vater r\u00e4chen und seine Nachfolge antreten, doch die Mutter verachtet ihn, er ist ein Weichling. Max Emanuel Cencics lyrisch weiche Stimme passt wunderbar zu dieser Rolle. Er singt seine eleganten Koloraturen mit inniger Hingabe und starker B\u00fchnenpr\u00e4senz.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-136233 lazyload\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"659\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/giulio_cesare_in_egitto_c_monika_rittershaus_133-300x198.jpg\"  data- data-eio-rwidth=\"300\" data-eio-rheight=\"198\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-136233\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/giulio_cesare_in_egitto_c_monika_rittershaus_133-300x198.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"659\"   data-eio=\"l\"\/>\u2026 wo es durchaus auch mal st\u00fcrmisch werden kann. (Opernhaus Z\u00fcrich\/ Monika Rittershaus)<\/p>\n<p>Es sind also vor allem die Stimmen, die bei dieser Produktion bannen. Bleibt noch die Regie. Davide Livermore versetzt die antike Geschichte in die Aufbruchszeit der 1920er Jahre. Man trifft sich auf einem Luxus-Dampfer, es wird Sekt getrunken, verhandelt und charmiert. Auf dem B\u00fchnenprospekt im Hintergrund ist der Ozean zu sehen, je nach Szene mit ruhigem oder starkem Wellengang. Die beeindrucken Videobilder der Produktionsfirma D-Wok sorgen f\u00fcr pr\u00e4gnante Stimmungen.<\/p>\n<p>Lebendig und einf\u00fchlsam<\/p>\n<p>Einf\u00fchlsam begleitet werden die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger vom \u00abOrchestra la Scintilla\u00bb. Gianluca Capuano dirigiert es mit viel Temperament und Freude am rauen Klang. Wunderbar sanft und verinnerlicht gelingen die melancholischen Arien, und die irrwitzig schnellen Tempi meistert dieses fabelhafte Orchester unglaublich pr\u00e4zise. Man muss schon sagen: der Auftakt zu diesem neuen Festival ist mehr als gelungen.<\/p>\n<p>Weitere Vorstellungen: 15.\/17.\/21.\/25.\/28. M\u00e4rz. Festival Z\u00fcrich Barock: noch bis am 29. M\u00e4rz. www.opernhaus.ch<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist ein Kraftakt sondergleichen. 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