Flugchaos droht

Frankfurter Flughafen mitten in der Kerosinkrise

07.05.2026 – 05:05 UhrLesedauer: 2 Min.

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Lufthansa-Maschinen am Flughafen Frankfurt (Archivbild): Unter den deutschen Flughäfen wird der Rhein-Main-Airport am härtesten durch die Kerosin-Krise getroffen. (Quelle: Boris Roessler/dpa/dpa-bilder)

Der Frankfurter Flughafen zählt weltweit zu den am stärksten betroffenen Airports der Kerosinkrise. Lufthansa bereitet sich bereits auf den Ernstfall vor.

Der Frankfurter Flughafen taucht auf einer Liste auf, auf der er nicht stehen sollte: Als sechstbetroffenster Abflugsort weltweit spürt der Heimat-Hub der Lufthansa die Folgen der globalen Jet-Fuel-Krise besonders deutlich – noch vor Paris und Amsterdam.

Hintergrund ist die Sperrung der Straße von Hormus infolge des Iran-Konflikts, über die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert wird. Seit Februar haben sich die Kerosinpreise mehr als verdoppelt – von rund 831 Dollar pro Tonne Ende Februar auf ein Mehrjahreshoch von 1.838 Dollar Anfang April. Derzeit liegt der Preis bei rund 1.500 Dollar.

Lufthansas Finanzchef hat eingeräumt, dass die Versorgung zwar bis Juni gesichert sei, für den Fall einer Verschlechterung aber Notfallszenarien bestünden – darunter zusätzliche Zwischenstopps zum Nachtanken, falls Flugzeuge am Zielort nicht betankt werden können.

Gleichzeitig sieht Konzernchef Carsten Spohr in der Krise auch eine Chance: Da der Nahe Osten als Umsteigedrehkreuz an Attraktivität verloren hat, baut Lufthansa Direktverbindungen nach Asien aus. Zusätzliche Flüge nach Indien seien innerhalb von Tagen ausgebucht gewesen, sagte Spohr im März. Er rechne damit, dass etablierte Airlines in unsicheren Zeiten mehr Kunden gewinnen und höhere Gewinne erzielen könnten.