{"id":72425,"date":"2026-04-05T07:09:10","date_gmt":"2026-04-05T07:09:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/72425\/"},"modified":"2026-04-05T07:09:10","modified_gmt":"2026-04-05T07:09:10","slug":"kriminalfall-verjaehrt-im-oktober-was-ist-mit-heidi-scheuerle-passiert-zeitzeugen-erinnern-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/72425\/","title":{"rendered":"Kriminalfall verj\u00e4hrt im Oktober: Was ist mit Heidi Scheuerle passiert? Zeitzeugen erinnern sich"},"content":{"rendered":"<p>  <img decoding=\"async\" class=\"m-image-and-caption__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/f153c372-711d-43a7-94f3-d8a4790332d4.png\"  data- alt=\"Heidi Scheuerle ist am 8. Oktober 1996 verschwunden. Bis heute wurde der Fall nicht aufgekl\u00e4rt.\"\/><\/p>\n<p>      Heidi Scheuerle ist am 8. Oktober 1996 verschwunden. Bis heute wurde der Fall nicht aufgekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>        Kapo Aargau\n      <\/p>\n<p class=\"a-paragraph a-paragraph--lead\" data-t-name=\"Paragraph\">Eine junge Frau auf dem Weg zu ihrem ersten Dreh \u2013 und pl\u00f6tzlich verliert sich jede Spur. Fast 30 Jahre nach dem Verschwinden von Heidi Scheuerle bleiben zentrale Fragen ungekl\u00e4rt. Im Oktober 2026 droht der Fall zu verj\u00e4hren. blue News spricht mit Zeitzeugen von damals.<\/p>\n<p>  Keine Zeit? blue News fasst f\u00fcr dich zusammen<\/p>\n<p>    Die 26-j\u00e4hrige Filmpraktikantin Heidi Scheuerle verschwand am 8. Oktober 1996 auf dem Weg zu einem Dreh nach Weil am Rhein, nachdem sie zuletzt beim Rastplatz Forrenberg bei Winterthur per Autostopp gesehen wurde.Vier Jahre sp\u00e4ter wurden in einem Wald bei Spreitenbach menschliche Knochen gefunden, die 2002 per DNA-Abgleich als \u00dcberreste von Scheuerle identifiziert wurden.Magdalena Kauz war im Jahr 1996 die Vorgesetzte von Heidi Scheuerle beim SRF und erinnert sich an die Zeit vor und nach dem Verschwinden.Da Ermittler von einem m\u00f6glichen T\u00f6tungsdelikt ausgehen, l\u00e4uft die Verj\u00e4hrungsfrist nach 30 Jahren am 8. Oktober 2026 ab \u2013 neue Hinweise k\u00f6nnten den Cold Case jedoch theoretisch noch aufkl\u00e4ren.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Am 8. Oktober 1996 verschwindet Heidi Scheuerle spurlos. Die 26-j\u00e4hrige Filmpraktikantin wollte f\u00fcr einen Dreh nach Weil am Rhein reisen \u2013 doch dort kommt sie nie an.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Vier Jahre sp\u00e4ter findet ein Pilzsammler Knochen in einem Waldst\u00fcck bei Spreitenbach im Kanton Aargau. Ein DNA-Abgleich bringt 2002 die bittere Gewissheit: Die \u00dcberreste geh\u00f6ren Heidi Scheuerle.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Ein T\u00e4ter wurde nie gefunden.\u00a0Weil die Ermittler trotzdem von einem m\u00f6glichen T\u00f6tungsdelikt ausgehen, gilt eine Verj\u00e4hrungsfrist von 30 Jahren. Diese l\u00e4uft nun am 8. Oktober 2026 ab \u2013 dann ist Heidi Scheuerle genau drei Jahrzehnte lang verschollen.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Was ist damals passiert? Und was bedeutet es, wenn der Fall im Oktober ohne neue Informationen verj\u00e4hrt? blue News folgt den Spuren und zeichnet die Geschichte von Heidi Scheuerle noch einmal nach.