{"id":67884,"date":"2026-04-01T14:28:24","date_gmt":"2026-04-01T14:28:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/67884\/"},"modified":"2026-04-01T14:28:24","modified_gmt":"2026-04-01T14:28:24","slug":"die-arbeit-des-malteserordens-bei-der-un-in-genf-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/67884\/","title":{"rendered":"Die Arbeit des Malteserordens bei der UN in Genf"},"content":{"rendered":"<p>                        <a href=\"https:\/\/de.catholicnewsagency.com\/author\/477\/christian-peschken-ewtn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                          <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"author-image m-0 mr-4\" width=\"48\" height=\"48\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/user.png\" alt=\"Christian Peschken \/ EWTN\"\/><br \/>\n                        <\/a><\/p>\n<p>Von <a href=\"https:\/\/de.catholicnewsagency.com\/author\/477\/christian-peschken-ewtn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Christian Peschken \/ EWTN<\/a><\/p>\n<p class=\"post-info\">30. M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p>In Genf, einem der wichtigsten Zentren internationaler Diplomatie, wird t\u00e4glich \u00fcber die gro\u00dfen Krisen unserer Zeit verhandelt \u2013 \u00fcber Kriege, Fluchtbewegungen und die Zukunft der globalen Zusammenarbeit. Immer deutlicher wird: Politische L\u00f6sungen allein reichen oft nicht aus. Vertrauen, Zusammenhalt und Dialog spielen eine entscheidende Rolle \u2013 auch zwischen Religionen.<\/p>\n<p>Genau hier bringt der Souver\u00e4ne Malteserorden eine besondere Perspektive ein. Seit \u00fcber 900 Jahren steht er im Dienst der Armen, Kranken und Vertriebenen \u2013 und verbindet diese humanit\u00e4re Tradition heute mit einer aktiven Rolle in der internationalen Diplomatie bei den Vereinten Nationen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der UN-Weltwoche der interreligi\u00f6sen Harmonie 2026 in Genf machte der Orden deutlich: Interreligi\u00f6ser Dialog ist kein abstraktes Konzept, sondern ein konkretes Instrument, um humanit\u00e4re Hilfe zu erm\u00f6glichen, Vertrauen aufzubauen und Frieden zu f\u00f6rdern \u2013 gerade in Krisenregionen.<\/p>\n<p>Christian Peschken (EWTN) traf Botschafterin Marie-Th\u00e9r\u00e8se Pictet-Althann, die St\u00e4ndige Beobachterin des Souver\u00e4nen Malteserordens bei den Vereinten Nationen in Genf, und sprach mit ihr \u00fcber die Ziele, die Rolle und auch den Ruf des Ordens in der internationalen Diplomatie \u2013 insbesondere dar\u00fcber, wie der Malteserorden seine humanit\u00e4re Mission, seinen Einsatz f\u00fcr die Menschenw\u00fcrde und sein Engagement im interreligi\u00f6sen Dialog im Umfeld der Vereinten Nationen in Genf konkret einbringt.<\/p>\n<p>Wie versteht der Malteserorden \u2013 im Licht der Worte Christi im Matth\u00e4usevangelium (Mt 25,40): \u201eWas ihr einem meiner geringsten Br\u00fcder getan habt, das habt ihr mir getan\u201c \u2013 seine diplomatische und humanit\u00e4re Mission als konkrete Umsetzung dieses Evangeliumsauftrags?<\/p>\n<p>Der Malteserorden versteht diesen Vers als geistliche Grundlage seiner Mission. Er erkennt Christus gegenw\u00e4rtig in den Armen, den Kranken, den Alten, den Fl\u00fcchtlingen und in allen, die leiden. Ihnen zu dienen ist nicht einfach nur humanit\u00e4re Hilfe, sondern eine unmittelbare Begegnung mit Christus selbst. Der Orden versteht Matth\u00e4us 25,40 daher nicht als inspirierenden Leitspruch, sondern als einen konkreten und praktischen Auftrag. F\u00fcr den Malteserorden ist die Sorge f\u00fcr die Verwundbarsten keine Option, sondern genau der Ort, an dem Christus begegnet wird.<\/p>\n<p>In Anlehnung an Lumen gentium, das die Kirche als Zeichen und Werkzeug der Einheit beschreibt: Wie gelingt es dem Malteserorden, seine ausdr\u00fccklich katholische Identit\u00e4t zu bewahren und gleichzeitig im interreligi\u00f6sen Dialog sowie in der multilateralen Zusammenarbeit mitzuwirken?