{"id":77295,"date":"2026-04-09T05:35:06","date_gmt":"2026-04-09T05:35:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/77295\/"},"modified":"2026-04-09T05:35:06","modified_gmt":"2026-04-09T05:35:06","slug":"europa-testet-den-wiederverwendbaren-raumgleiter-space-rider","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/77295\/","title":{"rendered":"Europa testet den wiederverwendbaren Raumgleiter Space Rider"},"content":{"rendered":"<p>Europa entwickelt derzeit ein Raumschiff namens Space Rider. Dabei handelt es sich um einen kleinen Gleiter, der zwar keine Menschen an Bord haben, aber wiederverwendbar sein soll.<\/p>\n<p>        <img width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Space_Rider_model_ready_to_drop-scaled-e1775556104347-1200x600.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"Ein Hubschrauber hebt das Modell des Space Rider in die Luft. Sp\u00e4ter wird damit ein Falltest durchgef\u00fchrt.\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>Falltest eines Space-Rider-Modells. Mit dem Raumgleiter will die ESA Fracht im Orbit transportieren. <\/p>\n<p class=\"wp-caption-source\">Foto: Thales Alenia Space<\/p>\n<p>In der zivilen Raumfahrt gibt es derzeit nur ein einziges Transportmittel, das Nutzlasten ins All und wieder zur\u00fcck auf die Erde bringen kann: Die Dragon-Kapseln der US-Raumfahrtfirma SpaceX haben mit diesen F\u00e4higkeiten derzeit ein Monopol. Aber Europa ist den Amerikanern auf den Fersen.<\/p>\n<p>Europas k\u00fcnftige Raumf\u00e4hre erreicht nicht ann\u00e4hernd die Ausma\u00dfe der fr\u00fcheren Spaceshuttles \u2013 sie ist viel kleiner. Aber so wie die US-Shuttle-Flotte verf\u00fcgt sie \u00fcber eine Ladebucht f\u00fcr Experimente.<\/p>\n<p>Lesen Sie auch: <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/raumfahrt\/50-jahre-alt-und-unverzichtbar-warum-artemis-auf-spaceshuttle-technik-setzt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Die Triebwerke des Spaceshuttles fliegen zum Mond<\/a><\/p>\n<p>\u201eDer Space Rider wird eine Plattform in einer Erdumlaufbahn von 400 km H\u00f6he\u201c, sagt Angelo Denaro, Chefingenieur bei der italienischen Raumfahrtfirma Thales Alenia Space, die den Space Rider im Auftrag der europ\u00e4ischen Weltraumagentur ESA entwickelt hat und derzeit testet. Diese Plattform werde es Universit\u00e4ten, Forschungsinstituten und Raumfahrtagenturen erm\u00f6glichen, Experimente in der Schwerelosigkeit durchzuf\u00fchren. \u201cDabei kann es sich um biologische Versuche handeln oder um die Beobachtung der Erde und des Weltraums\u201c, so Denaro weiter.<\/p>\n<p>Europas Raumgleiter ist nur 8 m lang. Seine Ladebucht bietet etwas mehr als 1 m3 Platz f\u00fcr Versuche. Im Gegensatz zu den vier Raumf\u00e4hren der US-Raumfahrtbeh\u00f6rde Nasa, die gleichzeitig im Einsatz waren, wird es nur jeweils einen einzigen Space Rider geben, der aber wiederverwendbar ist. Er soll mindestens sechsmal starten. Danach \u00fcbernimmt ein anderes Modell der Baureihe.<\/p>\n<p><a id=\"_Falltests_per_Hubschrauber\"\/>Falltests per Hubschrauber<\/p>\n<p>Die bescheidenen Ma\u00dfe des Space Rider machen sogenannte Drop Tests einfacher, Falltests, bei denen die Flugeigenschaften getestet werden. In den kommenden Wochen wird die ESA auf dem italienischen Truppen\u00fcbungsplatz\u00a0Salto\u00a0di\u00a0Quirra\u00a0im Osten der Mittelmeerinsel Sardinien mit einem Modell der k\u00fcnftigen Raumf\u00e4hre in Originalgr\u00f6\u00dfe Landungen durchspielen. Gebaut hat es das rum\u00e4nische Institut f\u00fcr Luft- und Raumfahrtforschung (INCAS), das es Ende vorigen Jahres an das Italian Aerospace Research Centre (Cira) in Capua \u00fcbergeben hat. Das 1:1-Modell sieht so aus wie der fertige Space Rider \u2013 schwarz und wei\u00df -, wiegt so viel wie die endg\u00fcltige Ausf\u00fchrung und hat identische Flugeigenschaften.