{"id":49933,"date":"2026-03-19T09:00:09","date_gmt":"2026-03-19T09:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/49933\/"},"modified":"2026-03-19T09:00:09","modified_gmt":"2026-03-19T09:00:09","slug":"crimson-desert-angespielt-das-zelda-fuer-erwachsene-erfordert-starke-nerven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/49933\/","title":{"rendered":"\u201eCrimson Desert\u201c angespielt: Das Zelda f\u00fcr Erwachsene erfordert starke Nerven"},"content":{"rendered":"<p>              \u201eCrimson Desert\u201c angespielt: Das Zelda f\u00fcr Erwachsene erfordert starke Nerven<\/p>\n<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/Crimson-Desert-Played-The-Adult-Zelda-Requires-Strong-Nerves-11217026.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Mehr als 360.000 Vorverk\u00e4ufe und \u00fcber zwei Millionen Wunschlisten-Eintr\u00e4ge allein auf Steam: \u201eCrimson Desert\u201c ist ohne Zweifel eines der meist erwarteten Videospiele des Jahres. Der Hype ist gigantisch und viele erwarten nicht weniger als die eierlegende Wollmilchsau f\u00fcr Einzelspieler. Doch kann ein Spiel solch gro\u00dfen Erwartungen \u00fcberhaupt gerecht werden? Das bislang haupts\u00e4chlich als MMO-Entwickler bekannte Pearl Abyss hat dazu ein regelrechtes Monstrum erschaffen. Eine Open-World-Chim\u00e4re, die alle bisherigen Genrevertreter in sich zu vereinen versucht \u2013 im Guten wie im Schlechten.<\/p>\n<p>Das 100-Stunden-Spiel<\/p>\n<p>\u201eCrimson Desert\u201c ist ein Open-World Action-Adventure mit vorgefertigten Charakteren und l\u00e4sst sich am ehesten als Mischung zwischen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/The-Legend-of-Zelda-Breath-of-the-Wild-Meisterwerk-mit-Abzuegen-bei-der-Performance-Note-3641946.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eZelda: Breath of the Wild\u201c<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tests\/Assassin-s-Creed-Valhalla-angespielt-Die-Wikinger-kommen-4951590.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eAssassin\u2019s Creed Valhalla\u201c<\/a> beschreiben \u2013 ideenreich und abenteuerlustig wie Link, brachial und actiongeladen wie Eivor. Die platte Fantasy-Geschichte um einen Auserw\u00e4hlten mit \u00fcbermenschlichen F\u00e4higkeiten taugt, wie schon beim Open-World-Urgestein \u201eSkyrim\u201c, lediglich als Rahmenhandlung f\u00fcr die Erkundung eines gigantischen Kontinents.<\/p>\n<p>Dabei treffen Spieler auf verschiedene Fraktionen, zahlreiche Monster und Fabelwesen, unterirdische Tunnelsysteme, verborgene Sch\u00e4tze, eine mysteri\u00f6se Welt \u00fcber den Wolken sowie jede Menge Nebenschaupl\u00e4tze und Besch\u00e4ftigungen zum Zeitvertreib. Wer alles erleben will, wird laut den Entwicklern weit \u00fcber 100 Stunden ben\u00f6tigen. Doch wie viele Spieler bis dahin durchhalten, muss sich noch herausstellen.<\/p>\n<p>    Bild 1 von 6<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/bilderstrecke\/5048314.html?back=11216855\" title=\"Bilderstrecke: Crimson Desert (6 Bilder)\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Crimson_Desert-Angespielt-Graumaehnenangriff-e34e17977ffbff78.jpg\"\/><\/a><\/p>\n<p>    \u201eCrimson Desert\u201c beginnt mit einem Angriff auf die \u201eGraum\u00e4hnen\u201c, eine gutm\u00fctige Kriegervereinigung, der auch Protagonist Kliff angeh\u00f6rt. (Bild: <\/p>\n<p>Pearl Abyss (Screenshots: joe)<\/p>\n<p>)<\/p>\n<p>Viele kleine Frustmomente<\/p>\n<p>Die offene Welt des fiktiven Kontinents Pywel \u00fcbt eine frustrierende Faszination aus. Einerseits will man den Controller einfach nicht weglegen, weil hinter jedem H\u00fcgel ein kleines Abenteuer wartet. Andererseits fliegt das Spielger\u00e4t zuverl\u00e4ssig einmal pro Quest durch das Wohnzimmer, weil so manche Designentscheidung den geneigten Abenteurer in den Wahnsinn