{"id":48235,"date":"2026-03-18T05:07:18","date_gmt":"2026-03-18T05:07:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/48235\/"},"modified":"2026-03-18T05:07:18","modified_gmt":"2026-03-18T05:07:18","slug":"wo-oeffentlich-rechtliche-sender-um-ihre-legitimation-ringen-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/48235\/","title":{"rendered":"Wo \u00f6ffentlich-rechtliche Sender um ihre Legitimation ringen \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Der ORF k\u00e4mpft mit der Causa Wei\u00dfmann, auch andernorts ist die Lage nicht rosig. Viele Sender stehen durch peinliche Fehler und generelle Zweifel an ihrer Objektivit\u00e4t unter Druck. Aber es gibt auch Gegenbeispiele.<\/p>\n<p>Zu gro\u00df, zu teuer und zu wenig objektiv: Das ist es, was dem \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk in vielen L\u00e4ndern Europas vorgeworfen wird. Nicht erst seit gestern, aber die Frage der Legitimation hoher Geb\u00fchren f\u00fcr das, was geboten wird, hat unl\u00e4ngst noch deutlich mehr Z\u00fcndstoff bekommen. Einerseits durch Angriffe und Diffamierungen von Rechtspopulisten, wie die Sender nicht m\u00fcde werden zu betonen. Und andererseits durch Fehler, oft im Zusammenhang mit k\u00fcnstlicher Intelligenz, die das Publikum fragen lassen: Wenn der selbst formulierte Anspruch dieser Sender die hundertprozentig verl\u00e4ssliche Nachricht ist, wie kann es dann dazu kommen? <\/p>\n<p>Der Nimbus altehrw\u00fcrdiger Sender wie der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/bbc\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" sender=\"\" um=\"\" ihre=\"\" legitimation=\"\" ringen=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BBC<\/a> oder des <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/zdf\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" sender=\"\" um=\"\" ihre=\"\" legitimation=\"\" ringen=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ZDF<\/a> br\u00f6ckelt jedenfalls, und damit auch die Zahlungsbereitschaft des Publikums. Doch wie man am Beispiel der Schweiz sieht: Viele Menschen halten auch an ihnen fest, viele sehen den Wert eines gemeinsamen Mediums in einer Zeit der Umbr\u00fcche.<\/p>\n<p>Deutschland: ARD und ZDF<\/p>\n<p>Deutschland ging in den vergangenen Wochen im Zeitraffer durch Probleme, die den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk allerorts umtreiben. In einer Zeit des Umbaus durch Spardruck platzte im Februar ein Skandal um KI-Videos bei einer Sendung des ZDF. Der machte nicht nur eindrucksvoll deutlich, dass man den dortigen Nachrichten nicht immer glauben kann, sondern auch, dass es unterschiedliche Auffassungen dazu gab, ob man so etwas \u00fcberhaupt bringen will \u2013 oder es prinzipiell bleiben l\u00e4sst. In der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/ard\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" sender=\"\" um=\"\" ihre=\"\" legitimation=\"\" ringen=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ARD<\/a> gab es kurz danach auch noch Bilder von <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/angela-merkel\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" sender=\"\" um=\"\" ihre=\"\" legitimation=\"\" ringen=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Angela Merkel<\/a>, die beim Applaudieren gezeigt wurde, als sie gar nicht mehr anwesend war. Vielleicht beschleunigte das die anstehenden Reformagenden: Vor wenigen Tagen beschlossen ARD und ZDF, drei Kan\u00e4le zu streichen: \u201etagesschau24\u201c, \u201eOne\u201c und \u201eARD-Alpha\u201c. Arte bleibt, 3sat und Neo als Angebot\u00a0f\u00fcr junge Erwachsene\u00a0ebenso. Derweil werden weitere Stimmen laut, die das System mit ARD und ZDF anachronistisch nennen \u2013 und auf eine Zusammenlegung pochen. <\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien: