{"id":59214,"date":"2026-03-26T04:41:05","date_gmt":"2026-03-26T04:41:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/59214\/"},"modified":"2026-03-26T04:41:05","modified_gmt":"2026-03-26T04:41:05","slug":"unerklaerliche-strahlung-das-raetsel-um-gamma-cassiopeiae-ist-geloest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/59214\/","title":{"rendered":"Unerkl\u00e4rliche Strahlung: Das R\u00e4tsel um Gamma Cassiopeiae ist gel\u00f6st"},"content":{"rendered":"<p>Unerkl\u00e4rliche Strahlung: Das R\u00e4tsel um Gamma Cassiopeiae ist gel\u00f6st &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Gammastrahlen: Das R\u00e4tsel um Gamma Cassiopeiae ist gel\u00f6st<\/p>\n<p>Nach rund einem halben Jahrhundert wurde gekl\u00e4rt, warum der Doppelstern Gamma Cassiopeiae ungew\u00f6hnliche R\u00f6ntgen- und Gammastrahlung freisetzt. Ein Wei\u00dfer Zwerg steckt dahinter, der mit dem Hauptstern interagiert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Eine k\u00fcnstlerische Darstellung eines blauen Hauptreihensterns mit einem leuchtenden Akkretionsring, der von einem kleineren, ebenfalls leuchtenden Objekt umkreist wird. Der Hintergrund zeigt einen dunklen Weltraum mit verstreuten Sternen. Die Szene veranschaulicht die Dynamik und Interaktion zwischen den beiden Himmelsk\u00f6rpern im Universum.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/XRISM-gCas-visual-highres.jpg\" title=\"Eine k\u00fcnstlerische Darstellung eines blauen Hauptreihensterns mit einem leuchtenden Akkretionsring, der von einem kleineren, ebenfalls leuchtenden Objekt umkreist wird. Der Hintergrund zeigt einen dunklen Weltraum mit verstreuten Sternen. Die Szene veranschaulicht die Dynamik und Interaktion zwischen den beiden Himmelsk\u00f6rpern im Universum.\"\/><\/p>\n<p> Dynamisches Sternsystem | Rund 550\u00a0Lichtjahre von uns entfernt befindet sich der Doppelstern Gamma Cassiopeiae im Sternbild Kassiopeia (Illustration). Er besteht aus einem sehr hei\u00dfen und schnell rotierenden Hauptreihenstern sowie einem Wei\u00dfen Zwerg (im Vordergrund). <\/p>\n<p>In unseren Breiten l\u00e4sst sich in jeder klaren Nacht in Richtung Norden das Sternbild Kassiopeia sichten, wegen seiner markanten Form oft auch als \u00bbHimmels-W\u00ab bezeichnet. In der Mitte des \u00bbW\u00ab befindet sich der Stern Gamma Cassiopeiae oder kurz Gamma\u00a0Cas, der gut mit dem blo\u00dfen Auge zu sehen ist. Bei ihm wurde schon vor einem halben Jahrhundert energiereiche R\u00f6ntgen- und Gammastrahlung aufgesp\u00fcrt, deren Ursprung lange r\u00e4tselhaft blieb. Das Geheimnis konnte nun gel\u00fcftet werden, wie eine Forschungsgruppe um Ya\u00ebl Naz\u00e9 an der belgischen Universit\u00e4t von L\u00fcttich in einer im M\u00e4rz in der <a href=\"https:\/\/www.aanda.org\/component\/article?access=doi&amp;doi=10.1051\/0004-6361\/202558284\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Fachzeitschrift \u00bbAstronomy &amp; Astrophysics\u00ab<\/a> ver\u00f6ffentlichten Arbeit berichtet: Der Ursprung der energiereichen Strahlung ist demnach ein Wei\u00dfer Zwerg, auf den Materie einf\u00e4llt. Die entscheidenden Hinweise daf\u00fcr lieferte die japanische X-Ray Imaging and Spectroscopy Mission (XRISM), an der auch die Europ\u00e4ische Weltraumagentur ESA beteiligt\u00a0ist. <\/p>\n<p>Gamma Cas ist ein 550\u00a0Lichtjahre von der Erde entfernter Hauptreihenstern des Spektraltyps \u00bbB\u00ab mit der 16-fachen Masse der Sonne und etwa der 35\u00a0000-fachen Leuchtkraft. Bei ihm fiel vor langer Zeit auf, dass in seinem Spektrum die Wasserstofflinien nicht dunkel erscheinen, sondern hell\u00a0\u2013 es muss also eine zus\u00e4tzliche Emissionsquelle von Wasserstoff geben. Daher erhielt Gamma Cas die spektrale Bezeichnung \u00bbBe\u00ab; das \u00bbe\u00ab steht f\u00fcr Emission.