{"id":93380,"date":"2026-04-22T10:21:11","date_gmt":"2026-04-22T10:21:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/93380\/"},"modified":"2026-04-22T10:21:11","modified_gmt":"2026-04-22T10:21:11","slug":"konflikt-zwischen-ryanair-und-deutschen-pilotinnen-und-piloten-spitzt-sich-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/93380\/","title":{"rendered":"Konflikt zwischen Ryanair und deutschen Pilotinnen und Piloten spitzt sich zu"},"content":{"rendered":"\n<p>Nicht nur die Lufthansa-Gruppe steht im Konflikt mit ihrem Personal. Auch bei Ryanair spitzen sich die Tarifauseinandersetzungen in Deutschland zu. Die Vereinigung Cockpit und die Tochter Malta Air verhandeln seit diesem Jahr \u00fcber einen neuen Tarifvertrag. Im Februar reiste eine Delegation der deutschen Pilotengewerkschaft in die Konzernzentrale nach Dublin und kehrte ohne Ergebnis zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Pilotengewerkschaft zeigt sich weiter entt\u00e4uscht<\/p>\n<p>Schon im Februar erkl\u00e4rte die Vereinigung Cockpit, dass es ihr erkl\u00e4rtes Ziel sei, einen fairen Vertrag auszuhandeln, egal, wie lange es dauere. Zwei Monate sp\u00e4ter hat sich jetzt die Gewerkschaft in einem weiteren Brief an ihre Mitglieder gewandt. In dem Schreiben, das aeroTELEGRAPH vorliegt, zeigt sie sich erneut schwer entt\u00e4uscht \u00fcber das Verhalten des Arbeitgebers.<\/p>\n<p>Man habe sich \u00abdurch erhebliche Zugest\u00e4ndnisse aktiv auf die Gegenseite zubewegt\u00bb, sei jedoch erneut entt\u00e4uscht worden, schreibt die Vereinigung Cockpit. So habe man die Forderung nach maximaler Seniorit\u00e4ts-Bezahlung um zwei Drittel reduziert und die urspr\u00fcnglich h\u00f6heren Gehaltsforderungen auf durchschnittlich 16 Prozent im ersten Jahr gesenkt.<\/p>\n<p>Ryanair will Laufzeit von f\u00fcnf Jahren<\/p>\n<p>Ryanair sei jedoch nicht mal bereit gewesen, das laut Vereinigung Cockpit reduzierte Angebot an den italienischen Tarifvertrag anzupassen oder sich diesem auch nur anzun\u00e4hern. Die Gewerkschaft sieht darin ein eindeutiges Zeichen daf\u00fcr, dass deutsche Mitarbeitende im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen im Ausland schlechter gestellt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Laut Gewerkschaft beharrt die Arbeitgeberseite auf einem Angebot, das sie schon zu Beginn der Verhandlungen auf den Tisch gelegt habe. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von f\u00fcnf Jahren haben. Im ersten Jahr erhalten die Besch\u00e4ftigten 10.000 Euro, in den folgenden vier Jahren jeweils 3.000 Euro pro Jahr mehr. Insgesamt ergibt sich so eine Gesamtsumme von 22.000 Euro \u00fcber die gesamte Laufzeit.<\/p>\n<p>Berliner Betriebsrat erzielt einen Teilerfolg<\/p>\n<p>Die Gewerkschaft wirft dem Konzern zudem vor, auf Zeit zu spielen. Man habe den Eindruck, das Management hoffe darauf, dass die Besch\u00e4ftigten ihre Position im Laufe der Zeit aufgeben. Die Vereinigung Cockpit stellt klar, dass sie keinen Abschluss akzeptieren werde, der die eigenen Mitglieder innerhalb desselben Unternehmens zu Mitarbeitern zweiter Klasse mache.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr konnte das fliegende Malta-Air-Personal in Berlin einen Erfolg erzielen. Am Flughafen Berlin-Brandenburg sind rund 50 Cockpit- und etwa 270 Kabinenbesch\u00e4ftigte von Ryanair stationiert. Im Mai 2025 konnte dort erstmals ein Betriebsrat gew\u00e4hlt werden. Dieser kann seit der sogenannten Lex Ryanair Aufgaben wahrnehmen, die bis dahin ausschlie\u00dflich durch Tarifvertr\u00e4ge geregelt wurden. M\u00f6glich machte dies eine Gesetzes\u00e4nderung, die klarstellte, dass auch in der Luftfahrt das Betriebsverfassungsgesetz gilt.<\/p>\n<p>Berliner Landesarbeitsgericht gibt Betriebsrat recht<\/p>\n<p>Der Betriebsrat informierte das fliegende Personal in einem Schreiben dar\u00fcber, dass er vor dem Berliner Landesarbeitsgericht eine einstweilige Verf\u00fcgung gegen den Arbeitgeber erwirkt habe. Das Schreiben an die Mitglieder liegt unserer Redaktion vor. Demnach m\u00fcsse das Unternehmen nicht nur das 5\/4-Dienstplanmodell wieder einf\u00fchren, sondern sich auch grunds\u00e4tzlich mit dem Betriebsrat auf die Ausgestaltung der Arbeitszeiten einigen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig setzte das Gericht dem Arbeitgeber eine Frist bis zum 4. Mai, um eine Einigung mit dem Betriebsrat zu erzielen, insbesondere zur k\u00fcnftigen Einsatzplanung der Pilotinnen und Piloten. Sollte es zu einem Versto\u00df kommen, drohen dem Unternehmen laut Schreiben Strafzahlungen von bis zu 10.000 Euro pro Pilot und eingeteiltem Tag, was sich schnell zu erheblichen Summen addieren k\u00f6nnte. Im Mai soll zudem das Bundesarbeitsgericht eine endg\u00fcltige Entscheidung in dem Verfahren treffen. Die Airline hat sich auf Anfrage nicht ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>365 Tage Luftfahrtjournalismus \u2013 fair, fundiert und unabh\u00e4ngig. Damit das so bleibt, brauchen wir Ihre Unterst\u00fctzung. Schon f\u00fcr den Preis eines Getr\u00e4nks am Flughafen genie\u00dfen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei. <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/insider\" id=\"857674f3-0bfc-48f1-a750-9883cee7520a\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jetzt hier klicken und abonnieren<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nicht nur die Lufthansa-Gruppe steht im Konflikt mit ihrem Personal. 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