{"id":42782,"date":"2026-03-14T06:36:10","date_gmt":"2026-03-14T06:36:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/42782\/"},"modified":"2026-03-14T06:36:10","modified_gmt":"2026-03-14T06:36:10","slug":"syriens-langer-weg-zur-gerechtigkeit-fuehrt-ueber-genf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/42782\/","title":{"rendered":"Syriens langer Weg zur Gerechtigkeit f\u00fchrt \u00fcber Genf\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/000_36QB6FE.jpg\" width=\"5000\" height=\"3333\" alt=\"Menschen betrachten besch\u00e4digte Dokumente, w\u00e4hrend sie im Saydnaya-Gef\u00e4ngnis n\u00f6rdlich der syrischen Hauptstadt Damaskus am 15. Dezember 2024 nach vermissten Angeh\u00f6rigen suchen. Die dramatische Befreiung der Saydnaya-H\u00e4ftlinge erfolgte wenige Stunden, nachdem die islamistische Gruppe Hayat Tahrir al-Sham und ihre Verb\u00fcndeten am 8. Dezember die nahe gelegene Hauptstadt eingenommen hatten und den gest\u00fcrzten Pr\u00e4sidenten Bashar al-Assad nach mehr als 13 Jahren B\u00fcrgerkrieg in die Flucht geschlagen hatten. (Foto: Aris MESSINIS \/ AFP)\" loading=\"eager\" decoding=\"sync\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>                Menschen sehen Dokumente durch, w\u00e4hrend sie im Gef\u00e4ngnis von Sednayah n\u00f6rdlich der syrischen Hauptstadt Damaskus nach vermissten Angeh\u00f6rigen suchen, am 15. Dezember 2024.            <\/p>\n<p>            AFP        <\/p>\n<p>        Das gewaltsame Verschwindenlassen war ein Kennzeichen des Assad-Regimes in Syrien. Wie gross sind die Aussichten auf Gerechtigkeit \u2013 und k\u00f6nnen UNO-Institutionen in Genf dazu beitragen?\n<\/p>\n<p>        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht    <\/p>\n<p>        14. M\u00e4rz 2026 &#8211; 07:00\n<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/dominique-soguel-profileImage-44671379.png\" width=\"800\" height=\"800\" alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>\n                Multimedia-Journalistin, die f\u00fcr den Bereich Internationales Genf berichtet und die redaktionelle Qualit\u00e4tskontrolle in der englischsprachigen Redaktion unterst\u00fctzt.<br \/>\nSchweizerisch-chilenische Multimedia-Journalistin mit zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Berichterstattung in den USA, Europa und dem Nahen Osten, mit gelegentlichen Eins\u00e4tzen in S\u00fcdamerika und Afrika. Ich habe Spass an investigativen und langen Geschichten, aber auch an Eilmeldungen und allen dazwischen liegenden Formaten.             <\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/author\/dominique-soguel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                Mehr von dieser Autorin \/ diesem Autoren            <\/a><\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/department\/englischsprachige-redaktion\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                Englischsprachige Redaktion            <\/a><\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Screenshot-2026-03-12-111308.png\" width=\"540\" height=\"677\" alt=\"Bild: Radwan Abdellatef\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>            Bild: Radwan Abdellatef        <\/p>\n<p>\u00dcber ein Jahrzehnt lang lebte Radwan Abdellatif in Ungewissheit \u00fcber das Schicksal seines Bruders. Samer Abdellatif wurde zuletzt 2012 w\u00e4hrend Protesten gegen die Herrschaft des ehemaligen syrischen Pr\u00e4sidenten Bashar al-Assad gesehen. Ein Mith\u00e4ftling entdeckte ihn in\u00a0Sednayah, einem Gef\u00e4ngnis n\u00f6rdlich von Damaskus, das f\u00fcr Folter und Verschwindenlassen\u00a0von Gefangenen\u00a0ber\u00fcchtigt ist.