<\/p>\n<p>Eine junge Frau mit grosser Leidenschaft f\u00fcr Film<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Heidi Scheuerle war 26 Jahre alt, neugierig auf die Welt, intelligent und begeistert von Filmen. Sie lebte in Kreuzlingen TG in einer WG mit zwei Freundinnen. Im Oktober 1996 beginnt sie ein f\u00fcnfw\u00f6chiges Praktikum beim Schweizer Fernsehen SRF. Dort m\u00f6chte sie das Handwerk des Filmens lernen. F\u00fcr Scheuerle ist es eine grosse Chance. Doch die f\u00fcnf Wochen Praktikum wird sie nie beenden.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" class=\"m-image-and-caption__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/cf9872b5-0305-431e-b6ad-ea8fea76ce81.jpeg\"  data- alt=\"Heidi Scheuerle war 26 Jahre alt, als sie verschwunden ist.\u00a0\"\/><\/p>\n<p>      Heidi Scheuerle war 26 Jahre alt, als sie verschwunden ist.\u00a0<\/p>\n<p>        Kantonspolizei Aargau\n      <\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Ein Detail besch\u00e4ftigt ihr Umfeld schon damals: Heidi Scheuerle trampte h\u00e4ufig. Sie liebte das Reisen per Autostopp \u2013 eine Gewohnheit, die ihr sp\u00e4ter m\u00f6glicherweise zum Verh\u00e4ngnis wurde. Am Dienstag, dem 8. Oktober 1996, erh\u00e4lt Scheuerle ihren ersten eigenen Auftrag. F\u00fcr einen kurzen Beitrag soll sie nach Weil am Rhein (DE) reisen. Im Vitra Design Museum wird eine neue Ausstellung er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">In einer sp\u00e4teren Ausgabe der \u00abTagesschau\u00bb erinnern sich ihre Mitbewohnerinnen daran, wie aufgeregt sie war. \u00abSie freute sich sehr\u00bb, erz\u00e4hlt eine von ihnen. Verabschiedet habe sie sich kaum. \u00abSie meinte nur, sie komme am Dienstagabend wieder nach Hause.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Die Spur verliert sich am Rastplatz<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">F\u00fcr die Reise entscheidet sich Scheuerle erneut f\u00fcrs Trampen. Die Reisekosten h\u00e4tte ihr Arbeitgeber \u00fcbernommen \u2013 doch sie f\u00e4hrt per Autostopp. Eine Swissair-Mitarbeiterin nimmt sie mit und f\u00e4hrt sie bis zum Rastplatz Forrenberg Nord bei Winterthur. Dort steigt Scheuerle aus, um eine n\u00e4chste Mitfahrgelegenheit zu suchen.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" class=\"m-image-and-caption__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/cf1b7981-e360-436c-ad8e-0ee5581b34b1.png\"  data- alt=\"An dieser Tankstelle wurde Scheuerle zuletzt gesehen.\"\/><\/p>\n<p>      An dieser Tankstelle wurde Scheuerle zuletzt gesehen.<\/p>\n<p>        Maps\n      <\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Ein Lastwagenchauffeur sieht sie kurze Zeit sp\u00e4ter noch auf dem Rastplatz stehen. Wenige Minuten danach ist sie verschwunden. Was in dieser kurzen Zeit passiert ist, konnte bis heute nicht rekonstruiert werden. Ab diesem Moment verliert sich jede Spur.<\/p>\n<p>Ein Vermisstenfall voller R\u00e4tsel<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Zwei Tage sp\u00e4ter wird Heidi Scheuerle als vermisst gemeldet. Die Polizei startet umfangreiche Ermittlungen. Zahlreiche Personen werden \u00fcberpr\u00fcft, Hinweise verfolgt und Spuren ausgewertet. Doch die zentrale Frage bleibt unbeantwortet: Wer nahm Scheuerle am Rastplatz mit?<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Zun\u00e4chst f\u00fchrt die Kantonspolizei Thurgau die Ermittlungen \u2013 weil Scheuerle auf dem Rastplatz im Kanton Thurgau zuletzt gesehen wurde. Sp\u00e4ter \u00fcbernimmt die Kantonspolizei Aargau den Fall. Denn es werden \u00dcberreste in der N\u00e4he von Spreitenbach gefunden. Auch sie bleibt erfolglos.