{"id":81964,"date":"2026-04-14T03:24:22","date_gmt":"2026-04-14T03:24:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/81964\/"},"modified":"2026-04-14T03:24:22","modified_gmt":"2026-04-14T03:24:22","slug":"vitamin-b12-induziert-die-weitergabe-von-verhaltensaenderungen-ueber-generationen-hinweg-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/81964\/","title":{"rendered":"Vitamin B12 induziert die Weitergabe von Verhaltens\u00e4nderungen \u00fcber Generationen hinweg"},"content":{"rendered":"<p>(openPR) Auf den Punkt gebracht<\/p>\n<p>Vitamin B12 steuert Vererbung des r\u00e4uberischen Verhaltens: Ein bakterieller N\u00e4hrstoff induziert im Fadenwurm Pristionchus pacificus eine r\u00e4uberische Form, die an k\u00fcnftige Generationen weitergegeben wird.<\/p>\n<p>Konzentrationsabh\u00e4ngige metabolische Signalwirkung: Die Wirkung h\u00e4ngt von der Vitamin-B12-Konzentration ab und erfolgt \u00fcber die Methionin-Synthase, bei der Vitamin B12 als essentieller Co-Faktor wirkt.<\/p>\n<p>Maternaler N\u00e4hrstofftransportmechanismus: Die Vererbung geschieht \u00fcber eine erh\u00f6hte, vitellogenin-vermittelte N\u00e4hrstoffversorgung von der Mutter auf die Nachkommen.<\/p>\n<p>Verbindung von Umwelt und Evolution: Die Studie zeigt, wie ern\u00e4hrungsbedingte Ver\u00e4nderungen \u00fcber transgenerationale Erinnerung langfristige Anpassung f\u00f6rdern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es ist schon l\u00e4nger bekannt, dass Umweltbedingungen die Vererbung von Merkmalen beeinflussen k\u00f6nnen. Dieses Ph\u00e4nomen ist als transgenerationale epigenetische Vererbung bekannt. Doch die molekularen Signale, die diese biologische \u201eErinnerung\u201c pr\u00e4gen, waren bisher weitgehend unbekannt.<\/p>\n<p>In dieser neuen Studie verwendeten die Forschenden den Fadenwurm Pristionchus pacificus, einen mikroskopisch kleinen Rundwurm, der sich flexibel entwickeln kann. Abh\u00e4ngig von seiner Nahrung kann Pristionchus seine Mundstruktur ver\u00e4ndern und eine r\u00e4uberische Lebensweise annehmen, bei der er sich von anderen Fadenw\u00fcrmern ern\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Als Pristionchus mit dem Bakterium Novosphingobium gef\u00fcttert wurde, entwickelte er sich ausschlie\u00dflich in die r\u00e4uberische Form. Interessanterweise blieb diese verst\u00e4rkte Neigung zum r\u00e4uberischen Verhalten \u00fcber mehrere Generationen hinweg bestehen, selbst nachdem die W\u00fcrmer wieder zu ihrer urspr\u00fcnglichen Nahrung zur\u00fcckkehrten.<\/p>\n<p>Das Forschungsteam identifizierte Vitamin B12, einen von den Bakterien produzierten Metaboliten, als Hauptausl\u00f6ser f\u00fcr diesen vererbten Effekt. Wenn Novosphingobium genetisch so ver\u00e4ndert wurde, dass die Vitamin B12-Produktion blockiert ist, ging das generationen\u00fcbergreifende Ged\u00e4chtnis f\u00fcr das r\u00e4uberische Verhalten verloren. Durch Zugabe von Vitamin B12 lie\u00df sich der Effekt jedoch wiederherstellen, was zeigt, dass Vitamin B12 sowohl notwendig als auch ausreichend f\u00fcr diese Form der Vererbung ist.<\/p>\n<p>Weitere Experimente zeigten, dass Vitamin B12 konzentrationsabh\u00e4ngig wirkt und \u00fcber die Methionin-Synthase signalisiert, ein wichtiges Enzym im Zellstoffwechsel, bei dem Vitamin B12 als entscheidender Cofaktor fungiert.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus fanden die Forschenden, dass Vitamin B12 die Produktion von Vitellogenin \u00fcber Generationen hinweg erh\u00f6ht. Vitellogenin ist das Haupt-Eiwei\u00df der Eizellen, welches als N\u00e4hrstoff von der Mutter auf die Nachkommen \u00fcbertragen wird. W\u00fcrmer, denen der Vitellogenin-Rezeptor fehlt, der f\u00fcr die Aufnahme von Dotterproteinen in die Eizellen verantwortlich ist, zeigten das vererbte r\u00e4uberische Verhalten nicht. Dies liefert starke Hinweise darauf, dass das durch Vitamin B12 ausgel\u00f6ste transgenerationale Ged\u00e4chtnis durch die maternale N\u00e4hrstoffversorgung von M\u00fcttern auf ihre Nachkommen erfolgt.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Ergebnisse zeigen, dass Vitamin B12 nicht nur auf das Individuum einwirkt, das es konsumiert, sondern auch die Biologie zuk\u00fcnftiger Generationen pr\u00e4gen kann\u201c, sagt Shiela Pearl Quiobe, die als Doktorandin an dem Projekt mitgearbeitet hat: \u201eDies zeigt eine direkte molekulare Verbindung zwischen Ern\u00e4hrung, Stoffwechsel und vererbten Merkmalen.