{"id":46818,"date":"2026-03-17T07:10:15","date_gmt":"2026-03-17T07:10:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/46818\/"},"modified":"2026-03-17T07:10:15","modified_gmt":"2026-03-17T07:10:15","slug":"der-dart-einschlag-wirkt-staerker-als-geplant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/46818\/","title":{"rendered":"Der DART-Einschlag wirkt st\u00e4rker als geplant"},"content":{"rendered":"<p> <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/erstmals-veraendert-der-mensch-die-sonnenbahn-eines-asteroiden-der-dart-einschlag-wirkt-staerker-als.png\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"K\u00fcnstlerische Darstellung von Asteroidenfragmenten im Weltraum nach einer Kollision. Die Illustration veranschaulicht das Prinzip der kinetischen Impakt-Abwehr, wie es in der NASA DART-Mission am Asteroidensystem Didymos\/Dimorphos getestet wurde. Elemente des Bildes stammen von NASA.\" title=\"Darstellung, Asteroidenfragmenten, Weltraum, NASA DART-Mission, Asteroidensystem Didymos, Dimorphos, NASA\" data-image=\"1lx8tq3zumtw\"\/>K\u00fcnstlerische Darstellung von Asteroidenfragmenten im Weltraum nach einer Kollision. Die Illustration veranschaulicht das Prinzip der kinetischen Impakt-Abwehr, wie es in der NASA DART-Mission am Asteroidensystem Didymos\/Dimorphos getestet wurde. Elemente des Bildes stammen von NASA.   <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/kathy-schrey.jpg\" alt=\"Kathy Schrey\" width=\"40\" height=\"40\"\/>    <a class=\"nombre text-hv\" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/autor\/kathy-schrey\/\" title=\"Kathy Schrey\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kathy Schrey<\/a>        17.03.2026 &#8211; 07:03 Uhr   5 min   <\/p>\n<p>Als die NASA-Raumsonde DART im September 2022 gezielt auf einen Asteroidenmond prallte, galt die Mission vor allem als technologischer Test. <\/p>\n<p>Wissenschaftler wollten herausfinden, ob sich ein gef\u00e4hrlicher Himmelsk\u00f6rper durch einen kontrollierten Einschlag von seiner Bahn ablenken l\u00e4sst. <\/p>\n<p>Neue Forschungsergebnisse zeigen nun: Der Versuch war sogar noch erfolgreicher als gedacht. <\/p>\n<p>Der Einschlag hat nicht nur die Umlaufbahn des getroffenen Asteroidenmondes ver\u00e4ndert \u2013 sondern messbar die Bewegung des gesamten Systems um die Sonne.<\/p>\n<p>Damit gelang erstmals in der Geschichte der direkte Nachweis, dass Menschen die Umlaufbahn eines Himmelsk\u00f6rpers im Sonnensystem beeinflussen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Ziel: ein Asteroiden-Duo<\/p>\n<p>Im Zentrum der Mission steht das Asteroidensystem Didymos. Der gr\u00f6\u00dfere K\u00f6rper misst rund 780 Meter im Durchmesser und wird von einem etwa 160 Meter gro\u00dfen Begleiter namens Dimorphos umkreist. Dieses Paar bot ideale Bedingungen f\u00fcr einen Test: Ein Einschlag auf den kleineren Mond sollte dessen Umlaufbahn ver\u00e4ndern, ohne das System zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Am 26. September 2022 raste die rund 600 Kilogramm schwere Sonde mit etwa 22 000 Kilometern pro Stunde auf Dimorphos zu. Die Kollision schleuderte gro\u00dfe Mengen Material ins All. <\/p>\n<p>Schon wenige Tage sp\u00e4ter zeigte sich, dass sich die Umlaufzeit des Mondes um seinen Mutterasteroiden deutlich verk\u00fcrzt hatte \u2013 um rund 33 Minuten.<\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/astronomie\/astronomen-melden-der-royal-astronomical-society-ein-unsichtbares-massives-objekt-in-der-nahe-unseres-sonnensystems.html\" title=\"Astronomen melden der Royal Astronomical Society ein unsichtbares massives Objekt in der N\u00e4he unseres Sonnensystems!\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/astronomos-informan-en-la-royal-astronomical-society-de-un-objeto-masivo-invisible-cerca-de-nuestro-.jpeg\"  width=\"320\" height=\"225\"\/><\/a>Messbare Ver\u00e4nderung der Sonnenbahn<\/p>\n<p>Neue Auswertungen von Astronomen zeigen nun eine zweite, subtilere Folge des Einschlags. Ein Teil des beim Aufprall herausgeschleuderten Materials entkam dem gesamten Asteroidensystem. Dadurch erhielt auch der gemeinsame Schwerpunkt von Didymos und Dimorphos einen winzigen zus\u00e4tzlichen Impuls.<\/p>\n<p>Dieser Effekt hat die Geschwindigkeit des Systems entlang seiner Umlaufbahn um die Sonne um etwa 11,7 Mikrometer pro Sekunde ver\u00e4ndert. Das klingt verschwindend klein, ist aber mit modernen astronomischen Messmethoden eindeutig nachweisbar.