{"id":96290,"date":"2026-04-24T10:24:09","date_gmt":"2026-04-24T10:24:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/96290\/"},"modified":"2026-04-24T10:24:09","modified_gmt":"2026-04-24T10:24:09","slug":"schlachthof-areal-in-zuerich-wird-zur-gewerbezone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/96290\/","title":{"rendered":"Schlachthof-Areal in Z\u00fcrich wird zur Gewerbezone"},"content":{"rendered":"<p>\n                Teaserbild-Quelle: Baugeschichtliches Archiv der ETH Z\u00fcrich \u2013 Bild: Wolf-Bender Heinrich\n            <\/p>\n<p>F\u00fcr die Versorgung mit tierischem Eiweiss sind Schlachth\u00f6fe bedeutend. Doch wegen st\u00f6render Geruchs- und L\u00e4rmimmissionen musste in der Stadt Z\u00fcrich der Schlachthof mehrmals den Standort wechseln. 2030 stellt das Unternehmen im Westen der Stadt den Betrieb ein. Auf dem Areal soll ein urbaner Gewerbestandort mit \u00f6ffentlichem Freiraum und Schulnutzung entstehen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/161619_1.jpg\" alt=\"Schlachthof Z\u00fcrich - Hauptgeb\u00e4ude\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"font-size-14 mt-2 mb-0\">Quelle: Baugeschichtliches Archiv der ETH Z\u00fcrich \u2013 Bild: Wolf-Bender Heinrich<\/p>\n<p class=\"font-size-14 mb-4\">Der Hauptbau aus gelbem Sichtbackstein wurde 1909 fertiggestellt.<\/p>\n<p>In agrarwirtschaftlich gepr\u00e4gten Gesellschaften war die Selbstversorgung existenziell f\u00fcr die Deckung des Bedarfs nach tierischem Protein. Mit der Bev\u00f6lkerungsentwicklung und der Entstehung von st\u00e4dtischen Siedlungen erfolgte die Versorgung nach und nach \u00fcber Schlachth\u00f6fe und Metzgereien. In der Stadt Z\u00fcrich erstmals erw\u00e4hnt ist eine \u00abMetzg\u00bb im Jahr 1226.<\/p>\n<p>Der erste Schlachthof samt Metzgerei und Markthalle entstand 1420 neben dem Rathaus und direkt an der Limmat. Das Schlachthaus am Fluss bew\u00e4hrte sich und bestand w\u00e4hrend Jahrhunderten, denn es brachte Vorteile bei der Reinigung und trug damit zu einer besseren Hygiene bei. Flussabw\u00e4rts nahm zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Industrie ihren Aufschwung und setzte damit ein rasantes Bev\u00f6lkerungswachstum in Gang. Die erste Volksz\u00e4hlung in der Helvetischen Republik wies im Jahr 1800 f\u00fcr die Stadt Z\u00fcrich rund 10000 Einwohner aus.\u00a0<\/p>\n<p>100 Jahre sp\u00e4ter lebten in der Altstadt bereits 25920 Personen. Doch f\u00fcr die Stadtbev\u00f6lkerung wurden Geruchs &#8211; und L\u00e4rmimmissionen nach und nach zur Belastung, sodass der Betrieb 1866 in einen Neubau vis \u00e0 vis des Z\u00fcrcher Hauptbahnhofs und ennet der Limmat verlegt wurde. Mit der Eingemeindung von umliegenden D\u00f6rfern wuchs die Stadt rasant. 1871 z\u00e4hlte Z\u00fcrich mit den heute zur Stadt geh\u00f6renden Gemeinden 56700, im Jahre 1930 waren es bereits 251000 Einwohner. Daher wurde bereits 1903 der Schlachthof in einen Neubau beim heutigen Standort angesiedelt, nachdem die Vorortsgemeinde Aussersihl 1893 Teil der Stadt geworden war.\u00a0<\/p>\n<p>Zuvor kaufte Z\u00fcrich an der Stadtgrenze zur damalig selbst\u00e4ndigen Gemeinde Altstetten im Gebiet des Letzibachs ein \u00fcber 17 Hektar grosses Grundst\u00fcck f\u00fcr den Bau des Zentralschlachthofs, f\u00fcr den Architekt Gustav Albert Uhlmann die Pl\u00e4ne zeichnete. 1909 nahm der neue Schlachthof den Betrieb auf. In den 1980er-Jahren wurde die Anlage erneuert. Doch mit dem Schlachtbetrieb wird es bald vorbei sein. Vorab hat der Stadtrat die 2029 auslaufenden Mietvertr\u00e4ge nicht mehr verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p>Anspruchsgruppen einbezogen\u00a0<\/p>\n<p>Entstehen solle auf dem Areal ein urbaner Gewerbestandort mit \u00f6ffentlichem Freiraum und Schulnutzung. Der Bearbeitungsperimeter f\u00fcr die Testplanung umfasst eine Fl\u00e4che von 52500 Quadratmetern. Nicht Gegenstand der laufenden Entwicklungsplanung ist das nordwestlich des Gevierts gelegene \u00abCentravo-Areal\u00bb mit einer Fl\u00e4che von 5120 Quadratmetern.\u00a0<\/p>\n<p>Mit der \u00abEntwicklungsplanung Schlachthof-Areal\u00bb sollen die vom Stadtrat beschlossene Nutzungsstrategie konkretisiert und Grunds\u00e4tze erarbeitet werden, um st\u00e4dtebaulichen, stadtr\u00e4umlichen und nutzungsspezifischen Aspekten gerecht zu werden. Dazu war von Ende 2024 bis Ende 2025 eine Testplanung durchzuf\u00fchren, die in diesem Jahr um eine Vertiefungsphase erg\u00e4nzt wurde und laut Angaben der Stadt Z\u00fcrich voraussichtlich Anfang 2027 abgeschlossen sein wird.