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDie Akten\u00a0der vermissten Gefangenen\u00a0sind in Vergessenheit geraten\u00bb, sagt Abdellatif, w\u00e4hrend er in Japan seinen Koffer f\u00fcr eine weitere Reise nach Syrien packt und seine Kinder in der N\u00e4he spielen.\u00a0<\/p>\n<p>Auf der Suche nach einem vermissten Bruder\u00a0<\/p>\n<p>Seit\u00a0Assads Flucht nach Russland im Dezember 2024\u00a0ist\u00a0Abdellatif\u00a0dreimal von Japan, seiner Heimat seit \u00fcber zehn Jahren, nach Syrien gereist.\u00a0Bei seinem ersten Besuch suchte er zusammen mit Tausenden anderen in den unterirdischen Zellen von\u00a0Sednayah\u00a0nach Spuren seines Bruders.\u00a0Halb verbrannte Gef\u00e4ngnisprotokolle gaben nichts preis \u2013\u00a0es\u00a0gabe\u00a0keine Nachweise\u00a0\u00fcber Ein- oder Ausg\u00e4nge, keine Sterbeurkunde.\u00a0<\/p>\n<p>Samer verschwand am 5. Mai 2012 in Palmyra, im Zentrum des Landes. Bewaffnete Sicherheitskr\u00e4fte st\u00fcrmten\u00a0damals\u00a0w\u00e4hrend des Gebets\u00a0das Haus seiner Familie, nachdem\u00a0sie\u00a0von\u00a0Samer Abdellatifs Teilnahme an\u00a0regierungsfeindlichen Protesten\u00a0erfahren\u00a0hatten. Ein ehemaliger H\u00e4ftling best\u00e4tigte Ende 2012, dass Samer\u00a0zu dem Zeitpunkt\u00a0noch lebte und die\u00a0\u00abPal\u00e4stina-Abteilung\u00bb, ein mehrst\u00f6ckiges\u00a0Haft- und Verh\u00f6rzentrum des milit\u00e4rischen Geheimdienstes in Damaskus\u00a0mit unterirdischen Gef\u00e4ngniszellen,\u00a0durchlaufen\u00a0hatte.\u00a0Die syrischen Beh\u00f6rden\u00a0haben seinen\u00a0Verbleib nie\u00a0best\u00e4tigt.\u00a0<\/p>\n<p>Radwan\u00a0Abdellatif kehrte noch zweimal zur\u00fcck, im Dezember 2024 und im Juni 2025. Er fand keine relevanten Aufzeichnungen aus dem Jahr 2012; die wenigen Register, die er sah, stammten aus der Zeit ab 2016. Viele Demonstranten aus Palmyra\u00a0hatten\u00a0nicht\u00a0\u00fcberlebt.\u00a0\u00abEs war, als betrete man eine\u00a0Grabst\u00e4tte\u00bb, erinnert er sich an\u00a0Sednayah.\u00a0<\/p>\n<p>Gr\u00e4ueltaten dokumentieren, Beweise sammeln\u00a0<\/p>\n<p>Abdellatifs Suche verdeutlicht, wie wichtig die\u00a0weitreichenden\u00a0nationalen\u00a0und internationalen\u00a0Bem\u00fchungen\u00a0sind, die Verbrechen des Assad-Regimes zu dokumentieren und strafrechtlich zu verfolgen. Das System der Unterdr\u00fcckung\u00a0begann unter Hafiz al-Assad nach dessen Machtergreifung 1970 und wurde unter seinem Sohn Bashar fortgesetzt,\u00a0einem im Westen ausgebildeten Reformer, der sich letztendlich als ebenso skrupellos wie sein Vater erwies.