{"id":60167,"date":"2026-03-26T18:08:08","date_gmt":"2026-03-26T18:08:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/60167\/"},"modified":"2026-03-26T18:08:08","modified_gmt":"2026-03-26T18:08:08","slug":"lausanne-ioc-verlangt-kuenftig-geschlechtertest-von-sportlerinnen-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/60167\/","title":{"rendered":"Lausanne | IOC verlangt k\u00fcnftig Geschlechtertest von Sportlerinnen"},"content":{"rendered":"<p>Lausanne (dpa) &#8211; Alle Sportlerinnen sollen sich nach dem Willen des Internationalen Olympischen Komitees k\u00fcnftig Geschlechtertests unterziehen, um an internationalen Frauen-Wettbewerben teilnehmen zu d\u00fcrfen. Transfrauen soll ein Start in der Frauenkategorie k\u00fcnftig untersagt sein, wie das IOC mitteilte. Die neue Richtlinie ist das Ergebnis einer von IOC-Pr\u00e4sidentin Kirsty Coventry eingesetzten Arbeitsgruppe zum \u00abSchutz der Frauen-Kategorie\u00bb.<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser f\u00fcr die versch\u00e4rfte Politik der olympischen Dachorganisation war der Wirbel um Wettbewerbe im Frauen-Boxen bei den Sommerspielen in Paris 2024. Im Zentrum der Geschlechterdebatte standen die Olympiasiegerinnen Imane Khelif und Lin Yu-ting. Beide waren zuvor vom Weltverband Iba von der WM ausgeschlossen worden, da sie auf der Basis eines nicht n\u00e4her erkl\u00e4rten Geschlechtertests angeblich die Teilnahme-Kriterien nicht erf\u00fcllt hatten.<\/p>\n<p>Bei Olympia durften beide starten. Der damalige IOC-Pr\u00e4sident Thomas Bach sagte unter Verweis auf die damals geltenden Regeln: \u00abEs bestand nie ein Zweifel daran, dass sie Frauen sind.\u00bb Khelif betonte zuletzt auch: \u00abIch bin keine Transsexuelle, ich bin ein M\u00e4dchen.\u00bb Transmenschen oder Transgender sind Personen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde.<\/p>\n<p>Test muss nur einmal gemacht werden<\/p>\n<p>Khelif k\u00fcndigte bereits vor der Neuregelung des IOC an, sich vor Olympia 2028 in Los Angeles einem Geschlechtertest zu unterziehen. Laut der neuen IOC-Richtlinie m\u00fcssen sich Athletinnen nur einmal den Test vornehmen lassen, sofern es keine Zweifel am Ergebnis gibt. Danach seien sie dauerhaft f\u00fcr Wettbewerbe zugelassen, hie\u00df es.<\/p>\n<p>Zuletzt in Italien war der schwedische Buckelpistenfahrer Elis Lundholm als erster offen als Transmann lebender Athlet bei Winterspielen an den Start gegangen &#8211; in der Frauen-Konkurrenz. Bei seiner Geburt war ihm das weibliche Geschlecht zugewiesen worden. Seit vielen Jahren identifiziert er sich allerdings als Mann. Eine juristische \u00c4nderung des Geschlechtseintrags hatte er aber nicht vornehmen lassen, ebenso wenig medizinische Ma\u00dfnahmen zur geschlechtsangleichenden Behandlung. Daher wurde er vom schwedischen Verband f\u00fcr das Frauenteam nominiert, das IOC erlaubte seine Teilnahme.<\/p>\n<p>Fall Caster Semenya sorgte f\u00fcr Aufregung<\/p>\n<p>In der Leichtathletik hatte es in j\u00fcngerer Vergangenheit viel Aufregung um den Fall Caster Semenya gegeben. Die dreimalige Weltmeisterin wehrte sich dagegen, sich vor Starts einer Hormonbehandlung zur Senkung ihres nat\u00fcrlichen Testosteronspiegels zu unterziehen. Sie betonte immer wieder, sie sei eine Frau. Nach Angaben in ihrer Autobiografie hat sie keine Geb\u00e4rmutter und keinen Eileiter.<\/p>\n<p>Als Reaktion auf die Debatten durften bei den Weltmeisterschaften im Boxen in Liverpool und in der Leichtathletik in Tokio im vergangenen Jahr nur Sportlerinnen in der Frauen-Kategorie starten, die sich einem sogenannten SRY-Gentest zur Bestimmung des biologischen Geschlechts unterziehen und das Ergebnis \u00abweiblich\u00bb vorweisen. Die Sportlerinnen werden bei diesem Test auf ein Gen auf dem Y-Chromosom untersucht, das f\u00fcr die Entwicklung m\u00e4nnlicher Geschlechtsmerkmale entscheidend ist.<\/p>\n<p>Dabei reicht ein Wangenabstrich oder eine Blutabnahme. Davor steht aber ein langes Aufkl\u00e4rungsgespr\u00e4ch. Unter den Athletinnen gehen die Meinungen \u00fcber das Vorgehen auseinander, viele deutsche Sportlerinnen \u00e4u\u00dferten sich kritisch. Eine gro\u00dfe Gruppe von Menschenrechtsorganisationen hatte das IOC schon vorab mit scharfen Worten aufgefordert, die Regel nicht in Kraft zu setzen.<\/p>\n<p>Die Kritiker verweisen darauf, dass die Tests die Privatsph\u00e4re verletzen w\u00fcrden. Die blo\u00dfe Fokussierung auf biologische Merkmale werde zudem der Komplexit\u00e4t der Geschlechtsidentit\u00e4t nicht gerecht. \u00abGeschlechtsspezifische Kontrollen und Ausgrenzung schaden allen Frauen und M\u00e4dchen und untergraben genau jene W\u00fcrde und Fairness, f\u00fcr die sich das IOC angeblich einsetzt\u00bb, sagte die Direktorin der \u00abSport &amp; Rights Alliance\u00bb, Andrea Flores.<\/p>\n<p>Trump setzt IOC unter Druck<\/p>\n<p>Schon fr\u00fcher gab es in der olympischen Welt Geschlechtertests. So f\u00fchrte das IOC vor den Olympischen Spielen 1968 Abstrich-Tests zur Bestimmung der Geschlechts-Chromosomen ein. Nach Problemen und Widerst\u00e4nden stellte das IOC die generelle Testung 1999 ein.<\/p>\n<p>Coventry, die erste Frau an der Spitze des IOC, hatte schon in ihrem Wahlkampf angek\u00fcndigt, den Schutz der Frauen-Kategorie zu einem Kernthema zu machen. Zus\u00e4tzlicher Druck kam von US-Pr\u00e4sident Donald Trump, der inmitten der Debatte um Khelif versprochen hatte, \u00abM\u00e4nner aus dem Frauensport herauszuhalten\u00bb. Anfang des Vorjahres hatte Trump ein Dekret unterzeichnet, das Transmenschen von der Teilnahme am Frauensport ausschlie\u00dft. Der Republikaner ist 2028 offiziell Gastgeber der Sommerspiele in Los Angeles.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lausanne (dpa) &#8211; Alle Sportlerinnen sollen sich nach dem Willen des Internationalen Olympischen Komitees k\u00fcnftig Geschlechtertests unterziehen, um&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":60168,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[178,494,17167,118,45,7306],"class_list":{"0":"post-60167","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-lausanne","8":"tag-gesellschaft","9":"tag-international","10":"tag-ioc","11":"tag-lausanne","12":"tag-schweiz","13":"tag-sportpolitik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116296809744664399","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60167","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60167"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60167\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60168"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60167"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60167"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60167"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}