\u00a0<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/161618_1.jpg\" alt=\"Schlachthof Z\u00fcrich Areal\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"font-size-14 mt-2 mb-0\">Quelle: Baugeschichtliches Archiv der ETH Z\u00fcrich \u2013 Bild: Desair Heinz Leuenberger<\/p>\n<p class=\"font-size-14 mb-4\">Dem markanten Hauptbau beidseits angegliedert sind Stallungen, Schlachthallen und Remisen. Nicht in die laufende Entwicklungsplanung einbezogen ist das \u00abCentravo-Areal\u00bb. Im Geviert des Schlachthofs befindet es sich links in der Ecke.<\/p>\n<p>Die Erkenntnisse aus Testplanung und Vertiefungsstudie dienen dazu,<br \/>\nin einem Masterplan Vorgaben zu definieren f\u00fcr eine nachhaltige<br \/>\nEntwicklung des Areals. Wichtige Anspruchsgruppen werden bei Testplanung<br \/>\n und Studie sowie dem Masterplan einbezogen. Mit der Verabschiedung des<br \/>\nMasterplans durch den Stadtrat endet die Phase der Entwicklungsplanung.\u00a0<\/p>\n<p>Teils mit Jugendstil-Elementen gebaut<\/p>\n<p>Der<br \/>\n Geb\u00e4udebestand auf dem Schlachthofareal in Aussersihl wird von einer<br \/>\nFabrikanlage \u00fcberragt. Dem Hauptbau aus gelbem Sichtbackstein und roten<br \/>\nZierelementen beidseits angegliedert sind Stallungen, Schlachthallen und<br \/>\n Remisen. Die Stirnseiten sind mit aufw\u00e4ndig gestalteten Portalen und<br \/>\ngrossen Rundbogenfenstern im Jugendstil gegliedert. An der S\u00fcdecke des<br \/>\nAreals stellt ein Restaurant mit seinem Angebot gastronomisch einen<br \/>\nBezug zum Quartier her.\u00a0<\/p>\n<p>Fernwirkung erzeugt der Hochkamin aus<br \/>\nSichtbackstein. Weithin sichtbar ist auch der 1907 vollendete Turm des<br \/>\nUnterwerks Hardgut. Historische Schlachtbetriebsbauten im Norden und<br \/>\nehemalige Pferdestallungen entlang der Herdernstrasse vervollst\u00e4ndigen<br \/>\ndie Anlage. Teile des Areals sind auch im Inventar sch\u00fctzenswerter<br \/>\nOrtsbilder der Schweiz (ISOS) verzeichnet.\u00a0\u00dcber die Umgestaltung<br \/>\nbefinden wird die Bev\u00f6lkerungen voraussichtlich 2027. Der Meilenstein<br \/>\nf\u00fcr die Inbetriebnahme ist auf das Jahr 2031 gesetzt.<\/p>\n<p>L\u00fccke beim Rathaus geschlossen<\/p>\n<p>Der<br \/>\n ehemalige Schlachthof beim Rathaus wurde \u00fcbrigens abgebrochen und durch<br \/>\n eine Fleischverkaufshalle ersetzt, die schliesslich r\u00fcckgebaut wurde.<br \/>\n\u00dcbrig blieb als Rumpfbau die im klassizistischen Stil erbaute<br \/>\nRathauswache der Kantonspolizei. Die entstandene L\u00fccke schloss ein<br \/>\nGeb\u00e4ude, das Architektin Tilla Theus mit R\u00fcckgriff auf die<br \/>\nklassizistische Formensprache gestaltete. Damit beide Geb\u00e4udeteile ein<br \/>\nEnsemble bilden, wurde die S\u00e4ulenhalle der Rathauswache im Anbau<br \/>\nweitergef\u00fchrt. Die Fassade aus Sandstein f\u00fcgt sich in den historischen<br \/>\nBaubestand der Umgebung ein, denn mit diesem Material wurde in Z\u00fcrich<br \/>\nseit Jahrhunderten gebaut.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Teaserbild-Quelle: Baugeschichtliches Archiv der ETH Z\u00fcrich \u2013 Bild: Wolf-Bender Heinrich F\u00fcr die Versorgung mit tierischem Eiweiss sind Schlachth\u00f6fe&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":96291,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[5368,24879,3117,8269,3116,1194,14173,600,45,394,176,104],"class_list":{"0":"post-96290","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-zuerich","8":"tag-abstimmung","9":"tag-ausgabe-4-vom-30-april-2026","10":"tag-bauprojekte","11":"tag-denkmalschutz","12":"tag-gef_hintergrund","13":"tag-hochbau","14":"tag-raumplanung","15":"tag-rub_bauprojekte","16":"tag-schweiz","17":"tag-umbau","18":"tag-wirtschaft","19":"tag-zuerich"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116459192343243784","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96290","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=96290"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96290\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/96291"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=96290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=96290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=96290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}