\u00a0<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Screenshot-2026-03-12-113520.png\" width=\"863\" height=\"575\" alt=\"Plakate mit der Vermisstenmeldung f\u00fcr Samer Abdellatif\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                Plakate mit der Vermisstenmeldung f\u00fcr Samer Abdellatif            <\/p>\n<p>            Bild:Radwan Abdellatef        <\/p>\n<p>Die Verbrechen der Assad-\u00c4ra erstrecken sich \u00fcber Jahrzehnte. Gest\u00fctzt auf einen riesigen Sicherheitsapparat zeigte das Regime keinerlei Toleranz gegen\u00fcber abweichenden Meinungen. Proteste, die 2011 begannen und Freiheit, W\u00fcrde und Aufkl\u00e4rung \u00fcber das Schicksal der Vermissten forderten, wurden mit brutaler Gewalt niedergeschlagen. Dies ebnete den Weg f\u00fcr einen bewaffneten Aufstand, in den schliesslich mehrere ausl\u00e4ndische M\u00e4chte auf beiden Seiten des Konflikts verwickelt wurden.\u00a0<\/p>\n<p>Seit 2011 haben\u00a0Syrer:innen, internationale\u00a0Ermittler:innen,\u00a0Journalist:innen\u00a0und forensische\u00a0Expert:innen\u00a0Zeugenaussagen, Fotografien, Haftprotokolle und Satellitenbilder gesammelt, die willk\u00fcrliche Verhaftungen, Folter, Verschwindenlassen und Massenmorde dokumentieren.\u00a0<\/p>\n<p>Diese Beweise haben in Europa, insbesondere in Deutschland und Frankreich, wegweisende\u00a0Verfahren\u00a0unter universeller Gerichtsbarkeit\u00a0ins Rollen gebracht. Der in Genf ans\u00e4ssige Internationale, Unparteiische und Unabh\u00e4ngige Mechanismus (IIIM) hat \u00fcber acht Jahre hinweg fast 300 Terabyte an Daten\u00a0\u2013 rund 62 Millionen hochaufl\u00f6sende Fotos \u2013 zusammengetragen, die\u00a0nun\u00a0den\u00a0Staatsanw\u00e4lt:innen\u00a0zur Verf\u00fcgung stehen.\u00a0<\/p>\n<p>Die\u00a0Menschen in\u00a0Syrien\u00a0\u00abgeh\u00f6ren zu den aktivsten und kompetentesten Verfechtern der Rechenschaftspflicht\u00bb, bemerkt IIIM-Chef Robert Petit.\u00a0Ein Grossteil der Beweise\u00a0wurde\u00a0unter grossem pers\u00f6nlichen Risiko\u00a0gesammelt. Konservative Sch\u00e4tzungen gehen davon aus, dass \u00fcber 500\u2019000\u00a0Syrer:innen\u00a0get\u00f6tet und\u00a0zwischen\u00a02011 und 2024\u00a0etwa 150\u2019000 spurlos verschwunden sind.\u00a0<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/M.Robert-Petit\u00a9SWI.jpg\" width=\"2000\" height=\"1333\" alt=\"Robert Petit\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                Robert Petit.            <\/p>\n<p>            Helen James \/ SWI swissinfo.ch        <\/p>\n<p>Das Ausmass dieser Gewalt belegten die\u00a0sogenannten Caesar-Akten. Zehntausende von Fotografien, die ein Milit\u00e4rfotograf \u2013 Deckname Caesar \u2013 aus Syrien\u00a0geschmuggelt\u00a0hatte, zeigten abgemagerte, verst\u00fcmmelte Leichen mit deutlichen Folterspuren in Haftanstalten und Milit\u00e4rkrankenh\u00e4usern. Das j\u00fcngere\u00a0<a href=\"https:\/\/www.icij.org\/investigations\/damascus-dossier\/inside-the-damascus-dossier-from-leaked-images-to-verified-data\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Damaskus-Dossier\u00a0Externer Link<\/a>dokumentiert die Befehlsketten. Der Sturz Assads erm\u00f6glichte den Zugang zu Staatsdokumenten und Tatorten von Gr\u00e4ueltaten, darunter Massengr\u00e4ber, und weckte die Hoffnung auf Aufkl\u00e4rung.\u00a0<\/p>\n<p>Syrische und internationale Wege zur Rechenschaftspflicht\u00a0<\/p>\n<p>Die neuen syrischen\u00a0Machthaber\u00a0proklamieren, sie wollten\u00a0Gerechtigkeit,\u00a0eine\u00a0Rechenschaftspflicht und Vers\u00f6hnung\u00a0schaffen. Sie haben nationale Institutionen eingerichtet, darunter die Nationale Kommission f\u00fcr \u00dcbergangsjustiz, die Nationale Kommission f\u00fcr Vermisste und den Unabh\u00e4ngigen Nationalen Ausschuss zur\u00a0Aufkl\u00e4rung und\u00a0Faktenermittlung\u00a0im Zusammenhang mit Gewalt an der K\u00fcste.