{"id":75560,"date":"2026-04-07T22:01:06","date_gmt":"2026-04-07T22:01:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/75560\/"},"modified":"2026-04-07T22:01:06","modified_gmt":"2026-04-07T22:01:06","slug":"rudolf-strahm-kritisiert-sp-migrationspolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/75560\/","title":{"rendered":"Rudolf Strahm kritisiert SP-Migrationspolitik"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"h-full object-cover\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/492b3c34-68e5-42a4-8ac4-bdc58c1a9e1f.jpg\" alt=\"Rudolf Strahm st\u00f6sst seine Partei immer wieder vor den Kopf.\" loading=\"lazy\"\/>Rudolf Strahm st\u00f6sst seine Partei immer wieder vor den Kopf.<\/p>\n<p>Bild: Hanspeter B\u00e4rtschi<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">Es sind schwere Vorw\u00fcrfe, die Rudolf Strahm seiner Partei macht. Die SP politisiere in Migrationsfragen am Volk vorbei, sagt der Alt-Nationalrat und ehemalige Preis\u00fcberwacher im Interview mit der NZZ, spricht von rhetorischen Tieffl\u00fcgen und \u00abAngstmacherei\u00bb.<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">Grund f\u00fcr die Aufregung ist die 10-Millionen-Initiative der SVP. Genauer gesagt: die Kampagne dagegen. Es sei taktisch unklug, mit \u00abpopulistischer Rhetorik\u00bb gegen die Initiative zu k\u00e4mpfen und sie als \u00abChaos-Initiative\u00bb betiteln zu wollen, sagt Strahm. Die SP habe es verpasst, ein Nein zur Initiative an Bedingungen zu kn\u00fcpfen \u2013 an Massnahmen gegen die Wohnungsnot oder den Fachkr\u00e4ftemangel in der Pflege zum Beispiel.<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">Die Partei habe weder Strategien noch L\u00f6sungen parat, welche sie der SVP entgegenhalten k\u00f6nne, so Strahm. Sie verdr\u00e4nge die Herausforderungen der Zuwanderung und damit die Sorgen der arbeitenden Bev\u00f6lkerung. So habe sie ihre Rolle l\u00e4ngst verloren, sagt Strahm. Die Arbeiterpartei sei nun die SVP \u2013 nicht, weil sie viel f\u00fcr die unteren Einkommensklassen mache. Sondern weil sie ihnen eine Identit\u00e4t gebe.<\/p>\n<p>Strahm: Ein Abweichler von Anfang an<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">Es ist nicht das erste Mal, dass Strahm seine Partei \u00f6ffentlichkeitswirksam anklagt. Gerade in migrationspolitischen Fragen weicht er schon fr\u00fch von der Parteilinie ab. Vor der Abstimmung zum EWR-Beitritt 1992 ver\u00f6ffentlicht er ein europaskeptisches Buch, das sich \u00fcber 40&#8217;000 Mal verkauft. Andere, ebenfalls umstrittene Parteigr\u00f6ssen wie Peter Bodenmann lasteten Strahm an, damit zur Ablehnung des Beitritts beigetragen zu haben.<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">Auch vor der Abstimmung \u00fcber die Masseneinwanderungsinitiative 2014 schreibt er eine einzige Kolumne. Darin ruft er zwar nicht direkt zu einem \u00abJa\u00bb auf. Doch er z\u00e4hlt aus seiner Sicht linke Argumente gegen einen \u00abv\u00f6llig liberalisierten Personenverkehr\u00bb auf.<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">Strahm bezeichnet sich selbst als \u00abVolksp\u00e4dagogen\u00bb und schreibt seit Jahren gegen die \u00abAkademisierungsfalle\u00bb an. Diese f\u00fchre dazu, dass sich linke Eliten zunehmend von der arbeitenden Bev\u00f6lkerung entfremdeten und das Feld der SVP \u00fcberliessen. In alledem \u00e4ussert sich Strahm nie explizit f\u00fcr die Zuwanderungsinitiativen der SVP, die er f\u00fcr \u00abunklug\u00bb und zu wenig durchdacht halte. Aber ausdr\u00fccklich dagegen argumentiert er ebenso wenig.<\/p>\n<p>SP \u00e4ussert sich zur\u00fcckhaltend<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">Seitens SP ist die Bereitschaft, auf Strahms \u00c4usserungen zu reagieren, bemerkenswert gering. Von f\u00fchrenden SP-Politikerinnen und Politikern hat niemand Zeit f\u00fcr ein telefonisches Gespr\u00e4ch dazu. Auch das ist kein Novum. Diese Auseinandersetzungen scheinen seit Jahrzehnten demselben Muster zu folgen.<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">Der Rundumschlag von Rudolf Strahm sei f\u00fcr die SP Schweiz nicht nachvollziehbar, l\u00e4sst sich der Co-Fraktionspr\u00e4sident und SP-Nationalrat Samuel Bendahan schriftlich zitieren. Die Partei k\u00e4mpfe mit ihren Initiativen konkret f\u00fcr tiefere Krankenkassenpr\u00e4mien, bezahlbare Mieten und faire Mindestl\u00f6hne, damit die Menschen am Monatsende mehr Geld im Portemonnaie h\u00e4tten. Jedes Mal, wenn es darum gehe, die Kaufkraft zu st\u00e4rken, lasse eine rechte Mehrheit der SVP die Bev\u00f6lkerung im Stich.<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">Irritierend sei zudem, dass Strahm den klaren Initiativtext nicht beim Wort nehme. Strahm sagte in der NZZ, dass auch die Gegner der SVP-Initiative mit den \u00c4ngsten der Menschen argumentierten. Selbst bei einem Ja werde die Personenfreiz\u00fcgigkeit \u00abnie\u00bb gek\u00fcndigt, auch wenn es im Initiativtext stehe. Das sei \u00ableere Angstmacherei\u00bb der Gegenkampagne.<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">Die Initiative erzwinge die K\u00fcndigung der bilateralen Vertr\u00e4ge mit der EU bereits dann, wenn die Bev\u00f6lkerung um vier Prozent wachse und die Marke von 9,5 Millionen Menschen erreiche, schreibt Bendahan darauf: \u00abIn einer Welt voller Kriege, Krisen und geopolitischer Umbr\u00fcche w\u00e4re eine solche internationale Abschottung der Schweiz ein brandgef\u00e4hrliches Experiment.\u00bb<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">Die Medienarbeit der \u00fcberparteilichen Kampagne leite im \u00dcbrigen die FDP. Auch sie wird von Strahm in einem Satz mitkritisiert \u2013 als Teil einer \u00abkosmopolitischen Bildungselite\u00bb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Rudolf Strahm st\u00f6sst seine Partei immer wieder vor den Kopf. 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