{"id":9805,"date":"2026-02-18T08:38:27","date_gmt":"2026-02-18T08:38:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/9805\/"},"modified":"2026-02-18T08:38:27","modified_gmt":"2026-02-18T08:38:27","slug":"ukrainer-und-russen-beenden-ersten-gespraechstag-in-genf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/9805\/","title":{"rendered":"Ukrainer und Russen beenden ersten Gespr\u00e4chstag in Genf"},"content":{"rendered":"<p>Auf russischer Seite best\u00e4tigten staatliche Nachrichtenagenturen das Ende der Unterredungen. Bereits davor hatte der Kreml verlautbart, dass w\u00e4hrend der Friedensgespr\u00e4che am Dienstag keine Neuigkeiten zu erwarten seien. Die sechsst\u00fcndigen Gespr\u00e4che am Dienstag seien &#171;sehr angespannt&#187; gewesen, hie\u00df es aus Kreisen der russischen Delegation.<\/p>\n<p>Am Dienstag und Mittwoch verhandeln in Genf eine ukrainische und eine russische Delegation \u00fcber ein Ende des seit 2022 andauernden russischen Angriffskrieges gegen das Nachbarland. Der US-amerikanische Chefunterh\u00e4ndler Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Pr\u00e4sident Donald Trump, Jared Kushner, vermitteln zwischen den Kriegsgegnern. Die Gespr\u00e4che finden hinter verschlossenen T\u00fcren statt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die ukrainische Seite vor allem humanit\u00e4re Fragen und Sicherheitsgarantien in den Mittelpunkt stellen m\u00f6chte, will Russland dem Nachbarland dauerhafte Gebietsabtretungen abringen.<\/p>\n<p>An den direkten Gespr\u00e4chen nehmen nach italienischen Regierungsangaben auch Vertreter aus vier europ\u00e4ischen Staaten teil. Deutschland, Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Italien seien mit &#171;Sicherheitsberatern&#187; vertreten, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag in Rom. Gespr\u00e4che der europ\u00e4ischen Regierungsvertreter mit den Delegationen der Ukraine und der USA seien &#171;am Rande des Treffens&#187; geplant.<\/p>\n<p>Der ukrainische Au\u00dfenminister Andrij Sybiha warf Moskau vor, mit massiven Angriffen in der Nacht auf Dienstag die aktuellen Bem\u00fchungen um ein Ende des Ukraine-Krieges zu untergraben. &#171;Das Ausma\u00df, in dem Russland Friedensbem\u00fchungen missachtet: Ein massiver Raketen- und Drohnenangriff auf die Ukraine kurz vor der n\u00e4chsten Gespr\u00e4chsrunde in Genf&#187;, schrieb Sybiha am Dienstag in Onlinediensten. Russland hat nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe in der Nacht auf Dienstag 396 Drohnen und 29 Raketen auf die Ukraine abgeschossen. 367 Drohnen und 25 Raketen seien zerst\u00f6rt worden. Vier Raketen und 18 Drohnen seien an verschiedenen Orten in der Ukraine eingeschlagen.<\/p>\n<p>In der Region Sumy im Norden der Ukraine wurde nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft eine Frau get\u00f6tet. Sechs weitere Menschen wurden demnach verletzt. In der Hafenstadt Odessa gab es laut Milit\u00e4rverwaltungschef Serhij Lyssak drei Verletzte. Dem Stromversorger DTEK zufolge trafen russische Angriffe erneut die Energieversorgung der Region Odessa. <\/p>\n<p>Das ukrainische Milit\u00e4r nahm seinerseits Ziele in Russland ins Visier. Nach Angaben des Zivilschutzstabs der Region Krasnodar in S\u00fcdrussland kam es infolge eines Drohnenangriffs in Ilski zu einem Brand in einer \u00d6lraffinerie.<\/p>\n<p>Die vom Sekret\u00e4r des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, geleitete Delegation aus Kiew traf bereits am Montag in Genf ein. &#171;Die Tagesordnungspunkte sind abgestimmt, das Team ist bereit zur Arbeit&#187;, lie\u00df Umjerow \u00fcber die sozialen Netzwerke wissen. Vergangene Woche hatte er auch eine Teilwaffenruhe zum Schutz der ukrainischen Energieversorgung zu einem Ziel der n\u00e4chsten Gespr\u00e4chsrunde erkl\u00e4rt. Zum ukrainischen Tross geh\u00f6ren neben ihm der Chef des Pr\u00e4sidentenb\u00fcros, Kyrylo Budanow, Vizeau\u00dfenminister Serhij Kyslyzja und der Vizechef des Milit\u00e4rgeheimdienstes HUR, Wadym Skibizkyj.