<\/p>\n<p>Verantwortlich f\u00fcr die zus\u00e4tzliche Strahlung ist eine Scheibe aus hei\u00dfem Gas, die den Stern an seinem \u00c4quator umgibt; das war bereits aus vorhergehenden Studien bekannt. Diese Scheibe entstand dadurch, dass der Stern rasend schnell rotiert\u00a0\u2013 etwa einmal alle 1,2\u00a0Tage bei einem Durchmesser, der dem Zehnfachen unserer Sonne entspricht. Dadurch kann die Fliehkraft am \u00c4quator die Oberfl\u00e4chenschwerkraft von Gamma Cas \u00fcberwinden, sodass Gas ins All entweicht und sich in einer Scheibe um den Stern ansammelt.<\/p>\n<p>Die Freisetzung des Materials geschieht nicht gleichf\u00f6rmig, sondern kann mit der Zeit schwanken. Dadurch \u00e4ndert sich auch die Helligkeit von Gamma Cas deutlich, er geh\u00f6rt damit zu den sogenannten ver\u00e4nderlichen Sternen. Weitere spektrale Untersuchungen ergaben zus\u00e4tzlich, dass Gamma Cas einen engen, massearmen Begleiter besitzt, einen Wei\u00dfen Zwerg. Er ist nicht direkt sichtbar, sondern l\u00e4sst sich nur an \u00c4nderungen im Spektrum des Doppelsternsystems erkennen.<\/p>\n<p>Bereits Mitte der 1970er-Jahre, mit dem Aufkommen der ersten R\u00f6ntgen- und Gammastrahlensatelliten, offenbarte sich Gamma Cas als eine au\u00dfergew\u00f6hnlich starke Quelle f\u00fcr diese Art der energiereichen Strahlung am Himmel. Sie stammt von extrem hei\u00dfem Gas mit einer Temperatur von rund 150\u00a0Millionen Grad Celsius und ist etwa 40-mal st\u00e4rker als bei einem gew\u00f6hnlichen Be-Stern. Doch bis heute blieb die Frage, wo sich dieses im System von Gamma Cas befindet.<\/p>\n<p>Nun kamen die Beobachtungsdaten des Satelliten XRISM ins Spiel, mit dem die Forschungsgruppe um Naz\u00e9 den Stern Gamma Cas in hoher zeitlicher Aufl\u00f6sung untersuchen konnte. Es zeigte sich, dass die Strahlungssignatur des hei\u00dfen Gases der Umlaufbewegung des Wei\u00dfen Zwergs um den Hauptstern folgt. Daraus ergibt sich folgendes Szenario: Materie aus der hei\u00dfen Scheibe um den Hauptstern tritt auf den Wei\u00dfen Zwerg \u00fcber, sammelt sich auch dort in einer Akkretionsscheibe an und st\u00fcrzt schlie\u00dflich auf dessen Oberfl\u00e4che. Dabei wird das Gas enorm aufgeheizt und setzt die energiereiche Strahlung\u00a0frei.<\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist promovierter Geochemiker und Redakteur f\u00fcr Astronomie. <\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p> Naz\u00e9, Y. et al., Astronomy &amp; Astrophysics 10.1051\/0004\u20136361\/202558284 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/e9f7d5819a9f41daad5eb58e14d13d96.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unerkl\u00e4rliche Strahlung: Das R\u00e4tsel um Gamma Cassiopeiae ist gel\u00f6st &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltGammastrahlen: Das R\u00e4tsel um&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":59215,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[293,46,16985,16987,16986,16990,16988,16992,16989,45,60,59,44,64,61,63,62,16991],"class_list":{"0":"post-59214","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-astronomie","9":"tag-ch","10":"tag-doppelstern","11":"tag-gamma-cas","12":"tag-gamma-casiopeiae","13":"tag-himmels-w","14":"tag-kassiopeia","15":"tag-roentgenastronomie","16":"tag-roentgenstern","17":"tag-schweiz","18":"tag-science","19":"tag-science-technology","20":"tag-switzerland","21":"tag-technik","22":"tag-technology","23":"tag-wissenschaft","24":"tag-wissenschaft-technik","25":"tag-xrism"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116293636337625765","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59214","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59214"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59214\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/59215"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59214"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59214"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59214"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}