{"id":7808,"date":"2026-02-17T01:24:05","date_gmt":"2026-02-17T01:24:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/7808\/"},"modified":"2026-02-17T01:24:05","modified_gmt":"2026-02-17T01:24:05","slug":"vierer-planetensystem-trotzt-den-regeln-aussen-kreisender-massiver-gesteinsplanet-passt-nicht-zu-gaengigen-bildungsszenarien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/7808\/","title":{"rendered":"Vierer-Planetensystem trotzt den Regeln &#8211; Au\u00dfen kreisender, massiver Gesteinsplanet passt nicht zu g\u00e4ngigen Bildungsszenarien"},"content":{"rendered":"<p>Au\u00dfenplanet ist massereich, aber gasarm<\/p>\n<p>Das \u00dcberraschende jedoch: \u201eDie CHEOPS-Daten zeigten zus\u00e4tzliche Transit-Merkmale, die wir keinem dieser der drei Planeten zuordnen konnten\u201c, berichten die Astronomen. N\u00e4here Analysen best\u00e4tigten, dass es um den Roten Zwerg LHS 1903 noch einen vierten Planeten gibt, der mehr als doppelt so weit vom Stern entfernt ist wie sein n\u00e4chstinnerer Nachbar. Mit rund 5,79 Erdmassen ist der LHS 1903e getaufte vierte Planet fast so schwer wie sein Nachbar.<\/p>\n<p>\u201eWeil der vierte Planet fast genauso massereich ist wie der dritte, sollte auch er eine gro\u00dfe Menge an Gas angesammelt und zur\u00fcckgehalten haben\u201c, sagt Koautor Yann Alibert von der Universit\u00e4t Bern. Doch das war nicht der Fall, wie Analysen enth\u00fcllten. Stattdessen hat LHS 1903e eine hohe Dichte und demnach wenig Gas, wie die Astronomen feststellten.\n<\/p>\n<p>Wer zu sp\u00e4t entsteht, den bestraft das Gas<\/p>\n<p>\u201eDamit ist dieses Planetensystem verdreht: Erst folgen die Planeten der normalen Abfolge von erst steinig, dann gasreich \u2013 aber dann folgt noch ein Gesteinsplanet\u201c, sagt Wilson. Aber wie ist dieser unerwartete Au\u00dfenseiter zu erkl\u00e4ren? Um das herauszufinden, spielten die Astronomen verschiedene Szenarien durch: Hatten die Planeten vielleicht irgendwann ihre Pl\u00e4tze vertauscht? Oder hatte eine Kollision die Gash\u00fclle dieses \u00e4u\u00dferen Planeten weggerissen?\n<\/p>\n<p>Es zeigte sich: Keines dieser Szenarien kann Gr\u00f6\u00dfe, Beschaffenheit und Position dieses Explaneten erkl\u00e4ren. Stattdessen legen die Analysen einen anderen Grund f\u00fcr die unerwartete Gasarmut von LHS 1903e nahe: Der weit au\u00dfen kreisende Gesteinsplanet muss ein Nachz\u00fcgler sein \u2013 ein Planet, der sich erst nach seinen inneren Geschwistern gebildet hat. \u201eZu der Zeit, als dann dieser Planet heranwuchs, hatte das System bereits einen gro\u00dfen Teil seines Gases verloren\u201c, erkl\u00e4rt Wilson. Dadurch blieb kaum noch \u201eFutter\u201c f\u00fcr den Nachz\u00fcgler \u00fcbrig.\n<\/p>\n<p>Erster Beleg f\u00fcr gasarme Nachz\u00fcgler-Planeten<\/p>\n<p>Das wirft ein neues Licht auf die Planetenbildung und ihren zeitlichen Ablauf. Denn anders als bislang angenommen, m\u00fcssen Planeten nicht unbedingt gleichzeitig entstehen, sondern k\u00f6nnen auch nacheinander gebildet werden \u2013 erst die inneren, dann nacheinander die weiter au\u00dfen liegenden. Der Nachz\u00fcgler-Planet LHS 1903e kam so sp\u00e4t, dass sich seine Urwolke schon aufgel\u00f6st hatte. \u201eDamit k\u00f6nnten wir den ersten Beleg f\u00fcr einen Planeten gefunden haben, der sich in einer solchen schon gasarmen Umgebung gebildet hat\u201c, sagt Wilson.<\/p>\n<p>Dies k\u00f6nnte vielleicht auch erkl\u00e4ren, warum viele massereiche Supererden nicht zu Gasriesen wurden, sondern gasarme Gesteinsplaneten geblieben sind: Sie hatten bei ihrer Bildung zwar genug Staub und steiniges Rohmaterial, aber nicht mehr gen\u00fcgend Gas. Allerdings: Noch ist nicht klar, ob der Nachz\u00fcgler-Planet einen exotischen Sonderfall darstellt oder ob es noch mehr Planetensysteme gibt, die diesem Nacheinander folgen.\n<\/p>\n<p>\u201eUnsere Theorien zur Planetenbildung beruhen stark auf dem, was wir in unserem Sonnensystem finden\u201c, sagt Koautorin Isabel Rebollido von der europ\u00e4ischen Weltraumagentur ESA. \u201eAber wir sehen jetzt immer mehr <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/kosmos\/vier-klassen-von-planetensystemen-identifiziert\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Systeme von Exoplaneten<\/a>, die davon abweichen. Wir m\u00fcssen beginnen, unsere Theorien anzupassen.\u201c (Science, 2026; <a href=\"http:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/science.adl2348\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1126\/science.adl2348<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: European Space Agency, University of Warwick<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>17. Februar 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Au\u00dfenplanet ist massereich, aber gasarm Das \u00dcberraschende jedoch: \u201eDie CHEOPS-Daten zeigten zus\u00e4tzliche Transit-Merkmale, die wir keinem dieser der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7809,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[46,3554,3555,3556,3557,3558,3559,45,60,59,3560,44,64,61,63,62],"class_list":{"0":"post-7808","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-ch","9":"tag-exoplanet","10":"tag-gasplanet","11":"tag-gasriese","12":"tag-gesteinsplanet","13":"tag-planetenbildung","14":"tag-planetensystem","15":"tag-schweiz","16":"tag-science","17":"tag-science-technology","18":"tag-supererde","19":"tag-switzerland","20":"tag-technik","21":"tag-technology","22":"tag-wissenschaft","23":"tag-wissenschaft-technik"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7808","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7808"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7808\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7809"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7808"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7808"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7808"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}