\u00a0<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Im Jahr 2000 wird der Vermisstenfall dann in der Fernsehsendung \u00abAktenzeichen XY \u2026 ungel\u00f6st\u00bb vorgestellt. F\u00fcr die Familie ist klar: Ein Suizid kommt nicht infrage. Auch die Ermittler gehen davon aus, dass Scheuerle Opfer eines Verbrechens geworden ist. Doch auch die Sendung bringt nicht das ein, was man sich erhofft hatte: Neue Hinweise.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" class=\"m-image-and-caption__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/02b07ecc-65a5-47b6-8234-439ecefbbbaf.png\"  data- alt=\"Ein Pilzsammler findet Knochen in einem Waldst\u00fcck zwischen Dietikon und Spreitenbach. (Roter Kreis markiert den Fundort)\"\/><\/p>\n<p>      Ein Pilzsammler findet Knochen in einem Waldst\u00fcck zwischen Dietikon und Spreitenbach. (Roter Kreis markiert den Fundort)<\/p>\n<p>        Swiss Topo\n      <\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Am 28. Oktober 2000 macht dann ein Pilzsammler oberhalb von Spreitenbach eine grausame Entdeckung: In einem Waldst\u00fcck nahe der Z\u00fcrcher Kantonsgrenze findet er einen menschlichen Sch\u00e4del. Erst im Fr\u00fchjahr 2002 bringt ein DNA-Abgleich mit der Mutter der Verschwundenen Gewissheit: Die \u00dcberreste geh\u00f6ren zu Heidi Scheuerle.<\/p>\n<p>Erinnerungen aus der SRF-Redaktion<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Eine Person, die der Fall bis heute nicht losgelassen hat, ist Magdalena Kauz. Sie arbeitete damals beim Schweizer Fernsehen und war unter anderem f\u00fcr die Betreuung der Praktikantinnen und Praktikanten zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Im Gespr\u00e4ch mit blue News erinnert sie sich an Heidi Scheuerle. \u00abIch habe Heidi kennengelernt, als sie bei uns als Praktikantin anfing\u00bb, erz\u00e4hlt Kauz. \u00abIch mochte sie sofort, weil sie so speziell war \u2013 ein totaler Film-Fan, fast schon ein Film-Nerd. Man konnte mit ihr endlos \u00fcber Filme reden.\u00bb<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Scheuerle sei extrem neugierig gewesen und habe alles verstehen wollen. \u00abSie stellte viele Fragen und wollte genau wissen, wie ein Dreh funktioniert \u2013 nicht nur oberfl\u00e4chlich, sondern wirklich im Detail.\u00bb Mehrmals nahm Kauz sie mit ans Set.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">\u00abSie schaute zuerst einfach zu, sog alles auf und stellte danach wieder Fragen\u00bb, erinnert sich Kauz. Manchmal half Scheuerle auch bei kleinen Dingen. \u00abIch erinnere mich an eine Szene, in der sie sogar kurz im Bild war und einen Geist spielte. Es ging um einen bereits verstorbenen K\u00fcnstler \u2013 und sie fand das unglaublich spannend.\u00bb F\u00fcr Kauz war schnell klar, dass Scheuerle f\u00fcr Film brannte. \u00abSie wollte wirklich verstehen, wie Fernsehen funktioniert.\u00bb<\/p>\n<p>War das Autostoppen der Grund f\u00fcr das Verschwinden?<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Ein Thema sorgte jedoch immer wieder f\u00fcr Diskussionen: das Trampen. \u00abSie kam oft per Autostopp zur Arbeit\u00bb, erz\u00e4hlt Kauz. \u00abAls sie mir das erz\u00e4hlte, war ich ehrlich gesagt schockiert.\u00bb Sie habe Scheuerle sofort darauf angesprochen. \u00abIch sagte ihr klar: Was du privat machst, ist deine Sache. Aber f\u00fcr die Arbeit sollst du nicht trampen.