{"id":47770,"date":"2026-03-17T19:53:07","date_gmt":"2026-03-17T19:53:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/47770\/"},"modified":"2026-03-17T19:53:07","modified_gmt":"2026-03-17T19:53:07","slug":"brodelnde-super-erde-mit-ozean-aus-fluessigem-magma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/47770\/","title":{"rendered":"Brodelnde Super-Erde mit Ozean aus fl\u00fcssigem Magma"},"content":{"rendered":"<p>Das Universum ist nach menschlichen Vorstellungen nicht nur unendlich gro\u00df, sondern auch unendlich vielf\u00e4ltig. St\u00e4ndig dringt der menschliche Geist in immer tiefere Regionen des Weltalls vor, in denen sich immer gr\u00f6\u00dfere R\u00e4tsel auft\u00fcrmen.<\/p>\n<p>Neue Kategorie von Exoplaneten <\/p>\n<p>So haben Forscher der britischen Universit\u00e4t Oxford jetzt mit dem Weltraumteleskop James Webb eine neue Kategorie von Exoplaneten klassifiziert, die einen tausende Kilometer tiefen Magma-Ozean besitzen. Umgeben ist dieser Exoplanet L 98-59 d mit einer dichten, wasserstoffreichen und schwefelhaltigen Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Der Himmelsk\u00f6rper k\u00f6nnte, so die Vermutung der Astrophysiker, der erste einer gr\u00f6\u00dferen Population aus gasreichen und schwefelhaltigen Exoplaneten sein, die gewaltige extrem hei\u00dfe Ozeane aus fl\u00fcssigen\u00a0Gestein bergen. \u201eIn dem Fall k\u00f6nnte die Vielfalt der Welten in unserer Galaxie noch gr\u00f6\u00dfer sein, als bislang angenommen\u201c, schreiben sie.<\/p>\n<p>  Neue Klasse von Exoplaneten <\/p>\n<p>Die Entdeckung offeriere, dass die bislang bekannten Kategorien f\u00fcr die Klassifizierung von kleinen Exoplaneten zu simpel seien, konstatiert Studienleiter Harrison Nicholls im Fachjournal <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41550-026-02815-8\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eNature Astronomy\u201c<\/a>.<\/p>\n<p>   1,6 Mal so gro\u00df wie die Erde <\/p>\n<p>Der 35 Lichtjahre von der Erde entfernte Exoplanet L 98-59 d hat der Studie zufolge eine ungew\u00f6hnlich geringe Dichte, seine Oberfl\u00e4che k\u00f6nnte seit fast 5 Milliarden Jahren geschmolzen sein. Er umkreist einen schwachen roten Zwergstern.<\/p>\n<p>Der Magma-Ozean k\u00f6nne gewaltige Mengen an Schwefel aufnehmen und \u00fcber sehr lange Zeitr\u00e4ume speichern, vermuten\u00a0die Forscher. Dies legt nahe, dass der Planet einst sehr viel gr\u00f6\u00dfer war und durch eine langsame Abk\u00fchlung auf seine aktuelle Gr\u00f6\u00dfe schrumpfte. Auch andere Gesteinsplaneten wie der Mars und die Erde waren in ihrer Fr\u00fchzeit von Magma-Ozeanen bedeckt.<\/p>\n<p>  Bereit 2019 entdeckt <\/p>\n<p>Der Planet war bereits im Jahr 2019 entdeckt worden. Doch erst mithilfe von leistungsstarken Teleskopen konnten die Sternenforscher seine Charakteristika n\u00e4her identifizieren. Demnach handelt es sich bei L 98-59 d um einen Gesteinsplaneten, der 1,63-mal so gro\u00df wie die Erde ist und rund 1,64-mal so viel Masse besitzt, wie die US-Raumfahrtbeh\u00f6rde <a href=\"https:\/\/science.nasa.gov\/exoplanet-catalog\/l-98-59-d\/#:~:text=L%252098%252D59%2520d%2520is,discovery%2520was%2520announced%2520in%25202019.\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Nasa<\/a> mitteilt.<\/p>\n<p>Bislang wurden solche Exoplaneten als sogenannte Gaszwerge definiert \u2013 also mit einem Gesteinskern und einer d\u00fcnnen H\u00fclle aus Wasserstoff und Helium \u2013 oder als Wasserwelten, die gro\u00dfe Mengen fl\u00fcssigen oder gefrorenen Wassers enthalten.<\/p>\n<p>L 98-59 d passt jedoch in keine\u00a0der\u00a0bekannten Kategorien. Stattdessen vermuten die Wissenschaftler, dass sein Kern aus geschmolzenem Silikatgestein besteht und seine Atmosph\u00e4re reich an fl\u00fcchtigen Stoffen ist.<\/p>\n<p>   Brodelnde Supererde mit Ozean aus Magma <\/p>\n<p>Die Forscher beschreiben L 98-59 d als eine Art brodelnde Supererde mit einem Ozean aus Magma, der mehrere tausend Kilometern tief ist. \u201eDas Ganze befindet sich tats\u00e4chlich in einem breiigen, geschmolzenen Zustand. Es ist wie Melasse\u201c, erl\u00e4utert der Astrophysiker Harrison Nicholls im Gespr\u00e4ch mit der britischen Tageszeitung <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/science\/2026\/mar\/16\/a-molten-mushy-state-scientists-may-have-found-a-new-type-of-liquid-planet\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eGuardian\u201c<\/a>.<\/p>\n<p>Die Oberfl\u00e4chentemperaturen sch\u00e4tzen die Forscher auf 1900 Grad Celsius. Ein absolut lebensfeindlicher Ort aus Feuer, Schwefel und st\u00e4ndig brodelnder Lava. Nicholls vermutet, dass Planeten, die in der habitablen Zone erd\u00e4hnliches Sternenlicht empfangen und als Exoplaneten gelten, \u201em\u00f6glicherweise gar nicht sehr bewohnbar sind, sondern vielmehr geschmolzene Planeten darstellen k\u00f6nnten\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Universum ist nach menschlichen Vorstellungen nicht nur unendlich gro\u00df, sondern auch unendlich vielf\u00e4ltig. 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