{"id":42648,"date":"2026-03-14T03:47:12","date_gmt":"2026-03-14T03:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/42648\/"},"modified":"2026-03-14T03:47:12","modified_gmt":"2026-03-14T03:47:12","slug":"paramount-kauft-warner-bros-der-streaming-markt-wird-neu-verteilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/42648\/","title":{"rendered":"Paramount kauft Warner Bros.: Der Streaming-Markt wird neu verteilt"},"content":{"rendered":"<p>\n        12. M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p>              Christian Bartels<\/p>\n<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Master_Bartels2-2c6514bd7f30036a.jpeg\"  width=\"1280\" height=\"720\"  alt=\"Der Kampf zwischen Paramount und Netflix mit zwei Superhelden-Figuren illustriertf zweiter\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"caption akwa-caption__text\">Ki-generierte Grafik: <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-generated\/generate-image-that-represents-fight-netflix-2712028213?trackingId=39e6e82d-4a7b-4761-8129-3ec96fa83138&amp;listId=searchResults\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">Shutterstock.com<\/a><\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Der Deal b\u00fcndelt Hollywood, Streaming und CNN unter der Ellison-Familie. Ein Medienimperium entsteht \u2013 bezahlt wom\u00f6glich vom Rest der Welt.<\/p>\n<p>Auch typisch in Zeiten der Informationsflut: Was erst als &#171;\u00dcbernahmeschlacht&#187; voller klangvoller Namen viel Beachtung erf\u00e4hrt, rutscht am durchaus \u00fcberraschenden Ende kaum beachtet durch.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Hollywoods gro\u00dfer Deal<\/p>\n<p>Das monatelange Ringen um den Traditionskonzern Warner Bros., dessen Kino-Vorspann kaum ein Zeitgenosse nicht vor Augen (und in den Ohren) hat, ist entschieden. Der beliebte Streamingdienst Netflix hat doch noch das Nachsehen \u2013 und bekommt Entsch\u00e4digung. Die \u00e4hnlich ikonische Kino- und Medien-Marke Paramount bietet mehr und bekommt das Streitobjekt Warner Bros. Discovery (WBD).<\/p>\n<p>So wichtig die starken Warner-Marken wie &#171;Harry Potter&#187; und &#171;Batman&#187; sind, noch zukunftsweisender d\u00fcrfte das Streaming-Gesch\u00e4ft mit der in Deutschland gerade erst gestarteten Marke &#171;HBO Max&#187; sein. In den USA wichtig ist CNN.<\/p>\n<p>CNN, TikTok und die Macht der Ellisons<\/p>\n<p>Das 1980 gegr\u00fcndete Vorbild aller Nachrichtensender gilt als einer von immer weniger Gegnern der US-amerikanischen Trump-Regierung. Nun ger\u00e4t CNN unter den Einfluss von Paramount Skydance und damit des Trump-nahen Milliard\u00e4rs Larry Ellison und seines Sohns David.<\/p>\n<p>Larry Ellison, den die <a href=\"https:\/\/www.forbes.com\/real-time-billionaires\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">&#171;The Real-Time Billionaires&#187;-Charts<\/a> von forbes.com auf Rang 6 f\u00fchren, wurde vor allem als Gr\u00fcnder des Software-Konzerns Oracle reich, der von boomenden (oder \u00fcberkochenden?) Gesch\u00e4ftsbereichen wie Cloud und KI profitiert.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich auch in internationale Schlagzeilen kam er als wesentlicher Anteilseigner des in einer komplexen Operation teilweise vom chinesischen Eigent\u00fcmer getrennten, rund 170 Millionen Nutzer starken US-amerikanischen TikTok-Gesch\u00e4fts. Was bedeutet diese noch versch\u00e4rfte Medienmacht-Konzentration nun?<\/p>\n<p>&#171;Eine Familie steht kurz davor, CBS, CNN, HBO und TikTok zu kontrollieren. Sie werden WBD mit 24 Milliarden Dollar aus Saudi-Arabien, Katar und Abu Dhabi kaufen &#8230;&#187;, alarmierte der Ex-Vorsitzende der US-amerikanischen Handelskommission FTC, Alvaro Bedoya <a href=\"https:\/\/x.com\/BedoyaUSA\/status\/2027163326313066711\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">auf X<\/a>.<\/p>\n<p>Sein Nachsatz &#171;Block this rotten deal&#187; d\u00fcrfte verhallen.<\/p>\n<p>Warum der Mega-Deal wohl nicht gestoppt wird<\/p>\n<p>Dass Beh\u00f6rden noch eingreifen, scheint unwahrscheinlich. Schlie\u00dflich hebelt Pr\u00e4sident Trump alle &#171;Checks &amp; balances&#187; zielgerichtet aus, und globale Gr\u00f6\u00dfe US-amerikanischer Digital- und Medienkonzerne haben die Kartellbeh\u00f6rden ohnehin stets wohlwollend begleitet.