treibt. Das beginnt bei einer nicht ver\u00e4nderbaren, v\u00f6llig \u00fcberfrachteten und auf alle g\u00e4ngigen Muster pfeifenden Tastenbelegung, und endet bei extrem frustrierenden Bossk\u00e4mpfen, unlogischen R\u00e4tseln und verwirrenden Aufgabestellungen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>In den ersten Spielstunden ist \u201eCrimson Desert\u201c ein Paradebeispiel f\u00fcr mangelhaftes Quest-Design und wirkt wie eine Zusammenstellung der unbeliebtesten Open-World-Quests der letzten 20 Jahre. Manche f\u00fcr den Fortschritt essenzielle Questreihen sind so belanglos und uninteressant, dass man beinahe auf Autopilot durch die Spielwelt marschiert. Hol- und Bringaufgaben reihen sich zusammenhanglos aneinander. Nichts ergibt sich organisch aus dem Erlebten, und auch die Handlung braucht sage und schreibe vier Kapitel, bis sie zum ersten Mal so etwas wie Spannung aufbaut.<\/p>\n<p>Eine Welt f\u00fcr Abenteurer<\/p>\n<p>Wer sich durch uninspirierte Questreihen und mangelnde Zug\u00e4nglichkeit nicht vom Pfad abbringen l\u00e4sst, wird allerdings belohnt. Grafisch und atmosph\u00e4risch ist Pywel ein echtes Erlebnis. \u00dcberall tummeln sich Menschen, Tiere, Insekten und launische Fabelwesen. Die dicht bewachsenen W\u00e4lder bewegen sich rhythmisch im Wind, Bl\u00e4tter wirbeln durch die Luft und die Kameralinse bricht das Licht perfekt. St\u00e4ndig fragt man sich in ungl\u00e4ubigem Staunen, wie all diese vielen kleinen Details technisch \u00fcberhaupt m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>In kaum einem Spiel regt der Blick auf den scheinbar unendlich weiten Horizont so sehr zur Erkundung an wie in \u201eCrimson Desert\u201c. Das lohnt sich zwar nicht immer, aber wenn man beim Galopp durch den Wald pl\u00f6tzlich in ein Dorf voll kindlich anmutender Waldgeister stolpert, auf einem gigantischen Baumwesen herumklettert oder versehentlich in ein unterirdisches H\u00f6hlensystem f\u00e4llt, dann lacht das Abenteurerherz.<\/p>\n<p>Doch auch hier stellt sich Pearl Abyss selbst ein Bein. Die Wege durch die bergigen L\u00e4ndereien sind zu h\u00e4ufig unn\u00f6tig lang und verschachtelt, und das sp\u00e4rlich best\u00fcckte Netz an zu gut versteckten Schnellreisepunkten strapaziert die Geduld. Besonders \u00e4rgerlich: Ausgerechnet zum eigenen Lager, Dreh- und Angelpunkt vieler Quest-Reihen, fehlt ein solcher Schnellreisepunkt und kann erst durch ein langkettiges R\u00e4tsel freigeschaltet werden.<\/p>\n<p>Mehr Action, weniger Rollenspiel<\/p>\n<p>\u201eCrimson Desert\u201c ist kein vielschichtiges Rollenspiel. Anstelle eines Klassensystems oder ausufernden Skillsystems, das Eigenschaften bis in den Nachkommabereich feinjustiert, schalten Spieler hier F\u00e4higkeiten direkt frei. Diese erweitern die Angriffs- und Bewegungsvariationen auf sinnvolle Weise. Erfahrungspunkte gibt es nicht automatisch durch Fortschritt, sondern durch Artefakte, die hinter R\u00e4tseln versteckt oder als Quest-Belohnung verpackt sind. Auch Waffen und Ausr\u00fcstung haben Einfluss auf die F\u00e4higkeiten und Eigenschaften der Spielfigur. Im Vergleich zu vielen Konkurrenztiteln sind neue Exemplare aber eher selten und f\u00fchlen sich dadurch umso belohnender an.<\/p>\n<p>Diese schlichte, aber effektive Ausrichtung zahlt direkt auf den spielerisch gr\u00f6\u00dften Pluspunkt von \u201eCrimson Desert\u201c ein: das Kampfsystem. Wer sich an die unkonventionelle Tastenbelegung gew\u00f6hnt hat, pfl\u00fcgt regelrecht durch Gegnerhorden. Das Trefferfeedback ist wuchtig, und perfekt getimte Konter und Angriffsketten f\u00fchlen sich enorm befriedigend an und legen sogar die Umgebung in Schutt und Asche. Doch auch hier gibt es Licht und Schatten. Das Schlachtfest wird von einem beeindruckenden Effektgewitter begleitet, das allerdings manchmal fast zu viele Funken und Bl\u00e4tter aufwirbelt. In Kombination mit teils wilden Kamerafahrten wird es bei K\u00e4mpfen gegen gro\u00dfe Gegnergruppen schwierig, den \u00dcberblick zu behalten.