{"id":5619,"date":"2026-02-15T12:13:07","date_gmt":"2026-02-15T12:13:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/5619\/"},"modified":"2026-02-15T12:13:07","modified_gmt":"2026-02-15T12:13:07","slug":"tankstopp-in-guinea-wird-fuer-die-piloten-zum-albtraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/5619\/","title":{"rendered":"Tankstopp in Guinea wird f\u00fcr die Piloten zum Albtraum"},"content":{"rendered":"\n<p>Was als Routineflug beginnen sollte, endete im Albtraum: Ende Dezember charterte eine f\u00fcnfk\u00f6pfige brasilianische Familie eine Gulfstream IV, um von Suriname nach Dubai zu reisen. Im Cockpit des zweistrahligen Businessjets sa\u00dfen zwei US-Amerikaner. Der Flug startete am 18. Dezember.<\/p>\n<p>Die Reichweite der Gulfstream IV liegt bei 7300 bis 8000 Kilometern. Weil Suriname rund 12.000 Kilometer von Dubai entfernt ist, war bereits vor Abflug klar, dass der Flug einen Tankstopp einlegen muss. Die Piloten entschieden sich f\u00fcr eine Zwischenlandung auf dem internationalen Flughafen Ahmed S\u00e9kou Tour\u00e9 in Conakry, Guinea. Der Airport liegt an der Westk\u00fcste Afrikas.<\/p>\n<p>Piloten hatten Genehmigung f\u00fcr Tankstopp<\/p>\n<p>Die Piloten sind davon ausgegangen, dass ein lokaler Vermittler die notwendigen Genehmigungen f\u00fcr den Tankstopp organisiert hatte. Angeh\u00f6rige der Besatzung betonten gegen\u00fcber US-Medien, dass sie sich strikt an alle Vorschriften hielten und die Triebwerke nicht einmal gestartet h\u00e4tten, ohne zuvor den Flugplan eingereicht und die Genehmigung eingeholt zu haben.<\/p>\n<p>Die Gulfstream landete wie geplant in Conakry. Doch statt von einem Tankwagen wurden die Piloten am Flugzeug von bewaffneten Soldaten empfangen. \u00abEs waren etwa 100 Armeeangeh\u00f6rige, die mit AK-47-Gewehren auf uns zielten und Franz\u00f6sisch sprachen \u2013 das wir nicht verstehen\u00bb, berichtete N\u00fa\u00f1ez im Gespr\u00e4ch mit <a href=\"https:\/\/www.cbsnews.com\/newyork\/news\/new-jersey-pilot-fabio-espinal-nunez-held-in-republic-of-guinea\/\" id=\"4a92fcab-ccbd-4131-bca3-87db6ed19069\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">CBS News<\/a>. Der Vorwurf: unbefugtes Eindringen in den guineischen Luftraum.<\/p>\n<p>Ihnen drohen bis zu 20 Jahre Haft<\/p>\n<p>Laut CBS News und anderen Quellen liegen jedoch Funkprotokolle und offizielle Flugdokumente vor, die belegen, dass die Crew die notwendige Landeerlaubnis hatte. Die Piloten beschreiben die Situation als klaren \u00abHinterhalt\u00bb und betonen, dass sie sich an alle Vorschriften gehalten haben. Beide wurden verhaftet und zehn Tage in Untersuchungshaft festgehalten.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wurden sie in das Gef\u00e4ngnis von Conakry verlegt. Ihnen droht eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren. Laut Angaben der Familie sind die Haftbedingungen erb\u00e4rmlich: Es gebe nicht genug Nahrung, und die beiden M\u00e4nner seien zusammen mit zehn anderen in einer nur vier mal sechs Meter gro\u00dfen Zelle eingesperrt.<\/p>\n<p>Familien fordern diplomatische L\u00f6sung<\/p>\n<p>Die Familien der beiden Piloten stehen in engem Kontakt mit US-Beh\u00f6rden. Im n\u00e4chsten Schritt streben sie eine diplomatische L\u00f6sung an. Ihre Argumentation: Die M\u00e4nner h\u00e4tten einen vollkommen rechtm\u00e4\u00dfigen Flug durchgef\u00fchrt, seien w\u00e4hrend der gesamten Zeit in Kontakt mit der Flugsicherung gewesen und h\u00e4tten niemals wegen eines geplanten Tankstopps festgehalten werden d\u00fcrfen. Mittlerweile sitzen die beiden seit \u00fcber sechs Wochen in Guinea in Haft.<\/p>\n<p>Hinter aeroTELEGRAPH steckt mehr als eine Website: ein Team erfahrener Journalistinnen und Journalisten, das fliegt, recherchiert und einordnet \u2013 Tag f\u00fcr Tag. 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