BBC<\/p>\n<p>Eine echte Institution mag die BBC, \u201eAuntie\u201c genannt, sein \u2013 aber eine \u201eheilige Kuh\u201c ist sie nicht: Erst vor drei Monaten hat die Regierung von <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/keir-starmer\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" sender=\"\" um=\"\" ihre=\"\" legitimation=\"\" ringen=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Keir Starmer<\/a> laut \u00fcberlegt, man k\u00f6nne die Finanzierung der BBC ja auf ein Abo-Modell \u00e0 la <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/netflix\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" sender=\"\" um=\"\" ihre=\"\" legitimation=\"\" ringen=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Netflix<\/a> umstellen. Derzeit werden Rundfunkgeb\u00fchren eingenommen: 180 Pfund im Jahr kostet eine \u201eColour licence\u201c (schwarz-wei\u00df kostet die H\u00e4lfte), um fernsehen zu d\u00fcrfen. Politisch ist der Druck zuletzt stark gestiegen: Im Herbst trat der langj\u00e4hrige Generaldirektor <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/tim-davie\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" sender=\"\" um=\"\" ihre=\"\" legitimation=\"\" ringen=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tim Davie<\/a> nach dem Vorwurf politischer Voreingenommenheit zur\u00fcck. Die BBC hatte eine Rede von US-Pr\u00e4sident Donald Trump sinnentstellend zusammengeschnitten, n\u00e4chstes Jahr wird der Fall vor Gericht verhandelt. Kurz davor hatte der Sender seine Sorgfaltspflicht mit einer Doku \u00fcber Kinder im Gaza-Krieg verletzt: Dass der jugendliche Erz\u00e4hler Sohn eines offiziellen Hamas-Mitglieds war, machte die BBC nicht transparent \u2013 und besch\u00e4digte so ihre Glaubw\u00fcrdigkeit. Auf Davie folgt Rhodri Talfan als interimistischer Leiter. <\/p>\n<p>  Schweiz: SRG<\/p>\n<p>Einen Tag der Entscheidung gab es erst am Sonntag in der Schweiz. Da wurde \u00fcber die Haushaltsabgabe abgestimmt, die vergleichsweise hoch ist: 335 Franken, also rund 370 Euro pro Jahr, was stets damit begr\u00fcndet wurde, dass man ja mehrsprachig produzieren m\u00fcsse. Eine \u201eHalbierungsinitiative\u201c, die das Programm als zu teuer, zu breit und zu links kritisierte, wollte den Beitrag auf 200 Franken j\u00e4hrlich k\u00fcrzen. Rund die H\u00e4lfte ihrer 5500 Vollzeitstellen h\u00e4tte die SRG Berechnungen zufolge bei der angestrebten K\u00fcrzung streichen m\u00fcssen. \u00dcberrascht es, dass \u00fcber 60 Prozent der Schweizer und eine deutliche Mehrheit der Kantone dagegen votierte? Man muss anf\u00fcgen, dass eine K\u00fcrzung auf 300 Franken schon zuvor fix war.<\/p>\n<p>Slowakei: Aus RTVS wird STVR<\/p>\n<p>Beim nord\u00f6stlichen Nachbarn kommt der politische Druck von der anderen Seite: Der Regierung des linksnationalen Regierungschefs Robert Fico missfiel die Berichterstattung des \u00f6ffentlich-rechtlichen Senders RTVS, also ersetzte sie diesen im Sommer 2024 durch etwas, was im <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/orf\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" sender=\"\" um=\"\" ihre=\"\" legitimation=\"\" ringen=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ORF<\/a> als Schimpfwort gilt: einen Staatsfunk. Schon davor hatte man die Haushaltsabgabe (circa 5 Euro pro Monat) durch eine Direktzahlung\u00a0ersetzt, \u00fcber die die Regierung entscheidet \u2013 und die den Sender abh\u00e4ngig von der Politik macht. STVR, wie der neue Regierungssender nun hei\u00dft, wird von Martina Fla\u0161\u00edkov\u00e1\u00a0geleitet, deren Vater einst Kampagnenmanager von Ficos Partei Smer war. <\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der ORF k\u00e4mpft mit der Causa Wei\u00dfmann, auch andernorts ist die Lage nicht rosig. 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