{"id":57805,"date":"2026-03-25T05:57:17","date_gmt":"2026-03-25T05:57:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/57805\/"},"modified":"2026-03-25T05:57:17","modified_gmt":"2026-03-25T05:57:17","slug":"werden-die-wto-mitgliedstaaten-die-organisation-reformieren-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/57805\/","title":{"rendered":"Werden die WTO-Mitgliedstaaten die Organisation reformieren k\u00f6nnen?"},"content":{"rendered":"<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/524964710_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"Viele M\u00e4nner beklatschen eine frau in afrikanischem Gewand\" loading=\"eager\" decoding=\"sync\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>                WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala (Mitte links) will Reformen vorantreiben \u2013 doch die Mitgliedstaaten sind sich uneinig.            <\/p>\n<p>            Afp Or Licensors        <\/p>\n<p>        Die Mitglieder der Welthandelsorganisation treffen sich vom 26. bis 29. M\u00e4rz zur Ministerkonferenz in Yaound\u00e9, Kamerun. Im Zentrum steht ein Reformprojekt, verhandelt in einem angespannten geopolitischen Klima.\n<\/p>\n<p>        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht    <\/p>\n<p>        25. M\u00e4rz 2026 &#8211; 06:00\n<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/dorian-burkhalter-profileImage-46931747.png\" width=\"1000\" height=\"1000\" alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>\n                Ich bin in Genf ans\u00e4ssig und berichte \u00fcber die Arbeit der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen. Mein Schwerpunkt liegt auf humanit\u00e4rer Hilfe, Menschenrechten und Friedensdiplomatie.<br \/>\nIch habe an der Universit\u00e4t Lausanne Betriebs- und Volkswirtschaft studiert, bevor ich eine Ausbildung zum Journalisten machte und 2021 zu SWI swissinfo.ch kam.\n            <\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/author\/dorian-burkhalter\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                Mehr von dieser Autorin \/ diesem Autoren            <\/a><\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/department\/franzosischsprachige-redaktion\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                Franz\u00f6sischsprachige Redaktion            <\/a><\/p>\n<p>Der Krieg im Nahen Osten beeintr\u00e4chtigt den Handel und droht, das Wachstum der Weltwirtschaft zu bremsen. In diesem Kontext beginnt in Yaound\u00e9, Kamerun, die 14. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) \u2013 das wichtigste Beschlussorgan der Institution<\/p>\n<p>Die WTO \u2013 deren Regeln dem Handel einen Rahmen und ein Mass an Vorhersehbarkeit bieten sollen \u2013 wurde von der US-Regierung unter Donald Trump auf eine harte Probe gestellt. Er hat mehreren L\u00e4ndern, darunter der Schweiz, hohe Z\u00f6lle auferlegt, um g\u00fcnstigere bilaterale Abkommen zu erzielen.<\/p>\n<p>\u00abDer Status quo ist keine Option\u00bb, erkl\u00e4rte die Generaldirektorin der Organisation, Ngozi Okonjo-Iweala, letzten Monat an einer Pressekonferenz in Genf. \u00abWir m\u00fcssen uns weiterentwickeln, um uns unserer Zeit anzupassen\u00bb, f\u00fcgte sie hinzu und verwies auf die wirtschaftlichen, demografischen und technologischen Ver\u00e4nderungen seit der Gr\u00fcndung der WTO im Jahr 1995. Ihrer Ansicht nach sind Reformen notwendig, denn ein Zusammenbruch des multilateralen Handelssystems w\u00fcrde \u00abChaos\u00bb verursachen.<\/p>\n<p>Die Reformen werden daher im Mittelpunkt des n\u00e4chsten Ministertreffens stehen, das alle zwei Jahre stattfindet und zu dem die Minister:innen der 166 Mitgliedstaaten eingeladen sind.