{"id":82192,"date":"2026-04-14T08:04:06","date_gmt":"2026-04-14T08:04:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/82192\/"},"modified":"2026-04-14T08:04:06","modified_gmt":"2026-04-14T08:04:06","slug":"trends-in-der-kardio-praevention-suessstoffe-impfungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/82192\/","title":{"rendered":"Trends in der Kardio-Pr\u00e4vention: S\u00fc\u00dfstoffe &#038; Impfungen"},"content":{"rendered":"<p>Mannheim \u2013 19% der Erwachsenen in Deutschland sind adip\u00f6s. Zucker \u2013 vor allem in Softdrinks und hochverarbeiteten Lebensmitteln \u2013 gilt als einer der Hauptfaktoren f\u00fcr Fettleibigkeit. Dass der Zuckerkonsum dringend reduziert werden sollte, ist klar. Doch S\u00fc\u00dfstoffe statt Zucker? Dass man damit eher vom Regen in Traufe kommt, hob Dr. Marco Witkowski\u00a0auf der 92. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Kardiologie (DGK) in Mannheim hervor [1].<\/p>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit zur Zuckerreduktion ist die Zuckersteuer: In Mexiko und Gro\u00dfbritannien wurde eine Steuer auf zuckerhaltige Getr\u00e4nke eingef\u00fchrt. Eine Analyse von Haushaltseink\u00e4ufen in Mexiko <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/28228484\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zeigte<\/a>: Dadurch ging der Kauf zuckerhaltiger Softdrinks um knapp 10% zur\u00fcck. In Modellrechnungen wird prognostiziert, dass eine 10%ige Reduktion von Softdrinks kardiovaskul\u00e4re Ereignisse um bis zu 3% verringern k\u00f6nnte.\u00a0<\/p>\n<p>Auch der Nutri-Score soll ges\u00fcndere Kaufentscheidungen f\u00f6rdern. Nach aktuellen Anpassungen schneiden zuckerhaltige Lebensmittel jetzt noch schlechter ab. Die Neueinstufung soll sowohl Konsumenten zu ges\u00fcnderen Entscheidungen anregen als auch Hersteller dahingehend beeinflussen, ihren Produkten weniger Zucker beizusetzen.\u00a0<\/p>\n<p>Neueste Studien k\u00f6nnten Risikobewertungen zu S\u00fc\u00dfstoffen liefern<\/p>\n<p>Noch h\u00e4ufig gelten Lightprodukte mit kalorienarmen S\u00fc\u00dfstoffen als gesunde Alternative \u2013 sind es aber nicht, betonte Witkowski, Charit\u00e9, Universit\u00e4tsmedizin Berlin. Er verwies auf eine eigene Studie zu Zuckeralkoholen mit nordamerikanischen und deutschen Kohorten, in der \u00fcber einen Zeitraum von 3 Jahren gezeigt werden konnte, dass Patienten mit erh\u00f6hten Erythrit-Konzentrationen im Blut ein erh\u00f6htes Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko aufwiesen.\u00a0<\/p>\n<p>Weitere experimentelle Studien lieferten Hinweise darauf, dass der Zuckerersatzstoff selbst Risiko-Trigger ist: Unter Erythrit sind die Thrombozyten reaktiver, verklumpen schneller, k\u00f6nnen leichter Gerinnsel bilden und ein Herzkranzgef\u00e4\u00df verstopfen. \u00c4hnliche Ergebnisse konnten f\u00fcr eine erh\u00f6hte Konzentration von Xylit (Birkenzucker) im Blut festgestellt werden.\u00a0<\/p>\n<p>Anstehende Studien vergleichen k\u00fcnstliche und nat\u00fcrliche S\u00fc\u00df- und Zuckerersatzstoffe. Wie Witkowski berichtete, zeigen sich f\u00fcr mehrere dieser Stoffe eine gerinnungsf\u00f6rdernde Wirkung und Assoziationen mit klinischen Ereignissen. Bei Stevia hingegen fand sich kein Hinweis auf kardiologische Risiken. Witkowskis Einsch\u00e4tzung nach k\u00f6nnten die Ergebnisse dazu beitragen, verschiedene S\u00fc\u00dfstoffe unter Vorbehalt als risikoreicher bzw. risiko\u00e4rmer zu klassifizieren.