{"id":95439,"date":"2026-04-23T18:09:11","date_gmt":"2026-04-23T18:09:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/95439\/"},"modified":"2026-04-23T18:09:11","modified_gmt":"2026-04-23T18:09:11","slug":"angstfrei-leben-trotz-epilepsie-christians-geschichte-mit-einem-neuroimplantat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/95439\/","title":{"rendered":"Angstfrei leben trotz Epilepsie \u2013 Christians Geschichte mit einem Neuroimplantat"},"content":{"rendered":"<p>Christian sitzt in Freiburg an einem Tisch, spricht ruhig, manchmal sucht er nach Worten. Er ist 20, macht eine Ausbildung zum Grafikdesigner und lebt in einer WG. Auf den ersten Blick wirkt er wie viele andere in seinem Alter \u2013 und doch erz\u00e4hlt seine Geschichte von einem Alltag, der lange alles andere als selbstverst\u00e4ndlich war. \u201eFr\u00fcher habe ich st\u00e4ndig dar\u00fcber nachgedacht, ob und wann der n\u00e4chste Anfall kommt\u201c, sagt er. \u201eVor allem nachts hatte ich Angst. Man lebt irgendwie immer mit angezogener Handbremse.\u201c Christian hat Epilepsie. In Deutschland sind davon hunderttausende Menschen betroffen. Die Erkrankung geh\u00f6rt zu den h\u00e4ufigsten neurologischen Leiden \u00fcberhaupt. Medizinisch entstehen die Anf\u00e4lle durch pl\u00f6tzlich auftretende, unkontrollierte elektrische Entladungen im Gehirn \u2013 je nachdem, welche Regionen betroffen sind, \u00e4u\u00dfern sie sich sehr unterschiedlich: von kurzen Aussetzern bis zu schweren Krampfanf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Wenn Medikamente nicht reichen <\/p>\n<p>Bei den meisten Patientinnen und Patienten lassen sich die Anf\u00e4lle mit Medikamenten gut kontrollieren. Doch bei etwa jedem dritten Betroffenen gelten die Anf\u00e4lle als medikament\u00f6s schwer behandelbar. Dann beginnt oft eine jahrelange Suche nach Alternativen. Zu dieser Gruppe geh\u00f6rte auch Christian. \u201eIch habe \u00fcber 15 verschiedene Medikamente ausprobiert\u201c, erz\u00e4hlt er. \u201eManche haben ein bisschen geholfen, manche gar nicht. Aber wirklich sicher war ich nie.\u201c F\u00fcr ihn bedeutete das: Schule unter Vorbehalt, Pr\u00fcfungen unter Vorbehalt, Zukunftspl\u00e4ne unter Vorbehalt. Immer wieder Krankenhausaufenthalte, immer wieder die Unsicherheit, ob der n\u00e4chste Tag planbar sein w\u00fcrde. Epilepsie ist damit nicht nur eine medizinische Diagnose. Sie beeinflusst, ob jemand Auto fahren darf, allein wohnen kann, spontan verreist oder bestimmte Berufe ergreift. Viele Betroffene leben vorsichtiger, strukturierter \u2013 und oft mit einer st\u00e4ndigen inneren Alarmbereitschaft.<\/p>\n<p>Neue Wege in der Epilepsie-Therapie <\/p>\n<p>Wenn Medikamente nicht ausreichen, gibt es weitere Optionen: In manchen F\u00e4llen kann eine Operation helfen, bei der krankhaft ver\u00e4nderte Hirnareale entfernt werden. In anderen kommen Verfahren der Neurostimulation zum Einsatz \u2013 also Systeme, die gezielt in die elektrische Aktivit\u00e4t des Gehirns eingreifen oder sie \u00fcberwachen. In der Forschung r\u00fcckt seit einigen Jahren besonders ein Ansatz in den Fokus: Anf\u00e4lle nicht nur zu behandeln, sondern m\u00f6glichst fr\u00fch zu erkennen bevor sie den Alltag aus der Bahn werfen. Ziel ist es, den Betroffenen mehr Sicherheit und Planbarkeit zur\u00fcckzugeben.<\/p>\n<p>\u201eLass uns dar\u00fcber sprechen\u201c <\/p>\n<p>Vor rund dreieinhalb Jahren brachte Christians \u00c4rztin genau so eine Option ins Spiel: ein Implantat namens EASEE, entwickelt vom Medizintechnik-Unternehmen Precisis. \u201eSie hat nur gesagt: \u201aLass uns dar\u00fcber sprechen\u2018\u201c, erinnert sich Christian. \u201eUnd ich hatte sofort das Gef\u00fchl: Das k\u00f6nnte wirklich etwas ver\u00e4ndern.\u201c Das System wird unter die Kopfhaut implantiert und misst kontinuierlich Hirnsignale. Mithilfe von Algorithmen werden Muster erkannt, die auf einen bevorstehenden Anfall hindeuten k\u00f6nnen \u2013 gewisserma\u00dfen ein Fr\u00fchwarnsystem f\u00fcr das Gehirn. F\u00fcr Christian war die Entscheidung \u00fcberraschend klar: \u201eIch hatte nicht wirklich Angst. Ich war eher optimistisch. Ich dachte: Wenn das funktioniert, bekomme ich ein St\u00fcck Freiheit zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n<p>Hightech, die im Alltag ankommt <\/p>\n<p>Der Eingriff war kein kleiner Schritt f\u00fcr Christian: \u201eKlar, das ist eine OP. Und am Anfang muss man sich erst daran gew\u00f6hnen.