<\/p>\n<p>\u00abDie Chancen, dass das Ministertreffen zu konkreten Ergebnissen beim Reformdossier f\u00fchrt, sind sehr gering\u00bb, sch\u00e4tzt Joost Pauwelyn, Professor f\u00fcr internationales Recht am Geneva Graduate Institute. \u00abMit 166 Mitgliedstaaten ist es bereits sehr kompliziert, sich \u00fcberhaupt auf einen Fahrplan zu einigen\u00bb, f\u00fcgt der WTO-Spezialist und Partner bei Cassidy Levy Kent hinzu.<\/p>\n<p>In diesem Artikel gehen wir detaillierter auf die Herausforderungen der WTO ein:<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/615070299_highres.jpg\" width=\"1253\" height=\"836\" alt=\"Ein Containerschiff\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Internationales Genf\n        <\/p>\n<p>        \u00c4ra Trump: Kann die WTO ihrem Auftrag noch gerecht werden?    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        25. M\u00e4rz 2025                    <\/p>\n<p>                Seit dem Amtsantritt von US-Pr\u00e4sident Donald Trump und der Einf\u00fchrung von Z\u00f6llen nehmen die Handelsspannungen zu. Was kann die Genfer WTO dagegen tun?            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/internationales-genf\/%c3%a4ra-trump-kann-die-wto-ihrem-auftrag-noch-gerecht-werden\/89025812\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr \u00c4ra Trump: Kann die WTO ihrem Auftrag noch gerecht werden?<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>\u00abKein Ort mehr f\u00fcr Abkommen\u00bb<\/p>\n<p>Das Thema Reform ist fast so alt wie die Organisation selbst. Abkommen abzuschliessen ist aufgrund der Konsensregel, die die Zustimmung jedes Mitglieds erfordert, zu einer nahezu unm\u00f6glichen Mission geworden.<\/p>\n<p>Okonjo-Iweala hat jedoch die \u00abRobustheit\u00bb der Organisation betont und daran erinnert, dass trotz der Handelsspannungen und des zunehmenden Protektionismus mehr als 70% des Welthandels noch immer im Einklang mit den WTO-Regeln abgewickelt werden.<\/p>\n<p>\u00abDie WTO ist kein Ort mehr, um Handelsabkommen abzuschliessen. Sie werden jetzt ausserhalb verhandelt, etwa zwischen dem Mercosur und der Europ\u00e4ischen Union oder in den bilateralen Abkommen, die die USA in den letzten Monaten abgeschlossen haben\u00bb, sagt Pauwelyn. \u00abAber sie bleibt ein wichtiger Ort f\u00fcr technische Diskussionen, zum Beispiel \u00fcber Gesundheitsmassnahmen, die f\u00fcr bestimmte Lebensmittel gelten\u00bb.<\/p>\n<p>Eine weitere Schwierigkeit: Seit 2019 ist das Berufungsgremium \u2013 die letzte Instanz f\u00fcr die Beilegung von Handelsstreitigkeiten zwischen L\u00e4ndern \u2013 durch die USA blockiert. Diese verhindern die Ernennung neuer Richter:innen.<\/p>\n<p>Die Organisation verf\u00fcgt jedoch \u00fcber andere Mechanismen zur Schlichtung, etwa die Multipartite Interim Appeal Arbitration Arrangement (MPIA), die von rund f\u00fcnfzig Mitgliedern, darunter die EU und China, unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n<p>Auch andere UNO-Gremien stehen unter Druck:<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/686879170_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"leerer sitz der usa im saal des menschenrechtsrats\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Internationales Genf\n        <\/p>\n<p>        Zwanzig Jahre Menschenrechtsrat: Das wichtigste UNO-Gremium steht unter Druck    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        23. Feb. 2026                    <\/p>\n<p>                Der UNO-Menschenrechtsrat trifft sich in Genf zu seiner ersten Sitzung des Jahres \u2013 unter politischem und finanziellem Druck.            