{"id":77531,"date":"2026-04-09T10:16:25","date_gmt":"2026-04-09T10:16:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/77531\/"},"modified":"2026-04-09T10:16:25","modified_gmt":"2026-04-09T10:16:25","slug":"warum-embraer-in-indien-keine-e2-jets-bauen-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/77531\/","title":{"rendered":"Warum Embraer in Indien keine E2-Jets bauen wird"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn ein Flugzeughersteller ein neues Werk er\u00f6ffnet, tut er das \u00fcblicherweise f\u00fcr die Produktion von Flugzeugen der neuesten Generation. Anders macht es nun Embraer. Der brasilianische Hersteller wird zusammen mit dem indischen Konzern Adani Defence and Aerospace <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/ticker\/embraer-und-adani-planen-endmontagelinie-fuer-e175-e1-in-indien\/fw24zmh\" id=\"ef84d0eb-4c03-496c-a6d6-04762de48be5\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">eine Endmontagelinie in Indien errichten<\/a> &#8211; aber nicht, um dort E190-E2 oder E195-E2 zu bauen, oder endlich die Produktion der lange verschobenen E175-E2 zu starten.<\/p>\n<p>Die neuen Partner werden in Indien die E175 der ersten Generation bauen, oft E175-E1 genannt. Auf Anfrage erkl\u00e4rte ein Embraer-Sprecher lediglich, die E175 sei ein bew\u00e4hrtes Modell, dass sich mit seinen bis zu 88 Sitzen hervorragend eigne, um Indiens unerschlossene Marktchancen in kleineren St\u00e4dten zu erschlie\u00dfen. Auf die Frage, warum man sich nicht f\u00fcr eine E2-Produktion entschieden habe, ging der Sprecher nicht direkt ein.<\/p>\n<p>Indien setzt auf Embraer E175 als \u00abbew\u00e4hrtes\u00bb Modell<\/p>\n<p>In der Mitteilung von Embraer und Adani zum Indien-Deal ist zudem mehrfach von der E175 als bew\u00e4hrtes (\u00abproven\u00bb) Modell die Rede. Das d\u00fcrfte zum einen darauf anspielen, dass die E175, die seit 2005 ausgeliefert wird, schon mehr als 1000 Bestellungen vorweisen kann: Ende 2025 waren es 1003, davon 813 bereits ausgeliefert sowie 190 offene Orders.<\/p>\n<p>Embraer E175 hat keine Triebwerke von Pratt &amp; Whitney<\/p>\n<p>Die j\u00fcngeren E190-E2 (67 Orders, 33 ausgeliefert, 34 offen) und E195-E2 (401, 166, 235) halten da insgesamt nicht mit, auch wenn die E195-E2 den gr\u00f6\u00dften offenen Auftragsbestand hat. Und es gibt noch einen Punkt, in dem die E175 bew\u00e4hrter ist als die beiden gr\u00f6\u00dferen E2-Modelle: Sie wird angetrieben von zwei CF34-Triebwerken von General Electric. Bei der E2-Familie entschied sich Embraer dagegen f\u00fcr GTF-Triebwerke von Pratt &amp; Whitney. Die E190- und E195-E2 fliegen mit PW1900G, f\u00fcr die E175-E2 ist das PW1700G vorgesehen.<\/p>\n<p>Die GTF-Triebwerke leiden aber seit Jahren unter Problemen, technisch und auch durch mangelnde Wartungs- und Instandhaltungskapazit\u00e4ten. Besonders betroffen sind Exemplare, die in hei\u00dfen und staubigen Umgebungen fliegen &#8211; wie es in Indien nicht selten der Fall ist.<\/p>\n<p>Wie Embraer die E175 modernisiert hat<\/p>\n<p>Da es also noch keine E175-E2 gibt, die <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/tags\/embraer\" id=\"256a4af4-3f06-4cb8-beeb-0bb0cc8109e9\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Embraer<\/a> in Serien produzieren kann oder will, ist der brasilianische Flugzeugbauer bem\u00fcht, die E175-E1 technisch auf Stand zu halten. Zum ersten Mal \u00fcberarbeitete der Hersteller das Flugzeug schon vor rund zw\u00f6lf Jahren &#8211; mit dem Ziel, den Treibstoffverbrauch um 5 Prozent zu senken. Im M\u00e4rz 2014 gab Embraer bekannt, sogar 6,4 Prozent durchschnittliche Treibstoffersparnis erreicht zu haben. M\u00f6glich wurde dies unter anderem durch neue Fl\u00fcgelspitzen und weitere aerodynamische Anpassungen.<\/p>\n<p>2024 <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/flugzeuge\/embraer-verbessert-e175-und-e2-jets\/6zfyb33\" id=\"60bf2518-bbd3-42d5-a43d-5f2c82b010d3\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">stellte Embraer dann Verbesserungen f\u00fcr alle ihre Modelle vor<\/a>. Zur E175 erkl\u00e4rte das Unternehmen: \u00abDie auf Anfrage erh\u00e4ltlichen Optimierungen konzentrieren sich auf die Kabine und das Passagiererlebnis sowie auf die Aktualisierung der Avionik, um sie an den Standard der E2 anzugleichen.\u00bb Die Verbesserungen: Mood Lightning, gr\u00f6\u00dfere Gep\u00e4ckf\u00e4cher, Recaro-Sitze sowie eine modernere Avionik. \u00abDaten\u00fcbertragungsl\u00f6sungen und Wetterradar werden zudem auf den Stand der E2 gebracht\u00bb, so Embraer. Das Wetterradar biete unter anderem Turbulenzerkennung und -warnung und vorausschauende Windscherungserkennung.<\/p>\n<p>Fundierte Recherchen, Einordnung und Unabh\u00e4ngigkeit: Unsere Fachredaktion kennt die Luftfahrt aus Interviews, Daten und Recherchen vor Ort. F\u00fcr den Preis eines Kaffees im Monat unterst\u00fctzen Sie diese Arbeit und lesen aeroTELEGRAPH ohne Werbung. 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