{"id":93315,"date":"2026-04-22T09:24:13","date_gmt":"2026-04-22T09:24:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/93315\/"},"modified":"2026-04-22T09:24:13","modified_gmt":"2026-04-22T09:24:13","slug":"wie-moderne-fliegende-radarsysteme-helfen-die-arktis-zu-sichern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/93315\/","title":{"rendered":"Wie moderne fliegende Radarsysteme helfen, die Arktis zu sichern"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Augen der Welt sind aktuell auf den Nahen Osten gerichtet, wo der Iran-Krieg seine Spuren hinterlie\u00df. Doch westliche und \u00f6stliche Strategen schauen bereits l\u00e4nger auch in eine andere Richtung \u2013 zur Arktis.<\/p>\n<p>Moskau sei \u00abbesorgt\u00bb \u00fcber den Aufmarsch der Nato in der Region, verlautete k\u00fcrzlich aus dem Kreml. Und Donald Trump hat wiederholt Anspr\u00fcche auf Gr\u00f6nland artikuliert. So bleibt es in Friedenszeiten Mission aller arktischen Anrainerstaaten, die rohstoffreiche Region zu \u00fcberwachen.<\/p>\n<p>\u00dcberwachung ist Mission aller arktischen Anrainerstaaten<\/p>\n<p>Daf\u00fcr braucht es innovative L\u00f6sungen. Denn mit 20 Millionen Quadratkilometern ist sie ein Gigant. Und das stellt zusammen mit den extremen Temperaturen die Aufkl\u00e4rung und \u00dcberwachung aus der Luft vor besondere Herausforderungen. Hinzu kommt der Aufstieg der asymmetrischen Kriegsf\u00fchrung, die durch Miniroboter am Boden und Kleinstdrohnen in der Luft die Feindaufkl\u00e4rung vor immer neue H\u00fcrden stellt.<\/p>\n<p>Der schwedische R\u00fcstungskonzern Saab hat ein hochmodernes luftgest\u00fctztes Sensor- und Fr\u00fchwarnsystem entwickelt, das genau diesem Zweck dient. Alle Daten, die von GlobalEye &#8211; so der Name \u2013 aufgefangen werden, flie\u00dfen direkt in ein neu entwickeltes Kommando- und Kontrollzentrum an Bord ein. Das Airborne Early Warning &amp; Control-System (kurz spricht man von AEW&amp;C-) Saab GlobalEye \u2013 basiert auf der Bombardier Global 6000\/6500 &#8211; hat aber ein um ein Vielfaches komplexeres Innenleben.<\/p>\n<p>Saab GlobalEye kann \u00fcber zw\u00f6lf Stunden in der Luft sein<\/p>\n<p>Saabs GlobalEye operiert in einer H\u00f6he von 37.000 Fu\u00df und erkennt Bedrohungen in einer Entfernung von bis zu 650 Kilometer. Durch das Kreisen in gro\u00dfer H\u00f6he verringern AEW&amp;C-Flugzeuge zudem tote Winkel, die durch Berge oder St\u00f6rsignale von Meereis verursacht werden, und k\u00f6nnen gro\u00dfe Patrouillengebiete \u00fcberwachen. Ausgestattet mit fortschrittlichen AESA-Radarsystemen k\u00f6nnen sie ihre Energie auf relevante Gebiete oder Ziele konzentrieren und selbst bei starker St\u00f6rung oder starken St\u00f6rsignalen eine automatische Verfolgung durchf\u00fchren.<\/p>\n<p>Mit einer Einsatzdauer von \u00fcber zw\u00f6lf Stunden und der F\u00e4higkeit, kurze Landebahnen von circa 6500 Fu\u00df zu nutzen, kann Saab GlobalEye flexibel von St\u00fctzpunkten in Norwegen, Alaska oder Nordkanada aus eingesetzt werden, um in Krisengebiete vorzudringen. Die montierten Sensoren k\u00f6nnen mit nationalen Datenverbindungen und Satelliten f\u00fcr eine dom\u00e4nen\u00fcbergreifende Fusion verkn\u00fcpft werden.<\/p>\n<p>Viel moderner als das alte Awacs-System<\/p>\n<p>GlobalEye von Saab geh\u00f6rt funktional zur Familie der AEW&amp;C-Systeme und wird oft in die gleiche Kategorie wie Awacs eingeordnet \u2013 auch wenn es technisch moderner und anders konzipiert ist. Awacs steht f\u00fcr Airborne Early Warning and Control System und meint das urspr\u00fcnglich f\u00fcr das USA\/Nato-System Boeing E-3 Sentry von 1975. Heute wird es oft allgemein f\u00fcr AEW&amp;C-Flugzeuge verwendet.<\/p>\n<p>Das Akronym entstand in den 1970er-Jahren w\u00e4hrend des Kalten Krieges und markierte geopolitisch Mitte der Neunzigerjahre ein Comeback. Damals verh\u00e4ngte die Nato f\u00fcr die Luftwaffe Serbiens eine Flugverbotszone \u00fcber das B\u00fcrgerkriegsgebiet Bosnien und Herzegowina, um nach dem Zerfall des Vielv\u00f6lkerstaats Jugoslawien den Vormarsch serbischer Milizen zu stoppen.<\/p>\n<p>Auch Boeing, Northrop Grumman und IAI mischen mit<\/p>\n<p>Die Konkurrenz schl\u00e4ft indes nicht. Die Boeing E-7 Wedgetail gilt als wichtigster Konkurrent zu Saabs GlobalEye. Sie basiert auf der Boeing 737, wird derzeit in Australien und S\u00fcdkorea eingesetzt und ist aufgrund ihres markanten Radars oben auf dem Rumpf unverkennbar. Ebenfalls aus den USA stammt das Propellerflugzeug Northrop Grumman E-2D Hawkeye. Es ist auf den Decks der Flugzeugtr\u00e4ger der Marine der USA, Japans und Frankreichs zu finden.<\/p>\n<p>Die Israelis haben ein von Israel Aerospace Industries IAI entwickeltes Radar auf die EL\/W-2085 Phalcon aufgesetzt, die auch auf der Gulfstream G550 basiert. Diese hat eine Reichweite von 400 Kilometern, was der Luftlinie von Tel Aviv nach Kairo entspricht.<\/p>\n<p>Im Blickpunkt der Superm\u00e4chte<\/p>\n<p>China und Russland haben mit der KJ-500\/KJ-2000 \u2013 sie werden allerdings nicht exportiert \u2013 respektive der Beriev A-50\/A-100 eigene Aufkl\u00e4rer in der Luft. Das russische Pendant zur Awacs basiert auf der Ilyushin Il-76 und ist so gro\u00df, dass sie bis zu 20 Besatzungsmitgliedern Platz bietet. Die Russische F\u00f6deration hat mit 24.140 Kilometern K\u00fcstenlinie zur Arktis (dies entspricht einem viermaligen Pendeln zwischen Berlin und New York) ein vitales Interesse daran, ihre Nordflanke abzusichern.<\/p>\n<p>Aber auch die neuen Nato-Mitglieder Schweden und Finnland haben ihre Ostgrenzen zu Russland fest im Blick, solange der nunmehr vier Jahre andauernde Konflikt in der Ukraine weitergeht. Und danach sieht es derzeit aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Augen der Welt sind aktuell auf den Nahen Osten gerichtet, wo der Iran-Krieg seine Spuren hinterlie\u00df. 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