\u201c<\/p>\n<p>Die Studie zeigt ein bemerkenswertes Beispiel f\u00fcr ph\u00e4notypische Plastizit\u00e4t, bei der Organismen ihre Merkmale als Reaktion auf Umweltbedingungen anpassen. In sich schnell ver\u00e4ndernden oder ressourcenarmen Umgebungen, wie sie P. pacificus in der Natur vorfindet, kann die F\u00e4higkeit, adaptive Merkmale wie r\u00e4uberisches Verhalten zuvererben, das \u00dcberleben und den Fortpflanzungschancen erheblich steigern.<\/p>\n<p>\u201eDiese Ergebnisse zeigen, wie unmittelbare Umwelteinfl\u00fcsse \u00fcber Generationen hinweg weitergegeben werden k\u00f6nnen, was sich m\u00f6glicherweise auf die Evolution auswirkt\u201c, f\u00fcgt Ata Kalirad, Postdoc in der Abteilung f\u00fcr Integrative Evolutionsbiologie, hinzu.<\/p>\n<p>Trotz dieser neuen Erkentnisse bleiben wichtige Fragen offen. Die genaue Menge an Vitamin B12, die von dem Gewebe und den Embryonen der Fadenw\u00fcrmer aufgenommen wird, ist noch nicht bekannt. Ein weiterer n\u00e4chster Schritt ist es, die Rolle von Vitellogenin besser zu verstehen. Die Forschenden vermuten, dass diese Dotterproteine als zentrale Transportknotenpunkte fungieren und nicht nur N\u00e4hrstoffe, sondern auch andere Molek\u00fcle wie Lipide und kleine RNAs transportieren, die zur Vererbung von Merkmalen beitragen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Diese Studie ist ein grundlegender Schritt, um zu verstehen, wie Umweltsignale in vererbbare biologische Informationen umgewandelt werden. Die Ergebnisse k\u00f6nnten weitreichende Auswirkungen, \u00fcber die Fadenw\u00fcrmer hinaus, zu umfassenderen Fragen der Ern\u00e4hrung, Entwicklung und Vererbung haben.<\/p>\n<p>wissenschaftliche Ansprechpartner:<br \/>Prof. Dr. Ralf J. Sommer<br \/>Director <br \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"224\" height=\"17\" alt=\"E-Mail\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/df88f4e7518b608c3334fab8f2df3159.jpg\" class=\"intext-mailto\"\/><\/p>\n<p>Dr. Jeanette M\u00fcller<br \/>Press Office <br \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"214\" height=\"17\" alt=\"E-Mail\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/eca64a9e035ae27fdd5057430b075808.jpg\" class=\"intext-mailto\"\/><\/p>\n<p>Originalpublikation:<br \/>Shiela Pearl Quiobe, Ata Kalirad, Raphaela Zurheide, Hanh Witte, Christian R\u00f6delsperger, Ralf J. Sommer.<br \/>Vitamin B12 induces memory of predation through vitellogenin provisioning. <br \/>Nat Commun 17, 3408 (2026)<br \/>https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41467-026-71494-w<\/p>\n<p>Disclaimer: F\u00fcr den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder\/ Videos ist ausschlie\u00dflich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdr\u00fccklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen m\u00f6chten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Ver\u00f6ffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(openPR) Auf den Punkt gebracht Vitamin B12 steuert Vererbung des r\u00e4uberischen Verhaltens: Ein bakterieller N\u00e4hrstoff induziert im Fadenwurm&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":81965,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[4009,46,67,66,22883,45,956,44],"class_list":{"0":"post-81964","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-biologie","9":"tag-ch","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health","12":"tag-individuum","13":"tag-schweiz","14":"tag-studien","15":"tag-switzerland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116400918551707150","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81964","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=81964"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81964\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/81965"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=81964"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=81964"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=81964"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}