{"id":48162,"date":"2026-03-18T03:00:09","date_gmt":"2026-03-18T03:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/48162\/"},"modified":"2026-03-18T03:00:09","modified_gmt":"2026-03-18T03:00:09","slug":"maler-und-grafiker-jean-schmiedel-verlaesst-heimatstadt-chemnitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/48162\/","title":{"rendered":"Maler und Grafiker Jean Schmiedel verl\u00e4sst Heimatstadt Chemnitz"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nEs gibt kaum eine Wand, an der kein Bild h\u00e4ngt. \u00dcberall stehen afrikanische Figuren und Masken. Jean Schmiedel hat sich in seiner 140 Quadratmeter gro\u00dfen Wohnung in der Chemnitzer Innenstadt ein kleines Paradies geschaffen. Der Blick auf den Opernplatz ist sensationell. F\u00fcr den 63 Jahre alten K\u00fcnstler ist das seine Traumwohnung.\n<\/p>\n<p>Umzug nach Berlin aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden<\/p>\n<p class=\"text\">\nTrotzdem packt er seine Koffer und zieht nach Berlin: &#171;Es sind haupts\u00e4chlich wirtschaftliche Gr\u00fcnde. Wenn man seit 40 Jahren Kunst in einer Stadt verkauft, da sind nat\u00fcrlich die Leute, die sich f\u00fcr meine Kunst interessieren, die haben alle schon Bilder. Manche k\u00f6nnen sie schon \u00fcbereinander h\u00e4ngen. Ja, und die jungen Leute kaufen weniger. Es ist verschwindend gering, dass junge Leute Kunst kaufen.&#187;\n<\/p>\n<p class=\"text\">Wenn man seit 40 Jahren Kunst in einer Stadt verkauft, da sind nat\u00fcrlich die Leute, die sich f\u00fcr meine Kunst interessieren, die haben alle schon Bilder. Manche k\u00f6nnen sie schon \u00fcbereinander h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Jean Schmiedel<br \/>\nK\u00fcnstler<\/p>\n<p class=\"text\">\nSchmiedel hat neben seiner Chemnitzer Wohnung noch ein Haus auf Mallorca gemietet. Und jetzt noch zus\u00e4tzlich einen Laden in Berlin. Das sei zu teuer. Jean Schmiedel musste sich entscheiden. Im Dezember 2025 habe er drei Ausstellungen in Chemnitz gehabt und kaum etwas verkauft. In Berlin, so hofft der extrovertierte K\u00fcnstler, sieht das anders aus.\n<\/p>\n<p>\u00dcberrascht \u00fcber Neugier im Prenzlauer Berg<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#171;In Berlin habe ich einen Laden mit drei gro\u00dfen Schaufenstern im angesagten Viertel Prenzlauer Berg. Die Leute helfen beim Ausladen, tragen mit rein, winken rein. Sie stehen an der T\u00fcr, klopfen und fragen: &#8218;Wann ist denn Er\u00f6ffnung?&#8216; Da bin ich v\u00f6llig \u00fcberrascht, weil ich habe ja hier ein Schaufenster. Da hat das ganze Jahr \u00fcber kein einziger angerufen und gefragt, ob sie mal das Atelier besuchen k\u00f6nnen.&#187;\n<\/p>\n<p>Schmiedel f\u00fchlt sich von Chemnitz und Stadtspitze ignoriert<\/p>\n<p class=\"text\">\nJean Schmiedel ist gelernter Maurer. Nach einem Unfall 1982 kommt er zur Kunst. Seit 1984 schafft er Tag und Nacht. Doch in seiner Heimat Chemnitz wird sein Erfolg nicht wirklich honoriert. &#171;Da hab&#8216; ich mich damit abgefunden, dass ich 40 Jahre hier arbeite und von der Stadt noch nie jemand bei mir im Atelier war. Ich habe 2019 meine gro\u00dfe Soloshow am Broadway in New York. Da war gab es eine gro\u00dfe Pressekonferenz. Da war ich auf allen Titelbl\u00e4ttern, die Kuratorin des MOMA war begeistert von meinen Sachen und und und. Und die B\u00fcrgermeisterin kommt auf der Stra\u00dfe gelaufen. Die kann nicht mal guten Tag sagen&#8230;&#187;\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDennoch verl\u00e4sst Schmiedel Chemnitz auch mit einem weinenden Auge. Seine Freunde werde er vermissen, auch sein Aquaristikgesch\u00e4ft auf dem Ka\u00dfberg. Doch Jean Schmiedel ist optimistisch, dass er in Berlin schnell Anschluss bekommt &#8211; und dass seine Kunst viele Abnehmer findet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es gibt kaum eine Wand, an der kein Bild h\u00e4ngt. \u00dcberall stehen afrikanische Figuren und Masken. 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