{"id":9494,"date":"2026-02-18T03:02:07","date_gmt":"2026-02-18T03:02:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/9494\/"},"modified":"2026-02-18T03:02:07","modified_gmt":"2026-02-18T03:02:07","slug":"kuehle-sommer-kein-problem-experten-chikungunya-fuer-europa-problematischer-als-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/9494\/","title":{"rendered":"K\u00fchle Sommer &#8211; kein Problem: Experten: Chikungunya f\u00fcr Europa problematischer als gedacht"},"content":{"rendered":"<p>Wallingford &#8211; Weltweit h\u00e4ufen sich die Chikungunya-F\u00e4lle &#8211; <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Europa\" title=\"Europa\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa<\/a> k\u00f6nnte einer neuen Analyse zufolge k\u00fcnftig weitaus st\u00e4rker betroffen sein als bisher angenommen. Das Virus k\u00f6nne sich bei niedrigeren Temperaturen ausbreiten als bisher bekannt, berichtet ein Forschungsteam im Fachjournal &#171;Interface&#187; der britischen Royal Society. Wahrscheinlich sei im Sommer und Fr\u00fchherbst eine \u00dcbertragung in weiten Teilen Europas m\u00f6glich. Damit seien die Risiken f\u00fcr die \u00f6ffentliche <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Gesundheit\" title=\"Gesundheit\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gesundheit<\/a> gr\u00f6\u00dfer als bisher angenommen.<\/p>\n<p>In der Vergangenheit war Chikungunya auf tropische Regionen beschr\u00e4nkt, das Virus breitet sich im Zuge der globalen Erw\u00e4rmung jedoch zunehmend aus. In den vergangenen Jahren gab es bereits gr\u00f6\u00dfere Ausbr\u00fcche in Italien, Frankreich und Spanien. Im Sommer vergangenen Jahres waren F\u00e4lle nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt erfasst worden. Eine Ansteckung durch M\u00fccken hierzulande wurde bisher nicht bekannt.<\/p>\n<p>Schmerzhafte Erkrankung, mitunter \u00fcber lange Zeit <\/p>\n<p>Chikungunya verursacht Fieber und starke Gelenkschmerzen. Andere h\u00e4ufige Symptome sind Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, \u00dcbelkeit, M\u00fcdigkeit und Hautausschlag. Meist heilen sie binnen weniger Tage aus, in manchen F\u00e4llen halten die Gelenkschmerzen jedoch Wochen, Monate oder sogar Jahre an. T\u00f6dlich ist Chikungunya nur selten. Gef\u00e4hrlich ist das Virus vor allem f\u00fcr chronisch Kranke, Schwangere und S\u00e4uglinge. Nach einer \u00fcberstandenen Chikungunya-Infektion ist man nach derzeitigem Kenntnisstand lebenslang immun.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler um Sandeep Tegar vom Centre for Ecology &amp; Hydrology im britischen Wallingford analysierten nun vorhandene Daten, um herauszufinden, welche Mindesttemperaturen f\u00fcr eine Virus\u00fcbertragung durch Asiatische Tigerm\u00fccken (Aedes albopictus) noch geeignet sind. Eine \u00dcbertragung ist demnach in einem Bereich von etwa 14 Grad &#8211; zwei bis zweieinhalb weniger als bisher angenommen &#8211; bis 32 Grad m\u00f6glich, die optimale Temperatur liegt bei etwa 26 Grad.<\/p>\n<p>Verbreitung vor allem im Juli und August\u00a0 <\/p>\n<p>Damit sei eine Verbreitung vor allem im Juli und August wohl in weiten Teilen Europas m\u00f6glich, in s\u00fcdlichen Regionen sogar von Mai bis November, hei\u00dft es in der Studie. Zu den Gebieten mit dem h\u00f6chsten Risiko z\u00e4hlen demnach Albanien, Griechenland, Italien, Malta, Spanien und Portugal. Deutschland wird den Gebieten mit mittlerem Risiko zugerechnet.