<\/p>\n<p>In der Folge verschob sich die gro\u00dfe Halbachse der Sonnenbahn des Systems um etwa 360 Meter. Gleichzeitig verk\u00fcrzte sich die Umlaufzeit um rund 150 Millisekunden bei einer gesamten Umlaufdauer von etwa 2,1 Jahren.<\/p>\n<p>Warum der Effekt gr\u00f6\u00dfer als erwartet ist<\/p>\n<p>Der Einschlag wirkte st\u00e4rker als der reine Impuls der Raumsonde vermuten lie\u00df. Der Grund liegt im sogenannten Ejekta-Effekt: <\/p>\n<p>Beim Aufprall wird Material aus der Oberfl\u00e4che herausgeschleudert. Dieses Material wirkt wie ein zus\u00e4tzlicher R\u00fccksto\u00df und verst\u00e4rkt die Bahn\u00e4nderung.<\/p>\n<p>Forscher beschreiben diesen Effekt mit einem sogenannten Impulsverst\u00e4rkungsfaktor. F\u00fcr den DART-Einschlag betr\u00e4gt er etwa zwei. Das bedeutet: Der Einschlag war ungef\u00e4hr doppelt so effektiv wie der Impuls der Raumsonde allein.<\/p>\n<p>Solche Werte sind entscheidend f\u00fcr zuk\u00fcnftige Asteroidenabwehrmissionen. Sie zeigen, dass bereits relativ kleine Raumfahrzeuge eine \u00fcberraschend gro\u00dfe Wirkung erzielen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/astronomie\/wie-sind-die-saturnringe-entstanden-astronomen-glauben-die-antwort-gefunden-zu-haben.html\" title=\"Wie sind die Saturnringe entstanden? Astronomen glauben, die Antwort gefunden zu haben!\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/comment-les-anneaux-se-saturne-se-sont-ils-formes-des-astronomes-pensent-avoir-trouve-la-reponse-177.jpeg\"  width=\"320\" height=\"225\"\/><\/a>Ein Blick ins Innere des Asteroiden<\/p>\n<p>Die Analyse liefert nebenbei auch neue Informationen \u00fcber die Eigenschaften der beiden Asteroiden. Dimorphos besitzt offenbar eine deutlich geringere Dichte als sein gr\u00f6\u00dferer Partner. <\/p>\n<p>Die Daten sprechen daf\u00fcr, dass es sich um eine lockere Ansammlung von Ger\u00f6ll handelt \u2013 ein sogenannter \u201eRubble-Pile\u201c-Asteroid.<\/p>\n<p>Solche K\u00f6rper reagieren besonders stark auf Einschl\u00e4ge, weil lose Materialien leichter ins All geschleudert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sicherheit f\u00fcr die Erde<\/p>\n<p>Eine wichtige Frage blieb nat\u00fcrlich: K\u00f6nnte der DART-Einschlag die Bahn des Asteroidensystems so ver\u00e4ndern, dass irgendwann ein Risiko f\u00fcr die Erde entsteht?<\/p>\n<p>Die Antwort der Forscher f\u00e4llt eindeutig aus. Selbst mit der gemessenen Bahn\u00e4nderung bleibt das System f\u00fcr mindestens ein Jahrhundert v\u00f6llig ungef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">These are the final images taken by <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NASA?ref_src=twsrc%5Etfw\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">@NASA<\/a>&#8217;s DART spacecraft before it crashed into Dimorphos, a moon of asteroid Didymos, on 26 September. NASA hopes the impact will divert the rocks orbit as part of the first ever planetary defence test<a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/DARTmission?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">#DARTmission<\/a><a href=\"https:\/\/t.co\/AW38t1v9uv\" rel=\"nofollow\">https:\/\/t.co\/AW38t1v9uv<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/UyqPpTRV5L\" rel=\"nofollow\">pic.twitter.com\/UyqPpTRV5L<\/a><\/p>\n<p>\u2014 New Scientist (@newscientist) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/newscientist\/status\/1574682741857288192?ref_src=twsrc%5Etfw\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">September 27, 2022<\/a>N\u00e4chste Station: Hera<\/p>\n<p>Noch genauer werden sich die Folgen des Einschlags in einigen Jahren untersuchen lassen. Die europ\u00e4ische Raumfahrtmission Hera soll das Didymos-System besuchen und die Einschlagstelle sowie die Eigenschaften der beiden Asteroiden detailliert vermessen.<\/p>\n<p>Die Daten k\u00f6nnten helfen, k\u00fcnftige Strategien zur planetaren Verteidigung weiter zu verbessern.<\/p>\n<p>Quelle<\/p>\n<p> Makadia, R. et al. (2026): Direct detection of an asteroid\u2019s heliocentric deflection: The Didymos system after DART. Science Advances, <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/sciadv.aea4259\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Vol. 12, Issue 10.<\/a><\/p>\n<p> <script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00fcnstlerische Darstellung von Asteroidenfragmenten im Weltraum nach einer Kollision. 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