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Wer auf „Blade Runner“ steht, sollte diese unterschätzte Prime-Video-Cyberpunk-Serie aus dem Jahr 2022 unbedingt kennen.
„Blade Runner“ hat eine wahre Achterbahnfahrt hinter sich. Ridley Scotts Film von 1982 kam in die Kinos, floppte – und wurde trotzdem unsterblich. Heute gilt er als Meilenstein des Science-Fiction-Kinos, auch wenn das damals kaum jemand so gesehen hat. Denis Villeneuves Fortsetzung „Blade Runner 2049“ lief 2017 besser bei den Kritikern, blieb an der Kinokasse aber ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Vielleicht ist das der Grund, warum Prime Video die Reihe jetzt als Serie weiterspinnt.
„The Peripheral“ ist der Sci-Fi-Serientipp für „Blade Runner“-Fans. © Amazon Studios
Wer auf den Start von „Blade Runner: 2099“ wartet, muss nicht mit leeren Händen dasitzen. „The Peripheral“ läuft bereits auf Prime Video – und die Serie aus dem Jahr 2022 fühlt sich stellenweise so an, als wäre sie für genau diese Lücke gemacht worden. Acht Folgen, basierend auf dem gleichnamigen Roman von William Gibson, dem Mann hinter Cyperpunk-Genregründer „Neuromancer“ (was ebenfalls bald als eigene Serie bei AppleTV startet), warten darauf, entdeckt zu werden. Auf Rotten Tomatoes erreicht die Serie bei den Kritikern 79 Prozent und bei den Zuschauern sogar 85 Prozent.
„The Peripheral“: Cyberpunk-Geheimtipp auf Prime Video für alle „Blade Runner“-Fans
Chloë Grace Moretz („Carrie“) spielt in der Serie Flynn Fisher, eine Gamerin, die plötzlich Zugang zu einer geheimen Alternativrealität bekommt. Die Handlung bewegt sich zwischen zwei Zeitebenen: dem Jahr 2032, in dem KI längst die Spielregeln verändert hat, und einer postapokalyptischen Fernzukunft. Jack Reynor („Modern Love“), Katie Leung („Die Chemie des Todes“) und T‘Nia Miller gehören ebenfalls zum Cast.
Gibson selbst hat erzählt, wie überrascht er war, als er „Blade Runner“ zum ersten Mal sah – sein damals noch unveröffentlichter Roman „Neuromancer“ und Scotts Film ähnelten sich auf eine Art, die er sich nicht erklären konnte. Zufall oder Zeitgeist, das lässt sich schwer sagen. Jedenfalls erklärt es, warum „The Peripheral“ trotz fehlender Lizenz so vertraut wirkt: Beide Werke stellen dieselbe Frage, nur mit anderen Mitteln. Habt ihr zudem gewusst, dass ihr die perfekte „Fluch der Karibik“-Alternative kostenlos streamen könnt?
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Prime Video hat die Serie jedoch nach nur einer Staffel abgesetzt – was ihr im Nachhinein aber fast gut getan hat. So konnte sie durch künstlich ausgeleierte Storylines nicht verunstaltet werden. Wer sie kennt, empfiehlt sie weiter. So etwas passiert nicht mit mittelmäßigem Fernsehen. Für alle, die „Blade Runner: 2099“ kaum erwarten können, ist „The Peripheral“ der naheliegendste Zeitvertreib bis dahin. Aktuell polarisiert „Der Teufel trägt Prada 2“ in den Kinos – ist es die Fortsetzung wirklich wert?