\u00a0Kritiker\u00a0bem\u00e4ngeln, dass die Zivilgesellschaft dabei nicht einbezogen wird und der Fokus einseitig auf den Menschenrechtsverletzungen des ehemaligen Regimes liegt.\u00a0<\/p>\n<p>Genf bleibt weiterhin das Zentrum der internationalen Bem\u00fchungen um\u00a0Rechenschaftspflicht.\u00a0Die Stadt beherbergt den UN-Menschenrechtsrat, die\u00a0IIIM (Unabh\u00e4ngige Internationale Untersuchungskommission) und die Unabh\u00e4ngige Institution f\u00fcr Vermisste\u00a0Personen in Syrien\u00a0(IIMP).\u00a0Die IIIM hilft beispielsweise dabei, Dokumentationen in Rechtsf\u00e4lle umzuwandeln.\u00a0<\/p>\n<p>Die\u00a0von Karla Quintana geleitete IIMP\u00a0hat einen humanit\u00e4ren Auftrag zur Wahrheitsfindung.\u00a0\u00abUnsere Aufgabe ist es, das Schicksal und den Verbleib aller vermissten Personen in Syrien aufzukl\u00e4ren und ihre Familien zu unterst\u00fctzen\u00bb, erkl\u00e4rt sie. Die Arbeit umfasst F\u00e4lle von Verschwundenen\u00a0vor und nach 2024, willk\u00fcrliche Inhaftierungen, Entf\u00fchrung und Migration.\u00a0<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IIMP-Syria-Mission-Feb-2025-9_QUINTANA.jpg\" width=\"1600\" height=\"1067\" alt=\"Syrien-Mission mit Karla Quintana im Zentrum, Februar 2025\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                Syrien-Mission mit Karla Quintana in der Mitte, Februar 2025            <\/p>\n<p>            IIMP Syria        <\/p>\n<p>Familien in ganz Syrien eint die\u00a0\u00abuniverselle\u00a0Forderung\u00a0nach Wahrheit\u00bb, f\u00fcgt sie hinzu. Seit Assads Sturz hat die\u00a0IIMP Teams\u00a0nach Damaskus entsandt, mit Beh\u00f6rden und der Zivilgesellschaft zusammengearbeitet und neue Ermittlungsans\u00e4tze er\u00f6ffnet. Dazu geh\u00f6ren hunderte F\u00e4lle von Kindern, die zwischen 2013 und 2018\u00a0durch den\u00a0Sicherheitsapparat des Regimes von ihren Familien getrennt wurden.\u00a0<\/p>\n<p>Die Ermittler untersuchen auch ungel\u00f6ste F\u00e4lle von jesidischen Frauen, die von Dschihadisten des Islamischen Staates entf\u00fchrt wurden. Dieser nutzte den Zusammenbruch der staatlichen Autorit\u00e4t aus, um in Teilen Syriens und des Irak ein selbsternanntes Kalifat zu errichten.\u00a0<\/p>\n<p>Wahrheit, Gerechtigkeit und der lange Weg\u00a0dorthin\u00a0<\/p>\n<p>Die \u00dcbergangsjustiz in Syrien steht vor rechtlichen und praktischen H\u00fcrden. Die bestehende Verfassung enth\u00e4lt keine Bestimmungen zur Verfolgung von Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit.\u00a0\u00abIm syrischen Strafrecht gibt es kein Konzept der Befehlsverantwortung\u00bb, stellt Petit fest. Sein B\u00fcro arbeitet am Aufbau einer formellen Pr\u00e4senz und ber\u00e4t die syrischen Beh\u00f6rden zu Justizstrategien.\u00a0<\/p>\n<p>Petit betont, dass nach Gr\u00e4ueltaten dieses Ausmasses, wie sie in Syrien begangen wurden, vollst\u00e4ndige Gerechtigkeit oft unerreichbar ist. Familien\u00a0kl\u00e4ren\u00a0m\u00f6glicherweise nie das Schicksal ihrer Angeh\u00f6rigen\u00a0auf, doch Vers\u00f6hnung kann die Rechenschaftspflicht nicht ersetzen.