{"id":64880,"date":"2026-03-30T10:54:06","date_gmt":"2026-03-30T10:54:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/64880\/"},"modified":"2026-03-30T10:54:06","modified_gmt":"2026-03-30T10:54:06","slug":"viel-bildschirmzeit-belastet-das-herz-junger-erwachsener","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/64880\/","title":{"rendered":"Viel Bildschirmzeit belastet das Herz junger Erwachsener"},"content":{"rendered":"<p>New Orleans\u00a0\u2013 Mehr als 6 Stunden Bildschirmzeit pro Tag stehen bei jungen Erwachsenen mit einem erh\u00f6hten kardiovaskul\u00e4ren Risiko und einem h\u00f6heren Body-Mass-Index (BMI) in Zusammenhang \u2013 unabh\u00e4ngig vom Ausma\u00df k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t, wie eine neue Beobachtungsstudie nahelegt.<\/p>\n<p>Zwar erwies sich die Bildschirmzeit als eigenst\u00e4ndiger Pr\u00e4diktor f\u00fcr erh\u00f6hte Blutdruck- und Cholesterinwerte sowie f\u00fcr einen h\u00f6heren BMI. In Kombination mit geringer k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t verst\u00e4rkten sich die Effekte jedoch deutlich: Beide Faktoren wirkten synergistisch auf BMI und Blutdruck, so die Autoren der Studie. Ihre Resultate haben sie bei den 26. Annual Scientific Sessions des American College of Cardiology (ACC) 2026 pr\u00e4sentiert [1].\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ck-editor__editable ck-editor__nested-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/ht-260326-islam-zain-120x156.jpg\" alt=\"photo of Zain Islam\" height=\"156\" width=\"120\" data-asset-description=\"Zain Islam\" data-asset-id=\"8239d64c-4549-4042-9851-6f65ba3ef611\" data-asset-title=\"ht-260326-islam-zain-120x156.jpg\" data-creditline=\"Zain Islam\" data-source=\"Zain Islam\" data-keywords=\"\" data-path=\"\/vim\/live\/professional_assets\/medscape\/images\/thumbnail_library\/ht-260326-islam-zain-120x156.jpg\" data-asset-url=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/ht-260326-islam-zain-120x156.jpg\" data-height=\"156\" data-width=\"120\" role=\"textbox\" tabindex=\"-1\" contenteditable=\"true\" loading=\"lazy\"\/>Zain Islam<\/p>\n<p>\u201eDie zentrale Erkenntnis ist, dass \u00fcberm\u00e4\u00dfige Bildschirmzeit bei jungen Erwachsenen als eigenst\u00e4ndiger und beeinflussbarer kardiovaskul\u00e4rer Risikofaktor betrachtet werden sollte\u201c, erkl\u00e4rte Erstautor Zain Islam. \u201eWichtig ist auch, dass die Zusammenh\u00e4nge mit ung\u00fcnstigen kardiometabolischen Markern selbst nach Ber\u00fccksichtigung des Aktivit\u00e4tsniveaus bestehen bleiben. Das bedeutet: Bildschirmzeit ist ein eigenst\u00e4ndiger modifizierbarer Faktor f\u00fcr das Herz-Kreislauf-Risiko.\u201c<\/p>\n<p>Assoziation zwischen der Bildschirmzeit und kardiovaskul\u00e4ren Risikomarkern<\/p>\n<p>Islam und Kollegen haben eine prospektive Beobachtungsstudie mit 382 Erwachsenen aus Pakistan durchgef\u00fchrt. Ihre Teilnehmer beantworteten einen Fragebogen zur t\u00e4glichen Bildschirmzeit und zur k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4t. Au\u00dferdem wurden verschiedene klinische Parameter erhoben, darunter der Body-Mass-Index (BMI), der Taillenumfang, der Blutdruck sowie das N\u00fcchtern-Lipidprofil.<\/p>\n<p>Mit Regressionsanalysen untersuchten Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit, k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t und kardiovaskul\u00e4ren Risikomarkern. Sie wollten wissen, ob die Probanden au\u00dferhalb von Arbeit oder Schule mehr oder weniger als 6 Stunden t\u00e4glich Bildschirme nutzten \u2013 etwa Smartphones, Tablets, Computer oder Fernseher. Bei k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t ging es darum, ob mehr oder weniger als 150 Minuten Bewegung pro Woche angegeben wurden.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen eine unabh\u00e4ngige Assoziation zwischen einer t\u00e4glichen Bildschirmzeit von mindestens 6 Stunden und ung\u00fcnstigen kardiovaskul\u00e4ren Parametern: Der systolische Blutdruck lag im Schnitt um 17,9 mmHg h\u00f6her, das LDL-Cholesterin war um 28,5 mg\/dl erh\u00f6ht und der BMI um 2,9 Punkte h\u00f6her (f\u00fcr alle: p &lt; 0,001).