\u00bb<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" class=\"m-image-and-caption__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/d7fee29a-e44d-4558-8750-ee6ec2e49fb0.png\"  data- alt=\"Die roten Punkte markieren den Startpunkt und das Ziel von Heidi Scheuerle am 8. Oktober. Der blaue Stern markiert die Rastst\u00e4tte bei der Scheuerle zuletzt gesehen worden ist. Das Kreuz markiert den Fundort der \u00dcberreste der damals 26-J\u00e4hrigen.\"\/><\/p>\n<p>      Die roten Punkte markieren den Startpunkt und das Ziel von Heidi Scheuerle am 8. Oktober. Der blaue Stern markiert die Rastst\u00e4tte bei der Scheuerle zuletzt gesehen worden ist. Das Kreuz markiert den Fundort der \u00dcberreste der damals 26-J\u00e4hrigen.<\/p>\n<p>        Swiss Topo\n      <\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Auch der damalige Chef Christian Eggenberger reagierte deutlich. \u00abEr sagte ihr ebenfalls, dass das nicht geht \u2013 schon aus Sicherheitsgr\u00fcnden und weil man nie weiss, ob man p\u00fcnktlich ankommt.\u00bb Scheuerle habe versprochen, damit aufzuh\u00f6ren. Doch offenbar hielt sie sich nicht daran.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Dann kam jener Auftrag, an den sich Kauz bis heute erinnert. \u00abEs war ein kurzer Beitrag geplant \u2013 vielleicht 30 oder 40 Sekunden \u2013 \u00fcber eine Ausstellung im Vitra Design Museum in Weil am Rhein\u00bb, sagt sie. Das Datum habe sich bei ihr eingebrannt. \u00abDer 8. Oktober 1996. Das vergesse ich nicht.\u00bb<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Gemeinsam bereiteten sie vor, was Scheuerle drehen sollte. Am Drehort wartete bereits ein Kamerateam \u2013 sie musste also nicht alleine filmen. \u00abAber sie musste von Kreuzlingen nach Weil am Rhein kommen.\u00bb<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Kurz vor dem Termin habe ihr Chef Scheuerle noch einmal zu sich ins B\u00fcro gerufen. \u00abEr sagte ihr ganz klar: Sie soll nicht per Autostopp reisen. Das sei nicht akzeptabel.\u00bb Er habe sogar verlangt, dass sie garantiere, dass sie es nicht mache.<\/p>\n<p>Der Moment des Schocks<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Doch am Drehort erschien Scheuerle nie. \u00abChristian rief mich an und fragte, ob sie sich bei mir gemeldet habe\u00bb, erz\u00e4hlt Kauz. \u00abDas hatte sie nicht.\u00bb Auch in der WG habe zun\u00e4chst niemand gewusst, wo sie war.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Schon fr\u00fch habe sie ein ungutes Gef\u00fchl gehabt. \u00abIch wusste sofort: Das ist nicht normal. Heidi war nicht jemand, der einfach schw\u00e4nzt.\u00bb Im Gegenteil: Sie habe diesen Dreh unbedingt machen wollen. \u00abSie war vielleicht nerv\u00f6s, aber sehr motiviert. Sie wollte zeigen, dass sie das kann.\u00bb Als sp\u00e4ter bekannt wurde, dass Scheuerle offenbar doch wieder per Autostopp unterwegs gewesen war, sei die Situation noch beunruhigender geworden. \u00abDa wurde es richtig be\u00e4ngstigend.\u00bb<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">In den Jahren danach h\u00f6rte Kauz lange nichts von den Ermittlungen. \u00abMan wusste irgendwann, dass sie zuletzt bei der Rastst\u00e4tte Forrenberg gesehen wurde.\u00bb Erst Jahre sp\u00e4ter tauchten einzelne Gegenst\u00e4nde auf: ein Rucksack, ein Schuh, ein Schl\u00fcssel und Knochen \u2013 unter anderem der Sch\u00e4del und ein St\u00fcck Beckenknochen.