Donald Trump ist zwar unpopulär wie noch nie. Bei den Vorwahlen in Indiana demonstriert er dennoch seine Macht. Doch der Erfolg des Präsidenten könnte nach hinten losgehen.
Die Umfragewerte von Donald Trump sind so schlecht, dass sie teils sogar die schlechtesten Ergebnisse seiner ersten Präsidentschaft toppen. Besonders in Bezug auf seine Wirtschaftspolitik wächst die Unzufriedenheit. Die Inflation bleibt hartnäckig, die Preise steigen, die Nervosität wegen seines Iran-Kurses nimmt zu. Selbst viele republikanische Strategen warnen inzwischen vor der Gefahr eines dauerhaften Stimmungsumschwungs im Land.
Und doch hat Trump in diesen Tagen allen Grund zur Freude.
Denn obwohl der US-Präsident selbst nirgendwo auf dem Wahlzettel stand, gewann in mehreren wichtigen Primaries, also den Vorwahlen in den Bundesstaaten zu den Zwischenwahlen im November, vor allem einer: Donald Trump. Genauer gesagt, seine von ihm aufgestellten und massiv unterstützten, loyalen Kandidaten.
Die republikanischen Urnengänge dieser Woche wurden damit zu einer Machtdemonstration des Präsidenten. Trump hat die eigene Partei offenbar noch immer so eisern im Griff, wie schon seit vielen Jahren. Die Ergebnisse sind eine Warnung an alle republikanischen Politiker, die glauben, sich erfolgreich von ihm lösen zu können.
Besonders eindrucksvoll zeigte sich das in dem ländlich geprägten Bundesstaat Indiana. Dort hatte Trump eine regelrechte politische Rache-Kampagne gestartet. Hintergrund war ein erbitterter Streit um neue Wahlkreiszuschnitte.
Trump wollte die Grenzen für die Kongressbezirke so verändern lassen, dass die Republikaner bei den Midterms zusätzliche Sitze im Repräsentantenhaus gewinnen könnten. Doch mehrere republikanische Senatoren im Bundesstaat verweigerten ihm im vergangenen Jahr die Gefolgschaft und blockierten seine Pläne.
Für Trump war das Verrat. Also zog er in einen Kandidaten-Krieg gegen Mitglieder der eigenen Partei. Sieben republikanische Amtsinhaber bekamen von Trump persönlich unterstützte Gegenkandidaten vor die Nase gesetzt. Das Ergebnis fiel verheerend aus: Die innerparteilichen Trump-Gegner verloren ihre Vorwahl deutlich und damit ihre Chancen auf eine Wiederwahl im Herbst. Teilweise wurden langjährige Parteiveteranen regelrecht vom Trump loyalen MAGA-Sturm hinweggefegt.
Die Bedeutung dieser Vorwahlen ist enorm. In den USA entscheiden die Parteien in den sogenannten Primaries darüber, wer später überhaupt für Kongress-, Senats- oder auch für Gouverneursposten antreten darf. Wer dort verliert, scheitert also oft schon lange vor der eigentlichen Wahl. Genau deshalb sind diese parteiinternen Abstimmungen für Trump schon seit vielen Jahren zu seinem idealen Machtinstrument geworden: Indem er bei diesem Prozess Loyalisten installierte, sicherte er sich deren Gefolgschaft, wenn sie schließlich ins Parlament gewählt wurden.