<\/p>\n<p>&#171;Ein Medienimperium, das die globale Unterhaltungsindustrie, die Nachrichtenlandschaft der Vereinigten Staaten und wahrscheinlich auch Teile der Machtarchitektur in Washington von Grund auf neu ordnet&#187;, antizipiert das <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/technik\/it-internet\/usa-das-neue-medienimperium-der-familie-ellison\/100204106.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Handelsblatt<\/a>.<\/p>\n<p>Wobei sich die Entscheidung pro Paramount auch positiv sehen l\u00e4sst, zumindest, wenn man am Kino als traditionsreichen Ort kollektiver Seh-Erfahrungen h\u00e4ngt. H\u00e4tte Netflix Paramount bekommen, h\u00e4tte es sich dann noch lange bem\u00fcht, regelm\u00e4\u00dfig teure Einzelfilme auszusto\u00dfen, damit kontinuierlich Publikum in die Kinos in aller Welt str\u00f6mt, obwohl es im versch\u00e4rften Wettbewerb der Streamingdienste immer st\u00e4rker auf Sehdauer vor Displays ankommt?<\/p>\n<p>Zumindest hatte es im monatelangen \u00dcberbietungs-Wettbewerb Proteste von Filmschaffenden und Schlagzeilen wie &#171;Macht Netflix jetzt Hollywood kaputt?&#187; (<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/netflix-uebernahme-warner-bros-auswirkungen-hollywood-li.3350189?reduced=true\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">S\u00fcddeutsche<\/a>) gegeben. Nun k\u00f6nnen sich Kinofans vielleicht freuen, blo\u00df Trump-kritisches US-amerikanisches Publikum nicht. &#171;Bei CNN herrscht die nackte Panik&#187;, titelte <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien-und-film\/medienpolitik\/cnn-in-panik-nach-paramount-deal-110846666.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">die FAZ<\/a> k\u00fcrzlich.<\/p>\n<p>Anlass f\u00fcr solche Bef\u00fcrchtungen geben \u00c4nderungen, die David Ellison vornahm, als sein Unternehmen Skydance erst im Sommer 2025 Paramount und damit den Sender CBS \u00fcbernommen hatte. Dort verschwanden nicht alle, aber allerhand Trump-kritische T\u00f6ne aus dem Programm. Im Mai wird die &#171;Late Show&#187; des Trump-kritischen Talkmasters Stephen Colbert auslaufen.<\/p>\n<p>Zu den zahlreichen Wendungen der \u00dcbernahmeschlacht geh\u00f6rte au\u00dfer etwa dem Aspekt, dass Netflix CNN nicht mit-kaufen, sondern in eine Unabh\u00e4ngigkeit entlassen wollte, auch die bei den Ellisons geplante, von Bedoya erw\u00e4hnte Beteiligung von Staatsfonds aus dem Nahen Osten.<\/p>\n<p>Milliarden aus dem Nahen Osten \u2013 und Netflix zieht sich zur\u00fcck<\/p>\n<p>Seit Start des Krieges gegen den Iran d\u00fcrfte es Scheichs noch sinnvoller erscheinen, fossile Milliardengewinne nicht nur in Wolkenkratzer an arabischen Standorten, sondern in globale Mediengesch\u00e4fte zu investieren.<\/p>\n<p>Netflix, der kalifornische Streaming-Gigant mit inzwischen gut 325 Millionen Abonnenten in aller Welt, hatte Ende 2025 zwar schon die Zusage des WBD-Verwaltungsrats, mochte aber die allerletzte Ellisons-Offerte nicht mehr nochmals \u00fcberbieten. Dann w\u00e4re das Gesch\u00e4ft &#171;finanziell nicht mehr attraktiv&#187; gewesen.<\/p>\n<p>\u00dcberdies h\u00e4tte der Streamingdienst sich den Unwillen US-amerikanischer Regierungsbeh\u00f6rden zugezogen, die offen die Ellisons bevorzugten. Stattdessen bekam er eine zuvor vertraglich vereinbarte Ausfallgeb\u00fchr von 2,8 Milliarden US-Dollar ausbezahlt. Netflix hat sich also kein riskantes Kino-Gesch\u00e4ft ans Bein gebunden und Missgunst des Trump-Umfelds vermieden \u2013 und bekommt daf\u00fcr noch viel Geld.<\/p>\n<p>Alle sehen sich als Gewinner<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Gewinner aber seien die Aktion\u00e4re des Objekts der Begierde, meint das Handelsblatt: &#171;WBD-Chef David Zaslav verl\u00e4sst die Verhandlungen als strategischer Sieger. Der Manager &#8230; spielte Paramount und Netflix meisterhaft gegeneinander aus&#187;, &#171;zwang die Bieter zu insgesamt acht Preiserh\u00f6hungen \u2026 &#187; und sicherte sich dabei selbst &#171;\u00fcber 700 Millionen Dollar&#187;.