{"id":5387,"date":"2026-02-15T09:02:08","date_gmt":"2026-02-15T09:02:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/5387\/"},"modified":"2026-02-15T09:02:08","modified_gmt":"2026-02-15T09:02:08","slug":"neue-gemaelde-von-andre-butzer-frauen-in-raeumen-die-es-gar-nicht-gibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/5387\/","title":{"rendered":"Neue Gem\u00e4lde von Andr\u00e9 Butzer: Frauen in R\u00e4umen, die es gar nicht gibt"},"content":{"rendered":"<p>Andr\u00e9 Butzer nannte seine fr\u00f6hlichen Comic-Figuren mal \u201eFriedens-Siemense\u201c. Auch auf seinen gigantischen neuen Bildern l\u00e4chelt das Personal unbeirrt weiter. Butzers hochfrequente Malerei ist jetzt in der Berliner Galerie Max Hetzler zu sehen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Serialit\u00e4t ist ein Ph\u00e4nomen der Moderne. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article6973469d984ba86eab23b27d\/jean-michel-basquiat-jedes-bild-bekraeftigt-den-mythos-voellig-zu-recht.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article6973469d984ba86eab23b27d\/jean-michel-basquiat-jedes-bild-bekraeftigt-den-mythos-voellig-zu-recht.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Aufmerksamkeit zu erregen<\/a>, ein Ziel der Kunst. Kaum ein K\u00fcnstler treibt es damit so auf die Spitze wie der 1973 in Stuttgart geborene Maler Andr\u00e9 Butzer. Bl\u00e4ttert man durch seinen neuen Bildband <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/jrp-editions.com\/art\/books\/monographs-artists-books\/figuren-farben-bilder-2021-2025\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/jrp-editions.com\/art\/books\/monographs-artists-books\/figuren-farben-bilder-2021-2025\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eFarben, Fr\u00fcchte, Bilder\u201c<\/a> (jrp editions, 248 Seiten, 45 Euro) wie durch ein Daumenkino, dann l\u00e4uft eine Art animierter Film vor unseren Augen ab.<\/p>\n<p>Wir sehen bunte, wohl weibliche Comic-Figuren mit Pagenkopf in wechselnden Haarfarben und abgerundet wei\u00dfem Kragen. Wir blicken in aufgerissene Augen in der charakteristischen Form zweier aufrechter Ovale mit lang gezogenen Pupillen, einen freundlich ge\u00f6ffneten Mund. Sie erinnern mitunter noch an die sogenannten \u201eFriedens-Siemense\u201c aus fr\u00fcheren Butzer-Bildern.<\/p>\n<p>Mal schauen die fl\u00e4chigen Figuren von rechts, dann von links, nie tun sie etwas, au\u00dfer zu l\u00e4cheln \u2013 oder sprechen sie miteinander \u00fcber die Buchseiten hinweg? Auf den Bildern sind sie jedenfalls meist allein. Manchmal sieht man sie in voller Statur, meist aber nur ihren Oberk\u00f6rper oder auch lediglich den Kopf, hin und wieder wie eingerahmt vom Bildformat, als lehnten sie in einem Fenster. Die Bilder \u00e4hneln einander und sind doch alle einmalig, weil sie die sich wiederholenden Elemente unaufh\u00f6rlich variieren.  <\/p>\n<p>Im Hintergrund tanzen bunte Streifen, Farbflecken, die manchmal aussehen wie Zitronen oder Fallobst. Nur einige Bilder haben Titel, hei\u00dfen dann auch \u201e\u00c4pfel und Orangen\u201c oder \u201eFrau im Garten\u201c oder \u201eFrau am Tisch mit Fr\u00fcchten\u201c, wenngleich ausgerechnet in diesem Gem\u00e4lde alle drei Motive nur angedeutet werden. Dann wieder wird der Tisch pl\u00f6tzlich etwas plastisch, steht ungelenk vierbeinig da, als wollten die Fr\u00fcchte gleich hinunterkullern. Blo\u00df wohin, ein dreidimensionaler Raum, in den sie kullern k\u00f6nnten, ist nirgends zu sehen.<\/p>\n<p>Einen Raum gebe es auch nicht, orakelt der K\u00fcnstler im Interview mit dem Kunsthistoriker Christian Malycha, das die mehr als hundert Reproduktionen im Bildband flankiert. Ebenso wenig gebe es isolierte Figuren, Farben, Pinselstriche: \u201eEs gibt nur den gemeinsamen Schwellenraum. Ein falscher Begriff, denn die Schwelle ist kein Raum. Sie ist die bildliche Frequenz, die das Bild aussendet, verschickt\u201c, sagt Butzer. \u201eEine Art Botschaft an die menschlichen Betrachter, die sie \u00fcber den Bildort informiert \u2013 einen g\u00f6ttlich erf\u00fcllten, unzug\u00e4nglichen, unermesslichen Nicht-Ort, der mit dem Bild zusammenf\u00e4llt und nichts als Frequenz ist.\u201c<\/p>\n<p>Andr\u00e9 Butzers Bilder muss man wohl als hochfrequente Summe ihrer Teile sehen und \u2013 mehr noch \u2013 als die visuellen Botschaften, die sie zusammenhalten. \u201eDie Relation ist alles.\u201c Sagt der Maler. Oder auch: \u201eSein-als-Bild.\u201c Der Kunsthistoriker f\u00fchlt sich an <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/kunst\/article697a2e4d22446308a243617e\/kunst-der-maler-der-die-kunstwelt-revolutionierte-ohne-sie-neu-zu-erfinden.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/kunst\/article697a2e4d22446308a243617e\/kunst-der-maler-der-die-kunstwelt-revolutionierte-ohne-sie-neu-zu-erfinden.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Paul C\u00e9zanne<\/a> und Henri Matisse erinnert, begibt sich in die Versenkung und sieht am Ende \u201ereine Malerei\u201c. Selbst wahrnehmen und \u00fcberpr\u00fcfen l\u00e4sst sich das nun in der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.maxhetzler.com\/exhibitions\/andre-butzer-2026\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.maxhetzler.com\/exhibitions\/andre-butzer-2026&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Galerie Max Hetzler<\/a> in Berlin, die Butzers neue \u2013 h\u00e4ufig \u00fcberlebensgro\u00dfe \u2013 Gem\u00e4lde bis zum 18. April 2026 ausstellt und zu Preisen von 40.000 bis 220.000 Euro verkauft. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Andr\u00e9 Butzer nannte seine fr\u00f6hlichen Comic-Figuren mal \u201eFriedens-Siemense\u201c. 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