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" class=\"m-image-and-caption__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/40cf46fd-d952-4889-8b6a-f294c39768de.png\"  data- alt=\"So sah der Fundort im Wald aus. Magdalena Kauz sah sich den Ort an.\"\/><\/p>\n<p>      So sah der Fundort im Wald aus. Magdalena Kauz sah sich den Ort an.<\/p>\n<p>        Kantonspolizei Aargau\n      <\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Der Schl\u00fcssel neben den Knochen, soll zu einer Firma geh\u00f6rt haben. Es sei ein Sicherheitsschl\u00fcssel gewesen, diese seien damals laut Kauz verzeichnet gewesen. So konnte man herausfinden, zu welcher Firma der Schl\u00fcssel geh\u00f6rte. Erst dadurch konnte der Bezug zu Scheuerle hergestellt werden. \u00abDann machte man den DNA-Abgleich mit der Mutter und der Schwester \u2013 und erst dann war klar: Es ist Heidi.\u00bb Eine eindeutige Todesursache liess sich aus den \u00dcberresten nicht mehr bestimmen.<\/p>\n<p>Eigene Recherchen und eine besondere Faszination<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Der Fall liess Kauz lange nicht los. \u00abIch begann sp\u00e4ter selbst zu recherchieren und sprach auch mit Ermittlern \u2013 etwa mit dem damaligen Ermittlungsleiter Urs Winzenried.\u00bb Sie besuchte sogar den Fundort oberhalb von Spreitenbach. \u00abDer Ort wirkte auf mich so, als m\u00fcsste jemand Ortskenntnis gehabt haben\u00bb, sagt sie. \u00abDie Gegenst\u00e4nde und die Knochen lagen in der N\u00e4he eines Waldwegs, den man wohl kennen musste, um an die Stelle zu gelangen.\u00bb<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Irgendwann musste Kauz einen Schlussstrich ziehen. \u00abIch bekam Albtr\u00e4ume. Der Fall liess mich nicht mehr los.\u00bb<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Eine Erinnerung ist ihr besonders im Kopf geblieben. Kauz habe im Zuge ihrer Recherche mit einem engen Freund von Heidi Scheuerle gesprochen. Dieser habe ihr erz\u00e4hlt, dass sich Scheuerle stark f\u00fcr Serienm\u00f6rder und Kriminalf\u00e4lle interessiere. \u00abSie war fasziniert von solchen Geschichten\u00bb, sagt Kauz. \u00abder Freund von ihr erz\u00e4hlte mir sogar von einer Reise in die USA und davon, dass sie hoffte, vielleicht einmal einen Serienm\u00f6rder zu treffen.\u00bb<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Scheuerle soll nicht nur eine Faszinazion f\u00fcr Kriminalf\u00e4lle gehabt haben. Im Zuge dessen soll sie auch ihre \u00abTechnik\u00bb beim Trampen entwickelt haben. Gegen \u00fcber Kauz erw\u00e4hnte sie das Vorgehen so: \u00abSie sagte, sie steige nie in Lastwagen, nur zu Einzelpersonen \u2013 keine Paare. Und sie schaue sich den Fahrer immer zuerst einige Minuten genau an.\u00bb Sie glaubte, Menschen so einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Heute wirkt diese Erinnerung tragisch. \u00abDass sie ausgerechnet beim Trampen verschwunden ist \u2013 das ist schwer zu begreifen.\u00bb<\/p>\n<p>Die Verj\u00e4hrung<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Adrian Schuler, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Aargau, sagt zur baldigen Verj\u00e4hrung des Falls gegen\u00fcber blue News: \u00abBis heute konnten im Fall Heidi Scheuerle keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden, die nicht bereits \u00f6ffentlich bekannt waren.