{"id":87389,"date":"2026-04-17T20:27:21","date_gmt":"2026-04-17T20:27:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/87389\/"},"modified":"2026-04-17T20:27:21","modified_gmt":"2026-04-17T20:27:21","slug":"ist-eine-teilweise-regeneration-des-gedaechtnisses-bei-alzheimer-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/87389\/","title":{"rendered":"Ist eine teilweise Regeneration des Ged\u00e4chtnisses bei Alzheimer m\u00f6glich?"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\tErinnerungen<\/p>\n<p class=\"timeinfo\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\u00a016. April 2026  15:51<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\u00a0Robert Klatt\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t\t\t\tAlzheimer entsteht durch Dysbalance im Gehirn<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t)moc.sotohptisoped1kodus(Foto: \u00a9\u00a0<\/p>\n<p>Alzheimer kann bisher nur verlangsamt, aber nicht geheilt werden. Nun wurde entdeckt, dass das schlechtere Ged\u00e4chtnis nicht nur durch den Abbau von Hirnsubstanz entsteht, sondern auch durch eine Dysbalance, durch die die Hirnareale schlechter miteinander kommunizieren. Es ist somit denkbar, dass Alzheimer, zumindest im Fr\u00fchstadium, besser behandelt werden kann.<\/p>\n<p>Magdeburg (Deutschland). Die <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/medizin\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Medizin<\/a> kann <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/thema\/Alzheimer\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alzheimer<\/a> bisher mit einigen Medikamenten nur verlangsamen, aber den Verlust\u00a0der Gehirnzellen und des <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/thema\/Gedaechtnis\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ged\u00e4chtnisses<\/a> nicht komplett stoppen oder r\u00fcckg\u00e4ngig machen. Es gibt aber Indizien, laut denen manche kognitive Symptome der neurodegenerativen Krankheit durch bestimmte Therapien gestoppt oder sogar wieder verbessert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Forscher der Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t Magdeburg (OVGU) haben nun eine Studie publiziert, die untersucht hat, welche Ma\u00dfnahmen gegen Ged\u00e4chtnisverluste helfen k\u00f6nnen. Sie haben dazu analysiert, warum das Ged\u00e4chtnis bei den meisten Menschen mit Alzheimer abnimmt und welche Prozesse im Gehirn daf\u00fcr verantwortlich sind.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p>\u201eIm Gehirn ist Ged\u00e4chtnis in klaren Schaltkreisen organisiert. Wenn diese nicht mehr effizient zusammenarbeiten, entstehen Ged\u00e4chtnisprobleme \u2013 auch dann, wenn Teile der Struktur noch vorhanden sind.\u201c<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\tDysbalance im Gehirn von Alzheimerpatienten<\/p>\n<p>In der <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Forschung<\/a> ging man bisher davon aus, dass der alzheimerbedingte Ged\u00e4chtnisverlust vor allem auf den Abbau der Hirnsubstanz, vor allem im Ged\u00e4chtniszentrum im Hippocampus, zur\u00fcckgeht. In diesem Bereich des Organs gehen bei Alzheimerpatienten besonders viele Neuronen verloren. Laut dem neuen \u201eCircuit Utilization Framework\u201c der OVGU kommt es jedoch nicht durch eine Zerst\u00f6rung der Hirnsubstanz zu einer schlechteren Ged\u00e4chtnisleistung, sondern weil die Hirnareale, die gemeinsam f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/thema\/Erinnerung\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erinnerungen<\/a> zust\u00e4ndig sind, schlechter zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Wie die Forscher erkl\u00e4ren, entstehen die Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen\u00a0also, weil zuvor intakte Verbindungen\u00a0nicht mehr vollst\u00e4ndig funktionieren, obwohl die Neuronen und funktionellen Verkn\u00fcpfungen des Ged\u00e4chtnisnetzwerks\u00a0nicht komplett vorhanden sind. Bei Alzheimerpatienten, besonders im Fr\u00fchstadium, sorgt demnach eine Dysbalance, bei der manche Signale zu stark und andere zu schwach weitergeleitet werden, daf\u00fcr, dass das Ged\u00e4chtnis schlechter funktioniert.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p>\u201eWir sehen Hinweise darauf, dass noch erhaltene Funktionskapazit\u00e4ten im Gehirn nicht mehr zuverl\u00e4ssig genutzt werden k\u00f6nnen. Das er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeit, gezielt an der Funktionsweise dieser Netzwerke und Schaltkreise anzusetzen.\u201c<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p>Neue Alzheimertherapien?<\/p>\n<p>Laut den Autoren k\u00f6nnen die Erkenntnisse dabei helfen, neue Therapien gegen Alzheimer zu entwickeln, die nicht darauf abzielen, den Abbau der Hirnzellen\u00a0zu stoppen, sondern die noch bestehenden Hirnnetzwerke\u00a0st\u00e4rken. Dadurch k\u00f6nnten einige Alzheimersymptome entweder gemildert oder wom\u00f6glich sogar r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Die Therapien k\u00f6nnten unter anderem mit speziellen Medikamenten die zu geringe oder zu hohe Aktivit\u00e4t in den jeweils betroffenen Hirnarealen regulieren. Denkbar ist zudem die Stimulation der Hirnbereiche mit magnetischen und elektrischen Methoden.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t&#13;<\/p>\n<p>Das Gehirn hat mehr M\u00f6glichkeiten, als wir lange gedacht haben. Aber wir verstehen erst ansatzweise, wie wir dies gezielt f\u00f6rdern k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p>Manche der von den Forschern vorgeschlagenen Therapieoptionen wurden bereits in klinischen Studien erprobt. Es ist aber noch offen, ob sie tats\u00e4chlich das Ged\u00e4chtnis von Alzheimerpatienten verbessern und wie sie im klinischen Alltag genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p>\u201eWir m\u00fcssen dieses Wissen besser klinisch nutzen. Es ist Zeit, Ged\u00e4chtnisprobleme bei Alzheimer auf der Ebene von Schaltkreisen und Rechenprozessen zu betrachten. So k\u00f6nnen wir besser verstehen, welche Prozesse im Gehirn gest\u00f6rt sind und gezielter Interventionen entwickeln und einsetzen.\u201c<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>Pressemitteilung der <a href=\"https:\/\/www.med.ovgu.de\/Presse\/Presse\/Pressemitteilungen\/Kann+sich+das+Ged%C3%A4chtnis+bei+Alzheimer+teilweise+erholen_-p-49664.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t Magdeburg<\/a> (OVGU)<\/p>\n<p>Studie im Fachmagazin <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41582-026-01189-9\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Nature Reviews Neurology<\/a>, doi: 10.1038\/s41582-026-01189-9<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erinnerungen \u00a016. 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