{"id":60144,"date":"2026-03-26T17:44:10","date_gmt":"2026-03-26T17:44:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/60144\/"},"modified":"2026-03-26T17:44:10","modified_gmt":"2026-03-26T17:44:10","slug":"clarity-act-coinbase-blockiert-das-gesetz-weiterhin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/60144\/","title":{"rendered":"CLARITY Act: Coinbase blockiert das Gesetz weiterhin"},"content":{"rendered":"<p>Coinbase verweigert dem US-Senat erneut die Unterst\u00fctzung f\u00fcr den CLARITY Act. Das Unternehmen lehnt die aktualisierten Stablecoin-Yield-Bestimmungen ab, die passive Ertr\u00e4ge auf Stablecoin-Guthaben verbieten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Am 25. M\u00e4rz teilte Coinbase dem Senatsstab mit, die aktuelle Fassung nicht mittragen zu k\u00f6nnen. Das Unternehmen \u00e4usserte \u00aberhebliche Bedenken\u00bb gegen\u00fcber den Yield-Bestimmungen im Gesetzentwurf. Bereits im Januar hatte Coinbase einen fr\u00fcheren Entwurf abgelehnt und so die geplante Abstimmung im Senate Banking Committee gekippt. Damit gef\u00e4hrdet die gr\u00f6sste b\u00f6rsennotierte Krypto-B\u00f6rse der USA zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten <a href=\"https:\/\/cvj.ch\/fokus\/legal-compliance\/jpmorgan-prognostiziert-krypto-aufschwung-bei-verabschiedung-des-clarity-acts\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">das zentrale Krypto-Marktstrukturgesetz<\/a>.<\/p>\n<p>Milliarden-Gesch\u00e4ft mit USDC-Reserven im Zentrum des Konflikts<\/p>\n<p>Hinter Coinbases Widerstand steht ein konkretes finanzielles Interesse. Das Unternehmen erzielte 2025 rund 1.35 Milliarden USD an Stablecoin-Einnahmen &#8211; allein im dritten Quartal flossen 355 Millionen USD aus diesem Gesch\u00e4ftszweig. Der Grossteil stammt aus einem Verteilungsabkommen mit Circle, dem Herausgeber des Stablecoins USDC.<\/p>\n<p>Die Struktur dieses Abkommens macht Coinbases Position nachvollziehbar. F\u00fcr USDC, die direkt auf der Coinbase-Plattform gehalten werden, erh\u00e4lt die B\u00f6rse 100 Prozent der Reserveeinnahmen. Bei USDC ausserhalb der Plattform teilen sich Circle und Coinbase die Erl\u00f6se h\u00e4lftig. 2024 zahlte Circle insgesamt 908 Millionen USD an Coinbase aus &#8211; bei Gesamtdistributionskosten von 1.01 Milliarden USD. Coinbase h\u00e4lt inzwischen rund 20 bis 22 Prozent der gesamten USDC-Umlaufmenge, gegen\u00fcber 5 Prozent im Jahr 2022.<\/p>\n<p>Ein Verbot passiver Stablecoin-Yields w\u00fcrde dieses Gesch\u00e4ftsmodell direkt treffen. Denn die Reserveeinnahmen basieren auf der Verzinsung der USDC-Reserven. Coinbases Ablehnung ist daher weniger ideologisch als \u00f6konomisch motiviert.<\/p>\n<p>Tillis-Alsobrooks-Kompromiss scheitert an Coinbase<\/p>\n<p>Die Senatoren Thom Tillis (Republikaner) und Angela Alsobrooks (Demokratin) hatten am 10. M\u00e4rz einen Stablecoin-Yield-Kompromiss vorgelegt. Am 20. M\u00e4rz best\u00e4tigten beide eine grunds\u00e4tzliche Einigung, unterst\u00fctzt vom Weissen Haus. In der Branche galt das Thema als \u00abzu 99 Prozent gel\u00f6st\u00bb.<\/p>\n<p>Der Kompromiss unterscheidet zwischen passiven und aktiven Ertr\u00e4gen. Passive Yields f\u00fcr das blosse Halten eines Stablecoins w\u00e4ren verboten. Aktivit\u00e4tsbasierte Belohnungen &#8211; etwa f\u00fcr Zahlungen oder Transaktionen &#8211; blieben erlaubt. Banklobbyisten hatten auf genau diese Unterscheidung gedr\u00e4ngt, weil passive Stablecoin-Yields Einlagen aus dem traditionellen Bankensystem abziehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass Coinbase mit dieser Haltung zunehmend isoliert dasteht. Andere grosse Branchenakteure wie Ripple, Andreessen Horowitz und Kraken unterst\u00fctzen den Gesetzentwurf. Senatorin Cynthia Lummis setzte sich zwar aktiv f\u00fcr den Schutz von Stablecoin-Rewards ein, doch der bipartisane Kompromiss fand breite Zustimmung. CEO Brian Armstrong machte die Position des Unternehmens im Januar unmissverst\u00e4ndlich klar: lieber gar kein Gesetz als eines, das Stablecoin-Yields einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Zweite Blockade in drei Monaten<\/p>\n<p>Schon im Januar hatte Coinbase den damaligen CLARITY-Act-Entwurf abgelehnt. Das f\u00fcr den 16. Januar geplante Markup im Senate Banking Committee wurde daraufhin abgesagt. Wochenlang lagen die Verhandlungen auf Eis. Der CLARITY Act soll ein f\u00f6derales Rahmenwerk f\u00fcr Kryptow\u00e4hrungen in den USA schaffen und die Aufsicht formal zwischen der SEC und der CFTC aufteilen. Das Repr\u00e4sentantenhaus verabschiedete seine Version bereits im Juli 2025. Im Senat stockt der Prozess seither.<\/p>\n<p>Neben der Stablecoin-Yield-Debatte belasten weitere Konflikte die Verhandlungen. Demokraten fordern Ethics-Bestimmungen, die Politikern den Profit aus Krypto-Engagements untersagen w\u00fcrden. Republikaner lehnen diese Massnahmen ab. Parallel verhandelt der Senat eine Anpassung des GENIUS Act zur Stablecoin-Regulierung, dessen Yield-Bestimmungen die gleiche Grundsatzdebatte ber\u00fchren. Das Zeitfenster schliesst sich. Nach der Osterpause, die am 13. April endet, ist ein Senate Banking Committee Markup f\u00fcr die zweite Aprilh\u00e4lfte angesetzt. Als informelle Deadline gilt Mai 2026 &#8211; danach d\u00fcrfte der Midterm-Wahlkampf die Agenda dominieren.<\/p>\n<p>Coinbase spielt damit ein riskantes Spiel. Das Unternehmen setzt auf maximalen Verhandlungsdruck, um die Yield-Bestimmungen zu seinen Gunsten zu ver\u00e4ndern. Gleichzeitig riskiert es, dass der CLARITY Act vollst\u00e4ndig scheitert. F\u00fcr Coinbase selbst k\u00f6nnte das Ergebnis paradox ausfallen: Ein regulatorisches Vakuum sch\u00fctzt zwar kurzfristig das bestehende USDC-Gesch\u00e4ft, verhindert aber die institutionelle Planungssicherheit, von der die B\u00f6rse langfristig profitieren w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Coinbase verweigert dem US-Senat erneut die Unterst\u00fctzung f\u00fcr den CLARITY Act. 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