{"id":80440,"date":"2026-04-12T04:55:08","date_gmt":"2026-04-12T04:55:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/80440\/"},"modified":"2026-04-12T04:55:08","modified_gmt":"2026-04-12T04:55:08","slug":"highlights-vom-diabetes-update-praevention-longevity-und-mehr-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/80440\/","title":{"rendered":"Highlights vom Diabetes-Update: Pr\u00e4vention, Longevity und mehr"},"content":{"rendered":"<p>Wie jedes Jahr berichtet Prof. Dr. Stephan Martin in 2 Videos vom Diabetes-Update. In seinem ersten Beitrag hier geht es um Pr\u00e4vention, Longevity-Faktoren, Schutz durch Impfungen und Folgen f\u00fcr Leber und Niere.<\/p>\n<p>Transkript des Videos:<\/p>\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n<p>ich berichte heute vom diesj\u00e4hrigen Diabetes-Update, einer Veranstaltung, die nun bereits zum 21. Mal stattfindet. In diesem Rahmen pr\u00e4sentieren 14 Referenten die wichtigsten Daten des vergangenen Jahres aus Fachbereichen wie der Kardiologie sowie dem Typ-1- und Typ-2-Diabetes, speziell aufgearbeitet f\u00fcr die klinische Praxis. Erstmals fand die Tagung in Wiesbaden statt. Gerne m\u00f6chte ich Ihnen einige Highlights des ersten Tages vorstellen.<\/p>\n<p>Pr\u00e4vention und Langzeiteffekte des Lebensstils\u00a0<\/p>\n<p>Ein zentrales Thema des ersten Tages war die Pr\u00e4vention. Diskutiert wurden Langzeitdaten wie die der chinesischen DaQing-Studie. Diese zeigt ebenso wie das US-amerikanische Diabetes Prevention Program, dass Lebensstil-Interventionen bei Personen mit Pr\u00e4diabetes selbst nach 20 Jahren noch positive Effekte aufweisen. Interessanterweise profitiert die Altersgruppe \u00fcber 60 Jahre besonders stark von einer Umstellung des Lebensstils, w\u00e4hrend bei j\u00fcngeren Patienten eine fr\u00fche Intervention mit Metformin langfristig erfolgreich ist.<\/p>\n<p>Daten aus Deutschland belegen zudem, dass Menschen, die von einem Pr\u00e4diabetes wieder in den Zustand der Normoglyk\u00e4mie zur\u00fcckkehren, massiv profitieren. Bei ihnen sinken das Risiko f\u00fcr Herzinsuffizienz, der kardiovaskul\u00e4re Tod sowie die Gesamtmortalit\u00e4t signifikant.<\/p>\n<p>Longevity: Die \u201eBig Five\u201c der Risikofaktoren\u00a0<\/p>\n<p>Abseits von zweifelhaften Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln wurde eine gro\u00dfe Kohortenanalyse zu den wesentlichen Faktoren f\u00fcr ein langes Leben diskutiert. Die \u201eBig Five\u201c sind: Bluthochdruck, Non-HDL-Cholesterin, BMI, Diabetes und Rauchen. Frauen, die alle f\u00fcnf Risikofaktoren aufweisen, erkranken im Schnitt 13 Jahre fr\u00fcher an kardiovaskul\u00e4ren Leiden und haben eine um 14 Jahre verk\u00fcrzte Lebenserwartung im Vergleich zu Frauen ohne diese Risiken. Bei M\u00e4nnern f\u00fchrt das Vorhandensein aller 5 Faktoren zu einem 10 Jahre fr\u00fcheren Krankheitsbeginn und einer Lebenszeitverk\u00fcrzung von elf Jahren.<\/p>\n<p>Kardiologie und Impfschutz\u00a0<\/p>\n<p>Ein oft untersch\u00e4tzter Pfeiler der kardiovaskul\u00e4ren Behandlung ist die Grippeimpfung. Die Europ\u00e4ische Gesellschaft f\u00fcr Kardiologie stuft sie mittlerweile neben der Lipidsenkung und der antihypertensiven Therapie als wesentlichen Faktor ein. Da jede Infektion Plaque-Rupturen provozieren kann, sch\u00fctzt die Impfung Patienten nach vaskul\u00e4ren Ereignissen effektiv vor weiteren Komplikationen.<\/p>\n<p>Innovationen in der Diagnostik und Hepatologie\u00a0<\/p>\n<p>In der Augenheilkunde zeichnet sich ein Wandel ab: Das Screening auf diabetische Retinopathie mittels k\u00fcnstlicher Intelligenz erreicht teilweise eine h\u00f6here Sensitivit\u00e4t als die klassische Untersuchung beim Augenarzt. Angesichts langer Wartezeiten k\u00f6nnte die KI eine echte Alternative zur Optimierung der j\u00e4hrlichen Kontrollen darstellen.<\/p>\n<p>In der Hepatologie wurde die Umbenennung der Fettlebererkrankungen in MASLD (Metabolic Dysfunction-associated Steatotic Liver Disease) und MASH thematisiert. Da stoffwechselbedingte Leberzirrhosen mittlerweile h\u00e4ufiger auftreten als alkoholbedingte, ist die Aufmerksamkeit beim Diabetes-Patienten essenziell. Experten empfehlen die j\u00e4hrliche Bestimmung des FIB-4-Scores (basierend auf Alter, GOT und Thrombozytenzahl). Ein Wert \u00fcber 1,3 erfordert eine genauere Untersuchung des Fibrosegrades, da dieser entscheidend f\u00fcr die Lebenserwartung ist. Eine Fettleber darf keinesfalls als Bagatelle betrachtet werden.<\/p>\n<p>Warnsignale und neue Ans\u00e4tze in der Nephrologie\u00a0<\/p>\n<p>Besondere Vorsicht ist bei sogenannten \u201eRed Flags\u201c geboten: Eine ungewollte Gewichtsabnahme, ein neu auftretender Diabetes im Alter oder eine pl\u00f6tzliche Verschlechterung des HbA1c-Wertes k\u00f6nnen Anzeichen f\u00fcr ein Pankreaskarzinom sein.<\/p>\n<p>Aus der Nephrologie gibt es Neuigkeiten zum Wirkstoff Finerenon. Nachdem die Studien FIDELIO und FIGARO bereits die Wirksamkeit bei Typ-2-Diabetes belegten, zeigt die aktuelle FINE-ONE-Studie nun auch bei Typ-1-Diabetes positive Effekte. Hier konnte die Albumin-Kreatinin-Ratio um 34 % gesenkt werden, was Finerenon zu einer k\u00fcnftigen therapeutischen Option f\u00fcr diese Patientengruppe macht.<\/p>\n<p>Dies waren die Eindr\u00fccke des ersten Tages. Morgen folgen weitere spannende Themen wie Gestationsdiabetes und neue Aspekte des Typ-2-Diabetes.<\/p>\n<p>Alles Gute, Ihr Stefan Martin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie jedes Jahr berichtet Prof. Dr. Stephan Martin in 2 Videos vom Diabetes-Update. 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