<\/p>\n<p>Im Vergleich dazu war ein h\u00f6heres Ma\u00df an k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t (mindestens 150 Minuten pro Woche moderat bis intensiv) unabh\u00e4ngig mit g\u00fcnstigeren Werten verbunden: Der Taillenumfang war um 6,2 cm geringer; die Triglyzeridwerte waren um 38,9 mg\/dl niedriger (f\u00fcr alle: p &lt; 0,001).<\/p>\n<p>Besonders deutlich fiel der Effekt bei ung\u00fcnstiger Kombination aus: Teilnehmer mit viel Bildschirmzeit bei wenig k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t wiesen signifikant h\u00e4ufiger ung\u00fcnstige Werte beim BMI und beim systolischen Blutdruck auf (p &lt; 0,05).<\/p>\n<p>Keine einfachen Erkl\u00e4rungen<\/p>\n<p>Doch wie l\u00e4sst sich die Beobachtung deuten? Die Mechanismen sind wahrscheinlich komplex. Dazu z\u00e4hlen laut Islam unter anderem physiologische Effekte von Bewegungsmangel, Schlafst\u00f6rungen, psychosoziale Belastungen durch digitale Inhalte sowie ung\u00fcnstige Verhaltensmuster w\u00e4hrend der Nutzung, etwa eine erh\u00f6hte Kalorienaufnahme. \u201eIn Summe k\u00f6nnen diese Faktoren zu einem ung\u00fcnstigen kardiometabolischen Profil beitragen\u201c, so Islam.<\/p>\n<p>Die Forscher haben im n\u00e4chsten Schritt untersucht, ob dieser Zusammenhang auch in heterogeneren Populationen bestehen bleibt und objektivere Messmethoden der Bildschirmnutzung \u2013 etwa ger\u00e4tebasierte Tracking-Daten \u2013 einbeziehen. \u201eLangzeitstudien mit harten kardiovaskul\u00e4ren Endpunkten sowie Interventionsstudien, die den Effekt verringerter Bildschirmzeiten auf kardiometabolische Parameter untersuchen, sind jetzt wichtig, um Kausalit\u00e4t und klinische Relevanz besser zu verstehen\u201c, erkl\u00e4rte er.<\/p>\n<p>Alles in allem h\u00e4lt der Experte, falls sich der Zusammenhang best\u00e4tigt, bei \u00c4rzten ein Umdenken f\u00fcr erforderlich. \u201eDigitales Verhalten ist zu einem zentralen Bestandteil des modernen Lebensstils geworden und sollte in die Bewertung kardiovaskul\u00e4rer Risiken ber\u00fccksichtigt werden&#187;, so Islam. \u201eDabei m\u00fcssen Pr\u00e4ventionsstrategien sowohl Bewegungsmangel als auch \u00fcberm\u00e4\u00dfige Bildschirmzeit zum Ziel haben, mit einem klaren Fokus auf strukturierten Verhaltens\u00e4nderungen und digitaler Gesundheitskompetenz.\u201c<\/p>\n<p>Mehr als nur Bewegungsmangel<\/p>\n<p>Die Ergebnisse w\u00fcrden zeigen, dass Bildschirmzeit \u201enicht nur ein Ersatzma\u00df f\u00fcr Bewegungsmangel\u201c darstelle, sondern eigenst\u00e4ndig mit einem erh\u00f6hten kardiovaskul\u00e4ren Risiko und einem h\u00f6heren BMI assoziiert sei, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Srihari Naidu, Professor f\u00fcr Medizin am New York Medical College, gegen\u00fcber Medscape.\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ck-editor__editable ck-editor__nested-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/ht-250611-srihari-naidu-120x156.jpg\" alt=\"photo of Srihari Naidu \" height=\"156\" width=\"120\" data-asset-description=\"Srihari Naidu \" data-asset-id=\"df59ab14-dafc-4f87-861e-4a9459ead1d5\" data-asset-title=\"ht-250611-srihari-naidu-120x156.jpg\" data-creditline=\"New York Medical College\" data-source=\"N\/A\" data-keywords=\"\" data-path=\"\/vim\/live\/professional_assets\/medscape\/images\/thumbnail_library\/ht-250611-srihari-naidu-120x156.jpg\" data-asset-url=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/ht-250611-srihari-naidu-120x156.jpg\" data-height=\"156\" data-width=\"120\" role=\"textbox\" tabindex=\"-1\" contenteditable=\"true\" loading=\"lazy\"\/>Srihari Naidu<\/p>\n<p>\u201eDie Studie ist wichtig, weil die Gesellschaft zunehmend die Risiken eines stark technologiegepr\u00e4gten Lebens erkennt \u2013 sei es im privaten oder beruflichen Kontext. Gleichzeitig wird es in einer Zeit, in der junge Erwachsene viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, immer schwieriger, kardiovaskul\u00e4re Risiken in den Griff zu bekommen\u201c, so Naidu, der nicht an der Studie beteiligt war.