<\/p>\n<p>Hei\u00dft: Alle sehen sich als Gewinner. Weil sie viel mehr Geld als erhofft f\u00fcr ihre Aktien bekommen, beziehungsweise, weil sie daf\u00fcr, dass sie kein \u00fcbertrieben teures Gesch\u00e4ft eingehen, ersatzweise Milliarden bekommen, beziehungsweise, weil sie mittelfristig erst recht weitere Milliarden zu verdienen glauben.<\/p>\n<p>Win-win-win also? Woher soll das Geld flie\u00dfen?<\/p>\n<p>Europas Markt als Wachstumsquelle<\/p>\n<p>Die Antwort liegt auf der Hand: aus dem Rest der Welt, zumal aus Europa, wo viele Regierungen und jede Menge Aufsichtsbeh\u00f6rden sich traditionell schwertun, US-amerikanische Gesch\u00e4fte zu regulieren.<\/p>\n<p>Ganz besonders im Bereich der Digital- und Medienkonzerne, und erst recht seit Pr\u00e4sident Trump pers\u00f6nlich Profit-Spielr\u00e4ume seiner befreundeten Wahlkampf-Spender freirammt. Erwartungsgem\u00e4\u00df k\u00fcndigte David Ellison an, die Streamingdienste von Warner und Paramount, also HBO Max und Paramount+, zusammenzulegen (<a href=\"https:\/\/www.dwdl.de\/nachrichten\/105715\/paramount_und_hbo_max_sollen_zusammengelegt_werden\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">dwdl.de<\/a>).<\/p>\n<p>In Deutschland werden die hierzulande sp\u00e4t gestarteten, noch nicht besonders starken Dienste gerade in Paketen der Deutschen Telekom (&#171;Paramount+ by Telekom&#187;) und von RTL offeriert. &#171;RTL+ und HBO Max \u2013 das ist eine tolle Kombination von zwei grandiosen Contentwelten&#187;, die &#171;alle Streamingherzen h\u00f6her schlagen l\u00e4sst!&#187;, jubelt das <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann.com\/de\/media\/nachrichten\/rtl-und-hbo-max-buendeln-ihr-angebot.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Bertelsmann-Unternehmen<\/a>.<\/p>\n<p>Im sich weiter versch\u00e4rfenden globalen Wettbewerb der Streamingdienste wird das neue Paramount von Anfang an \u00fcber mehr als 210 Millionen Kunden verf\u00fcgen. Und die Zahl stark ausbauen.<\/p>\n<p>Harry Potter und Champions League<\/p>\n<p>2027 soll die bereits entstehende erste Serie zum Warner-Magneten &#171;Harry Potter&#187; starten. &#171;Sieben Staffeln sollen innerhalb von zehn Jahren erscheinen&#187;, hei\u00dft es in einem der <a href=\"https:\/\/www.waz.de\/kultur\/tv-streaming\/article411309043\/neue-harry-potter-serie-von-hbo-wer-gehoert-zum-cast-und-wann-ist-der-start.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Fans-d\u00fcrfen-sich-freuen-Berichte<\/a>, mit denen redaktionelle Medien immer gerne die PR f\u00fcr US-amerikanische Konzerne \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Und bei der Rechteauktion von Europas wohl teuerstem Medieninhalt, der Fu\u00dfball-Champions-League, war im November zum einen weiterhin, nicht \u00fcberraschend, Amazon als Gewinner hervorgegangen, zum anderen (in Europas gr\u00f6\u00dften Fu\u00dfball-M\u00e4rkten Gro\u00dfbritannien und Deutschland) durchaus \u00fcberraschend, Paramount, das bislang mit Fu\u00dfball nichts am Hut hatte.<\/p>\n<p>US-Popkultur gegen Europas Medienh\u00e4user<\/p>\n<p>K\u00fcnftig wird sich also Bayern M\u00fcnchen mit seinen internationalen Spielen neben Harry Potter und Batman zu den Aush\u00e4ngeschildern des Paramount-Warner-Konzerns gesellen. Insofern absolut denkbar, dass die Renditew\u00fcnsche der Ellisons und ihrer arabischen Co-Investoren aufgehen. Zwar wird ihr Streamingdienst kaum Netflix und erst recht nicht Amazon (f\u00fcr das Streaming ja nur ein Beiboot der Lieferdienste sind \u2026) vom Markt verdr\u00e4ngen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber werden kleinere europ\u00e4ische Wettbewerber wie RTL, das ab 2027 keinen europ\u00e4ischen Vereinsfu\u00dfball mehr bieten kann, und der Berlusconi-Konzern, zu dem inzwischen ProSiebenSat.1 geh\u00f6rt, den Rivalen lange standhalten k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Eher unwahrscheinlich, schon weil, bei aller scharfen Kritik am Gebaren Trumps, seiner Regierung und seines Umfelds, praktisch keine Anzeichen auf ein Zur\u00fcckgehen oder auch nur Stagnieren der popkulturellen Hegemonie der USA deuten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"12. 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