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/internationales-genf\/zwanzig-jahre-menschenrechtsrat-das-wichtigste-uno-gremium-steht-unter-druck\/90982849\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Zwanzig Jahre Menschenrechtsrat: Das wichtigste UNO-Gremium steht unter Druck<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Drei Reformachsen<\/p>\n<p>Seit neun Monaten koordiniert der st\u00e4ndige Vertreter Norwegens bei der WTO, Petter \u00d8lberg \u2013 der zum \u00abFacilitator\u00bb des Reformdossiers ernannt wurde \u2013 die Arbeiten zu diesem sensiblen Thema, um die Ministerkonferenz vorzubereiten.<\/p>\n<p>Der Diplomat hat einen Bericht ausgearbeitet und den Mitgliedern der Organisation vorgelegt. Er enth\u00e4lt insbesondere einen Entwurf f\u00fcr eine Ministererkl\u00e4rung sowie einen Arbeitsplan f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Reformen, die in zwei Jahren abgeschlossen sein sollen.<\/p>\n<p>Dieser st\u00f6sst jedoch nicht auf Konsens. W\u00e4hrend sich die EU, die Schweiz oder auch China f\u00fcr einen ehrgeizigen Reformplan aussprechen, geh\u00f6ren Indien und die USA derzeit zu den z\u00f6gerlichsten L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>In Yaound\u00e9 werden drei Reformbereiche auf dem Tisch liegen. Der erste betrifft die konsensuale Entscheidfindung, die die Annahme neuer Abkommen verlangsamt oder sogar blockiert. Das letzte Abkommen \u00fcber Fischereisubventionen trat im September letzten Jahres nach 25 Jahren Verhandlungen in Kraft. Vor diesem Hintergrund m\u00f6chten einige Mitglieder die M\u00f6glichkeit erhalten, sich in L\u00e4ndergruppen zu einigen.<\/p>\n<p>Die Modalit\u00e4ten des Status \u00abEntwicklungsland\u00bb, der bestimmte Vorteile mit sich bringt, beruhen auf einer Selbsteinsch\u00e4tzung. Das erkl\u00e4rt, warum L\u00e4nder wie China oder Singapur davon profitieren.<\/p>\n<p>Auch dieses Thema steht auf dem Programm der Konferenz. Schliesslich vervollst\u00e4ndigen die Regeln f\u00fcr fairen Wettbewerb im Zusammenhang mit Subventionen und Industriepolitiken das Reformpaket.<\/p>\n<p>\u00abEs ist unm\u00f6glich, bei diesen Themen, die seit Jahrzehnten diskutiert werden, einen Konsens zu erzielen, da die Interessen der L\u00e4nder zu stark auseinandergehen\u00bb, sagt Pauwelyn.<\/p>\n<p>\u00abAngesichts der aktuellen Lage \u2013 gepr\u00e4gt von der Rivalit\u00e4t zwischen den USA und China, den Z\u00f6llen von Donald Trump oder den wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Nahen Osten \u2013 werden Reformen nicht als Priorit\u00e4t wahrgenommen.\u00bb<\/p>\n<p>Ein Fahrplan f\u00fcr k\u00fcnftige Reformen k\u00f6nnte dennoch verabschiedet werden, sein Inhalt bleibt aber ungewiss. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erkl\u00e4rte der Schweizer Botschafter bei der WTO, Erwin Bollinger, das Fehlen eines Konsenses \u00fcber einen Fahrplan w\u00e4re \u00abein \u00e4usserst negatives Signal\u00bb. Seiner Ansicht nach \u00abw\u00e4re es kein Tod des multilateralen Handelssystems, aber dieses w\u00fcrde an Relevanz verlieren\u00bb.<\/p>\n<p>Editiert von Virginie Mangin\/sj, \u00dcbertragung aus dem Franz\u00f6sischen mithilfe von KI: Janine Gloor<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1771845489_706_newsletter_teaser_international_geneva.jpg\" width=\"880\" height=\"587\" alt=\"Newsletter Internationales Genf\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Internationales Genf\n        <\/p>\n<p>        Das Internationale Genf    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                Das Internationale Genf ist eine Welt f\u00fcr sich. 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