{"id":83065,"date":"2026-04-15T02:01:41","date_gmt":"2026-04-15T02:01:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/83065\/"},"modified":"2026-04-15T02:01:41","modified_gmt":"2026-04-15T02:01:41","slug":"genai-zurich-die-macher-haben-uebernommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/83065\/","title":{"rendered":"GenAI Zurich \u2013 die Macher haben \u00fcbernommen"},"content":{"rendered":"<p itemprop=\"description\">\n                        Nach zwei Tagen GenAI meint Patrick Comboeuf: Der Honeymoon ist vorbei. Und das ist wunderbar.\n                    <\/p>\n<p>Die Crew rund um die umtriebigen K\u00f6pfe der <a href=\"https:\/\/www.genaizurich.ch\" target=\"_blank\" class=\"external\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">GenAI Zurich<\/a> lockte einmal mehr progressive Vor-, Mit- und Nachdenker der globalen Tech- und Digital-Elite nach Z\u00fcrich vor Ostern. Das abwechslungsreiche und hervorragend kuratierte Programm stand unter dem ambitionierten Anspruch, den Nebel des KI-Hypes zu lichten und Generative AI endlich in greifbaren Business Value zu \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p>Wurden die Organisatoren diesem hehren Anspruch gerecht? F\u00fcr den eiligen Leser die Antwort in Kurzform: Absolut. Aber mit einer Klarheit, die den reinen Technokraten wehtun d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle anderen gibt\u2019s hier ein paar Reflexionen zu Inhalt, Teilnehmern, dem elektrisierenden Vibe in den R\u00e4umen und auf der B\u00fchne im Z\u00fcrcher Volkshaus sowie dem eigentlichen Elefanten im Raum: uns Menschen.<\/p>\n<p>Der &#171;Zurich Vibe&#187; \u2013 Vom Beobachter zum Akteur<\/p>\n<p>Wer in den letzten Monaten irgendwo im Internet (ja, das gibt\u2019s noch\u2026;)) unterwegs war, konnte sich vor generischen KI-Platit\u00fcden kaum retten. Doch vor Ort in Z\u00fcrich sp\u00fcrte man etwas v\u00f6llig anderes. Die unternehmerische Inertia \u2013 dieses typisch schweizerische &#171;Warten wir mal ab, was die Amerikaner machen&#187; \u2013 war wie weggeblasen.<\/p>\n<p>Aldo Podest\u00e0 brachte diese Energie in seinem R\u00fcckblick wunderbar auf den Punkt: \u00abZurich felt different today. Not because of another shiny tech release, but because the collective mindset shifted from exploring to executing.\u00bb<\/p>\n<p>Genau das ist es, was die Entrepreneure und mutigen Macher von den Mitl\u00e4ufern oder Bedenkenbewirtschaftern unterscheidet: Das &#171;Risk of Ignorance&#187; \u00fcbersteigt mittlerweile jedes finanzielle Risiko eines Pilotprojekts. Wer jetzt noch in endlosen Komitee-Sitzungen abw\u00e4gt und debattiert, hat den Knall nicht geh\u00f6rt. Die Konferenz hat unmissverst\u00e4ndlich klargemacht: Die Macher haben das Steuer \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Das heisst mitnichten, dass das ungez\u00fcgelte Ausgabenwachstum f\u00fcr Lizenzen der Myriaden von Tools und Modellen so weitergeht. Viele Unternehmen haben erkannt und auch unter Beweis gestellt, dass hier mittlerweile sehr selektiv vorgegangen wird.<\/p>\n<p>Wer jetzt noch in endlosen Komitee-Sitzungen abw\u00e4gt und debattiert, hat den Knall nicht geh\u00f6rt<\/p>\n<p>Agentic AI als Lizenz zum Leapfrogging?<\/p>\n<p>Eine der st\u00e4rksten thematischen Str\u00f6mungen der Konferenz war der rasante Shift von rein generativen hin zu produktiven &#171;agentischen&#187; Modellen (Agentic AI). Wir tippen nicht mehr nur Prompts in ein Chatfenster, wir orchestrieren digitale Assistenten, die autonom komplexe Tasks abarbeiten.