\u00bb In solchen F\u00e4llen m\u00fcsse man alle m\u00f6glichen Szenarien pr\u00fcfen. Eine Verj\u00e4hrung, als der Zeitpunkt, ab wann ein Anspruch nach Ablauf einer bestimmten Frist nicht mehr gerichtlich durchgesetzt werden kann, wird juristisch abgekl\u00e4rt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">\u00abIn Cold Cases geht man immer vom schwersten m\u00f6glichen Delikt aus\u00bb, erkl\u00e4rt Schuler. Im Fall Scheuerle w\u00e4re das ein T\u00f6tungsdelikt \u2013 dieses verj\u00e4hrt nach 30 Jahren. Die Beh\u00f6rden stuften ein T\u00f6tungsdelikt als h\u00f6chst wahrscheinlich ein; ein abschliessender gerichtlicher Nachweis liegt bislang nicht vor.<\/p>\n<p>Kann der Fall noch gel\u00f6st werden?<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Der damalige Kripo-Chef der Kantonspolizei Aargau und heute pensionierte Urs Winzenried, \u00fcbernahm die Ermittlungen im Jahr 2000. Er erinnert sich noch gut an die grossen Suchaktionen und an eine ausgesetzte Belohnung f\u00fcr Hinweise. \u00abAusgeschlossen ist es nie, dass ein Fall auch nach 30 Jahren noch aufgekl\u00e4rt wird\u00bb, sagt Winzenried auf Anfrage von blue News.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Doch mit der Zeit werde es immer schwieriger. Die Kantonspolizei habe die Ermittlungen vor einigen Jahren noch einmal \u00fcberpr\u00fcft \u2013 ohne neue Resultate. Man k\u00f6nne nur hoffen, dass sich irgendwann ein Zeuge meldet.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Fast 30 Jahre nach ihrem Verschwinden ist also noch immer unklar, was Heidi Scheuerle an jenem Oktobertag genau 1996 passiert ist. Und wenn sich kein neuer Hinweis ergibt, k\u00f6nnte der Fall bald endg\u00fcltig ungel\u00f6st bleiben.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Die Kantonspolizei ist weiterhin f\u00fcr jeden Hinweis offen. Menschen, denen etwas aufgefallen ist, oder etwas wissen, k\u00f6nnen sich bei der Kapo Aargau unter 062 835 81 81, oder unter\u00a0info@kapo.ag.ch melden. Hinweise k\u00f6nnen auch per E-Mail unter redaktion.news@blue.ch oder per Whatsapp unter 079 282 27 12 eingereicht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Heidi Scheuerle ist am 8. Oktober 1996 verschwunden. Bis heute wurde der Fall nicht aufgekl\u00e4rt. Kapo Aargau Eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":72426,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[46,20404,20407,20403,20402,74,20405,42,40,45,15621,44,20406,7281],"class_list":{"0":"post-72425","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-schweiz","8":"tag-ch","9":"tag-cold-case","10":"tag-forrenberg","11":"tag-heidi-scheuerle","12":"tag-kapo-aargau","13":"tag-krimi","14":"tag-mordfall","15":"tag-nachrichten","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-schweiz","18":"tag-spreitenbach","19":"tag-switzerland","20":"tag-trampen","21":"tag-weil-am-rhein"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116350841739698081","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72425","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72425"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72425\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/72426"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72425"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72425"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72425"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}