<\/p>\n<p>Dieses von Rum\u00e4nien zugelieferte Descent and Landing Test Module (DLRM) haben Ingenieure in Italien in den vergangenen Monaten mit Flugsoftware ausger\u00fcstet und mit Hardware f\u00fcr die Landung, allen voran mit dem Bremsfallschirm und dem Fahrwerk. Dieses muss jedoch mit einem Rad am Bug auskommen. Hinten wird der Space Rider nach dem Aufsetzen auf festem Boden auf zwei Kufen \u201eausrollen\u201c.<\/p>\n<p>Ob das alles so funktioniert, sollen die beiden Abwurftests in diesem Fr\u00fchjahr zeigen. Dazu wird das Modell an einem Seil unter einem Transporthelikopter mit Tandemrotoren von Boeing befestigt. Ein Hubschrauber der Marke CH-47 Chinook ist stark genug, um den rund 3 t schweren Gleiter 3 km in die H\u00f6he zu tragen und dann fallen zu lassen. Sobald sich das Versuchsvehikel vom Seil gel\u00f6st hat, soll der Bremsfallschirm ausfahren, der \u2013 gepaart mit den aerodynamischen Flugeigenschaften des Gleiters \u2013 daf\u00fcr sorgt, dass er fast vertikal aufsetzt und noch ein paar Meter \u00fcber den Boden rutscht.<\/p>\n<p>Bis zu zwei Monate im All<\/p>\n<p>Sollten die Drop Tests die gew\u00fcnschten Ergebnisse liefern, k\u00f6nnte f\u00fcr Europas Raumfahrt sp\u00e4testens ab 2028 ein neues Zeitalter beginnen: Seit der Idee des europ\u00e4ischen Raumgleiters Hermes in den 1990er-Jahren diskutiert Europas Raumfahrtindustrie die Wiederverwendbarkeit, hat aber nie etwas Entsprechendes auf die Beine gestellt. Der Space Rider k\u00f6nnte das \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Dabei wird die L\u00e4nge jedes Einsatzes bestimmt von den Nutzlasten, die er an Bord tr\u00e4gt. Eine Mission k\u00f6nnte Tage, Wochen oder maximal zwei Monate dauern. Daf\u00fcr ist das Raumschiff mit Sonnensegeln ausger\u00fcstet, die es mit Energie versorgen. Es ist also nicht auf Bordbatterien angewiesen.<\/p>\n<p>Derzeit laufen die Vorbereitungen f\u00fcr den Jungfernflug des Space Rider. Die Ladebucht f\u00fcllt sich zusehends: Rund 100 Antr\u00e4ge f\u00fcr Nutzlasten und Experimente sind bei der europ\u00e4ischen Weltraumagentur ESA bereits eingegangen. 80 % der Versuchsvorschl\u00e4ge kommen von Firmen, kleinen und mittleren Unternehmen sowie von Start-ups. Nur 20 % stammen von Instituten. Bislang haben die Unternehmen vor allem Interesse an Tests in den Gebieten Physiologie, Medizin, Erdbeobachtung und Pharmazie. Beim Jungfernflug sollen zun\u00e4chst 18 Versuche zu einem verg\u00fcnstigten Einsteigerpreis mitfliegen. \u00a0<\/p>\n<p><a id=\"_Landung_in_Italien?\"\/>Landung in Italien?<\/p>\n<p>Ins All gelangen werden all diese Versuche von Europas Weltraumbahnhof Kourou in Franz\u00f6sisch-Guyana aus. Von dort soll eine europ\u00e4ische Tr\u00e4gerrakete vom Typ Vega C das Raumschiff als Nutzlast in den Orbit hieven. Zum europ\u00e4ischen Weltraumbahnhof in S\u00fcdamerika wird der Space Rider auch zur\u00fcckkehren. Bei k\u00fcnftigen Missionen soll er auch auf Santa Maria landen, einer Azoren-Insel im Atlantischen Ozean, ungef\u00e4hr 1000 km westlich der iberischen Halbinsel. Denn wo viel Wasser ist, besteht wenig Gefahr f\u00fcr die Anwohner.<\/p>\n<p>Lesen Sie auch: <a href=\"https:\/\/www.vdi-nachrichten.com\/technik\/raumfahrt\/vega-c-vor-neustart-darum-stuerzte-die-rakete-ab\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Darum durfte die Vega C lange nicht fliegen<\/a><\/p>\n<p>Und weil dieses Projekt vor allem von Italien vorangetrieben wurde, m\u00f6chte dieses ESA-Mitgliedsland, dass der Space Rider auch mal in Italien landet. Zwar ist Italien dicht besiedelt. Aber ein Landeort irgendwo an der Westk\u00fcste scheint m\u00f6glich. Daf\u00fcr k\u00e4men verschiedene Gegenden infrage, von S\u00fcden bis hinauf in den Norden. Denn der Space Rider w\u00fcrde Italien von Westen her \u00fcber das Mittelmeer anfliegen. Sollten diese Flugh\u00e4fen in Italien alle Sicherheitsanforderungen erf\u00fcllen, w\u00e4re dies das erste Mal, dass in Europa ein Raumschiff landet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Europa entwickelt derzeit ein Raumschiff namens Space Rider. 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