{"id":45697,"date":"2026-03-16T12:23:08","date_gmt":"2026-03-16T12:23:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/45697\/"},"modified":"2026-03-16T12:23:08","modified_gmt":"2026-03-16T12:23:08","slug":"antibiotika-wirken-noch-jahre-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/45697\/","title":{"rendered":"Antibiotika wirken noch Jahre nach"},"content":{"rendered":"<p>Der menschliche Darm beherbergt ein dichtes Netzwerk aus Mikroorganismen \u2013 insgesamt als Darm-Mikrobiom bezeichnet \u2013 das unsere Gesundheit aktiv mitgestaltet. Diese Mikroorganismen helfen bei der Verdauung, trainieren das Immunsystem und sch\u00fctzen uns gegen gef\u00e4hrliche Eindringlinge.<\/p>\n<p>Empfindliches Darm-Mikrobiom <\/p>\n<p>Dieser Schutz kann nicht nur durch <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Antibiotika\" title=\"Antibiotika\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Antibiotika<\/a> gest\u00f6rt werden, mit denen bei einer Therapie das Wachstum krankheitserregender <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Bakterien\" title=\"Bakterien\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bakterien<\/a> gehemmt werden soll. Auch viele Medikamente, die eigentlich nur auf den menschlichen K\u00f6rper wirken sollen, k\u00f6nnen das Mikrobiom ver\u00e4ndern. Dadurch k\u00f6nnen Krankheitserreger leichter im Darm wachsen und Infektionen verursachen.<\/p>\n<p>Bakterien in unserem Darm sind weit mehr als nur Verdauungshelfer. Die Zusammensetzung der Darmflora beeinflusst auch unser Immunsystem, unseren Stoffwechsel und Appetit und sogar das Gehirn. So steht ein gest\u00f6rtes Darm-Mikrobiom im Verdacht, Diabetes, \u00dcbergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Parkinson zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/media.media.1c180a47-6175-4de0-a859-6a90c6591863.original1024.media.jpeg\"\/>     Bakterien in unserem Darm sind weit mehr als nur Verdauungshelfer. Die Zusammensetzung der Darmflora beeinflusst auch unser Immunsystem, unseren Stoffwechsel und Appetit und sogar das Gehirn.    Foto: Imago\/Imagebroker      Haben Antibiotika Sp\u00e4tfolgen? <\/p>\n<p>Welche Rolle spielen dabei Antibiotika? Antibiotika sind verschreibungspflichtige Medikamente, die gezielt gegen bakterielle Infektionen eingesetzt werden, indem sie Bakterien abt\u00f6ten oder deren Vermehrung hemmen. Sie sind unwirksam gegen Viren.<\/p>\n<p>So weit, so gut. Man wei\u00df aber auch, dass die antibakteriellen Wirkstoffe viele n\u00fctzliche Mikroben im Verdauungstrakt abt\u00f6ten. Dadurch sinken Artenvielfalt und Menge der Darmbakterien direkt drastisch. Unklar ist bisher, wie lange diese Folgen anhalten und wie schnell sich die Darmflora wieder erholt.<\/p>\n<p>  Schnelle, aber nicht vollst\u00e4ndige Regenerierung <\/p>\n<p>Gabriel Baldanzi von der Universit\u00e4t Uppsala in Schweden und seine Kollegen haben diese Fragen mithilfe einer Langzeitstudie untersucht, die im Fachjournal <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-026-04284-y\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eNature Medicine\u201c<\/a> erschienen ist.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr werteten sie \u00fcber acht Jahre hinweg Daten zum Gesundheitszustand und zur Antibiotika-Einnahme von rund 15.000 Menschen in Schweden aus. Au\u00dferdem analysierten sie Kotproben der Testpersonen, um die Zusammensetzung der Darmflora zu bestimmen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Hatten die Testpersonen innerhalb eines Jahres vor Entnahme der Kotproben ein Antibiotikum erhalten, war dies an ihrer Darmflora ablesbar. \u201eBei sechs von elf untersuchten Antibiotika-Klassen war die Einnahme mit einer verringerten Artenvielfalt in mindestens einem Aspekt verkn\u00fcpft\u201c, berichten die Forscher. Das Darm-Mikrobiom regenerierte nach einer Antibiotikagabe zwar anfangs schnell, aber nicht vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Das best\u00e4tigte sich bei den Testpersonen, deren Antibiotika-Einnahme schon vier bis acht Jahre zur\u00fccklag. Zehn bis 15 Prozent der Bakterienarten in ihrem Darm zeigten noch immer ver\u00e4nderte H\u00e4ufigkeiten und Vielfalt.<\/p>\n<p>\u201eWir sehen, dass sogar eine acht Jahre zur\u00fcckliegende Behandlung die Zusammensetzung der Darmflora bis heute beeintr\u00e4chtigt\u201c, erkl\u00e4rt Baldanzi. \u201eSchon eine einzige Therapie mit bestimmten Antibiotika kann anhaltende Spuren hinterlassen.\u201c<\/p>\n<p> Langzeitfolgen nicht bei jedem Antibiotikum gleich   Es gint indes gro\u00dfe Unterschiede zwischen den einzelnen Antibiotika-Klassen: Die Wirkstoffe Penicillin V, Amoxicillin, Sulfamethoxazol und Trimethoprim hinterlassen kaum l\u00e4ngerfristige Spuren im Darm-Mikrobiom.  Anders sieht es bei den Antibiotika Clindamycin, Flucloxacillin und Fluoroquinolone aus. Bei diesen waren signifikante Ver\u00e4nderungen der Darmflora noch vier bis acht Jahre sp\u00e4ter nachweisbar.  Auch das h\u00e4ufig eingesetzte Tetracyclin zeigte \u2013 wenn auch geringer \u2013 Nachwirkungen.    Gezielterer und effektiverer Einsatz <\/p>\n<p>Die neuen Erkenntnisse k\u00f6nnen nun dazu beitragen, die langfristigen Folgewirkungen von Antibiotika auf die Darmflora besser einzusch\u00e4tzen und diese Wirkstoffe k\u00fcnftig gezielter einzusetzen.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Resultate k\u00f6nnen beispielsweise helfen, wenn zwei gleicherma\u00dfen effektive Antibiotika zur Wahl stehen\u201c, res\u00fcmiert Fall. Dann k\u00f6nnten man aufgrund der neuen Informationen den Wirkstoff w\u00e4hlen, der die Darmflora weniger anhaltend sch\u00e4digt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der menschliche Darm beherbergt ein dichtes Netzwerk aus Mikroorganismen \u2013 insgesamt als Darm-Mikrobiom bezeichnet \u2013 das unsere Gesundheit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":45698,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[6477,5866,46,67,66,6935,765,45,44,4172],"class_list":{"0":"post-45697","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-antibiotika","9":"tag-bakterien","10":"tag-ch","11":"tag-gesundheit","12":"tag-health","13":"tag-infografik","14":"tag-mikrobiom","15":"tag-schweiz","16":"tag-switzerland","17":"tag-wissen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116238830051724436","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45697","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45697"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45697\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/45698"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45697"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45697"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45697"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}