<\/p>\n<p>Leider \u00fcbertragen sich die Vorteile des Kampfsystems auch nur selten in die Bossk\u00e4mpfe. Zwar bem\u00fcht sich Pearl Abyss um viel Abwechslung, eine gro\u00dfe Inszenierung und einen knackigen Schwierigkeitsgrad, erreicht die gro\u00dfen Vorbilder wie <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tests\/Elden-Ring-Shadow-of-the-Erdtree-angespielt-Kompromisslos-schwer-9778238.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eElden Ring\u201c<\/a>, \u201eBlack Myth: Wukong\u201c, \u201e<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Dragon-s-Dogma-2-angespielt-Rollenspiel-Epos-mit-Schoenheitsfehlern-9660582.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dragon\u2019s Dogma 2<\/a>\u201c oder \u201eShadow of the Colossus\u201c aber nur selten. Die Bosse sind viel zu oft nur schwer lesbar, ihre Attacken sind regelrecht unfair und nicht auf die Bewegung und Dynamik der eigenen Spielfigur zugeschnitten. Das belohnende Gef\u00fchl des Erfolgs nach einer gro\u00dfen Herausforderung wird meist durch viele kleine Frustmomente \u00fcberschattet. Ebenfalls ungl\u00fccklich ist, dass sich die meisten Bossk\u00e4mpfe einfach \u00fcberstehen lassen, wenn man sich vor dem Kampf nur mit gen\u00fcgend Lebensmitteln zur Gesundheitswiederherstellung eindeckt.<\/p>\n<p>      Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p class=\"opt-in__description\">\n    Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.\n  <\/p>\n<p>            YouTube-Video immer laden<\/p>\n<p>        YouTube-Video jetzt laden\n      <\/p>\n<p>Zwischenfazit<\/p>\n<p>\u201eCrimson Desert\u201c h\u00e4tte das Zeug zum Mega-Hit. Diese Open World z\u00e4hlt mit ihrer Detailf\u00fclle, Struktur und den vielen Geheimnissen zu den faszinierendsten Spielwelten der letzten Jahre. Wer sich die Zeit nimmt und gen\u00fcgend Geduld, Frustresistenz sowie Neugierde mitbringt, kann abseits der Hauptpfade sein ganz eigenes Abenteuer voller magischer Momente, brachialer K\u00e4mpfe, kniffliger Schatzsuchen und \u00fcberw\u00e4ltigender Aussichtspunkte erleben.<\/p>\n<p>Es gibt jedoch viele offene Baustellen auf der Negativseite, die den Spielspa\u00df nachhaltig tr\u00fcben: schlechtes Balancing, kleinteiliges Inventarmanagement, mangelnde Zug\u00e4nglichkeit, \u00fcberfrachtete Steuerung, lange Wege, unn\u00f6tig komplizierte R\u00e4tsel, frustrierende Bossk\u00e4mpfe, viele stumpfe Questreihen, blasse Charaktere und eine \u00fcber weite Strecken wenig packende Handlung. Kleine Unzul\u00e4nglichkeiten k\u00f6nnen die Entwickler nachtr\u00e4glich ausmerzen, erz\u00e4hlerische und strukturelle Probleme werden jedoch weiterhin an der Motivation vieler Spieler nagen.<\/p>\n<p>Insgesamt bleibt daher der Eindruck, dass \u201eCrimson Desert\u201c trotz des gro\u00dfen Hypes in seinem jetzigen Zustand kein Spiel f\u00fcr die breite Masse ist. Gelegenheitsspieler d\u00fcrften schnell an ihre Grenzen sto\u00dfen, und auch erfahrene Open-World-Fans werden fr\u00fcher oder sp\u00e4ter frustriert auf Guides zur\u00fcckgreifen, um manche unlogischen oder unfairen Stellen im Spiel zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>\u201eCrimson Desert\u201c erscheint am 19. M\u00e4rz 2026 f\u00fcr Windows, Playstation 5 und Xbox Series X\/S zum Preis von knapp 70 Euro. Die USK-Freigabe liegt bei 18 Jahren. F\u00fcr diesen Artikel haben wir die PC-Version angespielt.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:joe@heise.de\" title=\"Josef Erl\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">joe<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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