<\/p>\n<p>Die katholische Identit\u00e4t des Malteserordens zeigt sich in der klaren Anerkennung seiner Wurzeln. Sie erm\u00f6glicht es, im Dialog offen aus der eigenen Tradition zu sprechen \u2013 vorausgesetzt, man kennt seinen Glauben gut. Wie Papst Benedikt XVI. betonte, sind Glaubenskenntnis, gegenseitiger Respekt, Klarheit der eigenen Sendung und das Bewusstsein einer gemeinsamen Menschlichkeit entscheidend f\u00fcr einen glaubw\u00fcrdigen interreligi\u00f6sen Dialog.<\/p>\n<p>Wie kann Ihrer Ansicht nach die katholische Soziallehre dazu beitragen, multilaterale Institutionen zu erneuern, sodass sie nicht nur politischen Interessen dienen, sondern dem Gemeinwohl und der von Gott gegebenen W\u00fcrde jedes Menschen gerecht werden?<\/p>\n<p>Im Kern bietet die katholische Soziallehre keine technischen L\u00f6sungen, sondern eine moralische Vision. Multilaterale Institutionen d\u00fcrfen nicht nur Arenen nationaler Interessen sein, sondern m\u00fcssen Instrumente gemeinsamer Verantwortung f\u00fcr die Menschheitsfamilie werden. Politische Entscheidungen m\u00fcssen den Menschen Vorrang vor geopolitischen Vorteilen geben. Wirtschaftssysteme sollen dem menschlichen Wohlergehen dienen, nicht nur dem Wachstum. Fl\u00fcchtlinge, Arme und marginalisierte Nationen d\u00fcrfen niemals zu Verhandlungsmasse werden.<\/p>\n<p>Wie integriert der Malteserorden seine geistliche Identit\u00e4t \u2013 sein Charisma, den Glauben zu verteidigen und den Armen zu dienen \u2013 in seine diplomatische Arbeit im s\u00e4kularen Umfeld der Vereinten Nationen?<\/p>\n<p>Die geistliche Identit\u00e4t des Malteserordens zeigt sich ganz konkret in seiner humanit\u00e4ren und diplomatischen Arbeit. Das s\u00e4kulare Forum der Vereinten Nationen hindert uns in keiner Weise daran, unsere geistlichen Werte einzubringen. Auch wenn wir in einem weltlichen Umfeld wirken, verleugnet der Orden seinen Glauben nicht. Vielmehr \u00fcbersetzt er seine spirituellen \u00dcberzeugungen in die Sprache der Menschenw\u00fcrde, des humanit\u00e4ren Schutzes und internationaler Verantwortung.<\/p>\n<p>In vielen Ihrer Statements betonen Sie, dass der Glaube uns dazu verpflichtet, die W\u00fcrde jedes einzelnen Menschen zu erkennen \u2013 als Teil einer gemeinsamen Menschheitsfamilie. Wie \u00fcbersetzt der Malteserorden dieses theologische Prinzip, das in der \u00dcberzeugung wurzelt, dass jeder Mensch im Ebenbild Gottes geschaffen ist, ganz konkret in seine humanit\u00e4re Arbeit \u2013 insbesondere in Konfliktregionen und in Situationen von Flucht und Vertreibung?<\/p>\n<p>Die humanit\u00e4re Arbeit des Malteserordens gr\u00fcndet auf einem grundlegenden Prinzip: Hilfe ohne jede Form der Diskriminierung \u2013 unabh\u00e4ngig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder ethnischer Zugeh\u00f6rigkeit. Unsere Unterst\u00fctzung richtet sich stets nach den konkreten Bed\u00fcrfnissen der Menschen, denen wir dienen. Dieses Prinzip gilt in allen Situationen, ob in Konfliktgebieten oder bei Naturkatastrophen weltweit.<\/p>\n<p>Das Charisma des Malteserordens besteht darin, den Glauben zu verteidigen und den Armen sowie den Leidenden zu dienen. Wie stellt der Orden sicher, dass seine geistliche Identit\u00e4t nicht nur bewahrt bleibt, sondern auch aktiv zum Ausdruck kommt \u2013 in seiner medizinischen, humanit\u00e4ren und diplomatischen Arbeit, insbesondere in multilateralen Kontexten wie den Vereinten Nationen?<\/p>\n<p>In unserer medizinischen und humanit\u00e4ren Arbeit achten wir den Glauben und die W\u00fcrde jedes einzelnen Menschen. Auch in unserer multilateralen Diplomatie erm\u00f6glicht uns der Status als St\u00e4ndiger Beobachter bei den Vereinten Nationen, unsere christlichen Werte einzubringen und zugleich das grundlegende Menschenrecht auf Religions- und Glaubensfreiheit zu verteidigen. In diesem Zusammenhang engagieren wir uns aktiv im interreligi\u00f6sen Dialog und in der Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern aller Staaten.