<\/p>\n<p>Aus dem Kreml hie\u00df es, die Verhandlungen m\u00fcssten \u00fcber Sicherheits- und Milit\u00e4rfragen hinausgehen und auch Gebietsfragen umfassen. Russland verlangt einen R\u00fcckzug ukrainischer Truppen aus den von ihnen kontrollierten Teilen der Gebiete Luhansk und Donezk und will diese dem eigenen Staatsgebiet einverleiben. Nicht nur in Kiew wird das kategorisch abgelehnt &#8211; auch europ\u00e4ische Verb\u00fcndete der Ukraine warnen davor, den Aggressor Russland f\u00fcr seinen Angriffskrieg quasi noch zu belohnen und mit einer solchen Friedensl\u00f6sung wom\u00f6glich nur weitere Eroberungsgel\u00fcste zu sch\u00fcren.<\/p>\n<p>Die mehr als 20-k\u00f6pfige Gruppe aus Moskau wird von Chefunterh\u00e4ndler Wladimir Medinski geleitet. Mit dabei sind laut russischen Angaben auch der Chef des Milit\u00e4rgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, und Vizeau\u00dfenminister Michail Galusin. Auf dem Flug von Moskau nach Genf musste die russische Delegation laut russischen Staatsmedien einen mehrst\u00fcndigen Umweg in Kauf nehmen: Da der Weg von Russland in die Schweiz zwangsl\u00e4ufig \u00fcber das Gebiet von Mitgliedstaaten der NATO und EU f\u00fchrt, wurde nach Informationen der Agentur Ria Nowosti mit Hilfe der USA eine \u00dcberfluggenehmigung erteilt.<\/p>\n<p>Die Gespr\u00e4che zwischen den Kriegsparteien in Genf bauen auf vorherigen Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf. Vermittelt wurde dieser Austausch von der US-Regierung unter Pr\u00e4sident Donald Trump, der seinen Chefunterh\u00e4ndler Steve Witkoff und Schwiegersohn Jared Kushner vorschickt. Zus\u00e4tzlich zu dem Dreiertreffen soll es auch russisch-amerikanische Gespr\u00e4che \u00fcber eine Wiederbelebung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten geben.<\/p>\n<p>Kurz vor Beginn der neuen Verhandlungsrunde in Genf warnte der ukrainische Pr\u00e4sident Woldymyr Selenskyj vor einem massiven russischen Angriff auf Energieanlagen in der Ukraine. &#171;Russland kann der Versuchung nicht widerstehen und m\u00f6chte in den letzten Tagen der Winterk\u00e4lte den Ukrainern einen schmerzhaften Schlag zuf\u00fcgen&#187;, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Anders als die Ukrainer seien die Russen nicht kompromissbereit. &#171;Russland verwirft alles, setzt die Sturmangriffe an der Front und die Luftschl\u00e4ge auf unsere St\u00e4dte und die Energieversorgung fort.&#187; Deshalb m\u00fcsse die F\u00fchrung in Moskau zum Frieden gezwungen werden, etwa mit neuen Sanktionen. <\/p>\n<p>Selenskyj forderte die westlichen Verb\u00fcndeten auch zur schnellen St\u00e4rkung der ukrainischen Flugabwehr auf. &#171;Es ist notwendig, dass das, wor\u00fcber wir in M\u00fcnchen (bei der j\u00fcngsten Sicherheitskonferenz) mit den Partnern gesprochen haben, zeitnah umgesetzt wird&#187;, betonte der Staatschef. Je l\u00e4nger die Lieferungen dauerten, desto gr\u00f6\u00dfer sei der Schaden durch die russischen Angriffe.<\/p>\n<p>Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Seit dem Herbst haben die Angreifer ihre Attacken mit Kampfdrohnen und Raketen auf ukrainische Energieanlagen intensiviert. In einem der h\u00e4rtesten Winter seit Jahren leiden Millionen Ukrainer unter Strom-, Heizungs- und Wasserausf\u00e4llen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf russischer Seite best\u00e4tigten staatliche Nachrichtenagenturen das Ende der Unterredungen. 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