Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Ukraine will Söldner-Firmen zulassen

Aktualisiert am 07.05.2026 – 04:22 UhrLesedauer: 16 Min.

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Der verstorbene Anführer der privaten Militärfirma Wagner, Jewgeni Prigoschin. Die Ukraine will ähnliche Firmen jetzt legalisieren. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Press service of Prigozhin/imago)

Steve Witkoff trifft sich mit einem Vertreter Kiews. Die Ukraine will private Militärfirmen legalisieren. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyy hat angekündigt, dass die Regierung ein Gesetz zur Legalisierung privater Militärfirmen vorbereitet. In seiner abendlichen Ansprache am 6. Mai sagte Selenskyj, die Regelung solle noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Dafür habe er das Innenministerium, Geheimdienste, Regierungsvertreter und das Präsidialamt beauftragt, einen rechtlichen Rahmen auszuarbeiten.

Selenskyj erklärte, führende Staaten setzten ihre Bürger bereits in sogenannten privaten Militärfirmen und ähnlichen Organisationsformen ein. Die Ukraine müsse deshalb eine eigene Antwort auf diese Entwicklung finden.

Welche Aufgaben private Militärfirmen in der Ukraine künftig übernehmen dürfen, ließ Selenskyj offen. Auch zur staatlichen Kontrolle der Unternehmen machte er keine Angaben. Details zu möglichen Einsatzbereichen nannte der Präsident ebenfalls nicht.

Die Behörden der nordostukrainischen Region Sumy haben vier Tote bei russischen Drohnenangriffen gemeldet. Unter den Opfern sind zwei Mitarbeiterinnen eines Kindergartens gewesen. Kinder haben sich zum Zeitpunkt des Angriffs jedoch nicht in dem Gebäude befunden. Eine weitere Person ist ums Leben gekommen, als ein Wohnhaus von einer Drohne getroffen worden ist.

Ein Mann ist durch eine Mine getötet worden, die mutmaßlich von russischen Streitkräften abgeworfen worden ist. Auch in Großstädten wie Charkiw, Krywyj Rih und Saporischschja sind bei Luftangriffen private Gebäude und Infrastruktur beschädigt worden. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat auf der Plattform X erklärt, dies habe gezeigt, dass Russland den Frieden abgelehnt habe. „Putin ist es nur um Militärparaden gegangen, nicht um Menschenleben.“

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff wird sich US-Regierungsquellen zufolge noch in dieser Woche mit dem Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, treffen. Umjerow solle dafür nach Miami reisen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Weißen Haus. Über die geplanten Gesprächsinhalte sowie den Zeitpunkt des Treffens wurde nichts bekannt. Aus der Ukraine gab es zunächst nur den Hinweis, dass Umjerow nicht an einem Untersuchungsausschuss vor dem Parlament in Kiew teilnehmen könne, da er auf Auslandsreise sei.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zahlreiche Verstöße Russlands gegen die von Kiew ausgerufene Feuerpause beklagt. Bisher antworte Russland auf den Vorschlag einer Waffenruhe nur mit neuen Schlägen und Attacken, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. „Abhängig von der Lage heute Abend und morgen werden auch wir unsere völlig angemessene Antwort festlegen“, sagte er.