<\/p>\n<p>\tErhalten Sie Top-Nachrichten von CNA Deutsch direkt via WhatsApp und Telegram.<\/p>\n<p class=\"box-desc\">Schluss mit der Suche nach katholischen Nachrichten \u2013 Hier kommen sie zu Ihnen.<\/p>\n<p>Sie haben die Arbeit des Malteserordens in L\u00e4ndern wie dem Libanon hervorgehoben, wo humanit\u00e4re Hilfe Menschen \u00fcber religi\u00f6se Grenzen hinweg zusammenbringt. Welche konkrete Rolle kann der Orden auf Grundlage dieser Erfahrungen dabei spielen, interreligi\u00f6ses Vertrauen und Zusammenarbeit zu st\u00e4rken \u2013 als praktische Grundlage f\u00fcr Frieden und Stabilit\u00e4t?<\/p>\n<p>In Krisensituationen sind lokale Akteure, insbesondere religi\u00f6se Gemeinschaften, oft die ersten, die Hilfe leisten. Deshalb f\u00f6rdern wir die Zusammenarbeit zwischen Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen, um Widerstandskraft zu st\u00e4rken, Spaltungen zu \u00fcberwinden und sicherzustellen, dass niemand zur\u00fcckgelassen wird. Dar\u00fcber hinaus engagieren wir uns in der International Freedom of Religion or Belief Alliance, arbeiten mit der Interparlamentarischen Union zusammen, und ich bin Ehrenpr\u00e4sidentin von Religions for Peace International.<\/p>\n<p>Ist der Malteserorden angesichts seiner 900-j\u00e4hrigen Mission und seiner globalen diplomatischen Pr\u00e4senz heute in der Lage, genug zu tun \u2013 nicht nur um Hilfe zu leisten, sondern auch moralische F\u00fchrung zu \u00fcbernehmen und die internationale Gemeinschaft st\u00e4rker zur Verteidigung der Menschenw\u00fcrde anzuhalten? Und gibt es politische oder institutionelle Hindernisse, die das Handeln des Ordens einschr\u00e4nken?<\/p>\n<p>Keine einzelne Institution kann allein ausreichen oder genug tun. Durch unsere multilaterale Diplomatie k\u00f6nnen wir unsere grundlegenden Werte mit vielen Partnern teilen. Im Menschenrechtsrat etwa setzen wir uns entschieden f\u00fcr die W\u00fcrde jedes Menschen ein und suchen Unterst\u00fctzung in der internationalen Gemeinschaft. Gleichzeitig zeigt sich in Konflikten immer wieder, dass humanit\u00e4re Hilfe nicht selbstverst\u00e4ndlich Zugang erh\u00e4lt. Dieser kann durch milit\u00e4rische Gruppen, aber auch durch staatliche Beh\u00f6rden blockiert werden.<\/p>\n<p>Gerade deshalb ist es notwendig, mit allen Konfliktparteien im Dialog zu bleiben, um den Zugang zu den Opfern von Gewalt und Krieg zu erm\u00f6glichen. Als St\u00e4ndiger Beobachter bei den Vereinten Nationen besitzt der Malteserorden zwar kein Stimmrecht, doch wir k\u00f6nnen an allen Diskussionen und Debatten teilnehmen, die zur Verabschiedung von Resolutionen f\u00fchren. Auf diese Weise k\u00f6nnen wir unsere Stimme einbringen und f\u00fcr Menschenw\u00fcrde, humanit\u00e4ren Zugang und internationale Verantwortung eintreten.<\/p>\n<p>Hinweis: Interviews wie dieses spiegeln die Ansichten der jeweiligen Gespr\u00e4chspartner wider, nicht notwendigerweise jene der Redaktion von CNA Deutsch.<\/p>\n<p>Original-Interview in Genf aufgenommen von Christian und Patricia Peschken\u00a0sowie Ignatius Mugwagwa | Produktionsleitung in Genf: Patricia Peschken, Laetitia Rodrigues, Alex Mur | Konzept, \u00dcbersetzung, Schnitt, Moderation: Christian Peschken f\u00fcr Pax Press Agency, im Auftrag von EWTN Deutschland und CNA Deutsch.<\/p>\n<p>                                        <a href=\"https:\/\/de.catholicnewsagency.com\/author\/477\/christian-peschken-ewtn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/user.png\" alt=\"Christian Peschken \/ EWTN\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von Christian Peschken \/ EWTN 30. 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