<\/p>\n<p>Die syrische Justiz und die Sicherheitsbeh\u00f6rden m\u00fcssen inmitten des wirtschaftlichen und institutionellen Zusammenbruchs vollst\u00e4ndig umgestaltet werden.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abWenn\u00a0man\u00a0von einer halben Million Toten und mehr als 150\u2019000 Verschwundenen\u00a0ausgeht, was bedeutet Gerechtigkeit dann \u00fcberhaupt noch?\u00bb, fragt er.\u00a0\u00abVon\u00a0Damaskus\u00a0aus\u00a0wird ganz klar Wert auf einen von Syrien gef\u00fchrten und verantworteten Prozess gelegt.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Dieser\u00a0geht\u00a0nur\u00a0schrittweise\u00a0voran. Im Januar veranstaltete die\u00a0IIIM in Genf einen Runden Tisch mit syrischen\u00a0Justizbeamt:innen\u00a0und internationalen\u00a0Staatsanw\u00e4lt:innen, um extraterritoriale Strafverfolgungen zu er\u00f6rtern. Im Februar f\u00fchrte\u00a0sie\u00a0seine erste Beweissammlung vor Ort in der Haftanstalt Al-Khatib in Damaskus durch und dokumentierte in Zusammenarbeit mit der Regierung Folter und unmenschliche Haftbedingungen.\u00a0<\/p>\n<p>Abdellatif hat seine Erwartungen ged\u00e4mpft. Einem durchgesickerten Dokument zufolge wurde Samers Sterbeurkunde zwar 2013 ausgestellt, aber erst f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter ohne Benachrichtigung der Familie in die Register eingetragen.\u00a0Er baut derzeit ein Hotel in Palmyra wieder auf und weiss\u00a0genau, was er braucht, um\u00a0mit dem Tod seines Bruders\u00a0abschliessen zu k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDie Verbrecher m\u00fcssen vor Gericht gestellt werden\u00bb, sagt er.\u00a0\u00abWenn klar ist,\u00a0wer meinen Bruder\u00a0get\u00f6tet hat, will ich nat\u00fcrlich, dass\u00a0diese Person\u00a0vor Gericht gestellt wird.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Datenanalyse: Pauline Turuban. Foto: Helen James. \u00dcbertragung aus dem Englischen mit der Hilfe von KI-Tools: Petra\u00a0Krimphove\u00a0\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Menschen sehen Dokumente durch, w\u00e4hrend sie im Gef\u00e4ngnis von Sednayah n\u00f6rdlich der syrischen Hauptstadt Damaskus nach vermissten Angeh\u00f6rigen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":42783,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26,27],"tags":[122,6738,1363,3808,1359,1360,115,114,13460,120,45],"class_list":{"0":"post-42782","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-geneve","8":"category-genf","9":"tag-article","10":"tag-beat-human-rights","11":"tag-beat-international-geneva","12":"tag-beat-war-peace","13":"tag-conflict","14":"tag-foreign-affairs","15":"tag-geneve","16":"tag-genf","17":"tag-law-and-order","18":"tag-production-type-adaptation","19":"tag-schweiz"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116226141124574872","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42782","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=42782"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42782\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/42783"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42782"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=42782"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=42782"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}