{"id":46729,"date":"2026-03-17T05:37:12","date_gmt":"2026-03-17T05:37:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/46729\/"},"modified":"2026-03-17T05:37:12","modified_gmt":"2026-03-17T05:37:12","slug":"hinweise-auf-zwei-subtypen-von-adhs-forschende-identifizieren-zwei-neurobiologische-varianten-der-stoerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/46729\/","title":{"rendered":"Hinweise auf zwei Subtypen von ADHS &#8211; Forschende identifizieren zwei neurobiologische Varianten der St\u00f6rung"},"content":{"rendered":"<p>KI-gest\u00fctzte Fahndung nach Unterschieden<\/p>\n<p>Als das Team alle Testpersonen mit ADHS mit den Kontrollpersonen verglich, zeigten sich keine eindeutigen Unterschiede in der Hirnstruktur. Zhong und seine Kollegen erkl\u00e4ren dieses zun\u00e4chst \u00fcberraschende Ergebnis mit der der gro\u00dfen Vielfalt dieser St\u00f6rung. Demnach k\u00f6nnen verschiedene Betroffene sehr unterschiedliche Ver\u00e4nderungen im Gehirn aufweisen, die sich bei der gemeinsamen Analyse gegenseitig aufheben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dies k\u00f6nnte auch erkl\u00e4ren, warum fr\u00fchere Bildgebungsstudien zu ADHS oft zu widerspr\u00fcchlichen Ergebnissen kamen. Um dieses Problem zu umgehen, nutzte das Team einen Machine-Learning-Ansatz. Mithilfe dieser KI-gest\u00fctzten Bildauswertung suchten sie nach strukturellen Unterschieden innerhalb der ADHS-Gruppe.\n<\/p>\n<p>Subtyp 1: Aufmerksamkeits-Areale betroffen<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/L\/o\/Low-Res_\u56fe\u72472.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/L\/o\/Low-Res_\u56fe\u72472.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-313096\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Low-Res_\u56fe\u72472-300x282.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"282\"  \/><\/a>MRT-Aufnahmen zeigen unterschiedliche Ver\u00e4nderungen der grauen Substanz bei zwei ADHS-Subtypen: Beim einen nimmt ihr Volumen zu (rot), beim anderen ab (blau). \u00a9 Tianzheng Zhong, Feng Wang, Jianfeng Qiu, Weizhao Lu. CC BY-NC<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich identifizierte die Analyse zwei klar unterscheidbare ADHS-Subtypen, die jeweils mit eigenen Mustern von Hirnver\u00e4nderungen und Verhaltenssymptomen verbunden waren. Der erste Subtyp ist demnach vor allem mit Aufmerksamkeitsproblemen verkn\u00fcpft. ADHS-Betroffene dieser Gruppe hatten ein gr\u00f6\u00dferes Volumen grauer Substanz, besonders im frontalen Cortex und im Kleinhirn.\n<\/p>\n<p>Diese Hirnregionen sind unter anderem wichtig f\u00fcr Aufmerksamkeit, Planung und Koordination. Je st\u00e4rker die Aufmerksamkeitsprobleme ausgepr\u00e4gt waren, desto deutlicher zeigten sich auch diese Ver\u00e4nderungen im Gehirn. Das deutet darauf hin, dass bei manchen Kindern mit ADHS vor allem die Entwicklung der f\u00fcr Aufmerksamkeit wichtigen Hirnnetzwerke ver\u00e4ndert ist.\n<\/p>\n<p>Subtyp 2: Ver\u00e4nderungen im Hippocampus und Kleinhirn<\/p>\n<p>Beim zweiten Subtyp zeigt sich dagegen ein anderes Bild. Bei den ADHS-Betroffenen dieser Gruppe war das Volumen der grauen Substanz in mehreren Hirnregionen verringert. Dies zeigte sich umso st\u00e4rker, je ausgepr\u00e4gter die Symptome waren, wie Zhong und sein Team feststellten. Besonders betroffen waren vor allem das Kleinhirn und der Hippocampus \u2013 Bereiche, die unter anderem Bewegung, Emotionen, Ged\u00e4chtnis und Motivation steuern.<\/p>\n<p>Dazu passt, dass dieser Subtyp nicht nur durch ein einzelnes Symptom gekennzeichnet ist, sondern zahlreichen verschiedenen Verhaltensbereiche betrifft. Betroffene zeigen in der Regel sowohl Unaufmerksamkeit als auch hyperaktives oder impulsives Verhalten.\n<\/p>\n<p>Mithilfe einer neuen Analysemethode zeigte sich au\u00dferdem, dass sich die beiden Subtypen auch darin unterscheiden, wie Ver\u00e4nderungen im Gehirn und Verhaltenssymptome zusammenh\u00e4ngen. In einem der Subtypen scheinen vor allem Netzwerke f\u00fcr Aufmerksamkeit eine Rolle zu spielen, in den anderen dagegen breitern verteilten Systemen im Gehirn.\n<\/p>\n<p>Individuellere Therapien m\u00f6glich<\/p>\n<p>Die Ergebnisse legen nahe, dass Kinder mit ADHS trotz derselben Diagnose sehr unterschiedliche Ver\u00e4nderungen in ihrem Gehirn aufweisen k\u00f6nnen. Das k\u00f6nnte erkl\u00e4ren, warum manche Betroffene gut auf zum Beispiel Aufmerksamkeits\u00fcbungen ansprechen, w\u00e4hrend andere eine Behandlung mit Medikamenten oder Verhaltenstherapie brauchen.\n<\/p>\n<p>F\u00fcr die ADHS-Therapie \u00e4ndert der Nachweis der neurologischen Subtypen zwar nicht sofort etwas. Er liefert jedoch weitere Hinweise darauf, dass ADHS wahrscheinlich kein einheitliches Krankheitsbild ist, sondern eher ein Spektrum verschiedener St\u00f6rungen. Langfristig k\u00f6nnten solche Erkenntnisse dazu beitragen, Diagnose und Therapie st\u00e4rker zu personalisieren, damit jedes Kind die Unterst\u00fctzung bekommt, die am besten zu seinem Gehirn passt. (General Psychiatry, 2026, <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.1136\/gpsych-2025-102340\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1136\/gpsych-2025-102340<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Shanghai Jiao Tong University Journal Center\u202f\u00a0<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>17. M\u00e4rz 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Carolin Malmendier<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"KI-gest\u00fctzte Fahndung nach Unterschieden Als das Team alle Testpersonen mit ADHS mit den Kontrollpersonen verglich, zeigten sich keine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":46730,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[3726,8436,46,14384,67,66,12695,14385,14386,14387,14388,45,14389,44],"class_list":{"0":"post-46729","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-adhs","9":"tag-aufmerksamkeitsdefizit-hyperaktivitaetsstoerung","10":"tag-ch","11":"tag-gehirnscan","12":"tag-gesundheit","13":"tag-health","14":"tag-hippocampus","15":"tag-hirnstruktur","16":"tag-kleinhirn","17":"tag-mrt","18":"tag-praefrontaler-cortex","19":"tag-schweiz","20":"tag-subtypen","21":"tag-switzerland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116242896188627821","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46729","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46729"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46729\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/46730"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46729"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46729"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46729"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}