<\/p>\n<p>Asiatische Tigerm\u00fccken sind die Haupt\u00fcbertr\u00e4ger des Chikungunya-Virus in Europa. Seit ihrer Einschleppung in S\u00fcdeuropa im Jahr 2007 hat sich die Art nach Mitteleuropa ausgebreitet. In Deutschland kommen die Tigerm\u00fccken vor allem entlang des Rheins im S\u00fcdwesten Deutschlands und in Berlin, aber zunehmend auch in anderen Regionen vor. Experten erwarten, dass sich die M\u00fccken im Zuge der Klimakrise weiter in die n\u00f6rdlichen Regionen Europas ausbreiten und k\u00fcnftig auf dem Gro\u00dfteil des Kontinents vorkommen werden. Der erste &#8211; durch die eingeschleppten M\u00fccken erst m\u00f6glich gewordene &#8211; lokal \u00fcbertragene Chikungunya-Ausbruch in Europa ereignete sich 2007 in Italien.<\/p>\n<p>Die schmerzgekr\u00fcmmte K\u00f6rperhaltung gab den Namen <\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich stammt Chikungunya aus Ostafrika. Der Name stammt aus einer Lokalsprache Tansanias und bedeutet so viel wie &#171;gekr\u00fcmmt gehend&#187;. Er bezieht sich auf die schmerzgekr\u00fcmmte K\u00f6rperhaltung Betroffener. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden inzwischen in mehr als 110 L\u00e4ndern Asiens, Afrikas, Amerikas und Europas F\u00e4lle erfasst. Derzeit gebe es zwei verf\u00fcgbare Impfstoffe, die aber noch nicht weit verbreitet seien.<\/p>\n<p>Dem Team um Tegar zufolge nimmt die Zahl durch Aedes-M\u00fccken \u00fcbertragener sogenannter Arbovirus-Infektionen in Europa j\u00e4hrlich um durchschnittlich 25 Prozent zu. In s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern komme es seit Jahren zu wiederkehrenden Chikungunya- und Dengue-Ausbr\u00fcchen. Ein Arbovirus ist ein Virus, das von blutsaugenden Gliederf\u00fc\u00dfern wie M\u00fccken oder Zecken \u00fcbertragen wird.<\/p>\n<p>Auch das Europ\u00e4ische Zentrum f\u00fcr die Pr\u00e4vention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) geht davon aus, dass die Ansteckung mit Erregern wie West-Nil- oder Chikungunya-Virus in Europa zur neuen Realit\u00e4t wird. Im vergangenen Jahr wurden bis August 27 Chikungunya-Ausbr\u00fcche in Europa gemeldet, wie die Beh\u00f6rde mitgeteilt hatte. Als Gr\u00fcnde f\u00fcr die zunehmende Verbreitung der Krankheiten in Europa nennt das ECDC klimatische Bedingungen, die die Stechm\u00fccken gedeihen lassen: steigende Temperaturen, l\u00e4ngere Sommerperioden, mildere Winter und Ver\u00e4nderungen in den Niederschlagsmustern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wallingford &#8211; Weltweit h\u00e4ufen sich die Chikungunya-F\u00e4lle &#8211; Europa k\u00f6nnte einer neuen Analyse zufolge k\u00fcnftig weitaus st\u00e4rker betroffen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9495,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[46,978,215,67,359,66,494,4171,962,45,44,63],"class_list":{"0":"post-9494","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-ch","9":"tag-chikungunya","10":"tag-europa","11":"tag-gesundheit","12":"tag-grossbritannien","13":"tag-health","14":"tag-international","15":"tag-klima","16":"tag-krankheit","17":"tag-schweiz","18":"tag-switzerland","19":"tag-wissenschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9494","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9494"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9494\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9495"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9494"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9494"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9494"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}