Frankreich wirbt angesichts des Durcheinanders um die Blockade der Meerenge von Hormus für einen multinationalen Einsatz zur Sicherung der Schifffahrt. Eine solche von Frankreich und Großbritannien angeregte Mission könne dazu beitragen, das Vertrauen der Reedereien und Versicherer wiederherzustellen, schrieb Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch im Kurznachrichtendienst X. In diesem Zusammenhang sei ein Flottenverband um den Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ durch den Suezkanal ins Rote Meer gefahren.

Generalstabssprecher Guillaume Vernet sagte der Nachrichtenagentur AP, der Flugzeugträger werde so positioniert, dass er nahe genug am möglichen Einsatzort sei, um zu handeln, wenn die Voraussetzungen gegeben seien. Der französisch-britische Plan sei defensiv und stehe im Einklang mit dem Völkerrecht. Ein französischer Spitzenbeamter erklärte: „Wir wollen die Botschaft vermitteln, dass wir nicht nur bereit sind, die Straße von Hormus zu sichern, sondern dass wir dazu auch in der Lage sind.“

Frankreich will USA zu Aufgabe der Seeblockade bewegen

Damit solle die Zeitspanne zur Umsetzung der unter Führung von Frankreich und Großbritannien vorbereiteten Marine-Mission verkürzt werden, die nach einem Ende der Kampfhandlungen beginnen soll. Ziel der multinationalen Mission ist es, Handelsschiffe bei der Fahrt durch die für den Welthandel wichtigen Meerenge zu begleiten und abzusichern. Mehr als 40 Länder haben ihre Unterstützung zugesichert. So verlegt Deutschland das Minenjagdboot „Fulda“ in Richtung Mittelmeer.

Wie es aus dem Élysée-Palast hieß, verfolge der französische Ansatz das Ziel, die USA zu einer Aufgabe ihrer Seeblockade zu bringen, um damit im Gegenzug den Iran zu grundlegenden Verhandlungen und der Aufgabe der Blockade der Straße von Hormus zu bewegen. Seine Überlegungen habe Frankreich mit seinen engen Partnern abgestimmt, sagte ein hoher Diplomat.

Französisch-britische Pläne für Hormus-Mission seit April im Gespräch

Der Iran hat die für den weltweiten Ölhandel äußerst wichtige Straße von Hormus kurz nach Beginn amerikanischer und israelischer Angriffe praktisch gesperrt. US-Präsident Donald Trump hatte daraufhin verbündete Staaten aufgefordert, beim Sichern der Schifffahrt in der Meerenge zu helfen. Diese machten aber ein Ende der Kämpfe zur Bedingung, was Trump kritisierte. Dessen ungeachtet besprachen Macron und der britische Premierminister Keir Starmer Mitte April mit Vertretern Dutzender Staaten einen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus.

Trump kündigte am Wochenende an, die USA würden Schiffe, die im Persischen Golf festsitzen, sicher durch die Meerenge leiten, „damit sie ihre Geschäfte frei und ungehindert fortsetzen können“. Bereits am Dienstagabend setzte Trump die US-Aktion jedoch wieder aus. Am Montag war es zu Gefechten gekommen, die die seit Anfang April geltende Waffenruhe in Gefahr brachten. Zudem warfen die benachbarten Vereinigten Arabischen Emirate dem Iran Angriffe vor. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.

Macron schrieb, die jüngsten Ereignisse zeigten eindrucksvoll, wie hilfreich ein internationaler Einsatz in der Meerenge wäre, dessen Teilnehmer keine Kriegsparteien sind. Er habe mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian telefoniert und wolle auch mit Trump über das Thema sprechen. Die Freiheit der Schifffahrt müsse vollständig wiederhergestellt werden.