\u201c Doch schon bald zeigte sich, dass sich etwas ver\u00e4nderte. \u201eSeitdem wurde das System immer weiter eingestellt. Und man merkt einfach: Es macht einen Unterschied\u201c, erz\u00e4hlt Christian. Heute nimmt er weniger Medikamente als fr\u00fcher. Vor allem psychisch habe sich viel getan: \u201eDieser dauernde Druck ist weg. Ich f\u00fchle mich wieder mehr wie ich selbst \u2013 nicht nur wie \u201ader mit der Krankheit\u2018.\u201c Studien zu implantierbaren Neurostimulationssystemen zeigen, dass sich bei vielen Menschen mit schwer behandelbarer Epilepsie die Anfallsh\u00e4ufigkeit deutlich reduzieren l\u00e4sst. Bei einem Teil sogar um mehr als die H\u00e4lfte. F\u00fcr viele bedeutet das nicht nur weniger Anf\u00e4lle, sondern vor allem mehr Sicherheit im Alltag. F\u00fcr Karl Stoklosa, CEO von Precisis, ist genau das der Kern der Entwicklung: \u201eUnser Ziel war nie nur, ein technisches Ger\u00e4t zu bauen. Wir wollten Menschen mit Epilepsie Freiheit, Sicherheit und Lebensqualit\u00e4t zur\u00fcckgeben. Die Krankheit betrifft nicht nur den K\u00f6rper, sondern das ganze Leben \u2013 Selbstvertrauen, Freiheit, Planung.\u201c<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in ein normales Leben <\/p>\n<p>Christian lebt heute in einer WG in Freiburg, macht seine Ausbildung zum Grafikdesigner und f\u00e4hrt am Wochenende oft zu seiner Familie. In der Freizeit geht er unter anderem zum Bogenschie\u00dfen \u2013 ein Hobby, das Konzentration und Ruhe verlangt. \u201eFr\u00fcher habe ich st\u00e4ndig \u00fcberlegt: Was ist, wenn jetzt was passiert?\u201c, erinnert er sich. Heute denke er viel weniger dr\u00fcber nach.<\/p>\n<p>Warum Aufkl\u00e4rung wichtig ist <\/p>\n<p>In Schule und Freundeskreis spricht Christian offen \u00fcber Epilepsie: \u201eViele wussten gar nicht, was das eigentlich ist. Manche dachten, das ist super selten.\u201c Dabei geh\u00f6rt die Krankheit zu den h\u00e4ufigsten neurologischen Erkrankungen \u00fcberhaupt \u2013 und trotzdem ist sie im Alltag oft mit Vorurteilen oder Unsicherheit behaftet. \u201eWenn man dar\u00fcber redet\u201c, sagt Christian, \u201emerken die Leute: Das ist nichts Exotisches. Und vor allem: Die Menschen, die das haben, sind ganz normal.\u201c Am Ende fasst Christian seine Situation zusammen: \u201eSeit dem Eingriff empfinde ich es so, dass die Epilepsie mich nicht mehr kontrolliert. EASEE nimmt mir endlich die Angst \u2013 und ich kann wieder frei leben.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcber Precisis: <\/p>\n<p>Die PRECISIS GmbH ist ein innovatives Medizintechnikunternehmen mit Sitz in Heidelberg, Deutschland, das sich der Weiterentwicklung neuromodulatorischer L\u00f6sungen f\u00fcr Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen widmet. Seit ihrer Gr\u00fcndung im Jahr 2014 hat sich PRECISIS mit dem EASEE\u00ae-System \u2013 ihrem wegweisenden, minimalinvasiven Gehirnschrittmacher f\u00fcr medikamentenresistente fokale Epilepsie \u2013 auf Basis belastbarer klinischer Evidenz etabliert. Ausgezeichnet mit dem renommierten Health-i Award des Handelsblatts f\u00fcr diesen Durchbruch und als Gewinner des Shark Tank-Wettbewerb der American Epilepsy Foundation demonstriert PRECISIS sowohl technologische Exzellenz als auch ein tiefes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse von Patientinnen, Patienten und behandelnden \u00c4rztinnen und \u00c4rzten. Mit einem Fokus auf Europa und die Vereinigten Staaten verfolgt das Unternehmen das Ziel, die Lebensqualit\u00e4t weltweit nachhaltig zu verbessern, indem es fr\u00fche, wirksame Therapieoptionen bereitstellt und neue Standards in der Neuromodulation setzt. Weitere Informationen finden Sie unter <a href=\"https:\/\/precisis.de\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/precisis.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Christian sitzt in Freiburg an einem Tisch, spricht ruhig, manchmal sucht er nach Worten. 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