{"id":69083,"date":"2026-04-02T10:52:13","date_gmt":"2026-04-02T10:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/69083\/"},"modified":"2026-04-02T10:52:13","modified_gmt":"2026-04-02T10:52:13","slug":"architektur-juwel-in-stuttgart-schlosskirche-erwacht-aus-dem-dornroeschenschlaf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/69083\/","title":{"rendered":"Architektur-Juwel in Stuttgart: Schlosskirche erwacht aus dem Dornr\u00f6schenschlaf"},"content":{"rendered":"<p>Mitten in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> befindet sich ein Raum, 7,50 mal 27,40 Meter gro\u00df, der aus einem der Schl\u00f6sser des bayerischen M\u00e4rchenk\u00f6nigs Ludwig II. stammen k\u00f6nnte. So pr\u00e4chtig und verspielt wirkt er \u2013 erst recht nach der jetzt abgeschlossenen zweij\u00e4hrigen Renovierung. Das frisch aufgetragene Gold der Medaillons und Pfeiler gl\u00e4nzt nur so. <\/p>\n<p>Und mit der Bezeichnung \u201eSchloss\u201c liegt man durchaus richtig. Denn der Raum, von dem hier die Rede ist, befindet sich im S\u00fcdfl\u00fcgel des Alten Schlosses. Es handelt sich um die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.80-jahre-nach-kriegsende-als-stuttgart-und-die-kirchen-in-truemmern-lagen.9cbec6d4-f5fe-419b-a3f1-eafc1ed28b2b.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Schlosskirche<\/a>, nach Meinung der Stiftskirchengemeinde, die diese Kirche betreut, \u201eein Juwel unter Stuttgarts Kirchen\u201c. In jedem Fall ist es die erste nach der Reformation in W\u00fcrttemberg errichtete evangelische Kirche, die zun\u00e4chst gar nicht wie eine Kirche aussieht, schon gar nicht wie eine protestantische, weil dieses Gottesh\u00e4usle erstens reich geschm\u00fcckt ist und zweitens in die Breite geht, statt in die Tiefe. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/media.media.57ed287d-ee3a-4d86-8a11-b1391af8d4fe.original1024.media.jpeg\"\/>     Stiftskirchenpfarrer Matthias Vosseler will die Schlosskirche der \u00d6ffentlichkeit besser zug\u00e4nglich machen.    Foto: Lichtgut\/Max Kovalenko    <\/p>\n<p> Veranlasst hatte den Bau Herzog Christoph, der f\u00fcr seine Hofgemeinde einen standesgem\u00e4\u00dfen Raum schaffen wollte. Baumeister war Aberlin Tretsch, eingeweiht wurde die Schlosskirche am 11. Dezember 1562. Zuvor befand sich an dieser Stelle das Brunnenhaus der alten Wasserburg. Etwas mehr als 300 Jahre sp\u00e4ter, 1865, wurde die zwischenzeitlich als Lagerraum f\u00fcr die Bibliothek des Klosters Weingarten genutzte Schlosskirche von K\u00f6nig Karl und Architekt Alexander von Tritschler auf den neuesten, neogotischen Stand gebracht. Die Empore wurde ersetzt und neue Kirchenfenster eingesetzt, die dann im Zweiten Weltkrieg zu Bruch gingen. Als einziger Bereich des Alten Schlosses hat sie ansonsten sowohl den verheerenden Brand von 1931 als auch die Bombardements 1944\/45 unbeschadet \u00fcberstanden. Das versetzt Stiftskirchenpfarrer Matthias Vosseler heute in die Lage zu sagen, die Schlosskirche \u201eist in der Art von 1562 und in der Ausstattung von 1865 erhalten\u201c.<\/p>\n<p>Pfarrer Vosseler \u201eViele Leute kennen die Schlosskirche noch nicht\u201c <\/p>\n<p> Und nun ist sie auch noch renoviert. Zwei Jahre lang waren die Bauleute am Werk, hatten die W\u00e4nde gereinigt, den Stuck erneuert, die Bemalungen aufgefrischt. Kosten: 532 000 Euro. Die Rechnung geht an das Land, das Eigent\u00fcmer der Schlosskirche ist und diese an die evangelische Gesamtkirchengemeinde vermietet hat. Verschiedene evangelische Gemeinden ohne eigenen Raum, wie die arabische, die portugiesischsprachige und die lettische Gemeinde, genie\u00dfen hier Gastrecht. Genutzt wird die Schlosskirche auch intensiv durch die Stiftsmusik. Zudem findet hier Kindergottesdienst statt.