Das Relikt des Ostens hängt noch tapfer an Chemnitzer Ampeln. Klein, grün, aus Blech. Und mit einer Botschaft, die ganze Autofahrergenerationen kennen: Rechts abbiegen geht manchmal auch bei Rot. Aber bitte mit Köpfchen.

Doch der Grüne Pfeil wird in Chemnitz immer seltener. Laut Stadt gibt es aktuell noch 127 Grüne Pfeile an 84 Ampeln. Das geht aus der Antwort auf eine AfD-Ratsanfrage hervor.

15 Stück sind schon weg

In den vergangenen Jahren wurden demnach 15 Grünpfeile abgebaut. Verschwunden sind Schilder unter anderem an der Helbersdorfer Straße/Scheffelstraße, an der Reichsstraße/Weststraße, an der Fürstenstraße/Hainstraße, an der Zschopauer Straße/Lutherstraße, an der Mühlenstraße/Georgstraße und an der Wladimir-Sagorski-Straße/Bruno-Granz-Straße.

So geht das kleine DDR-Blech Stück für Stück auf Abschiedstour. Nicht laut. Nicht dramatisch. Eher so, wie alte Dinge verschwinden: Erst merkt man es kaum. Dann fehlt plötzlich etwas.

Nächster Pfeil macht die Biege

Als Nächstes soll der Grüne Pfeil an der großen Ermafa-Kreuzung verschwinden. Betroffen ist die Abbiegung von der Leipziger Straße in Richtung Limbacher Straße. Grundlage ist ein Beschluss der Verkehrsunfallkommission.

Die Stadt verweist außerdem auf neue Ampelanlagen. Wenn Linksabbieger des Gegenverkehrs getrennt geführt werden, passt der klassische Grüne Pfeil oft nicht mehr zu den Regeln.

Kein Comeback in Sicht

Neue Grüne Pfeile plant Chemnitz derzeit nicht. Auch an der Autobahnabfahrt Chemnitz-Rottluff zur Kalkstraße wurde zuletzt einer geprüft. Die Stadt lehnte ihn aber ab. Gründe waren schlechte Sicht, zu wenig Aufstellfläche und ein unübersichtlicher Kurvenverlauf.

Eine große Abbauwelle ist laut Rathaus nicht geplant. Trotzdem gilt: Mit jedem Pfeil verschwindet ein Stück Ost-Alltag. Also: Halt durch, kleiner Grüner. Dein Licht ist noch nicht ganz aus.