<\/p>\n<p>Impfungen sind fester Bestandteil der kardiovaskul\u00e4ren Pr\u00e4vention<\/p>\n<p>Menschen mit Herzerkrankungen haben ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr schwere Verl\u00e4ufe von Atemwegserkrankungen, etwa durch Infektionen mit Pneumokokken, RSV, SARS-CoV-2 oder Influenzaviren. Dennoch lag 2024 die Impfquote f\u00fcr Influenza bei den \u00fcber 60-J\u00e4hrigen bei nur 34%, die Impfrate gegen Herpes Zoster bei 24% und gegen Pneumokokken bei 21%. Und die Impfung gegen COVID-19 \u2013 ab 60 j\u00e4hrlich von der STIKO empfohlen \u2013 erreicht nur eine Quote von 13%, berichtete Prof. Dr. Dr. Stephan Schirmer, Kaiserslautern.<\/p>\n<p>Schirmer betonte, dass Impfungen \u201ekein Zusatz, sondern ein fester Bestandteil der kardiovaskul\u00e4ren Pr\u00e4vention\u201c sind und erinnerte daran, dass das Risiko f\u00fcr einen Myokardinfarkt innerhalb der ersten 7 Tage nach einer Infektion mit Influenza um das 6-Fache erh\u00f6ht ist. Gleichzeitig zeigen randomisierte Studien, dass die Influenza-Impfung kardiovaskul\u00e4re Ereignisse signifikant \u2013 um etwa 28% &#8211; reduzieren kann. \u201eDer Zusammenhang zwischen Infektionen und kardiovaskul\u00e4ren Ereignissen ist kein Randph\u00e4nomen, es handelt sich hier um einen relevanten und beeinflussbaren Risikofaktor\u201c, erkl\u00e4rte Schirmer und forderte einen Perspektivenwechsel: \u201eImpfungen sollten nicht l\u00e4nger ausschlie\u00dflich als Ma\u00dfnahme zur Vermeidung infekti\u00f6ser Erkrankungen verstanden werden, sondern als integraler Bestandteil der kardiovaskul\u00e4ren Risikoreduktion.\u201c<\/p>\n<p>Impfungen sollten nicht l\u00e4nger ausschlie\u00dflich als Ma\u00dfnahme zur Vermeidung infekti\u00f6ser Erkrankungen verstanden werden, sondern als integraler Bestandteil der kardiovaskul\u00e4ren Risikoreduktion.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Dr. Stephan Schirmer<\/p>\n<p>Taugen Wearables f\u00fcr die Fr\u00fcherkennung von Bluthochdruck?<\/p>\n<p>In Deutschland leidet jede 3. erwachsene Person an Bluthochdruck, viele von ihnen, ohne es zu wissen. Dabei gilt Bluthochdruck als der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor. Digitale Tools k\u00f6nnten bei der Fr\u00fcherkennung einer Hypertonie eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen, meinte Prof. Dr. Christina Magnussen, Stellvertretende Klinikdirektorin am Universit\u00e4tsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).<\/p>\n<p>Neue Generationen von Wearables integrieren inzwischen aufblasbare Manschetten und erm\u00f6glichen eine direkte Blutdruckmessung am Handgelenk. \u201eSmartwatches ersetzen kein Blutdruckmessber\u00e4t \u2013 k\u00f6nnen aber zu einem wichtigen Fr\u00fchwarnsystem werden\u201c, so Magnussen. Der entscheidende Vorteil der Tools liege nicht in der einzelnen Messung, sondern in der kontinuierlichen Beobachtung. Wiederholte, alltagsnahe Daten k\u00f6nnten Ver\u00e4nderungen durchaus sichtbar machen. So entstehe ein neues Prinzip der Fr\u00fcherkennung: nicht punktuell, sondern longitudinal.<\/p>\n<p>Smartwatches ersetzen kein Blutdruckmessber\u00e4t \u2013 k\u00f6nnen aber zu einem wichtigen Fr\u00fchwarnsystem werden.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Christina Magnussen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mannheim \u2013 19% der Erwachsenen in Deutschland sind adip\u00f6s. 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