<\/p>\n<p>Vosseler ist mit dem Ergebnis der Renovierung hochzufrieden. Sie er\u00f6ffnet neue M\u00f6glichkeiten. So will er den edlen Raum, den man vom Hof des alten Schlosses durch eine schmucklosen Eingangst\u00fcr betritt, der \u00d6ffentlichkeit besser zug\u00e4nglich machen. \u201eViele Leute kennen die Schlosskirche noch nicht\u201c, sagt er. Der Dornr\u00f6schenschlaf hat auch damit zu tun, dass die Kirche bisher nur eine Stunde \u2009in der Woche ge\u00f6ffnet hatte. Das soll sich \u00e4ndern. Ein neues Nutzungskonzept ist in Arbeit. Ziel ist es, den Raum auch f\u00fcr \u201eden Austausch in der Stadtgesellschaft zu nutzen\u201c. Dabei will Vosseler sich an dem Bildprogramm der Schlosskirche orientieren, das fr\u00fchere F\u00fcrsten\/Politiker, Theologen und Musiker zeigt \u2013 von Karl dem Gro\u00dfen bis Paul Gerhardt. Die Schlosskirche eigne sich sehr gut als Forum f\u00fcr Diskurse in der Gesellschaft, meint er. Zugleich verweist er auf einen \u201edunklen Fleck\u201c in der Geschichte dieser Kirche: die Nutzung durch die sogenannten Deutschen Christen in der Zeit des Nationalsozialismus. Damals, so wird erz\u00e4hlt, habe ein Hitler-Portr\u00e4t auf dem Altar gestanden. \u201eDer F\u00fchrer war wichtiger als Jesus\u201c, sagt Vosseler. Er hofft, dieses Kapitel noch besser erforschen zu k\u00f6nnen. Allerdings gebe es dazu keine Unterlagen mehr. Die Deutschen Christen waren nach Kriegsende urpl\u00f6tzlich verschwunden.<\/p>\n<p> \u201eBis Juli sind die Termine schon alle ausgebucht.\u201c<\/p>\n<p>   Matthias Vosseler, Stiftspfarrer   <\/p>\n<p>An diesem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.kirchliche-angebote-zu-ostern-mitten-in-stuttgart-jesu-folgen-kirchen-laden-erstmals-zu-osterweg-ein.03f969d0-03e2-4f27-a4fe-2733d2b9cb98.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Karfreitag um 15 Uhr<\/a> k\u00f6nnen Gottesdienstbesucher die Schlosskirche betreten und sich ein Bild von dem architektonischen \u201eJuwel\u201c machen. Von Mai an finden auch wieder Trauungen und Taufen an diesem Wunschort vieler Paare und Familien statt. \u201eBis Juli sind die Termine schon alle ausgebucht\u201c, sagt Vosseler. Auf Orgelkl\u00e4nge muss zun\u00e4chst allerdings noch verzichtet werden. Die alte Orgel wurde an eine Gemeinde bei Paris verkauft. <\/p>\n<p>Die neue K\u00f6nig-Katharina-Orgel, hergestellt von dem Vorarlberger Orgelbauunternehmen Rieger, wird in den kommenden Wochen an Ort und Stelle auf der Empore aufgebaut und gestimmt, wie Marie Kaufmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Stiftsmusik erkl\u00e4rt. Die Kosten von 850 000 Euro sind zu einem Gro\u00dfteil (700 000 Euro) durch Spenden finanziert, unter anderem durch die Berthold-Leibinger-Stiftung. F\u00fcr einzelne Orgelpfeifen werden noch \u201ePaten\u201c gesucht. Der Einweihungstermin f\u00fcr die Orgel steht bereits fest: Am 11.\/12. Juli erwacht die Schlosskirche mit Konzerten und F\u00fchrungen wieder vollends zum Leben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mitten in Stuttgart befindet sich ein Raum, 7,50 mal 27,40 Meter gro\u00df, der aus einem der Schl\u00f6sser des&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":69084,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[23],"tags":[19453,97,96,46,98,68,19454,100,99,16677,19451,45,19452,609,44,69],"class_list":{"0":"post-69083","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-altes-schloss","9":"tag-art","10":"tag-art-and-design","11":"tag-ch","12":"tag-design","13":"tag-entertainment","14":"tag-evangelische-kirche","15":"tag-kunst","16":"tag-kunst-und-design","17":"tag-redmarke","18":"tag-schlosskirche","19":"tag-schweiz","20":"tag-stiftspfarrer-matthias-vosseler","21":"tag-stuttgart","22":"tag-switzerland","23":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116334731847200070","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69083","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69083"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69083\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/69084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}