<\/p>\n<p>Er h\u00e4lt es f\u00fcr sinnvoll, dass \u00c4rzte ihre Patienten k\u00fcnftig auch nach der t\u00e4glichen Bildschirmzeit fragen, \u00e4hnlich wie \u00a0nach der Schrittzahl. \u201eDas sind einfache Orientierungswerte daf\u00fcr, wie wir unseren Tag strukturieren. Sie k\u00f6nnen dazu beitragen, bewusste Pausen von Smartphone und Computer in den Alltag einzubauen\u201c, erkl\u00e4rt Naidu.<\/p>\n<p>Allerdings handele es sich bei der Studie nicht um ein kontrolliertes Experiment. Es gebe bislang keine Belege daf\u00fcr, dass eine Verringerung der Bildschirmzeit tats\u00e4chlich Risikofaktoren oder kardiovaskul\u00e4re Ereignisse verringere, gibt Naidu zu bedenken. Dennoch sei es wichtig, Lebensstil-Faktoren im Gespr\u00e4ch zu thematisieren.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eEine geringe Schrittzahl und wenig Bewegung bei gleichzeitig hoher Bildschirmzeit \u2013 beide Faktoren sind eng mit sitzendem Verhalten und Adipositas verkn\u00fcpft \u2013 k\u00f6nnen Ausgangspunkt f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch \u00fcber den Lebensstil und \u00fcber Interventionen, auch Medikamente, sein\u201c, so Naidu. \u201eWenn die Bildschirmzeit sehr hoch ist, sollten wir alle kardiovaskul\u00e4ren Risikofaktoren konsequent im Blick behalten und behandeln, einschlie\u00dflich Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, Fettstoffwechselst\u00f6rungen und \u00dcbergewicht.\u201c<\/p>\n<p>Neue Technologien, neue Probleme<\/p>\n<p>Naidu vergleicht die Situation mit fr\u00fcheren Entwicklungen wie der Verbreitung von Fernsehapparaten oder Konsolen f\u00fcr Videospiele, die ebenfalls zu mehr Bewegungsmangel gef\u00fchrt haben. Verschwunden ist keine der Technologien von selbst.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eDer Unterschied ist heute, dass wir all das jederzeit auf dem Smartphone dabeihaben \u2013 und daher praktisch alle Menschen, unabh\u00e4ngig vom Alter, auf unterschiedliche Weise und aus verschiedenen Gr\u00fcnden betroffen sind\u201c, sagte er. \u201eJeder sollte seine eigene Bildschirmzeit kritisch hinterfragen und sie \u2013 zusammen mit der t\u00e4glichen Schrittzahl \u2013 als Ansto\u00df nutzen, sich st\u00e4rker auf gesundheitsf\u00f6rdernde Aktivit\u00e4ten zu konzentrieren, etwa soziale Kontakte, Bewegung oder bewusst bildschirmfreie Zeiten.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Der Beitrag ist im Original erschienen auf <a href=\"https:\/\/www.medscape.com\/viewarticle\/extensive-screen-time-may-be-independent-cv-risk-factor-2026a10009db\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Medscape.com<\/a>.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"New Orleans\u00a0\u2013 Mehr als 6 Stunden Bildschirmzeit pro Tag stehen bei jungen Erwachsenen mit einem erh\u00f6hten kardiovaskul\u00e4ren Risiko&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":64881,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[18352,12782,12781,18351,18350,46,15521,15523,12785,12784,67,66,655,15208,15525,16177,15524,15522,6841,18354,18353,13071,45,44,787],"class_list":{"0":"post-64880","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-abweichendes-schlafmuster","9":"tag-biologika","10":"tag-biologische-therapie","11":"tag-bmi-body-mass-index","12":"tag-body-mass-index-bmi","13":"tag-ch","14":"tag-cv-risiko","15":"tag-cv-risikofaktoren","16":"tag-fettleibig","17":"tag-fettsucht","18":"tag-gesundheit","19":"tag-health","20":"tag-herz","21":"tag-herz-kreislauf-erkrankung","22":"tag-hkl-erkrankung-herz-kreislauf-erkrankung","23":"tag-hypertonie","24":"tag-kardiovaskulaere-risikofaktoren","25":"tag-kardiovaskulaeres-risiko","26":"tag-koerperliche-aktivitaet","27":"tag-mit-dem-rauchen-aufhoeren","28":"tag-raucherentwoehnung","29":"tag-schlafstoerung","30":"tag-schweiz","31":"tag-switzerland","32":"tag-training"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116317752316564021","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64880","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64880"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64880\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/64881"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64880"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64880"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64880"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}