<\/p>\n<p>Das ist der Sweetspot f\u00fcr den Standort Schweiz. Joel Walther fasste diesen &#171;Swiss Tech&#187;-Muskel nach der Veranstaltung treffend zusammen: \u00abWe are moving beyond chatbots to Agentic AI. The energy at the GenAI Zurich proves that the Swiss ecosystem doesn&#8217;t just consume innovation, we actively build it.\u00bb<\/p>\n<p>Wir werden in Europa die Milliardenbudgets der Big Techs nicht \u00fcberbieten k\u00f6nnen. M\u00fcssen wir auch nicht. Unsere Chance liegt darin, die kl\u00fcgsten, sichersten und pragmatischsten \u00d6kosysteme zu bauen. Massgeschneidert f\u00fcr den Kontinent der mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, verl\u00e4sslich wie ein Uhrwerk und basierender auf der legend\u00e4ren Ingenieurskunst. Cleverness (und Datenqualit\u00e4t) schl\u00e4gt Budget.<\/p>\n<p>Der Elefant im Raum: The Human in the Loop<\/p>\n<p>Doch bei all der faszinierenden Technik und den beeindruckenden Demos \u2013 KI wird auch nach den Flitterwocher gerade in den Unternehmen nur fliegen, wenn das Team #AugmentedHumanity sich ausreichend Geh\u00f6r verschafft. Die beste Technologie verkommt zu einer Investitionsruine, wenn wir die Menschen in der Organisation nicht fr\u00fch und in vielen Facetten mitzunehmen imstande sind.<\/p>\n<p>Die beste Technologie verkommt zu einer Investitionsruine, wenn wir die Menschen in der Organisation nicht fr\u00fch und in vielen Facetten mitzunehmen imstande sind<\/p>\n<p>Vor zwei, drei Jahren mag manch ein Quick-Fix-Manager oder Kostenreduzier-Guru geglaubt haben, er k\u00f6nne ein KI-Tool einfach \u00fcber den Zaun werfen und auf ein Effizienzwunder hoffen. Die Transformations-Expertin Carolin Biedermann traf den Nagel auf den Kopf: \u00abAI Transformation ist 10 Prozent Tech und 90 Prozent Change Management. Wenn wir die Kultur nicht mitnehmen, scheitert der beste Code.\u00bb<\/p>\n<p>Technokratische Empfehlungen, die den menschlichen Faktor, \u00c4ngste und die mitunter nicht g\u00e4nzlich unberechtigte Change-Resistenz in traditionellen Unternehmen ausblenden, sind toxisch. Wir m\u00fcssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bef\u00e4higen, nicht ersetzen. Technologie wie K\u00fcnstliche Intelligenz muss uns dienen, nicht umgekehrt.<\/p>\n<p>Diesen zutiefst menschlichen Aspekt des Events unterstrich auch Alica Pesic sehr passend: \u00abIn the end, it\u2019s the human connections that turn AI from a tool into a transformation. Der pers\u00f6nliche Austausch heute war pures Gold.\u00bb<\/p>\n<p>Aufstehen, Krone richten, Prompts schreiben<\/p>\n<p>Die GenAI Zurich war kein lauter, notwendiger Weckruf, sondern eher eine Best\u00e4tigung daf\u00fcr, was viele Unternehmen und Protagonisten der Szene unterschwellig schon eine Weile gesp\u00fcrt haben. Der Honeymoon der netten KI-Bildchen ist definitiv vorbei. Jetzt beginnt die anstrengendere, aber \u2013 weil viel wirksamer \u2013 auch wunderbare Arbeit im Maschinenraum der Transformation.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen aufh\u00f6ren, Referenzierungen zu Tech-Giganten unreflektiert als allgemeing\u00fcltiges Rezept f\u00fcr den hiesigen Mittelstand zu verkaufen. Oder wie es Olivier Cornet, CEO von Livemap, pointiert auf den Punkt brachte: \u00abWir brauchen mutige Leader und f\u00e4hige Engineers, die im Tandem den Status quo herausfordern. Das bedeutet zwangsl\u00e4ufig auch, Fehler zu machen. Jede gute Idee verliert im ersten Kontakt mit der Realit\u00e4t ein paar Federn.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach zwei Tagen GenAI meint Patrick Comboeuf: Der Honeymoon ist vorbei. Und das ist wunderbar. 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